World Bowl
Der World Bowl war das American-Football-Endspiel der NFL Europe (NFLE), die im Juni 2007 den Spielbetrieb einstellte. Er galt als das europäische Pendant zum Super Bowl der National Football League (NFL).
Die Bezeichnung stammt noch aus der ersten Saison (1991) der Vorgängerliga World League of American Football (WLAF), in der noch Teams von mehreren Kontinenten vertreten bzw. für später vorgesehen waren.
Geschichte des Finales der WLAF und der NFL Europe
Der erste World Bowl wurde 1991 im vorher dazu auserwählten Londoner Wembley-Stadion ausgetragen. Es kamen dabei 61.108 Zuschauer ins Stadion. Die heimischen London Monarchs qualifizierten sich dafür und gewannen das Spiel und die World-Bowl-Trophäe,<ref>Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 25.</ref> einen 18,6 kg schweren Globus aus Glas. Im Jahr 1992 wurde Montreal – das in diesem Jahr sein 350-jähriges Jubiläum feierte – als Austragungsort vorherbestimmt.<ref>Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 27.</ref> Die Heimmannschaft konnte sich dieses Mal nicht qualifizieren, so dass Anhänger der teilnehmenden US-Teams relativ lange Anreisewege hatten.
Auch nach der Beschränkung der WLAF auf europäische Teams ab 1995<ref>Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 29.</ref> und der Umbenennung in National Football League Europe 1998 blieb der Name World Bowl erhalten. Der Austragungsort wurde ab 1995 nicht mehr vor Saisonbeginn bestimmt, da die Verantwortlichen davon ausgingen, dass hohe Zuschauerzahlen nur unter Beteiligung des Heimteams erreicht werden konnten. Stattdessen wurde das Heimatstadion der bestplatzierten Mannschaft der ersten Saisonhälfte gewählt, welche sich auch automatisch für den World Bowl qualifizierte. Gegner wurde die Mannschaft, die am Saisonende die beste oder zweitbeste Gesamtbilanz vorweisen konnte.<ref>Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 30.</ref> 1997 wurden mit einer 4-1-Bilanz in der ersten Saisonhälfte die Barcelona Dragons als Gastgeber ausgewählt. Diese Verloren jedoch anschließend vier Spiele in Folge und konnten nur dank eines Sieges am letzten Spieltag noch unter die Top 2 gelangen. Als Folge dessen wurde ab 1998 die Vergabe wieder vor Saisonbeginn gesetzt.<ref>Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 31.</ref>
Nach 2005 wurde der World Bowl 2006 erstmals in aufeinander folgenden Jahren am selben Ort ausgetragen, in der Düsseldorfer LTU arena. Seit 2002 fanden somit vier von fünf Finals im Heimstadion der Rhein Fire statt, die wegen der Bauarbeiten zwischenzeitlich umziehen mussten.<ref>Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 47–50.</ref> Der letzte World Bowl, World Bowl XV, fand am 23. Juni 2007 im Frankfurter Waldstadion statt, dem Heimstadion der Frankfurt Galaxy. Mit 37:28 setzten sich die Hamburg Sea Devils gegen die Frankfurt Galaxy durch und gewannen so bei ihrer ersten Finalteilnahme den letzten World Bowl.<ref>Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 65 f.</ref>
Ergebnisse
Die Spiele wurden bis 2000 offiziell mit der Jahreszahl bezeichnet, also World Bowl ’91 bis World Bowl ’99 sowie World Bowl 2000. Ab 2001 wurden sie wie der Super Bowl mit römischen Ziffern durchnummeriert. Aufgrund eines Namenssponsoring war die offizielle Bezeichnung von 2005 bis zum Ende der Liga 2007 Yello Strom World Bowl.
Andere World Bowls
Der Begriff World Bowl wurde bereits 1974 für das Finale der World Football League und in Folge für das Finale der Nachfolgeliga gleichen Namens (2008 bis 2010) benutzt. Beim einzige Endspiel der WFL 1974 am 5. Dezember 1974 schlugen die Birmingham Americans die Florida Blazers mit 22:21.<ref>Dieter Hoch und Stefan Thoben: Von AFL bis NFL Europe. Huddle Verlag, 2010, ISBN 978-3-9811390-3-7, S. 192.</ref>
Einzelnachweise
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