Zum Inhalt springen

Berlin-Borsigwalde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. April 2026 um 15:34 Uhr durch imported>Legov20 (Siehe auch: +Link).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Borsigwalde
Ortsteil von Berlin
<imagemap>

Bild:Berlin_Reinickendorf_Borsigwalde.svg|300px|Borsigwalde auf der Karte von Reinickendorf rect 1 5 99 91 Berlin poly 49 113 5 183 41 229 127 183 101 163 157 117 Heiligensee poly 46 225 82 249 78 263 56 279 78 307 60 313 44 279 36 239 42 221 Konradshöhe poly 132 125 218 111 204 35 216 17 214 9 166 7 166 73 126 75 Frohnau poly 152 121 92 161 130 183 48 229 84 251 82 261 54 275 78 305 58 311 108 367 208 367 216 335 244 327 198 299 216 283 180 257 218 213 200 185 182 199 166 173 184 151 180 125 Tegel poly 176 117 180 151 166 179 184 197 202 185 234 161 258 157 268 125 224 109 Hermsdorf poly 200 185 228 165 258 161 284 183 230 199 226 209 214 213 Waidmannslust poly 266 127 258 159 278 183 352 181 332 123 Lübars poly 286 183 294 195 272 213 288 233 324 233 344 179 Märkisches Viertel poly 183 255 196 238 211 231 223 235 239 244 234 260 225 274 217 279 186 258 Borsigwalde poly 223 278 240 241 224 237 208 223 223 212 229 212 233 203 228 197 248 183 258 188 269 190 278 179 293 193 288 200 275 213 296 233 279 239 292 266 280 273 227 277 Wittenau poly 216 280 202 300 236 330 272 316 334 336 380 306 294 232 280 242 292 264 278 274 Reinickendorf poly 0 234 32 254 38 224 4 174 42 110 128 118 118 72 164 64 162 8 220 10 220 108 284 128 342 118 382 48 378 2 106 6 108 90 2 94 Brandenburg desc bottom-left

</imagemap>
Koordinaten 52° 34′ 59″ N, 13° 18′ 40″ OKoordinaten: 52° 34′ 59″ N, 13° 18′ 40″ O
 {{#coordinates:52,583055555556|13,311111111111|primary
dim=10000 globe= name=Borsigwalde, Ortsteil region=DE-BE type=city
  }}
Fläche 2,0 km²
Einwohner 7101 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte 3551 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 13509
Ortsteilnummer 1211
Bezirk Reinickendorf
Datei:Berlin-Borsigwalde Karte.png
Übersichtskarte Borsigwalde

Borsigwalde ist ein Ortsteil im Berliner Bezirk Reinickendorf. Bis 2012 gehörte Borsigwalde zum Ortsteil Wittenau.

Lage

Borsigwalde wird westlich und nördlich von Tegel begrenzt, im Südwesten schließt sich der Ortsteil Reinickendorf an. Im Osten bildet der Nordgraben eine geografische Grenze zum historischen Zentrum von Wittenau.

Geschichte

Industrialisierung

Datei:Borsigwalder Terrain-Aktiengesellschaft.jpg
Werbeanzeige der Borsigwalder Terrain-Aktiengesellschaft von 1912
Datei:Raeusch 15 Street Ensemble.png
Historische Fassaden entlang der Räuschstraße

