Zum Inhalt springen

Renk Group

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. April 2026 um 16:59 Uhr durch imported>Rolf acker (Schmiergeldaffäre: WP-Wartung: Autorenangabe korr.; etc.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
RENK Group AG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | RENK Logo RGB.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000RENK730
Gründung 1873
Sitz Augsburg, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung
  • Alexander Sagel (CEO)
  • Anja Mänz-Siebje (CFO)
  • Emmerich Schiller (COO)
  • Claus von Hermann (AR-Vors.)
Mitarbeiterzahl 4.342 (2025)<ref name="JA-25"/>
Umsatz 1,37 Mrd. Euro (2025)<ref name="JA-25">Geschäftsbericht 2025. Renk AG, abgerufen am 19. April 2026.</ref>
Branche Maschinenbau
Website www.renk.com
Stand: 19. April 2026

Die Renk Group AG (Eigenschreibweise: RENK) mit Sitz in Augsburg ist ein börsennotierter Hersteller von Getrieben, Motoren, Hybridantriebssystemen, Federungssystemen für Fahrzeuge, Gleitlagern, Kupplungen und Prüfsystemen. Das Unternehmen baut Spezialgetriebe für Panzer, Fregatten, Eisbrecher und die Industrie und ist Lieferant von Fahrwerken und Dämpfungssystemen für militärische Ketten- und Radfahrzeuge. Renk produziert in Augsburg, Rheine und Hannover, im Schweizer Winterthur, im britischen Bath und in Sterling Heights im US-Bundesstaat Michigan sowie in Indien. Etwa 70 Prozent des Umsatzes setzte Renk 2022 mit Panzer- und Schiffsgetrieben um. Renk gehört nach Umsatz zu den Top 5 der deutschen Rüstungsindustrie<ref>Defense News (Hrsg.): Größte Rüstungsunternehmen in Deutschland nach Umsatz in den Jahren 2023 und 2024 (in Millionen US-Dollar). Statista GmbH, 12. August 2025 (statista.com [abgerufen am 7. Oktober 2025]).</ref><ref>Navid Linnemann: TOP 100 der Rüstungsunternehmen – Fünf Deutsche darunter. In: Defence-Network.com. CPM Verlag, 6. August 2024, abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref>.

Geschichte

19. Jahrhundert

Das Unternehmen geht auf Johann Julius Renk (* 4. Januar 1848; † 3. November 1896) zurück. Er hatte bei der Maschinenfabrik Augsburg eine Schlosser- und Dreherlehre abgeschlossen und arbeitete bei der Maschinenfabrik L. A. Riedinger als Drehergeselle. Während dieser Zeit dachte Renk über eine Maschine nach, mit der man Verzahnungen komplett mechanisch herstellen konnte. Üblich war zu dieser Zeit ein Fertigungsprozess, der aus zwei einzelnen Arbeitsschritten aufgebaut war, dem maschinellen Schlitzen der Radkörper und dem manuellen Fertigfeilen nach Schablonen. Im Mai 1873 machte sich Renk im Augsburger Lechviertel (Am Brunnenlech 19) mit einer kleinen Werkstatt zur maschinellen Herstellung von Zahnrädern selbstständig.<ref name=":4">Michael Reichenbach: 125 Jahre Getriebe aus Augsburg Firmenportrait der Renk AG. Hrsg.: Antriebstechnik. Nr. 7, 1998, ISSN 0722-8546, S. 8–9.</ref>

Zunächst entwickelte er eine halbautomatische Stirnrad-Hobelmaschine, die nach Schablonen arbeitete. Knapp vier Jahre nach Gründung seiner Werkstatt konstruierte und baute er zudem eine Werkzeugmaschine, mit der man konische Räder, heute als Kegelräder bezeichnet, komplett maschinell herstellen könnte.<ref name=":4" /> Für diese Erfindung, die damals in der Fachwelt großes Aufsehen erregte, erhielt Renk 1879 das Patent DRP 8000/79 (Herstellung der ersten Evolventenverzahnung mit einem Eingriffswinkel von 14,5 Grad).<ref name=":4" /><ref name="IDCH Bd. 37">Tina Grant: International Directory of Company Histories. Nr. 37. St. James Press, Detroit 2001, ISBN 978-1-55862-442-9, S. 325 (google.de).</ref> Im selben Jahr 1879 zog das Unternehmen in den Augsburger Stadtteil Göggingen auf das Gelände einer stillgelegten Ziegelei und baute dort den nach wie vor bestehenden Stammsitz von Renk auf.<ref>Konsequent weiter internationalisieren – die RENK Group auf Expansionskurs. In: Hardthöhen-Kurier. 10. Februar 2022, abgerufen am 1. Juni 2023.</ref> 1888, im Dreikaiserjahr, besaß Renk neben anderen Werkzeugmaschinen 15 selbstgebaute Räderhobelmaschinen. Die Belegschaft umfasste 37 Mitarbeiter.<ref name=":4" /> Zwei Jahre später gründete der Unternehmer eine Fabrikkrankenkasse für seine Belegschaft.<ref name=":4" /><ref name="IDCH Bd. 37" />

Als Renk im November 1896 starb, hinterließ er ein Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern, die jährlich etwa 12.000 Zahnräder aller Art herstellten und rund 500.000 Mark Umsatz machten. Das Unternehmen wurde am 11. März 1897 in die Aktiengesellschaft Zahnräderfabrik Augsburg vorm. Joh. Renk (Act.-Ges.) umgewandelt.<ref name=":4" />

20. Jahrhundert

In den Jahren nach der Jahrhundertwende baute das Unternehmen die Produktion aus, sodass 1913 700 Mitarbeiter beschäftigt wurden. Das Unternehmen firmierte sich im selben Jahr in Zahnräderfabrik Augsburg AG um.<ref name=":4" /> Um die Folgen des Ersten Weltkrieges abzuschwächen und den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, erfolgte 1923 die Eingliederung in den Maschinenbau-Konzern Gutehoffnungshütte (GHH) aus Oberhausen. Renk erhielt in den folgenden Jahren auf diese Weise sowohl wirtschaftlichen Rückhalt durch Kunden innerhalb des Konzerns als auch durch günstige Bezugsquellen für Brennstoffe, Roheisen und Stahl. Ab 1926 wurden in Augsburg Zahnräder mit geschliffenen Flanken hergestellt.<ref name=":4" /> Ab 1930 konzentrierte sich Renk auf die Fertigung von Großgetrieben für Walzwerksanlagen und Schiffe.

In den Jahren vor und während des Zweiten Weltkrieges war das Unternehmen ein bedeutender Lieferant für die deutsche Wehrmacht. Dabei wurden während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter eingesetzt. Im August 1942 waren 180 Männer und 30 Frauen allein aus den Gebieten der Sowjetunion als Zwangsarbeiter bei Renk.<ref>Staatsarchiv Augsburg (Hrsg.): Gestapo München: Liste der Arbeitskräfte aus altsowjetischen Gebieten in Schwaben. 1. September 1994 (S. 2).</ref> 1944 waren im Sammellager V in Augsburg etwa 2000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter für die Firmen Messerschmitt, Renk und Alpine untergebracht.<ref>Wolfgang Kučera: Fremdarbeiter und KZ-Häftlinge in der Augsburger Rüstungsindustrie. AV Verlag, 1996, ISBN 978-3-925274-28-2, S. 30, 35.</ref><ref>Sven Feyer: Die MAN im Dritten Reich - Ein Maschinenbauunternehmen zwischen Weltwirtschaftskrise und Währungsreform. Nomos Verlag, 2018, ISBN 978-3-8487-4338-4, S. 217.</ref>

Zu den wichtigsten Kunden nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten stahlverarbeitende Betriebe. Größter Kunde wurde die Konzernschwester Schloemann, an die viele große Walzwerkgetriebe geliefert wurden. Ende der 1950er Jahre betrug der Umsatz etwa 50 Mio. DM. Zu dieser Zeit waren bei Renk rund 1400 Arbeiter beschäftigt. In den darauffolgenden Jahrzehnten erweiterte das Unternehmen sein Produktprogramm durch die Übernahme von Konkurrenzbetrieben. Im Einzelnen bestanden die Zukäufe in der Übernahme des Eisenwerks Wülfel in Hannover 1975,<ref>Rebecca Weingarten: 40 Jahre RENK Hannover. In: b4bschwaben.de. 16. April 2015, abgerufen am 1. Juni 2023.</ref> das zusammen mit Renk im Jahr 1968 Gründungsmitglied der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V. gewesen war, in der Beteiligung und späteren Übernahme der Tacke GmbH in Rheine 1986, in der Mehrheitsbeteiligung an der Société Européenne d'Engrenages (SEE) in Frankreich sowie in dem Erwerb der Société d'Equipements, Systèmes et Mécanismes (SESM) in Frankreich 1989. Somit wurden die Produktbereiche Gleitlager und elastische Kupplungen von Wülfel, Balligzahnkupplungen und bestimmte Schiffsgetriebe von Tacke, kleine Schiffswendegetriebe und Bremsscheiben von SEE sowie Panzergetriebe von SESM erschlossen.<ref name=":4" />

1995 wurde schließlich die Verschmelzung der Renk Tacke GmbH mit der Renk AG vollzogen.<ref>Süddeutsche Zeitung (Hrsg.): Die Renk AG kann auf den 'Mutterschutz' verzichten. 31. Oktober 1995, S. 26.</ref> 1998 war Renk an drei deutschen Standorten – Augsburg, Hannover und Rheine – sowie vier im Ausland – zweimal in Frankreich, einmal jeweils in den USA und in Rumänien – vertreten. Zu diesem Zeitpunkt waren 1700 Mitarbeiter beim Konzern beschäftigt, die einen Umsatz von rund der 500 Mio. DM erzielten.<ref name=":4" />

21. Jahrhundert

2000 wurde die Renk Corporation Labeco Division gegründet, als die Renk Corporation, eine Abteilung der deutschen Renk AG, den Bereich Prüfsystemtechnik – Designs, Fachwissen und Markenzeichen – der US-amerikanischen Laboratory Equipment Corporation (Labeco) kaufte.<ref>Bundesanzeiger (Hrsg.): Renk Aktiengesellschaft Jahresabschluss - Lagebericht für das Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 2000. 21. Juli 2001.</ref><ref>Renk Labeco Test Systems Corporation History. In: Renk Labeco. Abgerufen am 1. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zur gleichen Zeit kam die Produktsparte „Gleitlager“ der A. Friedr. Flender AG zum Unternehmen.<ref>Renk übernimmt Gleitlager-Sparte von Flender. In: Handelsblatt. Nr. 197, 12. Oktober 2000, S. 17.</ref> Zum 1. April 2004 wurde die Geschäftseinheit Prüfsysteme rechtlich verselbstständigt und in die Renk Test System GmbH ausgegliedert.<ref>Bundesanzeiger (Hrsg.): Renk Aktiengesellschaft Jahresabschluss - Lagebericht für das Geschäftsjahr 2004. 23. August 2005.</ref>

2007 geriet das Unternehmen aufgrund einer Schmiergeldaffäre in die Schlagzeilen: Ein Berufungsgericht in Paris sprach Bewährungsstrafen gegen Renk-Vorstandssprecher Hirt und seinen früheren Stellvertreter Schulze aus (Details Abschnitt „Kritik“).<ref>Pascale Robert-Diard: Prison ferme pour Jean-Charles Marchiani. In: LeMonde.fr. 15. Dezember 2005, abgerufen am 1. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im selben Jahr erfolgte auch die Gründung der Renk-Maag GmbH. Die Renk-Maag GmbH ging im Mai aus der Winterthurer Maag-Gear hervor, welche Turbo-Getriebe und Ersatzteile (auch für maritime Anwendungen) sowie Synchron-, Schalt- und Zahnkupplungen herstellte.<ref>Lockere Schraube legt deutsche Kriegsschiffe lahm. In: Tagesanzeiger. 2. Juni 2009, S. 17.</ref>

Ab 2011 war Renk aufgrund der mehrheitlichen Übernahme der mittlerweile zur MAN SE gewandelten Gutehoffnungshütte durch die Volkswagen AG ein Mitglied der Volkswagengruppe. Volkswagen hielt zwischenzeitlich 76 Prozent der Aktien der Gesellschaft.<ref name=":3">Anton Riedl: Börsenkandidat Renk: Der märchenhafte Wiederaufstieg des Leopard-Getriebebauers. In: WirtschaftsWoche. 28. Februar 2023, abgerufen am 31. Mai 2023.</ref><ref name=":1">Thomas Fromm: "Boah, die macht jetzt Panzer": Renk-Chefin Wiegand in der Zeitenwende. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Januar 2023, abgerufen am 31. Mai 2023.</ref>

2012 erfolgte die Gründung der Renk Shanghai Service and Commercial Ltd. Co. und damit die Eröffnung eines Renk-Servicestützpunktes in Shanghai.<ref>Bundesanzeiger (Hrsg.): Renk Aktiengesellschaft Jahres- und Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2013 bis zum 31.12.2013. 30. Juli 2014.</ref> 2017 übernahm die Renk AG die niederländische Damen Schelde Gears B.V., einen Hersteller von Schiffsgetrieben.<ref>News Bites (Hrsg.): Damen Schelde Gears acquired by RENK. 11. Dezember 2017.</ref> Ebenfalls in diesem Jahr wurden die Tochtergesellschaften Renk Gears Private Ltd. in Indien sowie die Renk Korea Co. Ltd. in Korea gegründet.<ref>Renk AG (Hrsg.): Renk AG Geschäftsbericht 2017. 8. Februar 2018, S. 52 (renk-group.com [PDF]).</ref><ref>RENK GEARS PRIVATE LIMITED. In: Connect2India. Abgerufen am 1. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Es folgte eine weitere internationale Expansion durch die Übernahmen von Horstman Holdings Limited in Großbritannien (2019),<ref name=":3" /> dem Geschäftsbereich Combat Propulsion Systems des Rüstungsunternehmens L3Harris Technologies in den USA (2019) und General Kinetics in Kanada (2023)<ref name=":8">RENK Group Acquires General Kinetics, the North American Leader in Suspension Systems for Combat Mobility from CIEL Capital. In: Business Wire. 9. Februar 2023, abgerufen am 31. Mai 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>; Spezialisten für Federungen und Fahrwerke und Anbieter von Mobilitätssystemen für gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge.<ref name=":3" />

Zum Jahresende 2018 wurde die Renk AG aus der MAN SE in die Volkswagen Vermögensverwaltungs-GmbH ausgegliedert.<ref name="hv einladung 2019">Renk Aktiengesellschaft: Bekanntmachung der Einberufung zur Hauptversammlung am 07.05.2019 in Augsburg mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung gemäß §121 AktG. DGAP News, 22. März 2019, abgerufen am 30. Juni 2019.</ref> Der Mehrheitseigentümer Volkswagen schloss Ende Januar 2020 eine Verkaufsvereinbarung für seinen Anteil mit der Private-Equity-Gesellschaft Triton.<ref name=":3" /> Im Dezember 2020 beschloss die Hauptversammlung der Renk AG im Rahmen einer Verschmelzung auf die Rebecca BidCo AG, einem Portfoliounternehmen des Triton Fund V, die Übertragung der Aktien ihrer Minderheitsaktionäre gegen Gewährung einer Barabfindung und im Anschluss die Umwandlung der AG in die RENK GmbH. Im anschließenden Spruchverfahren vor dem Landgericht München wandten sich insgesamt 75 Antragsteller gegen die Höhe der festgelegten Barabfindung. Das Verfahren wurde durch einen Vergleich beendet.<ref>Renk AG: Spruchverfahren durch Vergleich beendet. In: Spruchverfahren direkt. 6. September 2022, abgerufen am 31. Mai 2023.</ref> Seit Februar 2021 war Renk nicht mehr an der Börse notiert.<ref name=":0">Joachim Herr: Renk beruft neuen Finanzchef. In: Börsen-Zeitung. 8. Dezember 2021, abgerufen am 31. Mai 2023.</ref>

Datei:Rotterdam Ahoy Europort 2011 (42).JPG
Renk-Schiffsgetriebe

Im Oktober 2023 plante das Unternehmen, dessen Konzernobergesellschaft hierzu zur Renk Group AG umfirmierte, einen neuerlichen Börsengang. Dieser wurde kurzfristig abgesagt<ref>Arno Schütze: Panzer-Zulieferer Renk sagt Börsengang ab. In: Handelsblatt. 5. Oktober 2023, abgerufen am 7. Oktober 2023.</ref> und fand erst am 7. Februar 2024 statt. Die Aktien wurden zum Preis von 15 Euro pro Stück angeboten (Renk also mit 1,5 Mrd. Euro bewertet).<ref> Renk holt IPO nach – Blitzplatzierung am Mittwoch geplant. Abgerufen am 6. Februar 2024.</ref>

Der Finanzinvestor Triton platzierte 33,3 Millionen Renk-Aktien für 500 Millionen Euro bei institutionellen Investoren.<ref>Reuters / dpa: Rüstungszulieferer Renk legt erfolgreichen Börsengang hin (7. Februar 2024)</ref> Im März 2024 lag der Streubesitz bei 23,35 %, 71,10 % gehörten der Rebecca BidCo SARL, einer Gesellschaft des Triton V-Fonds.<ref>https://www.onvista.de/aktien/RENK-GROUP-AG-Aktie-DE000RENK730</ref> Am 24. Dezember 2024 unterzeichnete die Renk Group AG eine Vereinbarung zur Übernahme des US-amerikanischen Getriebeherstellers Cincinnati Gearing Systems Inc.<ref>RENK Group AG unterzeichnet Vereinbarung zur Übernahme von Cincinnati Gearing Systems Inc. Abgerufen am 26. Januar 2025.</ref>

Aktionärsstruktur

(Stand: März 2025)

Unternehmensstruktur

Die Renk Group AG ist die Muttergesellschaft des Konzerns. Sie ist durch die unmittelbare hundertprozentige Beteiligung an der Renk FinCo GmbH indirekt an den operativ tätigen Renk-Unternehmen beteiligt.<ref name="Konzernabschluss 2020">Bundesanzeiger (Hrsg.): RENK Holding GmbH (vormals: Rebecca HoldCo GmbH) Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020. 23. November 2021.</ref> Renk ist in vier selbstständige strategische Geschäftseinheiten eingeteilt: Spezialgetriebe (Industrie- und Schiffsgetriebe), Fahrzeuggetriebe, Standardgetriebe und Gleitlager.

Tochtergesellschaften

Zum Konzern gehören unter anderem folgende Tochtergesellschaften:

<templatestyles src="column-multiple/styles.css" />

  • Renk GmbH, Augsburg,
  • Renk FinCo GmbH, München,
  • Renk Magnet-Motor GmbH, Starnberg (vormals: Magnet-Motor GmbH),
  • Renk Test System GmbH, Augsburg,
  • Renk-Maag GmbH, Winterthur, Schweiz,
  • Renk France S.A.S., Saint-Ouen-l'Aumône, Frankreich,
  • Horstman Holdings Limited, Bath, UK,
  • Horstman Defence Systems Limited, Bath, UK,
  • Renk America LLC, Muskegon (MI), USA*,
  • Renk Holdings Inc., Muskegon (MI), USA**,
  • Renk America Marine & Industry LLC, Cincinnati (OH), USA,
  • Renk Corporation, Duncan (SC), USA,
  • Renk Systems Corporation, Camby (IN), USA,
  • Horstman Inc., Sterling Heights (MI), USA,
  • Horstman Canada Inc., Kanada***.

*Renk America LLC entstand 2021 aus dem von L3Harris Technologies erworbenen Geschäftsbereich Combat Propulsion Systems. **Im Zuge der Etablierung der Renk America LLC wurde die Renk Holdings Inc. gegründet, um alle US-Aktivitäten zu bündeln. ***Horstman Inc. Canada entstand 2023 aus der Fusion des Rüstungsunternehmens General Kinetics mit dem in Kanada bestehenden Kompetenzzentrum.<ref>RENK Group übernimmt General Kinetics. In: Renk. 30. Januar 2023, abgerufen am 7. Juli 2023.</ref>

Standorte

Die Renk Group hat Fertigungswerke in Augsburg (Fahrzeug-, Industrie- und Schiffsgetriebe, Prüfsysteme), Rheine (Industrie- und Schiffsgetriebe, Kupplungen), Hannover (Gleitlager, Kupplungen), Starnberg (Renk Magnet-Motor), Bath/England, Saint-Ouen-l’Aumône/Frankreich (Fahrzeuggetriebe), Winterthur/Schweiz, Muskegon/USA, Sterling Heights/USA und Kanada sowie ein Vertriebs- und Konstruktionsbüro in Sonthofen im Allgäu. Zudem unterhält Renk in über 100 Ländern eigene Vertretungen.<ref name=":3" /><ref>Standorte. In: Renk GmbH. Abgerufen am 31. Mai 2023.</ref>

