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Schnaditz

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Schnaditz
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(362)&title=Schnaditz 51° 35′ N, 12° 33′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(362) 51° 35′ 29″ N, 12° 32′ 54″ O
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Höhe: 85 m ü. NN
Fläche: 8,14 km²
Einwohner: 362 (9. Mai 2011)<ref>Kleinräumiges Gemeindeblatt für Bad Düben, Stadt. (PDF; 236 kB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 29. Mai 2015.</ref>
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1999
Postleitzahl: 04849
Vorwahl: 034243
Lage von Schnaditz in Sachsen

Schnaditz ist ein Stadtteil von Bad Düben an der Mulde, Landkreis Nordsachsen in Sachsen.

Datei:Schnaditz Schloss-02.jpg
Schloss Schnaditz

Geschichte

Datei:Karte von Düben - Schnaditz.tif
Karte von Schnaditz (um 1842)

Der Ort ist wahrscheinlich um 1200 entstanden. Vermutlich wurde die Wasserburg Sneudiz im Jahre 1237 errichtet.<ref>Das Rittergut Schnaditz. In: www.sachsens-schloesser.de. Abgerufen am 21. August 2025.</ref> In diesem Schloss lebten unter anderem die Herren von Zaschnitz (auch Zaschwitz geschrieben). Gunter von Zaschnitz ging mit dem Raub der Pferde des Händlers Hans Kohlhase 1532 in Wellaune – damals eine vorgelagerte Befestigung von Schnaditz – ziemlich unrühmlich in die Geschichte ein. Dieser Raub war die Grundlage für die Novelle von Heinrich von Kleist mit dem Namen Michael Kohlhaas.

Schnaditz gehörte um 1529 zum Amt Eilenburg und ab 1552 bis 1815 zum kursächsischen Amt Delitzsch.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.</ref> Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1952 gehörte.<ref>Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. September 2024; abgerufen am 16. August 2025.</ref>

Im Zuge der Kreisreform in der DDR 1952 wurde Schnaditz dem Kreis Eilenburg angeschlossen, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging.<ref>Schnaditz im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref> Am 1. Januar 1999 wurde der Ort nach Bad Düben eingemeindet und ist seitdem ein Stadtteil von Bad Düben.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands</ref>

Sehenswürdigkeiten

Schloss

Datei:Schloss-Schnaditz.jpg
Schloss Schnaditz

Das Schloss Schnaditz wurde wahrscheinlich um 1237 im Sumpfland der Mulde als Wasserburg errichtet. Bodo und Otto von Sneuditz (heute Schnaditz) werden in einer Urkunde als „milites, dicti de Sneuditz“ (Ritter von Sneuditz) erwähnt.<ref name="stv-schnaditz">Stadtverwaltung Bad Düben: Schnaditz. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. September 2015; abgerufen am 26. September 2017.</ref> In den Jahren 1349 bis 1940 gab es eine Reihe unterschiedlicher Schlossbesitzer. Die längste Zeit (1463–1655) lebten dort Mitglieder der Familie Zaschnitz.<ref name="infotafel">Infotafel "Vom Castrum Sneuditz zum Schloss Schnaditz" am Schloss Schnaditz</ref>

Berühmt wurde Gunter von Zaschnitz als Widersacher des Berliner Kaufmanns Hans Kohlhase in den „Kohlhas’schen Händeln“ 1532–1540. Im Jahr 1532 raubte er die Pferde des Händlers Hans Kohlhase in Wellaune (damals ein Vorwerk von Schnaditz). Der Fall wurde später zur Vorlage für die Novelle „Michael Kohlhaas“ von Heinrich von Kleist. Die Familie Zaschnitz bleibt bis 1655 Besitzer des Rittergutes und Lehnsherr über weitere Dörfer.<ref name="infotafel" />

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Rittergut 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet. Zu DDR-Zeiten waren in den drei Flügeln des Schlosses unter anderem ein Wohnhaus, die Gemeindeverwaltung, ein Friseur, eine Poststelle und ein Kindergarten untergebracht. Der in der DDR begonnene Zerfall war durch Leerstand nach der Wende zunächst nicht aufzuhalten. Im Sommer 2014 wurde das Schloss an eine Investorengruppe verkauft, seitdem laufen Sanierungsarbeiten am Schloss.<ref name="lvz30082014">Leipziger Volkszeitung vom 30.08.2014: Schloss Schnaditz ist verkauft. Abgerufen am 26. September 2017.</ref>

Dem Schloss Schnaditz schließt sich ein Park an, welcher 1794 nach Vorbild des Wörlitzer Parkes angelegt wurde.<ref name="stv-schnaditz" />

→ siehe auch: Schloss Schnaditz

Pfarrkirche

Datei:SchnaditzKirche3.JPG
Pfarrkirche Schnaditz mit Friedhof

Die Pfarrkirche Schnaditz wurde im 17./18. Jahrhundert erbaut. Der Turm stammt aus dem Jahr 1686, das Kirchenschiff kam 1716 dazu, das restliche Bauwerk wurde in den Jahren 1714 bis 1717 errichtet. Die Kirche ist eine Saalkirche und zählt zum barocken Baustil. Selten ist der Grundriss, denn er wurde nach dem Antoniuskreuz angelegt. In der Kirche befindet sich ein Epitaph der Familie von Zaschnitz. Auf dem Friedhof gibt es 14 Grabdenkmäler der Familie von Zaschnitz aus dem 16./17. Jahrhundert, ein Totenschild von Leberecht von Bülow aus dem Jahr 1663 sowie ein klassizistisches Grabdenkmal für Caroline Leopoldine Jaspern aus dem 18. Jahrhundert.<ref name="architektur-blicklicht">Mirko Seidel, architektur-blicklicht.de: Schnaditz, Ev. Pfarrkirche (bei Leipzig). Abgerufen am 26. September 2017.</ref>

→ siehe auch: Pfarrkirche Schnaditz

Traditionelle Feste

Jährlich werden folgende Feste begangen:<ref name="stv-schnaditz" />

  • Pfingstschnitzen, jeweils am Pfingstmontag
  • Nachbarbier
  • Osterfeuer
  • Lindenblütenfest
  • Schnupperangeln am Schlossteich
  • Hochwassergedenktag, jeweils am 14. August
  • Ende Oktober – Geisterfest
  • Weihnachtsliedersingen am Schloss, jeweils am 4. Advent

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen
Stichtag Einwohnerzahl<ref>Digitales historisches Ortsverzeichnis von Sachsen: Bevölkerung Schnaditz. Abgerufen am 2. Oktober 2017.</ref>
1529 13
1552 15
1747 18
1818 264
1880 235
1895 199
1910 268
1925 257
1939 252
1946 491
1950 461
1964 388
1990 287
2011 362

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Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Bad Düben | Brösen | Schnaditz | Tiefensee | Wellaune

Vorlage:Klappleiste/Ende