Ende des 19. Jahrhunderts verlegte die Firma Borsig ihre Produktion in ein neues Werk in Tegel. Da für die Arbeiter und Angestellten nicht genügend Wohnraum in der Nähe des neuen Werks zur Verfügung stand, sollte eine Werkssiedlung errichtet werden. Dazu wurde zunächst die Terraingesellschaft Tegel mbH gegründet, deren Aufgabe darin bestand, Bauland zu erwerben.<ref name="Zaremba76ff">Michael Zaremba: Reinickendorf im Wandel der Geschichte. 1. Auflage. be.bra verlag, Berlin 1999, ISBN 3-930863-63-4, S. 76–80.</ref> Letztendlich kaufte die Terraingesellschaft bis zum Ende des Jahres 1895 eine Fläche von 200 Morgen (rund 51 Hektar) Land von der Gemeinde Dalldorf (dem späteren Wittenau), das bis zu diesem Zeitpunkt als Weidefläche verpachtet war. Die Terraingesellschaft legte dort zunächst ein Straßennetz an<ref>Axel Reibe: Reinickendorf. Hrsg.: Wolfgang Ribbe (= Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke. Band 4). 1. Auflage. Colloquium Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-7678-0714-9, S. 62.</ref> und verkaufte das vorbereitete Bauland danach an die Firma Borsig,<ref>Fritz Neumeyer: Der Werkwohnungsbau in Berlin und seine Entwicklung im 19. und im frühen 20. Jahrhundert. Berlin 1977, S. 170. In: Axel Reibe: Reinickendorf. Hrsg.: Wolfgang Ribbe (= Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke. Band 4). 1. Auflage. Colloquium Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-7678-0714-9, S. 62.</ref> die in den Folgejahren sowohl selbst als auch durch Baugenossenschaften, an denen sie maßgeblich beteiligt war, Wohnhäuser errichtete.<ref>Friedel Fielitz: Borsigwalde einst: Berichte und Erzählungen. Hrsg.: Förderkreis für Kultur und Bildung in Reinickendorf e. V. Berlin 1987, DNB 881210900, S. 11.</ref> Die ersten Häuser konnten am 1. Oktober 1899 im Bereich der heutigen Holzhauser Straße bezogen werden,<ref name="Zaremba76ff" /> bis zum Jahr 1900 wurden die Häuser im Straßenzug Räuschstraße zwischen Holzhauser und Ernststraße errichtet.<ref name="EuJ13">Friedel Fielitz: Borsigwalde einst: Berichte und Erzählungen. Hrsg.: Förderkreis für Kultur und Bildung in Reinickendorf e. V. Berlin 1987, DNB 881210900, S. 13.</ref> Dieser Straßenzug ist bis heute komplett erhalten und steht als Bauensemble unter Denkmalschutz.<ref>Kolonie Borsigwalde in der Denkmaldatenbank des Landes Berlin. In: berlin.de. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 25. März 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Februar 2014; abgerufen am 15. März 2024.</ref>

Die Bauten in Borsigwalde wurden bewusst abweichend von dem Stil der damals üblichen Mietskasernen in der Berliner Innenstadt errichtet. Bis heute lässt sich das an den Fassaden der Häuser nachvollziehen: Als sichtbares Baumaterial wurde roter Backstein und Klinker verwendet, zusätzlich lassen die Verzierungen mit Fachwerkgiebeln und Schnitzereien eine Ähnlichkeit mit der Bürgerhaus-Architektur der Spätgotik und Renaissance entstehen.<ref name="EuJ13" /> Als weiterer Kontrast zur Innenstadt wurde auf Seitenflügel und Hinterhäuser verzichtet, stattdessen verfügte jedes Mietshaus über einen eigenen Garten hinter dem Haus.<ref>Friedel Fielitz: Borsigwalde einst: Berichte und Erzählungen. Hrsg.: Förderkreis für Kultur und Bildung in Reinickendorf e. V. Berlin 1987, DNB 881210900, S. 19.</ref>

Obwohl bereits seit 1900 eine Schule vorhanden war (das Gebäude der heutigen Stötzner-Schule),<ref name="koischwitz">Gerd Koischwitz: Sechs Dörfer in Sumpf und Sand – Geschichte des Bezirks Reinickendorf von Berlin. „Der Nord-Berliner“ Wilhelm Möller, Berlin 1984, DNB 871131145, S. 91.</ref> wurde nur ungefähr die Hälfte der Wohnungen in Borsigwalde tatsächlich von Mitarbeitern der Firma Borsig bewohnt. Grund dafür ist nach zeitgenössischen Aufzeichnungen, dass die Arbeiter versuchten, eine zu große Abhängigkeit vom Betrieb zu vermeiden.<ref name="Reibe63">Axel Reibe: Reinickendorf. Hrsg.: Wolfgang Ribbe (= Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke. Band 4). 1. Auflage. Colloquium Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-7678-0714-9, S. 63.</ref> Dazu kamen die katastrophalen hygienischen Bedingungen: Obwohl in den 80 Häusern bereits zwischen 3000 und 4000 Menschen lebten, gab es weder Wasserleitungen, noch eine Kanalisation. Auch eine Müllabfuhr war nicht vorhanden, was die Zustände noch weiter verschlimmerte; es gab sogar Typhusfälle.<ref name="Reibe63" /> Aus diesen Gründen wurde Borsig von Seiten der Mieter mehrfach angezeigt.<ref name="Zaremba76ff" />

