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Howlith

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Howlith
Datei:Howlite-122859.jpg
nieriger Howlith (Größe: 4,1 × 2,5 × 2,5 cm) aus Wentworth, Hants County, Nova Scotia, Kanada
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

How<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Ca2[B3O4(OH)2 • OSiB2O4(OH)3]
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Borate (ehemals: Silikate und Germanate)
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/A’.13
VIII/F.28-010

6.CB.20
25.03.05.01
Ähnliche Minerale Magnesit
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch 2/m<ref name="Webmineral">Webmineral – Howlite</ref>
Raumgruppe P21/c<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 12,82 Å; b = 9,35 Å; c = 8,61 Å
β = 104,8°<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3 bis 3,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,53 bis 2,59; berechnet: 2,61
Spaltbarkeit gut
Bruch; Tenazität uneben
Farbe farblos, weiß, beige
Strichfarbe weiß
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Glasglanz, erdig matt
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,583 bis 1,586
nβ = 1,596 bis 1,598
nγ 1,600<ref name="Mindat">Howlite bei mindat.org (engl.)</ref>
Doppelbrechung δ 0,017<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Achsenwinkel 2V = gemessen: 60 bis 90°; berechnet: 88°<ref name="Mindat" />
Pleochroismus nicht bekannt
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale nur durch eine chemische Analyse von Magnesit zu unterscheiden

Howlith ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Borate“ (ehemals: „Silikate und Germanate“, siehe Klassifikation). Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Ca2[B3O4(OH)2 • OSiB2O4(OH)3]<ref name="StrunzNickel">Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 344.</ref> und entwickelt meist knollige, nierige und massige Aggregate, die entweder farblos oder weiß bis beigefarben sind. Selten entwickelt Howlith auch tafelige Kristalle, die auf den Kristallflächen einen glasigen Glanz zeigen.

Howlith wird ausschließlich zu Schmucksteinen verarbeitet.

Etymologie und Geschichte

Erstmals gefunden wurde Howlith in Brookville bei Windsor (Kanada) und beschrieben 1868 durch James Dwight Dana, der das Mineral nach dem kanadischen Chemiker, Geologen und Mineralogen Henry How (1828–1879) benannte.<ref name="Mindat" />

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Howlith zur Mineralklasse der „Silikate“ und dort zur Abteilung „Neso-Subsilikate“, wo er gemeinsam mit Dumortierit, Garrelsit, Grandidierit, Harkerit, Kornerupin, Melanocerit, Painit und Serendibit in der „Dumortierit-Grandidierit-Gruppe“ mit der Systemnummer VIII/A’.13 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/F.28-010. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Ketten- und Bandsilikate“, wo Howlith als einziges Mineral eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/F.28 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Howlith in die Klasse der „Borate“ und dort in die Abteilung „Triborate“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Ketten- und Band-Triborate (Ino-Triborate)“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 6.CB.20 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Howlith die System- und Mineralnummer 25.03.05.01. Das entspricht der Klasse der „Carbonate, Nitrate und Borate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Borate mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Borate mit Hydroxyl oder Halogen“ als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 25.03.05.

Kristallstruktur

Howlith kristallisiert monoklin in der Raumgruppe P21/c (Raumgruppen-Nr. 14)Vorlage:Raumgruppe/14 mit den Gitterparametern a = 12,82 Å; b = 9,35 Å; c = 8,61 Å und β = 104,8° sowie 4 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Eigenschaften

Howlith ist häufig von braunschwarzen Adern durchzogen, die in ihrer Marmorierung der begehrten Matrix von Türkis ähneln. Auf den Kristallflächen zeigt sich Glasglanz, die Bruchflächen sind dagegen matt. Howlith bricht muschelig ähnlich Glas.

Howlith ist dem Magnesit (ein Magnesiumcarbonat) im Aussehen sehr ähnlich und kann häufig nur durch eine chemische Analyse von diesem unterschieden werden. Howlith "zerfließt" unter Einwirkung von Salzsäure zu einer Art Gel, Magnesit dagegen reagiert durch Gasentwicklung. Eine Dichtebestimmung zur Unterscheidung der beiden reicht oft nicht, da Howlith mit einer Dichte von 2,5 bis 2,6 g/cm³ dem Magnesit (2,9 bis 3,1 g/cm³) sehr ähnlich ist. Zudem ist Magnesit durch Lufteinschlüsse oft noch leichter.<ref name="Geschönt">Bernhard Bruder: Geschönte Steine. Neue Erde Verlag, 1998, ISBN 3-89060-025-5</ref>

Bildung und Fundorte

Datei:Howlite-299765.jpg
Seltene großkristalline Ausbildung des Howliths auf Anhydrit (Größe: 3,5 × 3,3 × 2,6 cm) von der Kap-Breton-Insel, Kanada

Howlith bildet sich hydrothermal und ist vor allem in Borat-Lagerstätten zu finden. Dort tritt er in Paragenese unter anderem mit Colemanit, Ulexit und Bakerit auf.

Weltweit konnte Howlith bisher (Stand: 2010) an rund 30 Fundorten nachgewiesen werden. Neben seiner Typlokalität Brookville bei Windsor wurde er in Kanada noch auf der Kap-Breton-Insel gefunden. In Deutschland trat er unter anderem am Kohnstein (Thüringen) und in Rehden (Niedersachsen) zutage.

Des Weiteren konnte Howlith an den Fundorten Mesa del Almo bei Aguja und in der Boratlagerstätte bei La Salada (Tubutama) im Bundesstaat Sonora in Mexiko; Bela Stena im serbischen im Bezirk Belgrad; Gemerská Poloma (Okres Rožňava, Košice) in der Slowakei; „Bigadiç Mine“ in der türkischen Provinz Balıkesir sowie in mehreren Regionen der US-amerikanischen Bundesstaaten Kalifornien und Nevada gefunden werden.<ref name="Mindat" />

Verwendung

Als Schmuckstein

Datei:Howlith-G-EmpireTheWorldOfGems.jpg
Howlith als Schmuckstein, 96ct
Datei:Howlite - turkenite.jpg
Türkis-Imitat aus blau gefärbtem Howlith

Howlith ist ein beliebter, aber aufgrund seiner geringen Mohshärte von 3 bis 3,5 sehr weicher Schmuckstein und muss daher zum Schutz gegen den täglichen Gebrauch durch Stabilisierung (Überzug aus Harz oder Kunststoff) vor Beschädigung geschützt werden.

Manipulationen und Imitationen

Da das Magnesit dem Howlith so ähnlich sieht, aber häufiger vorkommt und daher billiger ist, wird es oft fälschlicherweise als Howlith verkauft. Beide dienen allerdings, blau eingefärbt, als Imitat für den seltenen und wertvollen Matrix-Türkis.

Esoterik

In der Esoterik wird dem Howlith eine besondere psychische und körperliche Wirkung nachgesagt, für die es allerdings bisher keine wissenschaftlichen Belege gibt.

So soll es unter anderem die Urteilsfähigkeit und das Gedächtnis stärken, Stress, Schmerz- und Wutgefühle abbauen, negative Energien neutralisieren und Blockaden lösen. Howlithwasser soll allgemein eine positive Wirkung auf Probleme mit Knochen, Zähne, Gelenke und Nägel haben.

Siehe auch

Literatur

  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 686.
  • Petr Korbel, Milan Novák: Mineralien Enzyklopädie. Nebel Verlag GmbH, Eggolsheim 2002, ISBN 3-89555-076-0, S. 209.
  • Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten der Welt. 1600 Einzelstücke. 13. überarbeitete und erweiterte Auflage. BLV Verlags GmbH, München u. a. 2002, ISBN 3-405-16332-3, S. 224.

Weblinks

Commons: Howlith – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> </references>