Medlitz
Medlitz Markt Rattelsdorf
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(237)&title=Medlitz 50° 3′ N, 10° 53′ O
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| Höhe: | 253 (246–264) m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 237 (30. Sep. 2023)<ref name="Einwohner">Zahlen | Daten | Fakten > Einwohner nach Ortsteil. In: markt-rattelsdorf.de. Abgerufen am 5. Dezember 2025.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1972 | |||||
| Postleitzahl: | 96179 | |||||
| Vorwahl: | 09547 | |||||
Medlitz (fränkisch: Melz<ref>Dorothea Fastnacht: Staffelstein, S. 227. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: melds.</ref>) ist ein Gemeindeteil des Marktes Rattelsdorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Die Gemarkung Medlitz hat eine Fläche von 4,930 km². Sie ist in 716 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6886 m² haben.<ref>Gemarkung Medlitz (092224). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref> In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hilkersdorf und Speiersberg.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref>
Geografie
Das Pfarrdorf Medlitz liegt auf freier Flur am Unteren Kreuzbach, einem linken Zufluss der Itz, in dessen Talgrund sich der Ort noch befindet. Die Bundesstraße 4 führt nach Speiersberg (1,6 km nördlich) bzw. nach Rattelsdorf (3,6 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Birkach zur Kreisstraße LIF 25 (2,6 km nordöstlich) bzw. nach Zaugendorf (0,7 km westlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 7. Dezember 2025 (Entfernungsangaben entsprechen gemessener Luftlinie).</ref> Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.
Geschichte
Im Jahr 1057 wurde Medlitz mit dem Namen „Metilici“ zusammen mit dem dortigen Zentgericht des Bistums Würzburg genannt. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs, die genaue Bedeutung kann heute nicht mehr ermittelt werden.<ref>Dorothea Fastnacht: Staffelstein, S. 227 ff.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Medlitz aus 37 Anwesen. Das Hochgericht hatte teils das bambergische Centamt Döringstadt, teils das würzburgische Centamt Medlitz. Centgrenze ist der Untere Kreuzbach. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das bambergische Dompropsteiamt Döringstadt aus. Grundherren waren das Dompropsteiamt Döringstadt (17 Güter, 2 Häuser) und das Kloster Michelsberg (1 Hof, 16 Güter, 1 Wirtshaus).<ref name="W86">Hildegard Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 86.</ref>
Im Jahre 1802 kam Medlitz an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Medlitz gebildet. Zu diesem gehörten Hilkersdorf, Speiersberg und Ziegenmühle. 1818 entstand die Ruralgemeinde Medlitz, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Seßlach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ebern. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und ab 1866 das neu gebildete Rentamt Staffelstein für die Finanzverwaltung (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels).<ref name="W161">Hildegard Weiß: Lichtenfels-Staffelstein, S. 161 f.</ref> Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 4,947 km².<ref name="OV 1961" />
Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Medlitz im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rattelsdorf eingemeindet.<ref></ref><ref>Rattelsdorf > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 7. Dezember 2025.</ref>
Baudenkmäler
In Medlitz gibt es 11 Baudenkmäler:<ref name="Denkmalliste">Denkmalliste für Rattelsdorf (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Haus Nr. 1: Gasthof Schwarzer Adler
- Haus Nr. 3: Wohnstallhaus
- Haus Nr. 16: Wohnstallhaus und Fachwerkstadel eines Bauernhofes
- Haus Nr. 34: Backofen
- Haus Nr. 39: Kuratiekirche, die 1914 nach Plänen von Otto Schulz (1877–1960) im Neo-Barock-Stil erbaut wurde, mit Dachreiter von 1739. In der Kirche befindet sich ein Muttergottesbild, das ab dem 18. Jahrhundert Anlass zu Wallfahrten gab.
- Sandsteintisch auf dem Weg zum Friedhof
- zwei Feldkapellen
- Feldkapelle
- Bildstock
- Dorfbrunnen
- Statue des Heiligen Nepomuk
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- ehemalige Baudenkmäler
- Haus Nr. 5: Eingeschossiges Wohnstallhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit Satteldach; abgesehen vom massiv erneuerten rückwärtigen Teil des Stalls in Fachwerk, mit K-Streben und Andreaskreuzen; Rahm- und Schwellholz, sowie Kehlbalken giebelseitig profiliert; hofseitige Traufüberstand.<ref name="L148">Karl-Ludwig Lippert: Landkreis Staffelstein, S. 148. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen.</ref>
- Haus Nr. 36: Bierwirtschaft zum Goldenen Stern. Eingeschossiges Wohnstallhaus, wohl erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit Satteldach; bis in Traufhöhe verputzt massiv erneuert; Giebel in Fachwerk, mit geschwungenen und genasten Andreaskreuzen, sowie Feldern mit Andreaskreuzen und gebogenen Eckstreben.<ref name="L148" />
Bodendenkmäler
In der Gemarkung Medlitz gibt es zwei Bodendenkmäler.<ref name="Denkmalliste"/> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Medlitz
| Jahr | 1818 | 1840 | 1852 | 1855 | 1861 | 1867 | 1871 | 1875 | 1880 | 1885 | 1890 | 1895 | 1900 | 1905 | 1910 | 1919 | 1925 | 1933 | 1939 | 1946 | 1950 | 1952 | 1961 | 1970 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 296 | 362 | 372 | 369 | 405 | 392 | 373 | 359 | 384 | 337 | 323 | 327 | 308 | 310 | 315 | 321 | 311 | 306 | 327 | 416 | 416 | 405 | 313 | 320 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet.</ref> | 59 | 69 | 68 | 65 | 66 | 64 | 62 | 64 | ||||||||||||||||
| Quelle | <ref name="W161"/> | <ref name="HGV">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, OCLC 311071516, S. 156, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).</ref> | <ref name="HGV" /> | <ref name="HGV" /> | <ref name="OV 1861">Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, OCLC 457951812, Sp. 946, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).</ref> | <ref>
Kgl. statistisches Bureau (Hrsg.): Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867. XXI. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Ackermann, München 1869, S. 148 (Digitalisat). </ref> || <ref name="OV 1875">Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, OCLC 183234026, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen vom 1. Dezember 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1119–1120, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1879</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1882</ref> || <ref name="OV 1885">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, OCLC 1367926131, Abschnitt III, Sp. 1065 (Digitalisat).</ref> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1892</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1900">K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, DNB 361988931, OCLC 556534974, Abschnitt II, Sp. 1118 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref>Vorlage:Gemeindeverzeichnis Bayern 1911</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1925">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, DNB 361988923, OCLC 215857246, Abschnitt II, Sp. 1155 (Digitalisat). </ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1950">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, OCLC 183218794, Abschnitt II, Sp. 1000 (Digitalisat).</ref> || <ref name="HGV" /> || <ref name="OV 1961">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, OCLC 230947413, Abschnitt II, Sp. 735 (Digitalisat).</ref> || <ref name="OV 1970">Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, OCLC 220710116, S. 147 (Digitalisat).</ref> |
Ort Medlitz
| Jahr | 1818 | 1861 | 1871 | 1885 | 1900 | 1925 | 1950 | 1961 | 1970 | 1987 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 187 | 280 | 247 | 211 | 210 | 202 | 290 | 213 | 212 | 199 | 237 |
| Häuser<ref name="Häuser" /> | 39 | 42 | 43 | 45 | 43 | 45 | 52 | ||||
| Quelle | <ref name="W161" /> | <ref name="OV 1861" /> | <ref name="OV 1875" /> | <ref name="OV 1885" /> | <ref name="OV 1900" /> | <ref name="OV 1925" /> | <ref name="OV 1950" /> | <ref name="OV 1961" /> | <ref name="OV 1970" /> | <ref>Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, OCLC 231287364, S. 290 (Digitalisat).</ref> | <ref name="Einwohner"/> |
Religion
Medlitz ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach St. Sebastian (Mürsbach) gepfarrt,<ref name="W86" /> seit dem 19. Jahrhundert war die Pfarrei St. Peter und Paul (Rattelsdorf) zuständig,<ref name="OV 1861" /> in den 1910er Jahren wurde die Filialkirche in Medlitz zur Kuratie erhoben.<ref name="OV 1925"/>
Wirtschaft
In Medlitz gab es bis zum Jahre 1986 die Brauerei Schwarzer Adler.
Verkehr
Medlitz hatte vom 1. Oktober 1913 bis 28. September 1975 einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Breitengüßbach–Dietersdorf.
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Medliz. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 3: I–Ne. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1801, DNB 790364301, OCLC 833753092, Sp. 482 (Digitalisat).
- Vorlage:Fastnacht Staffelstein
- Vorlage:Lippert Landkreis Staffelstein
- Vorlage:Weiss Lichtenfels-Staffelstein
Weblinks
- Gemeindeteile > Medlitz. In: markt-rattelsdorf.de. Abgerufen am 6. Dezember 2025.
- Seite von Medlitz
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Medlitz in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Medlitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Einzelnachweise
<references responsive />
Busendorf | Ebing | Freudeneck | Helfenroth | Hilkersdorf | Höfen | Höfenneusig | Medlitz | Mürsbach | Poppendorf | Rattelsdorf | Speiersberg | Zaugendorf
Wüstung: Ziegenmühle
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Literatur/Interner Fehler
- Ort im Landkreis Bamberg
- Geographie (Rattelsdorf)
- Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg)
- Ersterwähnung 1057
- Gemeindegründung 1818
- Gemeindeauflösung 1972
- Kirchdorf (Siedlungstyp)
- Gemarkung im Landkreis Bamberg
- Deutscher Ortsname slawischer Herkunft