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Chlorodont

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Datei:Chlorodont Werbung 1942 in der Prager Illustrierten Wochenschau.jpg
Chlorodont-Werbung aus dem Jahr 1944 in der Prager Illustrierten Wochenschau
Datei:Chlorodont-Werbung 1949.jpg
Chlorodont-Werbung von 1949 aus einer Zeitung
Datei:Chlorodont-zahnarztbestellzettel-1.jpg
Vorderseite einer Zahnarztterminkarte, 1969

Chlorodont ist der Markenname einer ab 1907 in Dresden von den Leo-Werken und nach dem Zweiten Weltkrieg von VEB-Chlorodont-Leo hergestellten Zahnpasta. Der Markenname wurde bis in die 1980er Jahre verwendet.

Geschichte

Der Name Chlorodont stammt vom Entwickler Ottomar Heinsius von Mayenburg und leitet sich ab von den Worten chloros (griech. „grün“) als Sinnbild für die Frische (und den Pfefferminzgeschmack) und odon (griech. „Zahn“).

Chlorodont wurde von Mayenburg im Jahr 1907 auf dem Dachboden der Löwenapotheke (Laboratorium Leo) entwickelt und ab 1917 in den neu gegründeten Leowerken in immer größer werdendem Stil produziert. 1924 war Chlorodont die führende Marke auf dem europäischen Markt und auch darüber hinaus verbreitet. Dieser Erfolg gründete sich nicht zuletzt auf geschicktes Marketing in Verbindung mit Aufklärungskampagnen zur richtigen Mundhygiene. Auch lagen den Tuben Sammelkarten bei, die heute heiß begehrt sind.

Im Jahr 1949 wurde durch das Hessische Innenministerium auf gesundheitsschädigende Blei-Belastungen der Chlorodont-Zahncreme hingewiesen und dass das „in Verkehrbringen von Zahncreme in Tuben mit mehr als 1 Prozent Bleigehalt“ verboten sei.<ref>Chlorodont-Zahncreme, Leo-Werke, Dresden vom 27. Oktober 1949. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1949 Nr. 46, S. 465, Punkt 798 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 2,3 MB]).</ref>

Chlorodont wurde bis Anfang der 1980er Jahre produziert. Nach der Wende wurde sie nicht mehr hergestellt. Seit 2004 ist die Dresdener Dental-Kosmetik GmbH & Co. KG als Nachfolgeunternehmen der Leowerke Inhaberin der Markenrechte von Chlorodont.<ref>[1]</ref>

Die Zahnpasta

Chlorodont bestand aus Bimssteinpulver, Calciumcarbonat, Seife, Glycerin, Kaliumchlorat und war mit Pfefferminze aromatisiert.<ref name="bild_zahnpasta"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Was ist in Zahnpasta? (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Juli 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bild.de In: Bild.de. Abgerufen am 23. Juli 2010.</ref>

Charakteristisch war der blau-grün karierte Streifen auf der Verpackung, der allerdings im Jahr 1969 bei einer Überarbeitung des Designs anlässlich des zwanzigjährigen DDR-Jubiläums verschwand.<ref>Auskunft Werksarchiv Dental-Kosmetik GmbH & Co. KG vom 5. Oktober 2010.</ref>

Literatur

  • Thomas Gubig, Sebastian Köpcke: Chlorodont – Biographie eines deutschen Markenprodukts. Graetz, Berlin 2007.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />