Zum Inhalt springen

Sessea

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. April 2026 um 21:52 Uhr durch imported>Josef Papi.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Sessea
Datei:Sessea stipulata 18276528.jpg

Sessea stipulata

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Sessea
Wissenschaftlicher Name
Sessea
Ruiz & Pav.

Sessea ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die Arten haben neotropische Verbreitung. Der Gattungsname ehrt den spanischen Militärarzt und Botaniker Martín Sessé y Lacasta (1751–1808).<ref name="Burkhardt2018" />

Beschreibung

Die Arten von Sessea sind meist 2 bis 4,5 m hohe Sträucher, manchmal aber auch Bäume, die eine Höhe von 6 bis 10 (oder seltener 25) m erreichen können. Sie sind in der Regel mit bäumchenförmig oder kandelaberartig verzweigten Trichomen besetzt. Die Laubblätter besitzen eine membranartige oder fast lederige Oberfläche. Sie sind bis zu 17 (23) × 5,5 (11) cm lang, sind lanzettlich, elliptisch, lanzettlich-elliptisch oder langgestreckt-lanzettlich geformt, sind aufsitzend oder mit kurzen (4 bis 35 mm) Blattstielen versehen.

Die Blütenstiele fehlen oder sind mit 0,8 bis 6 mm sehr kurz. Der Kelch der Blüte hat etwa 1/5 der Länge der Krone. Die fünf Kelchzähne sind gleich oder unterschiedlich geformt. Die Krone ist röhrenförmig oder leicht trichterförmig, hat eine Länge von (9) 15 bis 20 (23) mm und ist gelb, grünlich-gelb oder weiß-gelblich gefärbt. Die fünf Kronzipfel sind länglich, besitzen 1/3 bis 1/5 (1/8) der Länge der Kronröhre. Die Staubblätter stehen in der Kronröhre, sind gleich oder ungleich geformt und sind in unterschiedlicher Höhe mit der Kronröhre verwachsen. Sie sind knieförmig gebogen, fein behaart und am Verwachsungspunkt verdickt. Die Staubbeutel sind elliptisch, nierenförmig, kugelförmig oder fast kugelförmig. Die Spitze ist fein behaart. Die Pollenkörner sind mit einem Durchmesser von 30 µm mittelgroß. Es werden je Blüte sechs bis zwölf Samenanlagen gebildet.

Die Früchte sind wenigsamige Kapselfrüchte mit je (selten nur einem) vier bis acht Samen. Die Früchte sind 9 bis 25 mm lang und bestehen aus zwei Kammern, die jeweils zweispaltig sind. Die Samen sind dünn und lang, zusammengedrückt und dachziegelartig strukturiert. Sie haben eine Länge von (4) 6 bis 8 (13) mm, an beiden Enden befindet sich ein deutlich ausgeprägter enger Flügel. Der Embryo ist 2 bis 3 mm lang, die Kotyledonen sind für gewöhnlich kürzer und etwas breiter als der restliche Embryo.<ref name="Hunziker01">Armando T. Hunziker: The Genera of Solanaceae. A.R.G. Gantner Verlag K.G., Ruggell, Liechtenstein 2001. ISBN 3-904144-77-4. Seiten 36–38.</ref>

Vorkommen

Die Gattung hat eine vorwiegend neotropische Verbreitung, eine Art kommt auf Haiti vor. Die meisten der Arten sind in den Anden zwischen Kolumbien und Bolivien zu finden, nur das Verbreitungsgebiet von Sessea corymbiflora reicht bis nach Venezuela. In Brasilien sind mit Sessea regenellii, Sessea brasiliensis und Sessea vestioides drei Arten zu finden, wobei letztere auch in den an Brasilien angrenzenden Gebieten in Argentinien und Paraguay zu finden ist.<ref name="Hunziker01" />

Tayxonomie und Systematik

Die Gattung Sessea wurde 1794 von Hipólito Ruiz López und José Antonio Pavón in Florae Peruvianae, et Chilensis Prodromus Seite 21 erstbeschrieben.

Innere Systematik

Sowohl in den morphologisch begründeten Systematiken der Nachtschattengewächse nach William D’Arcy und Armando Hunziker als auch in der molekularbiologischen Systematik nach Richard Olmstead wird die Gattung in der Tribus Cestreae in der Unterfamilie Cestroideae platziert. Von Hunziker wird neben den Hammersträuchern (Cestrum) nur noch die monotypische Gattung Vestia zu dieser Tribus gezählt, worin auch D’Arcy und Olmstead übereinstimmen. D’Arcy platziert zudem noch Metternichia, Phrodus und damals noch nicht zu den Sessea zugeordneten Sesseopsis und Olmstead Metternichia in diese Tribus.<ref name="Hunziker01" /><ref name="DArcy">Vgl. J.A.M. van Balken: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Overview of Solanaceae Species (Memento des Vorlage:IconExternal vom 29. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hvanbalken.com, online.</ref><ref name="Olmstead99">R. G. Olmstead et al.: Phylogeny and Provisional Classification of the Solanaceae Based on Chloroplast DNA (PDF; 131 kB). In Solanaceae IV, Advances in Biology and Utilization, Editoren: M. Nee, D. E. Symon, J. P. Jessup, and J. G. Hawkes, Royal Botanic Gardens, Kew. 1999. Seiten 111–137.</ref>

Äußere Systematik

Innerhalb der Art werden etwa 27 Arten unterschieden.

Auswahl der Arten:

  • Sessea brasiliensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Toledo: Sie kommt in Brasilien vor.<ref name="GRIN" />
  • Sessea corymbiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Goudot ex R.Taylor & R.Phillips: Kolumbien bis nordwestliches Venezuela.<ref name="POWO" />
  • Sessea farinosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Urb. & Ekman) Francey: Haiti.<ref name="POWO" />
  • Sessea regnellii <templatestyles src="Person/styles.css" />Taub.: Brasilien bis Argentinien.<ref name="POWO" />
  • Sessea stipulata <templatestyles src="Person/styles.css" />Ruiz & Pav.: Ecuador bis westliches Bolivien.<ref name="POWO" />
  • Sessea vestioides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schltdl.) Hunz.: Südliches Brasilien, Paraguay, Uruguay, nordöstliches Argentinien.<ref name="POWO" />

Die Typusart ist Sessea stipulata.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="Burkhardt2018"> Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018. online.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Sessea bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Sessea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien