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Zeitenwende (Verlag)

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Verlag Zeitenwende
Rechtsform Einzelunternehmen
Gründung Vor 2001
Sitz Freital, Deutschland
Leitung Sven Henkler<ref>Impressum Webseite. Abgerufen am 2. Mai 2024.</ref>
Branche Buchverlag
Website https://www.verlag-zeitenwende.de

Der Zeitenwende-Verlag ist ein Kleinverlag im sächsischen Kleinnaundorf (Freital).<ref>Impressum – Verlag Zeitenwende. Abgerufen am 15. Februar 2024.</ref> Seine Schriften bis 2005 wurden als neuheidnisch und völkisch-mythologisch eingestuft.

Publizistische Aktivitäten

Verlag

Der Verlag Zeitenwende zählte zeitweilig zu den bekannteren Verlagen und Buchvertrieben der Neuen Rechten. Im Verlag erschienen vor dem Jahr 2001 die zwei inzwischen vergriffenen Broschüren Adler und Rose sowie Reich Europa des Holocaustleugners Bernhard Schaub, in denen ablehnende Äußerungen zu den Menschenrechten und ein Plädoyer für ein „neues Reich“ enthalten sind.<ref>Bundesverfassungsschutzbericht 2000 (PDF; 1,8 MB) erschienen im Mai 2001, S. 100.</ref> Nach Aussage des alleinigen Verlegers publiziert der Verlag seit 2003 allerdings nur noch esoterische Schriften.<ref name=":0">Bernd Wagner und Thomas Grumke: Verlag Zeitenwende. 14. April 2008, abgerufen am 27. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zeitschrift Hagal

Bis zum Ende des Jahres 2004 erschien im Verlag die Zeitschrift Hagal – die Allumfassende.<ref name=":0" />

Der Verleger fungierte von 1998 bis 2005 als Mitherausgeber der vierteljährlich erschienenen Zeitschrift. Das Magazin trat an die Stelle der von 1994 bis 1996 in Dresden erschienenen neuheidnischen Zeitschrift Zeitenwende. Inhaltlich orientierte sich Hagal unter anderem an völkisch-religiösen Positionen. Eine zentrale Rolle spielten in dieser Zeitschrift germanische Mythologie, ein europäischer „Ur-Glaube“, regionales Brauchtum sowie die deutsche Schrift und Fabeln. Politisch war die Zeitschrift nach Ansicht des Journalisten und Soziologen Rainer Fromm zwischen dem nationalrevolutionären Flügel der Neuen Rechten und dem Rechtsextremismus angesiedelt.<ref>Rainer Fromm: Rechtsradikalismus in der Esoterik, in: Ingolf Christiansen, Rainer Fromm und Hartmut Zinser, <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Brennpunkt Esoterik (Memento vom 2. September 2009 im Internet Archive) (PDF; 716 kB), Herausgegeben von Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Inneres im April 2004, S. 175–177.</ref>

Der Verleger schrieb bis 2003 auch selbst in der Zeitschrift. So veröffentlichte er beispielsweise im Januar 2003 einen Beitrag mit dem Titel Reichsjuwelen für einen kommenden SS-Staat (Zitat aus Trimondi-Buch), in dem er sich kritisch mit der von Victor und Victoria Trimondi verfassten Buch HitlerBuddhaKrishna mit dem Untertitel Eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute auseinandersetzte.

Der Name Hagal rührt von der Hagalaz-Rune her. Von 1930 bis 1934 gab es eine Zeitschrift der Münchener Edda-Gesellschaft, die von Rudolf John Gorsleben begründet wurde und ebenfalls nach der Hagal-Rune benannt war. Nach Ansicht des Germanisten Georg Schuppener knüpft das Magazin Hagal an diese Tradition an.<ref>Georg Schuppener: Vereinnahmung germanischer Mythologie im rezenten Rechtsextremismus – Sprache und Symbolik, das Kapitel ist Bestandteil der Veröffentlichung Spuren germanischer Mythologie in der deutschen Sprache: Namen, Phraseologismen und aktueller Rechtsextremismus. Edition Hamouda, Leipzig 2007</ref>

Sonstige Aktivitäten

Ab April 2000 hatte der Verleger für einige Zeit die Leitung von Synergon Deutschland, einer Sektion des neurechten Netzwerkes Synergies Européennes, übernommen. Die deutsche Sektion veranstaltete regelmäßige Tagungen in der Heimvolkshochschule für Umwelt und Lebensschutz Collegium Humanum e. V. im ostwestfälischen Vlotho,<ref>Ministerium des Innern Brandenburg (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2005 (Memento vom 5. Juni 2020 im Internet Archive) (PDF; 1,8 MB). Ein Handbuch. Potsdam 2006, S. 51.</ref> die am 7. Mai 2008 verboten wurde.

Rezeption

Der Verlag Zeitenwende war seit 1996 dem sächsischen Verfassungsschutz bekannt.<ref>Thomas Grumke, Bernd Wagner (Hrsg.): Handbuch Rechtsradikalismus. Leske und Budrich, Opladen 2002. (Auszug bei Netz gegen Nazis), S. 458.</ref> Das Bundesministerium des Innern berichtete unter dem Titel Intellektualisierungsbemühungen im Rechtsextremismus im Verfassungsschutzbericht 2001 in knapper Form.<ref>Bundesministerium des Innern (Hrsg.): <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verfassungsschutzbericht 2001 (Memento vom 29. Februar 2008 im Internet Archive) (PDF; 5,3 MB). Berlin 2002, S. 116.</ref> Dabei wurde auf den geringen Erfolg hingewiesen, der insbesondere durch die „unzureichend aktualisierte Internetseite“ sowie durch die „schleppende Herausgabe von Informationsblättern und Zeitschriften“ begründet sei.

Die NPD-Zeitung Deutsche Stimme lobte die Zeitschrift Hagal im August 1999 als „ein gutes Mittel für unseren kulturellen Kampf um die Herzen und Köpfe der Menschen“.<ref>Zitat nach: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />VON BRAUNEN SCHREIBTISCHEN IN DIE SCHWARZE SZENE. Der rechte Kulturkampf (Memento vom 7. Januar 2009 im Internet Archive), in Bezug auf Deutsche Stimme 8/1999.</ref>

Aktuelle Autoren (Auswahl)

  • Klaus Bielau
  • Frank C. Blomeyer
  • Jürgen Bräscher
  • Siegfried Grabowski
  • Sven Henkler
  • Heinz Klein
  • Reiner Klein
  • Petra Pliester
  • Otto Rahn
  • Oliver Ritter
  • Frank Rose
  • Christa M. Siegert
  • Andreas Wenath
  • Thomas Werner

Literatur

  • Thomas Grumke und Bernd Wagner (Hrsg.): Handbuch Rechtsradikalismus. Personen, Organisationen, Netzwerke ; vom Neonazismus bis in die Mitte der Gesellschaft. Leske + Budrich, Opladen 2002, ISBN 9783810033994, S. 457–459.
  • Ingolf Christiansen, Rainer Fromm, Hartmut Zinser: Brennpunkt Esoterik. Okkultismus Satanismus Rechtsradikalismus. 2. Auflage, Hamburg 2004, S. 177–179. Zu Hagal siehe auch 3. Auflage, Hamburg 2006, S. 209–211.

Weblinks

Aufsätze / Essays

Einzelnachweise

<references />