Zum Inhalt springen

Obbornhofen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 29. März 2026 um 08:20 Uhr durch imported>Thorybander 2 (Kultur und Sehenswürdigkeiten: Link).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Obbornhofen
Stadt Hungen
Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben!
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(884)&title=Obbornhofen 50° 26′ N, 8° 50′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(884) 50° 26′ 23″ N, 8° 49′ 59″ O
 {{#coordinates:50,439697222222|8,8331777777778|primary
dim=10000 globe= name=Obbornhofen region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 150 (142–194) m ü. NHN
Fläche: 6,96 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 884 (31. Dez. 2022) HW+NW<ref name="DF">Einwohnerzahlen inkl. Nebenwohnsitze. In: Internetauftritt. Stadt Hungen, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Februar 2019; abgerufen im März 2024.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hungen.de</ref>
Bevölkerungsdichte: 127 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 35410
Vorwahl: 06036

Obbornhofen ist ein Stadtteil von Hungen im mittelhessischen Landkreis Gießen.

Geografische Lage

Obbornhofen liegt südwestlich von Hungen in der nördlichen Wetterau. Durch den Ort verläuft die Landesstraße 3354. Durch ein Waldstück abgeschirmt liegt westlich die Bundesautobahn 45.

Ortsgeschichte

Mittelalter

Ersterwähnung und historische Namensformen

Obbornhofen wurde 766/767 erstmals in dem Kopiar Lorscher Codex erwähnt: „… in pago Wetdereiba uilla Oberenhouen … (Im Gau Wetterau im Dorf Obbornhofen)“<ref>Karl Josef Minst [Übers.]: Lorscher Codex (Band 5), CL III 2974, 5. November 766 oder 767 – Reg. 92. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 43, abgerufen am 6. Mai 2019.</ref>. Hier wird die Siedlungsform des Orts erstmals uilla genannt. Für das gleiche Datum weist das Kopiar noch einen weiteren Beleg auf.<ref>CL III 3749</ref> Danach folgten zahlreiche weitere Schenkungen an das Kloster Lorsch. Die weiteren Schenkungen in Obbornhofen stammen aus den Jahren 761, 768, 771, 774, 791, 798 und 831. Die Schenkungen vom 29. September 774<ref>CL III 3745.</ref> und von 791 betreffen auch Wohnbach.<ref>Eugen Rieß: Wohnbach im Frühmittelalter: Eugen Rieß|Dieter Wolf: Vom Leben in einem kleinen Dorf. Die Ortsgeschichte von Wohnbach. Band 1: Alte Zeiten. Herausgegeben vom Arbeitskreis Dorferneuerung Wohnbach und der Gemeinde Wölfersheim. 2022. S. 41, Fußnote 41.</ref> Der Etichone Liutoldi (Liudo) übergab 774 „in Hoverenhove“ „eine Hofreite mit dem daraufstehenden Gebäude und soviel Wald, wie dazu gehört, …“ dem Kloster.<ref>CL 2935 = 3746d.</ref>

In den späteren Formen des Ortsnamens lässt sich ein Wandel desselben vom Dativ Singular zum Dativ Plural erkennen. In der Namensforschung scheint dies „… auf die Entwicklung der Siedlung vom Einzelhof zum Weiler und zum Dorf zu beruhen.“<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 272 f.</ref> Eine Fälschung aus dem 13. Jahrhundert nennt für 1141: „… predium in Obernhoben“ (Besitz in Obbornhofen).<ref>Arthur Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei Hessen. 1. Bd. 1207–1299, 2. Bd. 1300–1359, ND 1965, Bd. 3, Nr. 1332</ref> Es erscheint 1269 ein Mitglied des Ortsadels: „… Sifridus de de Oberhoven“<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Starkenburg und Oberhessen. Darmstadt 1860. Nr. 132.</ref> Als Landsiedel, eine häufige Pachtform im Mittelalter, wird 1342 urkundlich genannt: „… Cunze vnse landsedel von Obirnhabin“.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden 1, Nr. 805.</ref> Zur bekannten und weitverbreiteten Familie Bellersheim gehört der 1367 erwähnte: „… Wernhern Beldirsheym genant von Abernhofen.“<ref>Ludwig Baur, Hessische Urkunden 1, Nr. 1015</ref>