Da sich die Einwohner der Werkssiedlung schon früh erfolgreich um einen eigenständigen Namen bemüht hatten, wirkte sich die Zugehörigkeit zu Dalldorf und die damit verbundene Assoziation mit der dortigen Irrenanstalt nicht auf die Entwicklung Borsigwaldes aus. So zog es immer mehr Berliner Unternehmen und Bürger in die Nähe der neuen Borsigwerke, sodass schließlich 1908 die Gemeinde Wittenau in dem Industriegebiet, das den südlichen Teil Borsigwaldes ausmacht, ein Gaswerk, ein Elektrizitätswerk und ein Kanalisationspumpwerk errichten ließ.<ref>Klaus Schlickeiser: Festschrift 650 Jahre Wittenau 1351–2001. Hrsg.: Förderkreis für Kultur und Bildung in Reinickendorf e. V. Berlin 2001, ISBN 3-927611-16-6, S. 13–17.</ref> Auch für das geistliche Wohl der Borsigwalder wurde mit dem Bau eines Pfarrhauses in diesem Jahr gesorgt.<ref>Friedel Fielitz: Borsigwalde einst: Berichte und Erzählungen. Hrsg.: Förderkreis für Kultur und Bildung in Reinickendorf e. V. Berlin 1987, S. 70.</ref> die Kirchenkonstruktion aus Holz bestand bis zum Baubeginn der neuen Kirche 1969.<ref name="koischwitz" />

Die Zeit der Weltkriege

Die immer zahlreicheren Bautätigkeiten führten nicht nur zu steigenden Einwohnerzahlen Borsigwaldes, sondern auch zu steigenden Bodenpreisen, sodass zu Beginn der 1920er Jahre schließlich drei- bis viergeschossige Häuser errichtet wurden, die Mietergärten wurden reduziert oder entfielen sogar komplett.<ref name="Zaremba76ff" /> Bereits 1914 wurde das Gebäude der Volksschule in der Sommerfelder Straße fertiggestellt<ref>Benjamin-Franklin-Oberschule in der Denkmaldatenbank des Landes Berlin. In: berlin.de. Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, 25. März 2008, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. April 2016; abgerufen am 12. März 2012.</ref> (heute ein Teil der Benjamin-Franklin-Oberschule), nach Beginn des Ersten Weltkriegs diente das Gebäude allerdings zunächst als Kaserne. Erst 1919 wurde das Gebäude schließlich von Schülern bezogen.<ref name="koischwitz" />

Datei:Gedenktafel Schubartstr 55 (Borsig) Widerstandsgruppe Mannhart.jpg
Gedenkplatte für die Mitglieder der Mannhart-Gruppe mit einem Zitat von Julius Fučík

Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise waren rund 90 Prozent der 6500 Einwohner Borsigwaldes arbeitslos.<ref name="Zaremba76ff" /> Das änderte sich nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten Anfang 1933: im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht profitierte die Siedlung von der zwischen Eichborndamm und Holzhauser Straße in den 1930er Jahren angesiedelten Metall- und Rüstungsindustrie. Unternehmen wie Krupp, Alkett oder die Dürener Metallwerke produzierten dort in direkter Nähe zu den Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken.<ref>Axel Reibe: Reinickendorf. Hrsg.: Wolfgang Ribbe (= Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke. Band 4). 1. Auflage. Colloquium Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-7678-0714-9, S. 86 f.</ref> Der vermehrte Zuzug von katholischen Arbeitern aus dem Rheinland führte zur Gründung einer eigenen Kirchengemeinde in der Räuschstraße.<ref name="Zaremba76ff" /> Mit der Gebietsreform von 1938 wurden nicht nur die Bezirksgrenzen verschoben, auch der Verlauf der Ortsteilgrenzen wurde geändert. So kommt es, dass der Russisch-orthodoxe Friedhof heute zum Ortsteil Tegel statt zu Borsigwalde zählt. Auf diesem Friedhof finden sich denn auch Sammelgräber, in denen die verstorbenen Kinder der russischen Zwangsarbeiterinnen aus den Lagern in Borsigwalde und Tegel-Süd beerdigt sind.<ref name="Zaremba76ff" /><ref>Marlies Emmerich: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die meisten Standorte sind heute vergessen. (Memento vom 3. Februar 2014 im Internet Archive) In: Berliner Zeitung, 9. Dezember 1999</ref> Vor der Schubartstraße 55 erinnert heute eine Gedenktafel an sieben Mitglieder der Gruppe Mannhart um Max Klesse, die den von ihnen organisierten Widerstand bei Rheinmetall-Borsig mit dem Leben bezahlen mussten.

Besatzung und Kalter Krieg

Zusätzlich zu den Schäden durch den Luftkrieg musste Borsigwalde nach Kriegsende auch die Demontage eines Großteils seiner Industrie verkraften. Nicht nur die Werke des ehemaligen Hauptarbeitgebers Rheinmetall-Borsig in Tegel, auch die Alkett-Werke an der Breitenbachstraße wurden demontiert, sowohl von den sowjetischen als auch von den französischen Truppen.<ref>Michael Zaremba: Reinickendorf im Wandel der Geschichte. 1. Auflage. be.bra verlag, Berlin 1999, ISBN 3-930863-63-4, S. 138.</ref> Die Berlin-Blockade trug dazu bei, dass erst für die Zeit ab 1953 ein wirtschaftlicher Aufschwung verzeichnet werden konnte.<ref>Axel Reibe: Reinickendorf. Hrsg.: Wolfgang Ribbe (= Geschichte der Berliner Verwaltungsbezirke. Band 4). 1. Auflage. Colloquium Verlag, Berlin 1988, ISBN 3-7678-0714-9, S. 94.</ref> Industrieller Schwerpunkt in Borsigwalde blieb das Gewerbegebiet im Süden, Unternehmen wie Waggon-Union produzierten hier bis in die 1990er Jahre. Der wirtschaftliche Aufschwung zeigte sich auch in diversen Bautätigkeiten, so wurde die Kirche Allerheiligen der katholischen Gemeinde in der Räuschstraße 1955 eingeweiht, der Neubau der evangelischen Gemeinde in der Tietzstraße wurde erst 1970 fertiggestellt.<ref name="koischwitz" /> Aber nicht nur die öffentlichen-rechtlichen Kirchen investierten in Borsigwalde, auch die öffentliche Hand: Dem Neubau eines Jugendclubs in der Tietzstraße 1964<ref>Bildergalerie 4. In: borsigwalde.eu. André Stubbe, abgerufen am 14. März 2012: „Das Jugendclubhaus wurde nach einem Wettbewerbsentwurf der Architekten Jan und Rolf Rave errichtet. Am 19. Juni 1964 war Grundsteinlegung, und am 14. September wurde das Gebäude seiner Bestimmung übergeben.“</ref> folgte am 19. August 1974 die Einweihung der Borsigwalder Grundschule an der Miraustraße.<ref>Die Schulen. In: borsigwalde.eu. André Stubbe, abgerufen am 14. März 2012: „Die Einweihung der Borsigwalder Grundschule fand am 19. August 1974 statt.“</ref> Bis zu diesem Zeitpunkt teilten sich die Grundschüler das Gebäude an der Sommerfelder Straße mit den Schülern der Oberschule, die seit dem 9. November 1967 den Namen von Benjamin Franklin trägt.<ref>Dorothea Minkels: Kurze Chronik der Schule. (PDF; 266 kB) In: franklin.cidsnet.de. Benjamin-Franklin-Oberschule, Juni 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Oktober 2011; abgerufen am 14. März 2012: „Auf Vorschlag des Schulrats Dittberner wurde der 2. OR Reinickendorf am 9. November 1967 der Namen des toleranten amerikanischen Staatsmanns, Physikers und Philosophen Benjamin Franklin gegeben.“</ref> In direkter Nachbarschaft zur neuen Grundschule wurde 1986 die Toulouse-Lautrec-Schule eröffnet, die schon in der Planungsphase die Anforderungen von körperbehinderten Schülern berücksichtigte.<ref>Witt: Zur Geschichte des Förderkreises. In: tls.cidsnet.de. Förderkreis für körperbehinderte Kinder e. V., 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2014; abgerufen am 14. März 2012: „Nachdem die Toulouse-Lautrec-Schule 1986 eröffnet wurde, siedelte der Förderkreis in dieses Schulgebäude um und arbeitet seitdem für die Schüler dieser Einrichtung.“</ref> Bereits 1985 wurde der Neubau des Humboldt-Krankenhauses auf dem Gelände östlich der beiden Schulen eröffnet.<ref>Michael Zaremba: Reinickendorf im Wandel der Geschichte. 1. Auflage. be.bra verlag, Berlin 1999, ISBN 3-930863-63-4, S. 103.</ref>

Nach der Wiedervereinigung

Datei:Coat of arms de-be Borsigwalde.jpg
Wappen von Borsigwalde

Die Abwanderung der Berliner Industrie spürte auch Borsigwalde, mittlerweile kann hier aber auf erfolgreiche Industrie- und Gewerbeansiedlungen verwiesen werden. 1992 wurde der Neubau der Maschinenbau-Firma Korsch AG eingeweiht,<ref>Korsch AG Berlin. Korsch Aktiengesellschaft, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. September 2012; abgerufen am 15. März 2024.</ref> seit 1996 befindet sich auf dem ehemaligen Industriegelände an der nördlichen Miraustraße eine Indoor-Kartbahn.<ref>Strecke. In: kartland.de. Cart Connection GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. Dezember 2011; abgerufen am 14. März 2012.</ref> Das ehemalige Gelände der Waggon-Union wurde seit 1997 in einen Gewerbepark umgewandelt,<ref>Kunst und Kommerz beleben ehemalige Industriebrache. In: Berliner Morgenpost. 31. Juli 2002 (kostenpflichtig [abgerufen am 26. Februar 2012]).</ref> die Vermarktung der Flächen erfolgte zunächst unter dem Namen Factory Village, heute als Holzhauser Markt.<ref>Realisierte Projekte: Holzhauser Markt. DWI Grundbesitz GmbH, abgerufen am 26. Februar 2012.</ref> 2000 erweiterte der bereits seit 1984 in Borsigwalde ansässige mittelständische Fleisch- und Wurstwarenhersteller mago Kohn & Kempkes seine Produktionsflächen,<ref>Geschichte – Vom Familienbetrieb zum regionalen Marktführer. In: mago-wurst.de. Golßener und mago Vertriebs oHG, abgerufen am 14. März 2012.</ref> seit 2005 existiert in der denkmalgeschützten RABOMA-Maschinenfabrik eine Filiale von Toys “Я” Us.<ref>Toys“R”Us feierte 5-jähriges Jubiläum in Reinickendorf. In: Berliner Woche. 30. November 2011 (cduborsigwalde.de [PDF; abgerufen am 14. März 2012]).</ref> Aber auch die klassische Industrie ist weiterhin in Borsigwalde vertreten, international bekannt sind Namen wie Novelis und Linde AG.

Infolge eines Beschlusses der Reinickendorfer Bezirksverordnetenversammlung vom 14. März 2012 erklärte das Bezirksamt am 24. April 2012 die Ortslage Borsigwalde zum 11. Ortsteil des Bezirks,<ref>Borsigwalde: 11. Ortsteil Reinickendorfs. In: berlin.de. Abgerufen am 17. Februar 2025. Drucksache Nr. 0020/XIX der BVV Reinickendorf (inkl. Karte der Ortsteilgrenzen), 25. April 2012.</ref> am 18. Mai 2012 wurde der Beschluss im Amtsblatt verkündet.<ref>Amtsblatt, Nr. 20, S. 771.</ref> Das auf Basis eines Ideenaufrufs ausgewählte Ortsteilwappen wurde mit Wirkung zum 20. November 2012 festgelegt.<ref>Wappen für den Ortsteil Borsigwalde. BVV Reinickendorf, 12. Dezember 2012, abgerufen am 17. Februar 2025.</ref>

Bevölkerung

Jahr Einwohner
2012 6.404
2015 6.542
2020 6.769
2021 6.749
2022 6.911
2023 6.899
2024 7.101

Quelle: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerregisterstatistik Berlin. Bestand – Grunddaten. 31. Dezember. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)<ref>Statistischer Bericht A I 5 – hj 2 / 23. Einwohnerregisterstatistik Berlin 31. Dezember 2023. (PDF) Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, S. 26, abgerufen am 3. März 2024.</ref>

Verkehr

Die Buslinie 125 durch den historischen Kern von Borsigwalde verbindet den Ortsteil direkt mit Tegel und dem dortigen S-Bahnhof, der Expressbus X33 verbindet Borsigwalde mit den Bahnhöfen Wittenau und Spandau. Der U-Bahnhof Borsigwerke der Linie U6 kann über eine Fußgängerbrücke erreicht werden.

Borsigwalde grenzt im Westen an die Kremmener Bahn, die von der S-Bahn-Linie S25 befahren wird. Im Zuge der nächsten Ausbaustufe des Streckenabschnitts zwischen Schönholz und Tegel ist für Borsigwalde die Errichtung eines neuen Haltepunktes an der Holzhauser Straße vorgesehen.<ref>Drucksache 13/596. (PDF; 14,4 kB) Antwort auf die Kleine Anfrage Nr. 393. Abgeordnetenhaus von Berlin, 11. Juni 1996, abgerufen am 23. März 2012.</ref>

Persönlichkeiten

  • Günter Zemla (1921–2000), Lehrer und Politiker (CDU), von 1960 bis 1965 und ab 1973 Ortsvorsitzender der CDU Borsigwalde
  • Detlef Dzembritzki (* 1943), Politiker (SPD), besuchte die Vorgängerschule der heutigen Benjamin-Franklin-Oberschule<ref>Dorothea Minkels: Kurze Chronik der Schule. (PDF; 266 kB) In: franklin.cidsnet.de. Benjamin-Franklin-Oberschule, Juni 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 5. Oktober 2011; abgerufen am 14. März 2012.</ref>
  • Frank Balzer (* 1964), Politiker (CDU), Bezirksbürgermeister von Reinickendorf, wuchs in Borsigwalde auf<ref>Marcus Böttcher: Mit Bürgermeister Balzer auf Streifzug: Das ist mein Borsigwalde. In: Berliner Kurier. 26. Mai 2012 (berliner-kurier.de).</ref>

Schulen

  • Toulouse-Lautrec-Schule, Miraustraße 120–126
  • Borsigwalder Grundschule, Miraustraße 100
  • Stötzner-Schule für Lernbehinderte, Tietzstraße 26
  • Benjamin-Franklin-Schule (Integrierte Sekundarschule), Sommerfelder Straße 5–7

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Schlickeiser: Borsigwalde – einst und jetzt, Wohnen und Industrie. Hrsg.: Förderkreis für Kultur und Bildung in Reinickendorf e. V. 1. Auflage. Wiesjahn, Berlin 1989.
  • Klaus Schlickeiser: Spaziergänge in Borsigwalde. Hrsg.: Förderkreis für Kultur und Bildung in Reinickendorf e. V. 1. Auflage. Berlin 2011, DNB 101102098X.
  • Eva Lindner: Freiheit für Borsigwalde. In: Berliner Morgenpost. 11. Dezember 2011 (kostenpflichtig [abgerufen am 13. März 2012]).

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein