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Formatkrieg

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. April 2025 um 20:37 Uhr durch imported>Alfred Kiefer (1940er Jahre: Formatierung und genaue Angabe korrigiert).
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Ein Formatkrieg ist eine wirtschaftliche Auseinandersetzung zwischen den Anbietern von verschiedenen, nicht ohne Weiteres kombinierbaren technischen Standardlösungen für ein gemeinsames Sachproblem. Viele Formatkriege enden mit der Durchsetzung eines der konkurrierenden Angebote. Formatkriege begannen bereits in der Frühzeit der Industrialisierung, etwa beim Konkurrenzkampf zwischen Gleichstrom- und Wechselstrom-basierten Systemen für die öffentliche Stromversorgung. Heute betreffen viele Formatkriege die Bereiche Unterhaltungselektronik und Elektronische Medien.

Die Faktoren, die letztlich zur Durchsetzung eines bestimmten Formats führen, können ganz unterschiedlich sein. Dabei muss nicht zwangsläufig das technisch bessere Format den Sieg davontragen, auch andere Faktoren wie etwa ein günstigerer Preis oder besseres Marketing durch einen bereits marktbeherrschenden Hersteller können den Ausschlag geben. Insbesondere bei technischen Medien können beispielsweise auch die veröffentlichten Inhalte eine Rolle spielen – so soll die Tatsache, dass die meisten bekannten Musiker bei Schallplattenfirmen exklusiv unter Vertrag standen und daher keine Aufnahmen auf Bändern für das Tefifon veröffentlichen durften, mit dazu beigetragen haben, dass dieses Medium sich nicht durchsetzen konnte.

Übersicht vergangener und aktueller Formatkriege

1830er/1840er Jahre

Die Badischen Staatseisenbahnen bauten in den 1850er Jahren, die GWR in den 1870er bis 1890er Jahren ihre Strecken auf Normalspur um.

1880er Jahre

Der Wechselstrom hat sich mit Ausnahmen wie HGÜ durchgesetzt.

1910er Jahre

1930er Jahre

Obwohl die Dvorak-Tastaturbelegung belegungsoptimiert ist, konnte sie sich nicht durchsetzen; sie wird nur von wenigen Anwendern genutzt und ist seit dem Aufkommen der PCs (flexible Tastaturbelegung möglich) wieder ohne großen Aufwand einsetzbar (im Gegensatz zu Schreibmaschinen).

1940er Jahre

  • Schallplatten-Formatkrieg zwischen 3313-min−1-/30-cm-LPs und 45-min−1-/17,5-cm-„Singles“ um 1948/49.
Endete in friedlicher Koexistenz

1960er Jahre

Datei:NTSC-PAL-SECAM de.png
Verteilung der analogen Farbfernsehverfahren
Endete erst mit der Einführung des Digitalfernsehens

1970er Jahre

Endete zugunsten VHS.
Endete zugunsten moderner Raumklang-Systeme

1980er Jahre

  • Nachdem das ursprünglich quelloffene Computer-Betriebssystem Unix durch AT&T kommerzialisiert wurde, führte dies zu einer Reihe von unabhängigen Weiterentwicklungen und Abspaltungen, was als „Unix-Kriege“ (Unix Wars) bekannt wurde. Keines der verschiedenen Systeme konnte eine dominante Position erlangen, und die resultierende Segmentierung bremste den Erfolg von Unix erheblich, das erst in den 2000er Jahren auf dem Massenmarkt erfolgreich wurde. 1983 begann der Programmierer Richard Stallman, verärgert über die Proprietarisierung von Unix durch AT&T, mit der Arbeit an einem eigenen unixoiden Betriebssystem namens GNU und rief damit gleichzeitig die Bewegung für freie Software ins Leben,<ref>GNU-Manifest</ref> aus der später unter anderem Linux hervorging.

2000er Jahre

Datei:CompactFlash SecureDigital Adapter.jpg
Adapter von SD auf CF(I)
Secure Digital hat sich im Consumerbereich durchgesetzt,<ref name="heiseSD">Boi Feddern: Speicherkarten-Trends: Sony bekennt sich zum SD-Format und Panasonic forciert SDXC. In: heise Foto. Heise Zeitschriften Verlag, 8. Januar 2010, abgerufen am 26. Juli 2012.</ref> bei Profikameras wird Compact Flash ebenfalls genutzt.<ref name="pcweltSpiegel">Kamera-Zubehör. Profi-Standard für Spiegelreflexkameras. In: PC-WELT. IDG Tech Media GmbH, S. 3, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. August 2014; abgerufen am 26. Juli 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.pcwelt.de</ref> Entschärft durch Adapter für SD-Karten in CF-Steckplätzen.
  • Datenträger für unkomprimierte Audioaufnahmen mit mehr als zwei Tonkanälen, mit einer Bittiefe von 24 Bit und mit einer höheren Abtastrate als die Compact Disk: Super Audio CD versus DVD-Audio
  • Digitale Video-Containerformate: An sich ein Kampf um die vorherrschende Abspielsoftware. Nachdem sich Apple aber Mitte der 1990er Jahre geweigert hatte, Microsoft das Quicktime-Containerformat zu überlassen, entwickelte Microsoft ein eigenes Containerformat (Windows Media).
  • DVD-Formatkrieg zwischen DVD+R/RW und DVD-R/RW.
Entschärft zugunsten von Kombinationslösungen.
Beendet zugunsten von Blu-ray durch die Ankündigung von Toshiba, keine HD-DVD-Geräte mehr herstellen zu wollen.<ref name="tonlineBluray">Toshiba gibt Einstellung der HD DVD bekannt. In: t-online.de. Deutsche Telekom AG, 19. Februar 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. März 2009; abgerufen am 26. Juli 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/computer.t-online.de</ref>

2010er Jahre

Einzelnachweise

<references />