Der Ortsname wird als „der höher gelegene Hof“ gedeutet und beruht auf dem mhd. Grundwort „hof = Gehöft, Garten.“<ref>Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage Berlin 1967. bearbeitet von Walther Mitzka. S. 313.</ref>

Herrschaftsverhältnisse im Mittelalter

In Obbornhofen befand sich im Frühmittelalter der zentrale Herrenhof für den Besitz des Klosters Lorsch auch in Wohnbach und Bellersheim. Der Hof umfasste ca. 60 m × 60 m und war damit fast genauso groß wie der Berstädter Herrenhof.<ref>Eugen Rieß: Kloster Lorsch. in: Eugen Rieß, Dieter Wolf: Vom Leben in einem kleinen Dorf. S. 32–60.</ref>

Obbornhofen wird am 10. Juli 1238 zur Hälfte als münzenbergisches Lehen an den Ritter Winter von Kalsmunt durch Ulrich I. von Münzenberg vergeben.<ref>Hans Heinrich Kaminsky: Die ersten Belege für Münzenberg als Stadt aus den Jahren 1238 und 1244. In: Petra und Uwe Müller: Münzenberg. Heimat im Schatten der Burg. 1975, S. 75f-80, S. 75–78.</ref>

Nach dem Aussterben der Münzenberger in männlicher Linie 1255 erbten Isengard von Münzenberg und ihr Mann Philipp von Bolanden einen Teil des Münzenberger Besitzes. 1271 teilten die Söhne Philipps die Herrschaft Münzenberg 1271 Werner von Falkenstein erhielt u. a. das Gericht Obbornhofen.<ref>Valentin Ferdinand Gudenus: Codex diplomaticus sive anecdotorum res Moguntinas, Francicas, Trevirenses, Colonienses, finitimarumque regionum, nec non ius Germanicum et S.R.I. historiam vel maxime illustrantuim. Band 2, 1747, S. 139.</ref>

Am 20. April 1304 wurde in einem Schiedsspruch zwischen Ulrich von Hanau und den Falkensteinern festgestellt, dass Hanau ein Sechstel „umme Gerlohes gut von Berstat zu Obernhoven, daz die herren von Valkenstein ime nemen,“ für den Fall zugesprochen wird, dass dieses Gut lehnsrührig von der Herrschaft Münzenberg ist.<ref>Heinrich Reimer: Urkundenbuch der Geschichte der Herren von Hanau und der ehemaligen Provinz Hanau. Bd. 2, Osnabrück 1965, S. 40 ff.</ref>

Neuzeit

Zwischen Wohnbach und Obbornhofen wurde 1862 die Straße planiert und als Chaussee angelegt. Bei diesen Arbeiten wurden mehrere menschliche Skelette und ein Pferdeskelett gefunden, die man im 19. Jahrhundert als Funde aus dem 17. oder 18. Jahrhundert verortete, die aber nach neueren Forschungen wohl aus der Merowingerzeit stammen.<ref>Dieter Wolf: Wohnbach, einst ein befestigter Ort. Gedanken zu Wällen und Gräben, Hecken und Dorfzäunen, Ober- und Unterpforten - im Dorf und in der Region. In: Eugen Rieß; Dieter Wolf: Vom Leben in einem kleinen Dorf. Wohnbach. Band 1. S. 269–414.</ref>

Gebietsreform in Hessen

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde zum 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz die bis dahin selbstständige Gemeinde Obbornhofen in die Kleinstadt Hungen eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung des Dillkreises, der Landkreise Gießen und Wetzlar und der Stadt Gießen (GVBl. II 330–28) vom 13. Mai 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 17, S. 237 ff., § 8 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref> Für Obbornhofen wurde wie für alle Stadtteil von Hungen ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung der Stadt Hungen (2. Änderung). Abgerufen im März 2024.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Obbornhofen angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Obbornhofen ab 1806 das „Patrimonialgericht der Fürsten Solms-Braunfels“ in Wölfersheim zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die zweite Instanz für die Patrimonialgerichte waren die standesherrlichen Justizkanzleien. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. Ab 1822 ließen die Fürsten Solms-Braunfels ihre Rechte am Gericht durch das Großherzogtum Hessen in ihrem Namen ausüben. „Landgericht Hungen“ war daher die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht, das für Obbornhofen zuständig war. Auch auf sein Recht auf die zweite Instanz, die durch die Justizkanzlei in Hungen ausgeübt wurde verzichtete der Fürst 1823.<ref name="PF" /> Erst infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem „Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren“ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgültig aufgehoben.<ref>Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren vom 7. August 1848. In: Großherzog von Hessen (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1848 Nr. 40, S. 237–241 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 42,9 MB]).</ref>

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Hungen“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Am 1. Juni 1934 wurde das Amtsgericht Hungen aufgelöst und Obbornhofen dem Bezirk des Amtsgerichts Nidda zugeteilt.<ref>Verordnung über die Umbildung von Amtsgerichtsbezirken vom 11. April 1934. In: Der Hessische Staatsminister (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1934 Nr. 10, S. 63 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 13,6 MB]).</ref> Zum 1. Januar 2012 wurde auch das Amtsgericht Nidda gemäß Beschluss des hessischen Landtags aufgelöst und Obbornhofen ging an das Amtsgericht Gießen.<ref>Gesetz zur Änderung gerichtsorganisatorischer Regelungen (Artikel 1.1, §3 c)) vom 16. September 2011. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2011 Nr. 17, S. 409 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 574 kB]). Bezieht sich auf das Gesetz über den Sitz und den Bezirk der Gerichte der ordentlichen Gerichtsbarkeit und der Staatsanwaltschaften (Gerichtlichesorganisationsgesetz) (GVBl. I S. 98) vom 1. Februar 2005. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 2005 Nr. 5, S. 98 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 235 kB]).</ref> Die übergeordneten Instanzen sind jetzt, das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Kirchengeschichte

Datei:Obbornhofen Kirche (1).jpg
Evangelische Kirche

Obbornhofen hat seit 1333 eine selbstständige Pfarrei.<ref>Arthur Franz Wilhelm Wyss, Urkundenbuch der Deutschordens-Ballei. Bd. 2, Nr. 587.</ref> 1462 und noch bis 1593 hatten die von Nordeck zur Rabenau den Kirchensatz als Solms-Licher Lehen. Den Kirchensatz hatte Solms-Lich aus der Münzenberger Erbschaft.

Blasius Lundorp ist der erste bekannte evangelische Pfarrer in Obbornhofen. Seine Amtszeit dauerte von 1558 bis 1568. Ihm folgte für 56 Jahre Martin Walter aus Bauernheim.<ref>Wilhelm Diehl Reformationsbuch der evangelischen Pfarreien des Großherzogthums Hessen. = Hessische Volksbücher 31–36. Friedberg 1917, S. 359.</ref> Dieser war auch bereit, den konfessionellen Wechsel von der Lehre Luthers zur reformierten unter Graf Conrad von Solms-Braunfels zu vollziehen.<ref>Wilhelm Diehl, Reformationsbuch, S. 536.</ref>

Die heutige evangelische Kirchengemeinde ist mit der evangelischen Kirchengemeinde Bellersheim pfarramtlich verbunden.

Der quadratische Chorraum der Obbornhofener Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Das neue, barock geprägte Kirchenschiff wurde 1741 und 1742 angebaut.

Jüdische Gemeinde

Juden lebten in Obbornhofen seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Gemeinsam mit den Juden in Bellersheim und Wohnbach bildeten sie die Jüdische Gemeinde Obbornhofen, Bellersheim und Wohnbach. In Obbornhofen stand eine Synagoge, die heute als Wohnhaus erhalten ist. Der jüdische Friedhof am Eichelberg war Begräbnisstätte für Obbornhofener, Bellersheimer und Wohnbacher Juden.

Beinahe alle Juden in den drei Orten wurden nach 1939 deportiert und ermordet.<ref>Hanno Müller, Dieter Bertram, Friedrich Damrath: Judenfamilien in Hungen und in Inheiden, Utphe, Villingen, Obbornhofen, Bellersheim und Wohnbach. Hungen 2009.</ref> Einigen gelang es noch auszuwandern.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Obbornhofen 852 Einwohner. Darunter waren 18 (2,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 147 Einwohner unter 18 Jahren, 369 zwischen 18 und 49, 192 zwischen 50 und 64 und 144 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 342 Haushalten. Davon waren 87 Singlehaushalte, 96 Paare ohne Kinder und 114 Paare mit Kindern, sowie 39 Alleinerziehende und 9 Wohngemeinschaften. In 63 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 131 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Obbornhofen: Einwohnerzahlen von 1830 bis 2020
Jahr  Einwohner
1830
  
