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Sturzbachente

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Sturzbachente
Datei:Merganetta armata by Alejandro Bayer Tamayo.jpg

Weibchen (links) und Männchen

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Anatinae
Gattung: Merganetta
Art: Sturzbachente
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Merganetta
Gould, 1842
Wissenschaftlicher Name der Art
Merganetta armata
Gould, 1842

Die Sturzbachente (Merganetta armata) ist eine südamerikanische Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Sie ist die einzige Art der Gattung Merganetta. Die Aufteilung der Sturzbachente in drei Unterarten ist umstritten: die Chile-Sturzbachente (Merganetta armata armata), die Peru-Sturzbachente (M. a. leucogenis) und die Kolumbianische Sturzbachente (M. a. colombiana) werden von einigen Wissenschaftlern auch jeweils als eigenständige Art eingeordnet.

Die Sturzbachente ist eine hochspezialisierte Ente, die reißende Gebirgsflüsse verschiedener Vegetationszonen bewohnt, und zählt zu den wenigen Entenarten, die nur sehr selten in Gefangenschaft gehalten werden. Über die Populationsgröße der Sturzbachente ist nur wenig bekannt. In Chile und Argentinien wird sie jedoch als verhältnismäßig häufig eingeordnet.<ref> Kolbe, S. 163 </ref>

Datei:Merganetta armata map.svg
Das Verbreitungsgebiet in den Anden

Aussehen

Sturzbachenten erreichen eine Körperlänge von 43 bis 46 cm und ein Gewicht von 315 bis 440 Gramm. Sie sind damit nur ein wenig größer als die Knäkente. Der Körper ist stromlinienförmig schlank gebaut. Als markantes Merkmal stechen die langen Schwanzfedern mit ihren kräftigen Kielen und ihren schmalen borstigen Fahnen hervor.

Das Federkleid adulter Sturzbachenten ist je nach Unterart sehr unterschiedlich ausgeprägt, allen Unterarten gemein ist jedoch, dass die Männchen weißes Kopfgefieder, einen schwarzen Mittelscheitel und eine geschwungene schwarze Linie seitlich entlang von Kopf und Hals aufweisen. Das Gefieder am Körper ist stets dunkel, bei einigen Unterarten teils braun, bei anderen Unterarten gänzlich oder teilweise schwarz. Bei den Männchen aller drei Unterarten ist das Rückengefieder unterschiedlich breit weiß gesäumt. Das Männchen hat zudem stets einen roten Schnabel. Bei beiden Geschlechtern ist der Schnabel sägerartig schmal und weich.

Die Weibchen sind etwas kleiner und haben einen dunklen Kopf und dunkle Schwanzfedern, Brust und Vorderbauch sind kräftig rotbraun.

Das Federkleid setzt sich bei Jungvögeln in der Regel aus einem grauen Rücken- und einem weißen Bauchgefieder zusammen.

Lebensweise

Die Brutsaison ist vom jeweiligen Verbreitungsgebiet abhängig. Das Nest wird in Höhlen, zwischen Steinen und in hohem Gras angelegt, es besteht vor allem aus trockenem Gras und wird mit Daunen ausgepolstert. In der Regel umfasst ein Gelege 3 bis 4 Eier, die Brutdauer beträgt 43 bis 44 Tage. Die Küken zeigen ein gestreiftes und gepunktetes, schwarzweißes Daunengefieder.

Datei:Peru - Apurímac River Altiplano1.jpg
Puna-Zone, Peru – die Sturzbachente bewohnt auch hier schnell fließende Gewässer.

Der Großteil der Nahrung besteht aus aquatischen Invertebraten – darunter vor allem die Larven der Köcher-, Stein- und Eintagsfliegen sowie in geringerem Umfang Mollusken. Die Nahrung wird vor allem tauchend und gründelnd gesucht. Insektenlarven werden mit dem weichen Schnabel aus Steinritzen herausgelesen. Die Sturzbachente weist mit dieser Lebensweise sehr viel Ähnlichkeit mit der Saumschnabelente auf. Ähnlich wie diese leidet sie unter der Nahrungskonkurrenz durch eingeführte Regenbogenforellen, die ebenfalls die Larven verschiedener Fliegenarten fressen.

Vorkommen

Die Sturzbachente lebt in Südamerika entlang der gesamten Anden von Venezuela bis ins südliche Chile und Argentinien. Sie ist ein Bewohner schnell fließender Gebirgsbäche und verteidigt entlang dieser Gewässer ihre Territorien, die sowohl schnell fließende als auch langsam fließende Bereiche beinhalten. Vom Süden Chiles abgesehen, hält sie sich in der Regel in Höhenlagen zwischen 1200 und 4500 Metern auf. Im Süden Chiles ist sie dagegen auch in tieferen Lagen zu finden. Zu den von der Sturzbachente bewohnten Lebensräumen zählen Regionen der Regen- und Nebelwälder, die Gebirgsflüsse in der Puna-Zone in Peru sowie die subtropischen und gemäßigten Scheinbuchenwälder Chiles und der subarktischen Regionen Südamerikas.

Haltung in Gefangenschaft

Sturzbachenten werden nur sehr selten in Gefangenschaft gehalten. Auch in der Entenhaltung erfahrenen Institutionen wie dem britischen Wildfowl Trust gelang es bisher nicht, diese Art über einen längeren Zeitraum zu pflegen. Größte Herausforderung in der Haltung ist die hohe Anfälligkeit dieser Entenart gegenüber Endoparasiten, Infektions- und Pilzerkrankungen. Die Enten sind außerdem so aggressiv gegeneinander, dass eine Einzelhaltung notwendig ist.<ref> Kolbe, S. 164 </ref>

Systematik

Die Sturzbachente wurde 1842 durch den britischen Ornithologen John Gould erstmals wissenschaftlich beschrieben. Sie wurde eine Zeit lang der Unterfamilie der Halbgänse (Tadorninae) zugeordnet.<ref> Kolbe, S. 11.</ref> Die US-amerikanischen Ornithologen David W. Winkler, Shawn M. Billerman und Irby Lovette stellen die Sturzbachente in ihrer Monografie über die Familien der Vögel dagegen in die Unterfamilie Anatinae.<ref name="Winkler" /> Dies wurde durch DNA-Vergleiche bestätigt. Die nächste rezente Verwandte der Sturzbachente ist die Rotschulterente (Callonetta leucophrys).<ref name="Sun etal 2017" />

Unterarten

Es sind sechs Unterarten beschrieben, die sich in ihrer Färbung, Größe und ihrem Verbreitungsgebiet unterscheiden. Es handelt sich hierbei um:

  • Merganetta armata armata <templatestyles src="Person/styles.css" />Gould, 1842
  • Merganetta armata turneri <templatestyles src="Person/styles.css" />Sclater,PL & <templatestyles src="Person/styles.css" />Salvin, 1869
  • Merganetta armata garleppi <templatestyles src="Person/styles.css" />Berlepsch, 1894
  • Merganetta armata berlepschi <templatestyles src="Person/styles.css" />Hartert, 1909
  • Merganetta armata colombiana <templatestyles src="Person/styles.css" />Des Murs, 1845
  • Merganetta armata leucogenis (<templatestyles src="Person/styles.css" />Tschudi, 1843)

Belege

Einzelnachweise

<references> <ref name="Sun etal 2017"> Zhonglou Sun, Tao Pan, Chaochao Hu, Lu Sun, Hengwu Ding, Hui Wang, Chenling Zhang, Hong Jin, Qing Chang, Xianzhao Kan, Baowei Zhang: Rapid and recent diversification patterns in Anseriformes birds: Inferred from molecular phylogeny and diversification analyses. PLOS One, September 2017, doi: 10.1371/journal.pone.0184529</ref> <ref name="Winkler"> David W. Winkler, Shawn M. Billerman, Irby J. Lovette: Bird Families of the World - An Invitation to the Spectacular Diversity of Birds. Lynx Edicions and the Cornell Lab of Ornithology, 2015, ISBN 978-84-941892-0-3, S. 61–63.</ref> </references>

Quellen

  • Josep del Hoyo, Andrew Elliott, Jordi Sargatal: Handbook of the birds of the world. Band 1: Ostrich to Ducks. Lynx Edicions, Barcelona 1992, ISBN 84-87334-10-5.
  • Janet Kear (Hrsg.): Ducks, Geese and Swans. Oxford University Press, 2005, ISBN 0-19-854645-9.
  • Hartmut Kolbe: Die Entenvögel der Welt. Ulmer Verlag 1999, ISBN 3-8001-7442-1

Weblinks