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Christoph Luxenberg

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Christoph Luxenberg ist das Pseudonym eines deutschsprachigen Koranforschers, dessen Identität bis heute (Stand 2025) weitestgehend unbekannt ist. Luxenberg verwendet nach eigenen Angaben ein Pseudonym, „weil jede wissenschaftliche Textkritik am Koran gleichzeitig eine Kritik an der in islamischen Ländern verwendeten politischen Sprache bedeutet“.<ref>Michael Briefs: Streit um Koran-Interpretation; Deutsche Welle, 26. August 2003.</ref>

Hintergrund

Unter dem Pseudonym erschien im Jahr 2000 eine Abhandlung in deutscher Sprache mit dem Titel Die syro-aramäische Lesart des Koran – Ein Beitrag zur Entschlüsselung der Koransprache, die unter anderem durch Rezensionen in der Neuen Zürcher Zeitung (2001)<ref>Mona Naggar: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wie aramäisch ist der Koran? (Memento vom 12. Oktober 2004 im Internet Archive) In: Neue Zürcher Zeitung, 3. Februar 2001.</ref> und der Zeit (2003)<ref>Jörg Lau: Keine Huris im Paradies. In: Die Zeit, Nr. 21/2003.</ref> einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Die Arbeit ist laut Vorwort die Veröffentlichung eines „Bruchteil[s] umfangreicherer Untersuchungen zur Sprache des Koran“ und soll der Forschung „Anstöße zu einer ersten Diskussion über die Methoden und die daraus folgenden inhaltlichen Deutungen des Korantextes“ ermöglichen.

Mit seinem Forschungsansatz ist Luxenberg ein Repräsentant der „Saarbrücker Schule“, die wiederum Teil der Revisionistischen Schule der Islamwissenschaft ist, die maßgeblich die Historisch-kritische Methode, das wissenschaftliche Standardverfahren zur Analyse historischer Texte, propagiert und anwendet.

Das Buch

Luxenbergs Studie versteht sich formell als philologische Untersuchung, die vom sprachhistorischen Ansatz ausgeht und den Korantext mit textkritischen Methoden ediert. In der Diskussion um Mündlichkeit und Schriftlichkeit der frühen Koranüberlieferung nimmt Luxenberg im Gegensatz zur traditionellen islamischen Ansicht eine fehlende Kontinuität des mündlichen Teils an. Da Luxenberg von der Tatsache ausgeht, dass die frühen Koranhandschriften sowohl auf die diakritischen Punkte zur genauen Unterscheidung der Konsonanten (siehe Rasm) als auch auf die Vokalzeichen (siehe Arabisches Alphabet) verzichteten, geht er von einer Fehllesung zahlreicher ursprünglich aramäischer (genauer: syrischer) Ausdrücke durch spätere Exegeten aus, die diese nicht mehr als solche erkannten und denen das mündliche Korrektiv fehlte. Folglich sei es ein historischer Irrtum anzunehmen, dass die nachträgliche Punktierung des Textes auf einer sicheren mündlichen Überlieferung beruhe.<ref>Luxenberg, 2007, Vorwort. S. 9 ff</ref>

Luxenberg nimmt an, dass bei diesen Abschriften potenzielle Übertragungsfehler wie Auslassungen, Ergänzungen und Umdeutungen, aber auch willkürliche oder intendierte Veränderungen wie Verbesserungen und Analogieschlüsse gemacht wurden. Durch diese Fehllesungen, so Luxenberg, seien die vielen unklaren Stellen des Koran – deren Existenz auch andere Gelehrte nicht bestreiten – erst entstanden. Durch folgende strikt heuristische Arbeitsmethodik analysiert Luxenberg den koranischen Text unter einem ähnlichen philologischen Aspekt wie Alphonse Mingana Anfang des 20. Jahrhunderts, um zu einem schlüssigeren Verständnis zu gelangen: Luxenberg setzt zunächst den Korantext in seinen historischen Kontext; als Textgrundlage dient die kanonische Fassung der Kairoer Koranausgabe vom Jahre 1923/24. Danach sucht er nach anderen semantischen Bedeutungen des arabischen Ausdrucks (a), sucht nach homonymer Wurzel im Syro-Aramäischen bzw. Syrischen, der Begriff wird schwankend verwendet (b), unternimmt eine andere Lesung des Arabischen unter Abänderung der diakritischen Punkte (c), sucht nach anderer aramäischer Wurzel (d), rückübersetzt ins Aramäische, sucht nach Lehnbildungen (e), konsultiert syrisch-arabische Lexika des 10. Jahrhunderts n. Chr. (f), liest echt arabische Ausdrücke nach syrischem Lautsystem (g) und entschlüsselt über syro-aramäische Syntax (h). Bei der Lesung der Handschriften folgt Luxenberg grundsätzlich der lectio difficilior.<ref>Luxenberg, 2007, Die angewandte Arbeitsmethode. S. 23 ff</ref>

Die Orientalistik nimmt zwar seit langem sowohl aramäische (sprachliche) als auch christliche, anti-trinitarische (inhaltliche) Einflüsse auf den frühen Islam an, folgt aber zumeist im Kern der späteren islamischen Darstellung der Koranentstehung: Demnach sei der Koran in hocharabischer Sprache durch den Propheten Mohammed verkündet worden, dem die Suren nach islamischem Verständnis zuvor von Gott offenbart worden waren. Luxenberg verweist hingegen darauf, dass es eine arabische Literatursprache im frühen 7. Jahrhundert nach derzeitigem Kenntnisstand noch gar nicht gegeben habe (aus der Spätantike liegen lediglich einige in sehr einfacher Sprache gehaltene arabische Inschriften vor), und geht hingegen von einer Garschuni-Vorlage des Korans aus, also einer Vorlage, die in einem sehr stark syro-aramäisch beeinflussten Arabisch in syrischer Schrift verfasst worden sei. Luxenberg leitet das arabische Wort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / قرآن über eine dem Propheten Mohammed zugeschriebene Lautung {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / قرين von aramäisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) ab und setzt die Bibel der syrisch-aramäischen Christen mit jener „Schrift“ gleich, auf die der Koran verschiedentlich Bezug nimmt – so wie sich die spätantiken Lektionare der christlichen Kirchen auf die Bibel beziehen, ohne mit ihr identisch zu sein.

Die Annahme, der Koran sei in einem einmaligen Schöpfungs- bzw. Offenbarungsakt durch göttliche Inspiration entstanden, betrachtet Luxenberg daher als „historischen Irrtum“. Vielmehr bezeuge der Koran selbst, dass bestimmte Teile nichts anderes seien als die Sammlung und Übertragung älterer christlicher (einschließlich jüdischer) liturgischer Texte.<ref>Luxenberg, 2007, S. 84–101.</ref> Erst durch spätere Überarbeitungen sei aus diesem Text der hocharabische Koran geworden, der aber noch zahlreiche Spuren der syro-arabischen christlichen Ursprungsschrift enthalte. Diese seien aber missverstanden und umgedeutet worden, nachdem ihre Ursprünge in Vergessenheit geraten waren.