477
1834
  
522
1840
  
530
1846
  
541
1852
  
569
1858
  
549
1864
  
553
1871
  
569
1875
  
569
1885
  
553
1895
  
557
1905
  
621
1910
  
642
1925
  
650
1939
  
653
1946
  
939
1950
  
909
1956
  
823
1961
  
850
1967
  
852
1971
  
835
1987
  
797
1991
  
879
2000
  
907
2005
  
917
2011
  
852
2015
  
877
2020
  
869
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; nach 1970 Stadt Hungen;<ref name="EW" /> Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1830: 477 evangelische, 3 römisch-katholische und 26 jüdische Einwohner<ref name="lagis" />
• 1961: 711 evangelische, 26 römisch-katholische Einwohner<ref name="lagis" />

Historische Erwerbstätigkeit

• 1961: Erwerbspersonen: 184 Land- und Forstwirtschaft, 190 Prod. Gewerbe, 47 Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 26 Dienstleistung und Sonstiges.<ref name="lagis" />

Politik

Ortsbeirat

Für den Stadtteil Obbornhofen besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Obbornhofen) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,37 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD und drei Mitglieder der „Freien Wähler Hungen“ (FW).<ref>Ortsbeiratswahl Ortsbezirk Obbornhofen. In: Votemanager. Stadt Hungen, abgerufen im März 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Steffen Wolf (FW) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Obbornhofen. In: Ratsinformationssystem. Stadt Hungen, abgerufen im März 2024.</ref>

Wappen

Auf blauem Schild ein goldener, rotbezungter und -bewehrter Greif.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Wasseraufbereitungsanlage (Obbornhofen) 15.JPG
Wasseraufbereitungsanlage

Bauwerke

  • 1967 wurde im Ort ein Heimatmuseum in einem alten Bauernhaus eröffnet. 1992 kam das alte Fachwerkrathaus dazu. Dieses ist das älteste Fachwerkrathaus des Landkreises Gießens.
  • Außerdem befindet sich im Dorf ein artesischer Brunnen, der ununterbrochen kristallklares Wasser fördert. Er hat eine Kapazität von ca. 450.000 Kubikmetern pro Jahr, wird aber wegen überhöhten Nitratgehalts seit vielen Jahren nicht mehr als Trinkwasser genutzt. Um das Wasser anderweitig zu nutzen, hat sich eine kleine Gruppe Obbornhofener Bürger darum bemüht, aus einer verkommenen und fast vergessenen Ecke des Dorfes einen attraktiven Platz mit Wasserspielen zu gestalten.
  • Jüdischer Friedhof am Eichelberg (außerhalb des Ortes)
  • Komturhof am südlichen Dorfende, Richtung Wohnbach mit klassizistischem Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude.
  • Das um 1500 erbaute Fachwerkrathaus ist das älteste Rathaus im Landkreis Gießen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Haltepunkt Obbornhofen-Bellersheim lag an der Bahnstrecke Friedberg–Mücke. Der Güterverkehr endete am 31. Dezember 1997; der Personenverkehr endete am 4. April 2003. Seitdem wird die Strecke in diesem Bereich nicht mehr befahren.

Bildung

Im Ort gibt es eine Jena-Plan Grundschule und einen städtischen Kindergarten.

Persönlichkeiten

Datei:Denkmal Gustav Lorenz Darmstadt Katanga Florian Hoffmann 2002.jpg
Gustav Lorenz, Denkmal in Darmstadt

Literatur

  • Hanno Müller, Dieter Bertram, Friedrich Damrath: Judenfamilien in Hungen und in Inheiden, Utphe, Villingen, Obbornhofen, Bellersheim und Wohnbach. Hungen 2009, ISBN 978-3-940856-16-6.
  • Vorlage:HessBib

Weblinks

Commons: Obbornhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Obbornhofen, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 15. März 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 6 und 46, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="EW">Einwohner mit Nebenwohnsitzen: 1999–2007; 1971–2015 2020 </ref> <ref name="PF"> Theodor Hartleben (Hrsg.): Allgemeine deutsche Justiz-, Kameral- und Polizeifama, Teil 1. Band 2. Johann Andreas Kranzbühler, 1832, S. 271 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 424 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 135 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein