Michael Radulescu
Michael Radulescu (* 19. Juni 1943 in Bukarest; † 23. Dezember 2023<ref>Lebensdaten auf seiner Website. online, abgerufen am 31. Dezember 2023.</ref>) war ein deutsch-österreichischer Komponist, Organist und Hochschullehrer deutsch-rumänischer Herkunft.<ref name="oeml">Alexander Rausch: Radulescu, Michael. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 4, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2005, ISBN 3-7001-3046-5.</ref>
Leben
Michael Radulescu war Sohn eines rumänischen Vaters und einer deutschen Mutter. Nach erstem, privatem Musikunterricht und ersten Kompositionsversuchen erhielt er ab 1956/1957 am Konservatorium in Bukarest Orgelunterricht bei Victor Bickerich sowie Kompositionsunterricht bei Mihail Jora.<ref name="oeml" /><ref name="micabio">Biografie Michael Radulescu. Musikdatenbank von mica – music austria, 28. April 2020; abgerufen am 13. März 2022.</ref> Im Rahmen der Sommerakademien am Mozarteum Salzburg erhielt er in den Jahren 1965/1965 Unterricht in Orgel bei Anton Nowakowski, Cembalo bei Anna Barbara Speckner sowie Dirigieren bei Carl Melles. Er studierte in den Jahren von 1965 bis 1968 an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien Dirigieren bei Hans Swarowski und Karl Österreicher sowie Kirchenmusik und Orgel bei Anton Heiller.<ref name="micabio" />
Im Jahr 1959 debütierte Radulescu als Organist am Bukarester Athenäum; er konzertierte seither in Europa, Nordamerika, Australien und Japan. Von 1968 bis 2008 lehrte er als Professor für Orgel an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.<ref name="oeml" /> Parallel dazu leitete er von 1971 bis 1990 den Meisterkurs für Orgel bei den Internationalen Meisterkursen im Fürstentum Liechtenstein und nahm von 1977 bis 1987 eine Lehrtätigkeit an der Internationale Süddeutsch-Österreichische Orgelakademie in Innsbruck wahr. Ab dem Jahr 1983 war er auch als Dirigent tätig.<ref name="micabio" />
Als Komponist wurde er unter anderem von Paul Hindemith, Anton Webern, Arnold Schönberg, György Ligeti und Olivier Messiaen beeinflusst. Er war Herausgeber von alter Orgelmusik und wirkte als Juror bei internationalen Wettbewerben. Als Organist spielte er unter anderem das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach ein.
Er starb am 23. Dezember 2023 im Alter von 80 Jahren.
Auszeichnungen
- 1970: Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />PreisträgerInnen Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart. ( vom 23. Januar 2022 im Internet Archive) (PDF; 258 kB) stuttgart.de; abgerufen am 14. März 2022.</ref>
- 1971: Kompositionspreis beim Wettbewerb anlässlich des Dürer-Jahres in Nürnberg
- 1975: Kompositionspreis des Österreichischen Komponistenbundes – ÖKB
- 1981: Kompositionspreis des Österreichischen Komponistenbundes – ÖKB
- 2003: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse Republik Österreich<ref>Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952. (PDF; 6,9 MB) parlament.gv.at, S. 1737; abgerufen am 14. März 2022</ref>
- 2005: Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien.<ref>Archivmeldung der Wiener Rathauskorrespondenz vom 2. Juni 2005 abgerufen am 14. März 2022.</ref>
- 2007: Würdigungspreis für Musik des österreichischen Ministeriums für Unterricht und Kunst für sein musikalisches Lebenswerk.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Radulescu erhält 2007 den Würdigungspreis für Musik ( des Vorlage:IconExternal vom 23. Juli 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Werke
Ensemblemusik
- Bläserquintett – für Fagott (1967)<ref name="micawerke">Werkeverzeichnis von Michael Radulescu. Musikdatenbank von mica – music austria, 28. April 2020; abgerufen am 14. März 2022.</ref>
- Sonate für Altblockflöte und Cembalo – Duo im Schwierigkeitsgrad 4 (1967–1971)<ref name="micawerke" />
- Trio I – für Violine, Viola und Violoncello (1969)<ref name="micawerke" />
- Ein geistliches Konzert – Duo für Schlagzeug und zehn Solostimmen (1970)<ref name="micawerke" />
- Trio II – für Violine, Viola und Violoncello (1971/1973)<ref name="micawerke" />
- Himmel und Erde – Musik zum Aschermittwoch, Septett für zwei Posaunen, zwei Violen, Piccoloflöte, Perkussion und Kontrabass mit Solostimme Sopran (1982)<ref name="micawerke" />
- Melencolia – Recercare für Blockflöten und Schlagzeug (1982)<ref name="micawerke" />
- Epiphaniai – für vier Klarinette, vier Posaunen (4), zwei Perkussions, zwei Kontrabässe und Orgel (198)<ref name="micawerke" />
- Sextett – für zwei Violinen, zwei Bratschen und zwei Violoncelli (1994/1995)<ref name="micawerke" />
- Veni – für Sopran, Flöte und drei Schlagzeuggruppen (1996)<ref name="micawerke" />
- Leiden und Tod unsres Herrn und Heilands Jesus Christus – Eine Passion für Alt- und Bass-Solo, Doppelchor und Instrumentalensemble (2002–2003)<ref name="micawerke" />
Vokalmusik
- Messe – für Chor a cappella in lateinischer Sprache (1965–1972)<ref name="micawerke" />
- Drei Motetten – für Oberchor in lateinischer Sprache (1968)<ref name="micawerke" />
- Deutsche Zwölftonmesse – für Doppelchor und Schlagzeug (1969)<ref name="micawerke" />
- Deutsche Messe – für Chor a cappella (1973)<ref name="micawerke" />
- Deutsche Messe in F – für gemischten Chor a cappella (1976)<ref name="micawerke" />
- Octo beatitudinum cantica – (Gesänge der acht Seligpreisungen) für Oberchor (1979)<ref name="micawerke" />
- Rex coeli – für Chor a cappella in lateinischer Sprache (1980–1981)<ref name="micawerke" />
- Ebla’s Song of Praise – für gemischten Chor und Orgel solo (1984/1986)<ref name="micawerke" />
- Sonetti – Recitativo à 6 (für sechs Solosänger) nach Texten von Michelangelo Buonarotti in Italienischer Sprache (1985)<ref name="micawerke" />
- De Poëta – Das Wessobrunner Gebet für vier Chöre und Röhrenglocken (1988)<ref name="micawerke" />
- Beati – für Chor und Sextett mit vier Flöten und zwei Harfen (1993)<ref name="micawerke" />
- Ebla’s Song of Praise – für gemischten Chor und Orchester (1994)<ref name="micawerke" />
- Nomen – Musik für drei gemischte Chöre, 2 Flöten und Tamtam nach Texten von Nicolas Radulescu (1997)<ref name="micawerke" />
Solomusik
- Mitten wir im Leben... – Media Vita für Alt solo<ref name="micawerke" />
- Fünf Stücke für Orgel (1972)<ref name="micawerke" />
- Capricci – für Altblockflöte solo (1974)<ref name="micawerke" />
- Da Jesus an dem Kreuze stund – Choralphantasie für Orgel (1976)<ref name="micawerke" />
- O Mensch, bewein dein Sünde groß – Choralphantasie für Orgel (1979)<ref name="micawerke" />
- Vier alttestamentliche Gebete – für Altstimme und Orgel (1979)<ref name="micawerke" />
- Sieben Choräle zur Passion – für Orgel solo (1981/1982)<ref name="micawerke" />
- Ecce virgo – Geistliches Konzert für Solostimme Sopran und Orgel solo (1982/2001)<ref name="micawerke" />
- Threnodia – für Violoncello solo (1984)<ref name="micawerke" />
- Ricercari – für Orgel solo (1984)<ref name="micawerke" />
- Suonata – für Viola solo (1985)<ref name="micawerke" />
- Epiphaniai – für Orgel solo (1988)<ref name="micawerke" />
- De Poëta – Das Wessobrunner Gebet. Fassung für Sopran und Orgel (1991)<ref name="micawerke" />
- Versi – für Sopran und Orgel nach Texten von Dante Alighieri in italienischer Sprache (1991/1997)<ref name="micawerke" />
- Resurrexit – für Orgel solo (2001)<ref name="micawerke" />
Schriften
- Bey einer andächtig Musiq. Schritte zur Interpretation von Johann Sebastian Bachs geistlicher Klangrede anhand seiner Passionen und der H-Moll-Messe. In: Erwin Ortner, Wolfgang Sauseng, Andreas Peterl (Hrsg.): Wiener Beiträge zu Orgel und Kirchenmusik. Band 2. Institut für Orgel, Orgelforschung und Kirchenmusik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Wien 2013.
Weblinks
- Werke von und über Michael Radulescu im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Einträge zu Michael Radulescu auf der Webpräsenz der Österreichischen Nationalbibliothek
- Website von Michael Radulescu
- YouTube-Kanal von Michael Radulescu
- Nachruf auf Michael Radulescu von Pier Damiano Peretti
- Michael Radulescu bei Discogs
- Michael Radulescu im Künstlergespräch – Gegenklang 4.7 (YouTube)
- Michael Radulescus Gesamtaufnahme der Orgelwerke von J. S. Bach an der Ahrend-Orgel nach Gottfried Silbermann, Jesuitenkirche Porrentruy (CH)
- Michael Radulescu spielt J. S. Bach: Dritter Theil der Clavierübung (Ahrend-Orgel San Simpliciano Milano; YouTube)
- YouTube-Thema Michael Radulescu
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Radulescu, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-österreichischer Komponist und Organist |
| GEBURTSDATUM | 19. Juni 1943 |
| GEBURTSORT | Bukarest |
| STERBEDATUM | 23. Dezember 2023 |
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:österreichbezogen
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2019-09
- Klassischer Organist
- Hochschullehrer (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien)
- Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert)
- Komponist (Kirchenmusik)
- Herausgeber
- Komponist (Österreich)
- Träger des Goldenen Verdienstzeichens des Landes Wien
- Musiker (Bukarest)
- Rumäne
- Deutscher
- Geboren 1943
- Gestorben 2023
- Mann