Luxenberg hat seine Thesen in Beiträgen zu Sammelbänden über die Anfänge des Islam weiter ausgeführt, die er zusammen mit Karl-Heinz Ohlig veröffentlichte (siehe Literatur).

Einige Neuinterpretationen von Koranstellen

Luxenbergs Ansatz führte ihn zu einer Reihe von eigenen Interpretationen von Koranversen und Suren:

  • Das Wort Koran führt er auf den syrischen Ausdruck qeryana zurück, das in der christlichen Liturgie ein Lektionar bezeichnet, also eine Anleitung für Liturgie und Predigt. Die These ist, wie gesagt, dass der Kern des Koran auf die zum Teil missverstandene Übersetzung eines solchen syrischen, christlichen und antitrinitarischen Lektionars zurückgeht, der Hymnen und Auszüge aus der Bibel enthielt. Dieses Lektionar sei zum Zwecke der Mission ins Arabische übersetzt worden.<ref>Jim Quilty: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Giving the Koran a history: Holy Book under scrutiny (Memento vom 20. Mai 2007 im Internet Archive); The Daily Star; Lebanonwire, 12. Juli 2003.</ref> Gerade aufgrund der Ähnlichkeit zwischen den beiden semitischen Sprachen Syrisch und Arabisch sei es dabei zu Fehlern und Missverständnissen gekommen, da einander ähnliche und verwandte Ausdrücke nicht immer dasselbe bedeuten. Diese seien vielfach bestehen geblieben, als der Text später geglättet und in ein eleganteres Arabisch überführt worden sei.<ref>Vgl. Neuwirth (2003), S. 9 f.; Corriente (2014), S. 312; Stewart (2008), S. 240; King (2009), S. 48 f. sowie 68.</ref>
  • Die koranische Phrase „hūr(in) ʿīn(in)“, die unbestritten nur so viel wie „weiße, äugige“ bedeutet, sich aber nach traditioneller islamischer Auslegung auf „weißäugige Jungfrauen“, die im Paradies den Gläubigen zur Verfügung stehen (Koran 44:54, 52:20, 55:72, 56:22), beziehen soll, bedeutet laut Luxenberg eigentlich „weiße, juwelengleiche“, was im Syrischen ein gängiger poetischer Hinweis auf Weintrauben sei. Der Koran nehme also an diesen Stellen in Wahrheit die seit Jahrhunderten vertraute christliche Paradiesvorstellung auf.<ref name="guardian">Ibn Warraq: Virgins? What virgins?; The Guardian, 12. Januar 2002.</ref> Von Jungfrauen sei daher nirgendwo die Rede.<ref>Vgl. Saleh (2010), S. 683–690</ref>
  • Der Vers 31 der Sure 24 (an-Nūr) bildet die koranische Grundlage im Islam für das Kopftuchgebot für Frauen. Wörtlich heißt die Stelle: „Sie [die Frauen] sollen ihre chumur (sing. chimar خمار / ḫimār) über ihre Taschen schlagen“, wobei die eigentliche Bedeutung der chumur unklar ist, aber traditionell, etwa im Korankommentar des at-Tabarī (um 900 n. Chr.), als Kopftuch verstanden wird. Rudi Paret übersetzt mit „sie sollen ihren Schal sich über den (vom Halsausschnitt nach vorne heruntergehenden) Schlitz (des Kleides) ziehen“. Luxenberg hingegen deutet chumur als ein syrisch-aramäisches Wort mit der Bedeutung Gürtel und interpretiert die Stelle als „sie sollen sich einen Gürtel um die Lenden binden“.
  • Die Stelle in Sure 33 (al-Ahzab), die von einem „Siegel der Propheten“ spricht und traditionell auf Mohammed bezogen wird, versteht Luxenberg nicht im traditionellen Sinne, dass „Siegel der Propheten“ der letzte Prophet sei, sondern dass es der sei, der die Wahrheit der Propheten vor ihm „besiegelt“.
  • Die Sure 97 (Al-Qadr), die nach traditioneller Interpretation die Nacht der Herabsendung des Koran betrifft, beziehe sich laut Luxenberg – wie auch laut der christlichen Bahira-Legende sowie nach Auffassung von Richard Bell und Günter Lüling – in Wirklichkeit auf die Geburt Jesu an Weihnachten.
  • In der Sure 19 (Maryam, Mariensure) wird Vers 24 traditionell so verstanden: „Da rief er ihr von unten her zu: Sei nicht traurig! Dein Herr hat unter dir ein Rinnsal (sarie) (voll Wasser) gemacht“ (Übersetzung von Paret). Der Sinn des Rinnsals (oder des Bächleins) machte schon islamischen Kommentatoren des Mittelalters große Schwierigkeiten. Luxenberg liest hier hingegen ausgehend vom Syrischen: „Da rief er ihr sogleich nach ihrer Niederkunft zu: ‚Sei nicht traurig: dein Herr hat deine Niederkunft legitim gemacht‘“.

Akademische Rezeption der syro-aramäischen Lesart des Koran

Zwar hat die öffentliche Aufmerksamkeit, die Luxenbergs Behauptungen erregt hatten, den Impetus für weitere Forschung in die entsprechende Richtung gebildet,<ref></ref> doch ist das Werk als solches, die darin hervorgebrachten Hypothesen und die dahinterliegende Methodik in der Fachgemeinde größtenteils abgelehnt worden. Schwerpunkte der Einwände gegen Luxenbergs Behauptungen bilden der Vorwurf, dass Luxenbergs Lesart größtenteils für kein besseres Verständnis der jeweiligen Verse bzw. Begriffe sorge; dass die Darstellung für die darin hervorgebrachten Thesen grundlegende geschichtswissenschaftliche sowie soziolinguistische Aspekte und Erörterungen ausblende; dass das Werk keine aus den hervorgebrachten Hypothesen resultierenden Fragestellungen zu behandeln wisse; dass dem Autor ein wesentlicher philologischer Zugang fehle, das heißt, dass die einschlägige Fachliteratur in weiten Teilen ignoriert werde; dass Luxenberg oftmals einschneidende linguistische (neben formellen) Fehler begehe; und dass Luxenberg bei seiner Suche nach syrischen Urbedeutungen koranisch-arabischer Begriffe anderssprachige (darunter hebräische und äthiopische) Herkünfte der jeweiligen Wörter ausblende. Allerdings wissen einzelne Rezensenten der syro-aramäischen Lesart des Koran auch positive Aspekte zu entnehmen.

‚Indignation‘ is the word that most readily describes the majority of reactions to Luxenberg’s study on the part of scholars in Arabic and Islamic studies […] Luxenberg’s audacity has rankled for three reasons primarily: he makes a radical proposal about the early history of Islam, he is not a professional scholar of Islam, and he emends the text of the Qur’an.

Empörung ist das Wort, das die Mehrzahl der Reaktionen auf Luxenbergs Arbeit vonseiten der Arabistik und Islamwissenschaft […] am besten beschreibt. Luxenbergs Dreistigkeit hat im Wesentlichen aus drei Gründen Aufsehen [in der Fachwelt] erregt: Er führt radikale Behauptungen hinsichtlich der frühislamischen Geschichte ins Feld, ist kein professioneller Islamwissenschaftler und er korrigiert den Text des Korans.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Devin J. Stewart<ref>Siehe Stewart (2008), S. 227</ref>

“For the most part […] mainstream Koranic scholars have (understandably) continued their work with little more than the occasional glance toward the Luxenberg theory.”

„In den meisten Fällen haben […] etablierte Wissenschaftler in der Erforschung des Korans ihre Arbeit (verständlicherweise) ohne Luxenbergs Theorie allzu viel Aufmerksamkeit zu schenken fortgesetzt.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Daniel King<ref>King (2009), S. 74 (Anm. 82). Siehe auch seine Zusammenfassung der vorliegenden Rezensionen zu Luxenbergs Werk auf S. 72–74.</ref>

Während etwa Corriente die Person hinter dem Pseudonym Christoph Luxenberg für eine in den jeweiligen wissenschaftlichen Disziplinen versierte Fachperson hält, geht zum Beispiel de Blois davon aus, dass es sich dabei in der Tat um einen Dilettanten handele, der nicht in gebührendem Maße der altsyrischen wie auch altarabischen Sprache mächtig sei und zweifelt dahingehend die akademische Eignung des Autors für das hervorgebrachte intellektuelle Unterfangen an.

Angelika Neuwirth (2003)

Angelika Neuwirth – unter anderem Leiterin des Corpus-Coranicum-Forschungsprojekts – sieht in Luxenbergs Vorhaben eine „extrem überhebliche Hypothese, welche leider auf eher bescheidenen Grundlagen basiert.“<ref>Neuwirth (2003), S. 10: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”</ref> Luxenbergs Methodik, die zur Untermauerung seiner Behauptung einst syrischer Ursprünge des Korans die Faktizität ebendieser Behauptung voraussetze, stelle einen Zirkelschluss dar.<ref>Neuwirth (2003), S. 9. Vgl. King (2009), S. 51, 61 f., 67 (Anm. 62) sowie 68 f.</ref> Zugleich weise die (mit dem Arabischen eng verwandte) syrische Sprache unzählige Begriffe auf, die sprachgeschichtlich analog zum jeweiligen arabischen Äquivalent seien – eine oftmals durch die enge Bindung der beiden Sprachen bedingte Gegebenheit, aus der nicht ohne Weiteres auch kulturelle Kontakte gefolgert werden könnten.<ref>Vgl. Saleh (2010), S. 691</ref> Neuwirth kritisiert hierbei die „obsessive“<ref>Vgl. Wild (2010), S. 645 sowie Saleh (2010), S. 692</ref> Suche Luxenbergs nach syrischen Ursprüngen arabischer Begriffe auf linguistischer Grundlage, aus der er auch theologische Schlüsse ziehe.<ref>Vgl. Saleh (2010), S. 672–674, 682, 685 und 691 sowie King (2009), S. 50, 63 und 69</ref> In diesem Zusammenhang verweist sie auf Luxenbergs Fazit, dass das syrische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) im arabischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / قرآن nicht lediglich sprachlich aufgegangen sei, sondern die syrisch-christlichen Ursprünge des Korans belegen soll.<ref>Neuwirth (2003), S. 9 f. Vgl. Corriente (2014), S. 312; Stewart (2008), S. 240; King (2009), S. 48 f. sowie 68</ref> Ferner seien nur wenige der bei Luxenberg aufgeführten Beispiele tatsächlich erwähnenswert.<ref>Neuwirth (2003), S. 9. Vgl. de Blois (2003), S. 96; Corriente (2014), S. 309–311; Hopkins (2003), S. 380; Wild (2010), S. 635, 637, 641-643; Stewart (2008), S. 227, 238, 241 f. und 244; King (2009), S. 67 f.; </ref> Luxenberg sei – so Neuwirth – nicht an der seinerseits behaupteten Mischsprachigkeit der im Koran verwendeten Sprache als solchen, wie sie etwa in der Ausführung des Kultus oder als spezifisch mekkanischer Dialekt in Erscheinung treten würde, interessiert: „[…] Hybridität dient [hier] lediglich als Mittel zur Dekonstruktion des Korans im Sinne einer wahren Heiligen Schrift oder, phänomenologisch ausgedrückt, um die Heilige Schrift des Islam im Sinne einer wahrheitsgetreuen Wiedergabe dessen, was ihr Übermittler von einer übernatürlichen Quelle erhalten zu haben glaubt, zu zerlegen.“<ref>Neuwirth (2003), S. 10: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” Vgl. Wild (2010), S. 639 und 643; King (2009), S. 64 f.; Saleh (2010), S. 672, 680 f., 683-685 sowie 692: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”</ref> Auch ignoriere Luxenberg weite Teile des islamwissenschaftlichen Diskurses um koranische Fragestellungen<ref>Vgl. Sara (2008), S. 2; Stewart (2008), S. 226, 228 und 244; Saleh (2010), S. 673 und 680</ref> – sei es mit Bezug auf jüdische, vorislamisch-polytheistische oder arabisch-poetische Einflüsse –,<ref>Vgl. Saleh (2010), S. 675 sowie 689-693</ref> befasse sich weder mit religionsgeschichtlichen, noch literaturwissenschaftlichen Aspekten der Erforschung des Korans und beschränke sich auf eine „sehr mechanizistisch-positivistische linguistische Methode<ref>Vgl. Stewart (2008), S. 228 sowie Saleh (2010), S. 673 f. und 682; Tilman Nagel: Mohammed. Leben und Legende. Oldenbourg-Verlag, 2008. S. 918, aber: King (2009), S. 69</ref> ungeachtet in der modernen Sprachwissenschaft entwickelter Erörterungen. Luxenbergs Verdienst besteht in der Wiedererweckung der alten Frage nach der syrischen [Grund-]Schicht der Geschichte des Korantextes […] Die Aufgabe einer fundierten und verlässlichen Untersuchung der syrischen Bestandteile des Korans ist aber noch nicht erfüllt worden.“<ref>Neuwirth (2003), S. 10: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” Vgl. Wild (2010), S. 635</ref>

Claude Gilliot (2003)

Gilliot zufolge habe Luxenbergs Werk zahlreiche unverständliche Passagen im Koran entschlüsseln können.<ref>Gilliot (2003), S. 388</ref> Hierbei verweist er unter anderem auf dessen Ausführungen zur 108. Sure.<ref>Gilliot (2003), S. 389. Vgl. Baasten (2004), S. 269 f.; Corriente (2014), S. 310; Hopkins (2003), S. 379; Tilman Nagel: Mohammed. Leben und Legende. Oldenbourg-Verlag, 2008. S. 918</ref> (Siehe unten) Zwar obliege die eingehende Überprüfung der von Luxenberg behandelten Verse und Begriffe letztlich der Forschung, doch hätten dieses wie auch andere Beispiele Gilliot von der Effektivität und Richtigkeit der vorgelegten Vorgehensweise überzeugt.<ref name="gilliot390">Gilliot (2003), S. 390</ref>

Hinsichtlich der Frage, ob und inwiefern Mohammed bzw. seine Gefolgschaft im Besitz christlich-syrischer Schriftstücke hätten sein können, hebt Gilliot einen überlieferten Prophetenspruch hervor, demzufolge Mohammed Zayd ibn Ṯābit (den nach islamischer Überlieferung Urheber der Kodifizierung des Korans unter dem dritten Kalifen ʿUṯmān ibn ʿAffān) angeordnet habe, die hebräische und syrische Sprache zu erlernen, um auch Menschen außerhalb der Arabischen Halbinsel den Islam predigen zu können. So liegt Gilliot zufolge die Annahme nicht fern, dass die Muslime zum Zeitpunkt der Kodifizierung des Korans des Syrischen hätten mächtig sein können.<ref name="gilliot390" /> Ferner argumentiert Gilliot auf Basis einer Darstellung des mutazilitischen Gelehrten Abu 'l-Qāsim al-Balḫīs (†931), dass Zayd ursprünglich jüdischen Glaubens gewesen sei und somit Zugang zu den Schriften der Schriftbesitzer gehabt habe.<ref>Gilliot (2003), S. 390 f.</ref> Abschließend vermerkt er in diesem Zusammenhang den Umstand, dass Waraqa ibn Naufal – der Cousin Chadidscha bint Chuwailids, der ersten Frau Mohammeds – ebenfalls mit den Heiligen Schriften der Juden und Christen vertraut gewesen sein soll.<ref>Gilliot (2003), S. 392</ref>

« Le Coran avant de devenir le texte que nous connaissons est passé par des avatars, y compris, en amont, par les informateurs de Mahomet, qui, à notre avis, «reprennent de leur actualité» après le travail de Luxenberg »

„Der Koran durchlief, bevor er zu dem uns bekannten Text wurde, Veränderungen, die unter anderem auf die Gewährsmänner Mohammeds zurückgingen; Veränderungen, die Unserer Meinung nach durch die Arbeit Luxenbergs wieder an Brisanz gewonnen haben.“<ref>Gilliot (2003), S. 392, mit Verweis auf sein Les “informateurs” juifs et chrétiens de Muhammad. Reprise d’un problème traité par Aloys Sprenger et Theodor Nöldeke. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam. 22, 1998, S. 84–126.</ref>

Federico Corriente (2003)

Federico Corriente (Semitist an der Universität Saragossa)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Corriente Córdoba, Federico (Memento vom 17. September 2016 im Internet Archive) auf der Website der Universität Saragossa</ref> hält Luxenberg für einen hochkompetenten Wissenschaftler mit einer „lebhaften und provokanten Meinung“, dessen Versuch „einer syro-aramäischen Lesart des Koran“ allerdings weitgehend nicht zu überzeugen vermöge. Die seinerseits vorgelegte Argumentation auf philologischer Grundlage könne die traditionellen, auf „soliden geschichtswissenschaftlichen und soziolinguistischen Daten“ basierenden Sichtweisen in der Thematik nicht verdrängen. Zwar würden seine Argumente teils überzeugen, doch hätten letztlich seine persönliche Sichtweise sowie professionellen Neigungen ihn davon abgehalten, eine ausgewogene Darstellung zu liefern, welche die vorhandenen wissenschaftlichen Befunde mit einzubeziehen wisse.<ref>Corriente (2014), S. 314.</ref> Luxenberg scheine durchaus ein „zweifelsfrei erfahrener Gelehrter“ zu sein, der sich bestens mit der syrischen Sprache und Literatur auskenne, bemerkenswerte Kenntnisse der arabischen Sprache besitze und in den den Koran behandelnden wissenschaftlichen Disziplinen bewandert sei. Doch missachte er (laut Corriente womöglich bewusst) historische Tatsachen mit Bezug auf die soziolinguistische Situation der urislamisch-arabischen Welt, wie auch bezüglich der Entstehungsgeschichte des Islam und der mündlichen Vermittlung koranischer Inhalte, sowie Belege aus der vergleichenden Semistik aus einem „Land, das eine Kreuzung anderer semitischer wie auch nicht-semitischer Kulturen war und“ – entgegen der Behauptungen Luxenbergs – „nicht nur der Hinterhof aramäisch sprechender Gebiete“ gewesen sei.<ref>Corriente (2014), S. 306 f.: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” Vgl. Wild (2010), S. 635 und 641-643; Stewart (2008), S. 226; Saleh (2010), S. 673–675 sowie 689-691; King (2009), S. 49 f.</ref> Es bestehe kein Grund zur Annahme, dass im Hedschas im Allgemeinen und in Städten wie Mekka im Besonderen kein durch und durch hedschasisch-arabischer Dialekt gesprochen worden sei.<ref>Vgl. Wild (2010), S. 635 und 643 sowie Stewart (2008), S. 227</ref> Somit könne man auch nicht davon ausgehen, dass Mohammed nicht die arabische Sprache gesprochen und anhand dieser den Inhalt des Korans vermittelt habe, wobei dies auch seinen (Corriente zufolge vornehmlich mündlich stattgefundenen) Kontakt zu christlichen Mönchen auf seinen vorprophetischen Handelsreisen einschließe.<ref>Corriente (2014), S. 307</ref> Im Kontext der Zuverlässigkeit der oralen Übermittlung des koranischen Textes, welche die Hypothesen Luxenbergs kontrastiere, verweist Corriente unter anderem auf die schon zu vorislamischen Zeiten im damaligen arabischen Kulturraum gängige mündliche Bewahrung beispielsweise poetischer Texte, die auch zum Erhalt und zur Predigt des Korans in einer weitgehend analphabetischen Gegend unabdingbar gewesen sei. Diese habe zudem dafür Sorge tragen können, dass es zu keinen sprachlichen Abwandlungen in der Rezitation der Heiligen Schrift hätte kommen können. Luxenbergs dahingehender Versuch, diese mündliche Tradition auch des Korans durch eine einschneidende Unterscheidung zwischen koranischem Arabisch und der arabisch-poetischen Koine zu untergraben, sei in Angesicht der substantiell belegten Übereinstimmung der Grammatik und des Vokabulars der koranisch-arabischen Sprache mit der Sprache der vorislamisch-arabischen Dichtung unhaltbar. Unter diesen Umständen sei nicht davon auszugehen, dass der Koran auf vornehmlich oder ausschließlich syrisch-christlicher Basis entstanden sei.<ref>Corriente (2014), S. 308 f. Vgl. Wild (2010), S. 635; Saleh (2010), S. 672, 674 f.; Thomas Bauer: The Relevance of Early Arabic Poetry for Qurʾanic Studies Including Observations on Kull and on Q 22:27, 26:225, and 52:31. In: Angelika Neuwirth, Nicolai Sinai, Michael Marx (Hrsg.): The Qurʾān in Context: Historical and Literary Investigations into the Qurʾānic Milieu. Brill, 2010. S. 701</ref>

Da Luxenbergs Behauptungen nicht durch uns vorliegende Quellen zur Entstehungsgeschichte des Islam oder zur zeitgenössischen sprachlichen Situation des Hedschas belegt werden könnten,<ref>Vgl. Stewart (2008), S. 226 sowie Saleh (2010), S. 674</ref> seien auch seine einzelnen Neuinterpretationen der jeweiligen Verse zweifelhaft und führten in den meisten Fällen zu keinem besseren Verständnis der darin enthaltenen Aussagen.<ref>Corriente (2014), S. 309 f. Vgl. Neuwirth (2003), S. 9; de Blois (2003), S. 96; Hopkins (2003), S. 380; Wild (2010), S. 635, 637, 641-643; Wild (2010), S. 635, 637 und 641-643; Stewart (2008), S. 227, 238, 241 und 244; Jan Retsö: Arabs and Arabic in the Age of the Prophet. In: Angelika Neuwirth, Nicolai Sinai und Michael Marx (Hg.): The Qurʾān in Context: Historical and Literary Investigations into the Qurʾānic Milieu. Brill, 2010. S. 285</ref> In seiner Bewertung dieser Uminterpretationen Luxenbergs kategorisiert Corriente diese in drei Gruppen:<ref>Corriente (2014), S. 310 f.</ref>

  • Fälle, in denen die syro-aramäische Lesart zu einem besseren Verständnis des Verses führe und die als „positiver Beitrag“ (“{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”) angesehen werden könnten – darunter Luxenbergs Ausführungen zum kauṯar-Begriff der 108. Sure.<ref>Vgl. Baasten (2004), S. 269 f.; Hopkins (2003), S. 379; Gilliot (2003), S. 389; Tilman Nagel: Mohammed. Leben und Legende. Oldenbourg-Verlag, 2008. S. 918; King (2009), S. 66 f.: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”</ref> (Siehe unten)
  • Fälle, in denen Luxenbergs Vorgehen als solches nicht zwangsläufig falsch sei, allerdings zu keinem verständlicheren Text führe<ref>Vgl. King (2009), S. 67 f.</ref> – so zum Beispiel seine Rückführung von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / قسورة<ref>Corriente umschreibt den Begriff fälschlicherweise mit qawsarah</ref> in 74:51 (nach Paret: „mächtiger (Löwe)“; nach Bobzin: „Löwe“) auf das syrische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (nach Luxenberg: „kraftloser, dahinsiechender Esel“).<ref>Vgl. King (2009), S. 48</ref>
  • Fälle, die unter philologischen Gesichtspunkten schlicht falsch seien.<ref>Siehe dahingehend auch Salehs Ausführungen zu Luxenbergs Hypothesen hinsichtlich des ḥūr ʿīn- und wildān- bzw. ġilmān-Begriffs: Saleh (2010), S. 683–690</ref>

Letztere Gruppe unterteilt Corriente wiederum in vier Untergruppen:

  1. Fälle, in denen Luxenberg die arabischen Kennzeichnung eines indeterminierten Akkusativs mit dem alif-Sufix als ursprünglich syrische determinierte Nominalform (-ā im Singular, -ē im Plural) auffasst – so zum Beispiel seine Ausführungen hinsichtlich hal yastawiyāni maṯalan? („sind die beiden gleich als Beispiel?“) in 11:24 und 39:29.<ref>Corriente (2014), S. 311. Vgl. de Blois (2003), S. 93 f.; Hopkins (2003), S. 378; Stewart (2008), S. 237 f.; King (2009), S. 46</ref> (Siehe unten)
  2. Fälle, in denen Luxenberg zufolge dieses Suffix auch im arabischen tā' marbūta (ة / -a)<ref>Das tā' marbūta ist ohne diakritische Zeichen mit dem ه / h in End- und isolierter Stellung identisch</ref> aufgegangen sei – Zwar sei diese Annahme zum Beispiel bezüglich des (im Arabischen grammatikalisch femininen) Kalifenbegriffs sinnvoll<ref>Vgl. King (2009), S. 47, aber: de Blois (2003), S. 94; Hopkins (2003), S. 379</ref> (Siehe auch unten). Doch könne etwa {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / ملائكة / ‚Engel‘ (Plural) in keinster Weise auf das Syrische zurückgeführt werden, da es sich hierbei um ein äthiopisches Lehnwort (mäla'əkt) handele.<ref>Corriente (2014), S. 311 f. Vgl. de Blois (2003), S. 94 f.</ref>
  3. Fälle, in denen Luxenbergs Versuch, einen syrischen Ursprung des jeweiligen arabischen Begriffs zu finden, zu Veränderungen an Corriente zufolge linguistisch einwandfreien arabischen Formulierungen führt – darunter die Rückführung von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / حوايا in 6:146 (nach Paret: „an den Eingeweiden (?)“; nach Bobzin: „in den Eingeweiden“), das gemäß Luxenbergs Angaben ohne diakritische Zeichen als {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / جوايا [sic] zu lesen sei, auf das syrische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).<ref>Corriente (2014), S. 312. Vgl. aber: King (2009), S. 47 sowie Rudi Paret: Der Koran. Kommentar und Konkordanz. Kohlhammer, 1981. S. 154: „Die Deutung des Ausdrucks ḥawāyā ist nicht sicher.“</ref>
  4. Fälle, in denen Luxenbergs Augenmerk auf syrische Ursprünge arabischer Begriffe ihn zu falschen Annahmen geführt habe<ref>Vgl. Neuwirth (2003), S. 9; Wild (2010), S. 641–643 und 645; Stewart (2008), S. 226, 237 und 243</ref> – Corriente verweist hierbei unter anderem auf den Begriff des Hanīfen, der ihm zufolge auf das hebräische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) und nicht (wie Luxenberg behauptet) auf das syrische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) zurückgeht,<ref>Vgl. de Blois (2003), S. 94, aber: Stewart (2008), S. 238–240 sowie King (2009), S. 47 f.</ref> sowie Luxenbergs Annahme, dass Mekka ein syrisches Lehnwort (dort: mākkā, nach Luxenberg: „in einer Niederung/einem Tal liegender Ort“) sei: In der Tat gehe der Name auf das südarabische mkrb zurück.<ref>Corriente (2014), S. 313 f. Siehe auch Hopkins (2003), S. 378 f.</ref>

François de Blois (2003)

Der gegenwärtig (Stand: 2016) in London tätige Orientalist François de Blois<ref>Siehe <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />François de Blois (Memento vom 17. September 2016 im Internet Archive) auf der Website der SOAS University of London.</ref> bestreitet auf Grundlage seiner Rezension des Werks, dass es sich bei der Person hinter dem Pseudonym Christoph Luxenberg tatsächlich um einen auf dem Gebiet antiker semitischer Sprachen tätigen Wissenschaftler handelt. Das Buch sei kein Produkt wissenschaftlicher Arbeit, sondern das Werk eines Dilettanten: Es handele sich um jemanden, der „offenbar einen arabischen Dialekt spreche, die altarabische Sprache in passablem, jedoch nicht einwandfreiem Maße beherrsche, [und] im Besitz von für die Konsultation eines Wörterbuchs ausreichenden syrischen Sprachkenntnissen sei, gleichwohl aber jeglichem tatsächlichen Verständnisses' der Methodik vergleichender semitistischer Sprachwissenschaften entbehre.“<ref>De Blois (2003), S. 96: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” Vgl. Saleh (2010), S. 672 (“{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”) und 674 (“{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”)</ref> Zur Untermauerung dieser Annahme führt de Blois anhand mehrerer Beispiele die ihm zufolge dem Werk zugrunde liegenden Schwächen im (nach de Blois pseudo-)wissenschaftlichen Vorgehen Luxenbergs auf, darunter folgende:

  • Die in 11:24 und 39:29 enthaltene Formel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / هَلْ يَسْتَوِيَانِ مَثَلًا؟ [Anm.: Tamyīz-Akkusativ]<ref>Akkusativ eines indeterminierten Nomens, der eine nähere Bestimmung (tamyīz) ausdrückt</ref> (nach Paret: „Sind die beiden etwa einander gleichzusetzen?“; bei Luxenberg: „sind die beiden gleich als Beispiel?“), deren letztes Wort Luxenberg auf das syrische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Plural) zurückführt und dementsprechend den Passus mit „sind die beiden Beispiele [Anm. de Blois': Plural!] etwa gleich [Anm. de Blois': Dual!]?“ wiedergibt; in der modernen hocharabischen Sprache wäre dies laut Luxenberg {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / هل يستويان المثلان – „Die meisten Schüler der arabischen Sprache dürften wohl schon in ihrem ersten Jahr wissen, dass es sich hierbei weder um das Altarabische, noch das moderne Hocharabische, sondern schlicht und ergreifend um einen Fehler handle.“<ref>De Blois (2003), S. 94: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” Vgl. Hopkins (2003), S. 378; Corriente (2014), S. 311; Stewart (2008), S. 237 f.; King (2009), S. 46</ref><ref>Im Falle einer Dualform des hiesigen Substantivs hätte das Verb im Singular zu stehen, ergo: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / هل يستوي المثلان؟</ref> Zudem führe Luxenbergs Alternative nicht zu einer Verbesserung in der Verständlichkeit der entsprechenden koranischen Passage.<ref name="DB2003">De Blois (2003), S. 94</ref>
  • Der in 6:161 enthaltene Begriff {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / دين قيم, den Paret mit „richtiger Glaube“ wiedergibt und gemäß Luxenbergs Angaben aus dem syrischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Luxenberg zufolge mit „feststehender, beständiger Glaube“ zu übersetzen) hergeleitet sei. – Mit Bezug auf diese Folgerung Luxenbergs vermerkt de Blois den Umstand, dass zum einen das aramäische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) im Gegensatz zum arabischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) nicht die Bedeutung ‚Glaube‘ oder ‚Religion‘, sondern lediglich ‚Urteil‘ umfasse und dass zum anderen der arabische Begriff kein syrisches Lehnwort sei, sondern dem mittelpersischen dēn entspringe.<ref name="DB2003" />
  • Der Begriff des Kalifen ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / خليفة), der gemäß Luxenbergs Ausführungen vom gleichbedeutenden syrischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) abstammen soll – Hier insinuiert de Blois eine Vernachlässigung der Frage, weshalb in einem solchen Fall im Zuge einer phonetischen Transkription des syrischen auf Grundlage der arabischen Schrift das خ / statt des im Arabischen mit dem im syrischen Wort verwendeten Buchstaben gleichlautenden ح / für die arabische Entsprechung verwendet worden sein soll.<ref>De Blois (2003), S. 94. Vgl. Hopkins (2003), S. 379 sowie King (2009), S. 47, aber: Corriente (2014), S. 311 f.</ref>

Zugleich wirft de Blois Luxenberg einen mangelhaften philologischen Zugang vor.<ref>De Blois (2003), S. 93. Vgl. Saleh (2010), S. 673 und 680 sowie King (2009), S. 55.</ref> Woher die uns erhaltene altarabische Sprache unter Voraussetzung der Hypothese Luxenbergs stammen soll, lasse das Werk ebenfalls unbeantwortet.<ref>De Blois (2003), S. 92.</ref> Außerdem habe Luxenberg keinerlei wirklich neuen Erkenntnisse zutage gebracht: Nach Abzug jeglicher diakritischer Zeichen sei der Text des Korans zwar sehr wohl ein „äußerst unklares Werk“ mit schier endlosen Möglichkeiten der Setzung alternativer diakritischer Zeichen und somit Interpretation des dadurch entstandenen Werkes. Doch dürfte (so de Blois) jedem Leser des Buches Luxenbergs auffallen, dass seine neue Lesart in der Tat nicht sonderlich einleuchtender sei als die traditionelle Lesart auf durch und durch altarabischer Grundlage.<ref>Vgl. Neuwirth (2003), S. 9; Corriente (2014), S. 309–311; Hopkins (2003), S. 380; Wild (2010), S. 635, 637, 641–643; Stewart (2008), S. 227, 238, 241 f. und 244; Jan Retsö: Arabs and Arabic in the Age of the Prophet. In: Angelika Neuwirth, Nicolai Sinai und Michael Marx (Hrsg.): The Qurʾān in Context: Historical and Literary Investigations into the Qurʾānic Milieu. Brill, 2010. S. 285</ref> „Es handelt sich um eine Lesart, deren mögliche Attraktivität einzig und allein in ihrer Neuartigkeit – oder anders ausgedrückt: Perversion – liegt, [und] nicht darin, dass sie Aufschluss über die Bedeutung des Buches oder die Geschichte des Islam gebe.“<ref>De Blois (2003), S. 96: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” Vgl. François de Blois: Islam in its Arabian Context. In: Angelika Neuwirth, Nicolai Sinai und Michael Marx (Hrsg.): The Qurʾān in Context: Historical and Literary Investigations into the Qurʾānic Milieu. Brill, 2010. S. 619</ref>

Martin Baasten (2004)

Martin Baasten von der Universität Leiden<ref>Siehe Martin Baasten auf der Website der Universität Leiden</ref> sieht in Luxenbergs syro-aramäischer Lesart des Koran einen „interessanten Versuch den Text des Korans mit Blick auf das Syrische zu lesen“, der „einige verblüffende Ergebnisse“ liefere.<ref>Baasten (2004), S. 268. Vgl. Sara (2008), S. 2</ref> Das Werk enthalte eine Fülle eigenschöpferischer Ideen und interessanter Feststellungen, wobei seine Vorschläge oftmals zu einem besseren Verständnis problematischer Textpassagen im Koran führen würden. Dadurch berge es die Möglichkeit, weitreichende Einflüsse auf unser heutiges Verständnis vom Koran zu haben und stelle eine Herausforderung im wissenschaftlichen Umgang mit der islamischen Heiligen Schrift dar.<ref>Baasten (2004), S. 372</ref> Dahingehend verweist Baasten unter anderem auf die Ausführungen Luxenbergs hinsichtlich der Begriffe {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / الكوثر, {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / نحر sowie {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / الأبتر im Rahmen der 108. Sure:

„Wir haben dir die Fülle [al-kawṯar] gegeben.
Bete darum zu deinem Herrn und opfere [wa-nḥar]!
(Ja) dein Hasser ist es, der gestutzt (oder: schwanzlos, also ohne Anhang(?) oder ohne Nachkommen?) [al-ʾabtaru] ist. (Oder (als Verwünschung): Wer dich hasst, soll gestutzt bzw. schwanzlos sein!)“

nach Paret

Kawṯar führt Luxenberg auf das aramäische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), (i)nḥar (Imperfektform von naḥara) auf nḡar<ref>Hierbei sei das angeblich ursprüngliche ج / ğ versehentlich für ein ح / gehalten worden, da beide Buchstaben ohne diakritische Zeichen identisch sind.</ref> (deutsch: „harren, ausdauern, verharren“) und abtar auf tḇar<ref>Die ohne diakritische Zeichen identisch geschriebenen Buchstaben ب / b und ت / t seien hier laut Luxenberg verwechselt worden.</ref> (deutsch hier: „besiegt“) zurück. Dadurch entstehe ein verständlicher Text, der „in den Kontext einer entstehenden Religion perfekt passe“:<ref>Baasten (2004), S. 269 f. Vgl. Corriente (2014), S. 310; Hopkins (2003), S. 379; Gilliot (2003), S. 389; King (2009), 66 f.; Tilman Nagel: Mohammed. Leben und Legende. Oldenbourg-Verlag, 2008. S. 918</ref>

„Wir haben dir die (Tugend der) Beharrlichkeit [kuṯārā] gegeben;
so bete zu deinem Herrn und verharre [nḡar] (im Gebet);
dein Widersacher (der Satan) ist (dann) der Besiegte [tḇar]“

nach Luxenberg

Luxenbergs Rückführung des im ersten Vers enthaltenen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / أَعۡطَيۡنَٰكَ / ‚Wir haben dir […] gegeben‘ bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / أعطى / ‚geben‘ auf das syrische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) sei dagegen nicht nur sprachwissenschaftlich problematisch, sondern führe auch zu keinem besseren Verständnis des ihm zufolge eindeutigen Verbes und wäre somit anzuzweifeln.<ref>Baasten (2004), S. 269 f. Vgl. Corriente (2014), S. 310 sowie Hopkins (2003), S. 379</ref>

Ähnlich aufschlussreich sei Luxenbergs Übersetzung des Verses 96:2 und dementsprechenden Namens der Sure, der zufolge {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / علق (nach Paret: „Embryo“; nach Bobzin: „Anhaftend“ [Substantiv]) auf das syrische {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) zurückginge und dadurch der in 37:11 getätigten Aussage, dass Gott den Menschen aus „kompaktem (oder: klebrigem) Lehm“ (nach Paret) geschaffen hätte, entspräche.<ref>Baasten (2004), S. 270. Vgl. Hopkins (2003), S. 379 sowie King (2009), S. 67 f.</ref>

Seine Behauptung, dass {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / اقترب (VIII. Stamm von {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / قرب, deutsch unter anderem ‚sich nähern‘, ‚nahe kommen‘)<ref>Hans Wehr: Arabisches Wörterbuch für die Schriftsprache der Gegenwart. Harrassowitz Verlag, 1985. S. 1.013 f.</ref> in 96:19 (nach Paret: „nahe dich“) sich aus dem syrischen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (V. Stamm) (deutsch: ‚die Eucharistie empfangen‘, ‚an der Abendmahlliturgie teilnehmen‘) ergebe, sei hingegen eine der Ausführungen, die in diesem Zusammenhang nicht haltbar seien: Die (christlich-)arabische Entsprechung des syrischen Begriffs stelle schon taqarraba (ebenfalls V. Stamm) dar.<ref>Siehe Baasten (2004), S. 270; King (2009), S. 67 f.; de Blois (2003), S. 95 f.: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”</ref>

Zwar seien Luxenberg durchaus einige (wie die eben erwähnten) Fehler unteraufen, zwar folgere er einen syrischen Ursprung arabischer Begriffe, „auch wenn dies aus einem historisch-linguistischen Standpunkt nicht plausibel ist“<ref>Baasten (2004), S. 271. Vgl. Corriente (2014), S. 312; Neuwirth (2003), S. 9; Saleh (2010), S. 687</ref>, und pflege einen teils lückenhaften Umgang mit der einschlägigen Fachliteratur.<ref>Baasten (2004), S. 271. Vgl. Saleh (2010), S. 673 und 680 sowie King (2009), S. 55</ref> Doch stellten laut Baasten diese Tatsachen nicht den Wert dieser Arbeit in ihrer Gesamtheit in Frage.<ref>Baasten (2004), S. 271</ref> Ob Luxenbergs weiterreichende Annahmen einer aramäisch-arabischen Mischsprache Mekkas und eines aramäischen Urkorans zu halten sind, werde sich in der Forschung noch zeigen müssen.<ref>Baasten (2004), S. 272. Siehe dazu auch Corriente (2014), 307 f. sowie Salehs Ausführungen zu Luxenbergs Hypothesen hinsichtlich des ḥūr ʿīn- und wildān- bzw. ġilmān-Begriffs: Saleh (2010), S. 683–690. Vgl. Fred M. Donner: Quranic Furqān. In: Journal of Semitic Studies 52 (2007/2). S. 298: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”</ref>

Simon Hopkins (2003)

In einer 2003 erschienenen Rezension des Werks attestiert Simon Hopkins<ref>Siehe Simon A. Hopkins auf der Website der Hebräischen Universität Jerusalem</ref> Luxenberg eine „leichtsinnige Methodik“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))<ref>Hopkins (2003), S. 379. Vgl. Saleh (2010), S. 670, 677 und 684 sowie King (2009), S. 44, 50 f., 62 und 70</ref> und führt in diesem Zusammenhang mehrere Beispiele an,<ref>Hopkins (2003), S. 378 f.</ref> darunter Luxenbergs Rückführung des in den Versen 16:103 (nach Paret im Sinne von „auf etwas anspielen“) sowie 7:180 und 41:40 (nach Paret im Sinne von „eine abwegige Haltung einnehmen“, alternativ „in Verruf bringen“) enthaltenen Ausdrucks {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / يلحدون bzw. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / لحد auf die syrische Wurzel {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) trotz des (auch von Luxenberg erwähnten) Umstands, dass es sich bei letzterem um ein Lehnwort aus dem Arabischen handle, das in der altsyrischen Sprache nicht existiert habe.<ref>Hopkins (2003), S. 378. Vgl. Stewart (2008), S. 242</ref> Der Rückgriff des Autors auf Fachliteratur<ref>Vgl. Saleh (2010), S. 673 und 680 sowie King (2009), S. 55</ref> wie auch seine Interpretation der behandelten Koranverse erfolge willkürlich,<ref>Hopkins (2003), S. 380: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)”. Vgl. King (2009), S. 49</ref> wobei ersteres erhebliche Lücken aufweise;<ref>Hopkins (2003), S. 379 f.</ref> eine Vielzahl der Transkriptionen syrischer Begriffe vonseiten Luxenbergs sei fehlerhaft.<ref>Hopkins (2003), S. 379</ref> Des Weiteren versäume es Luxenberg, einen plausiblen geschichtlichen Kontext zu seinen Ausführungen über die tatsächlichen Ursprünge des Korans zu liefern: So blieben die Fragen, a) wer die christlichen Bewohner Mekkas, welche die aramäisch-arabische Mischsprache des ursprünglichen Korantextes gesprochen haben sollen, im Genaueren seien; b) um welche syrischen Schriftstücke es sich konkret handle, aus denen der Koran hervorgegangen sei; c) wie im Koran vorzufindende, ursprünglich jüdische Elemente unter solchen Bedingungen zu erklären seien; d) wie die klassische islamische Koranexegese in ihrer Gesamtheit die Heilige Schrift der islamischen Religion in einem solchen Maße missverstanden haben soll; e) wie die frühe islamische Koranexegese überhaupt erst in den Besitz des Korans gekommen sein soll, unbeantwortet.<ref>Hopkins (2003), S. 380. Siehe auch: Neuwirth (2003), S. 10; Corriente (2014), S. 306 f.; de Blois (2003), S. 92; Wild (2010), S. 635; Stewart (2008), S. 226; Saleh (2010), S. 672–675, 682, 686 sowie 689-693; King (2009), S. 50, 63 und 69; Tilman Nagel: Mohammed. Leben und Legende. Oldenbourg-Verlag, 2008. S. 918</ref> Zwar sei der uns erhaltene koranische Text durchaus problembehaftet, doch habe Luxenbergs Werk nicht viele, wenn nicht gar überhaupt keines dieser Probleme lösen können.<ref>Hopkins (2003), S. 380: “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” Vgl. Neuwirth (2003), S. 9; de Blois (2003), S. 96; Corriente (2014), S. 309–311; Wild (2010), S. 635, 637, 641-643; Stewart (2008), S. 227, 238, 241 f. und 244 f.; Jan Retsö: Arabs and Arabic in the Age of the Prophet. In: Angelika Neuwirth, Nicolai Sinai und Michael Marx (Hg.): The Qurʾān in Context: Historical and Literary Investigations into the Qurʾānic Milieu. Brill, 2010. S. 285</ref>

Schriften

Monographie

  • Die syro-aramäische Lesart des Koran: Ein Beitrag zur Entschlüsselung der Koransprache. Das Arabische Buch, Berlin 2000, ISBN 3-86093-274-8; 5. Auflage: Schiler, Berlin 2015, ISBN 978-3-89930-035-2.

Aufsätze

  • Weihnachten im Koran. in: imprimatur. 1/2003, ISSN 0946-3178.
  • Der Koran zum „islamischen Kopftuch“. In: imprimatur. 2/2004, ISSN 0946-3178.
  • Neudeutung der arabischen Inschrift im Felsendom zu Jerusalem. In: Karl-Heinz Ohlig, Gerd-Rüdiger Puin (Hrsg.): Die dunklen Anfänge: Neue Forschungen zur Entstehung und frühen Geschichte des Islam. Schiler, Berlin 2005, ISBN 3-89930-128-5.
  • Relikte syro-aramäischer Buchstaben in frühen Korankodizes im higazi- und kufi-Duktus In: Karl-Heinz Ohlig (Hrsg.): Der frühe Islam. Eine historisch-kritische Rekonstruktion anhand zeitgenössischer Quellen. Schiler, Berlin 2007, ISBN 978-3-89930-090-1.
  • Die syrische Liturgie und die "geheimnisvollen" Buchstaben im Koran – eine liturgievergleichende Studie. In: Markus Groß, Karl-Heinz Ohlig (Hrsg.): Schlaglichter: Die beiden ersten Islamischen Jahrhunderte. Schiler, Berlin 2008, ISBN 978-3-89930-224-0.
  • Keine Schlacht von Badr. Zu syrischen Buchstaben in frühen Koranmanuskripten. In: Markus Groß, Karl-Heinz Ohlig (Hrsg.): Vom Koran zum Islam. Schriften zur frühen Islamgeschichte und zum Koran. Schiler, Berlin 2009, ISBN 978-3-89930-269-1.
  • Keine Polygamie und kein Konkubinat im Koran (Sure 4:3) Teil 1. In: Markus Groß, Karl-Heinz Ohlig (Hrsg.): Die Entstehung einer Weltreligion II. Von der koranischen Bewegung zum Frühislam. Schiler, Berlin 2012, ISBN 978-3-89930-345-2.

Literatur

  • Christoph Burgmer (Hrsg.): Streit um den Koran – Die Luxenberg-Debatte, Standpunkte und Hintergründe. Schiler, Berlin 2004, ISBN 3-89930-067-X; 3. erweiterte Auflage 2006, ISBN 3-89930-145-5.

Zur akademischen Rezeption des Werks

  • Stefan Wild: Lost in Philology? The Virgins of Paradise and the Luxenberg Hypothesis. In: Angelika Neuwirth, Nicolai Sinai und Michael Marx (Hg.): The Qurʾān in Context: Historical and Literary Investigations into the Qurʾānic Milieu. Brill, 2010. S. 625–649, hier: S. 632–649
  • Walid A. Saleh: The Etymological Fallacy and Qurʾanic Studies: Muhammad, Paradise, and Late Antiquity. In: Angelika Neuwirth, Nicolai Sinai und Michael Marx (Hg.): The Qurʾān in Context: Historical and Literary Investigations into the Qurʾānic Milieu. Brill, 2010. S. 649–698, hier: S. 670–698
  • Daniel King: A Christian Qur’ān? A Study in the Syriac background to the language of the Qur’ān as presented in the work of Christoph Luxenberg. In: Journal for Late Antique Religion and Culture 3 (2009). S. 44–75, cardiff.ac.uk (PDF; 437 kB)
  • Devin J. Stewart: Notes on Medieval and Modern Emendations of the Qur‘ān. In: G. S. Reynolds (Hg.): The Qur‘ān in its Historical Context. Routledge, 2008. S. 225–248
  • Angelika Neuwirth: Qur’an and History – a Disputed Relationship: Some Reflections on Qur'anic History and History in the Qur’an. In: Journal of Qur’anic Studies 5 (2003/1). S. 1–18, hier: S. 8–10, islamspring2012.voices.wooster.edu (PDF; 3327 kB)

Rezensionen

  • Federico Corriente: On a Proposal for a “Syro-Aramaic” Reading of the Qur’ān. In: Collectanea Christiana Orientalia 1 (2003). S. 305–314, christoph-heger.de (PDF; 131 kB)
  • Rezension von Solomon Sara in: Theological Studies (2008). S. 1 f. (Online verfügbar; PDF; 95 kB)
  • Rezension von Martin F.J. Baasten in Aramaic Studies 2.2 (2004). S. 268–272 (Online verfügbar; PDF; 119 kB)
  • Rezension von Simon Hopkins in Jerusalem Studies in Arabic and Islam 28 (2003). S. 377–380 (Online verfügbar; PDF; 367 kB)
  • Claude Gilliot: Langue et Coran: Une lecture syro-araméenne du Coran. In: Arabica 3 (2003). S. 381–393, hier: S. 387–391 (Online verfügbar; PDF; 117 kB)
  • Rezension von François de Blois in Journal of Qur'anic Studies 5 (2003/1). S. 92–97

Presseberichte

Wissenschaftskolleg zu Berlin

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Einzelnachweise

<references />

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