Kritik

Umstrittene Rüstungsexporte

In der Vergangenheit wurde immer wieder Kritik laut, dass die von deutschen Unternehmen hergestellten Rüstungsgüter entgegen gesetzlicher Bestimmungen auch in Krisen- und Konfliktregionen exportiert werden. Insbesondere die Ausfuhr in Länder wie beispielsweise Saudi-Arabien oder Algerien wurde dabei kritisch gesehen. Renk beteiligt sich an solchen Programmen.<ref name="ZEIT">Hauke Friederichs: Tödliche Puzzlestücke. In: Die Zeit. 6. Juni 2013, abgerufen am 1. Juni 2023.</ref><ref>Wolf-Dieter Vogel: Kaum gebremst - Deutsche Waffen für Nahost. In: Deutschlandfunk. 16. März 2017, abgerufen am 1. Juni 2023.</ref> In Reaktion auf den russischen Überfall auf die Ukraine wandelte sich die öffentliche Sichtweise auf Exporte deutscher Rüstungsgüter in das Ausland. Es wurde eine Zeitenwende erklärt und auch die Sicht auf Renk änderte sich. Seitdem wird Renk attestiert, wie auch anderen Unternehmen, notwendiger Hersteller für den Bereich zu sein.<ref name=":1" /><ref>Martin Murphy: Die Umsatzmilliarde fest im Visier. Hrsg.: Handelsblatt. Nr. 43, 1. März 2023, S. 29.</ref>

Schmiergeldaffäre

Renk schloss am 29. September 1993 einen Vertrag mit Giat Industries über die Lieferung von Getrieben für 436 Panzer vom Typ Leclerc ab.<ref name=":6"></ref> Der Umsatz aus diesem Geschäft belief sich auf etwa 100 Millionen Euro. Die Panzer wurden für die Vereinigten Arabischen Emirate hergestellt.<ref>Renk sieht trotz roter Zahlen wieder Land. In: Süddeutsche Zeitung. 6. Dezember 1993, S. 32.</ref> Um diesen Auftrag zu bekommen, hatten Renk-Vorstandssprecher Manfred Hirt und sein Stellvertreter Norbert Schulze Bestechungsgelder in Höhe von insgesamt 5,13 Mio. DM an Jean-Charles Marchiani und Yves Manuel gezahlt. Marchiani war in diesem Zeitraum Berater des französischen Innenministers Charles Pasqua und später Präfekt des Départments Var. Als Deckmantel für die Geldzahlung diente ein Beratervertrag vom 19. September 1993 mit der Irish Euro Agencies Ltd. Das Geld wurde zunächst auf ein Konto bei der Westminster Bank in London eingezahlt und dann auf zwei Schweizer Konten geleitet.<ref name=":6" />

Marchiani wurde wegen Bestechlichkeit zu drei Jahren Haft ohne Bewährung und 150.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Yves Manuel erhielt wegen Komplizenschaft bei der Bestechung einer Person im öffentlichen Dienst drei Jahre Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe über 150.000 Euro.<ref name=":7">Pascale Robert-Diard: Prison ferme pour Jean-Charles Marchiani. In: Le Monde. 15. Dezember 2005, abgerufen am 1. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>M. Marchiani a été doublement condamné en appel à de la prison ferme. In: Le Monde. 1. März 2007, abgerufen am 1. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch die nach französischem Recht verhängten Urteile gegen Hirt und Schulze wurden im März 2007 durch das Pariser Berufungsgericht bestätigt. Beide erhielten 18 Monate Haft auf Bewährung und Geldstrafen in Höhe von je 100.000 Euro.<ref>Bewährungsstrafen für Renk-Manager in Korruptionsaffäre bestätigt. In: 123recht.net. 1. März 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. Juli 2012; abgerufen am 31. Mai 2023.</ref><ref name=":7" />

Literatur

  • Sven Feyer: Die MAN im Dritten Reich – Ein Maschinenbauunternehmen zwischen Weltwirtschaftskrise und Währungsreform. Nomos Verlag, 2018, ISBN 978-3-8487-4338-4.
  • Günther Grünsteudel u. a. (Hrsg.): Augsburger Stadtlexikon. 2. Auflage. Perlach-Verlag, 1998, ISBN 3-922769-28-4.
  • Victor-Georg Hohmann: Augsburger Wirtschaftsalmanach. Archiv-Verlag, 1952.
  • Wolfgang Kučera: Fremdarbeiter und KZ-Häftlinge in der Augsburger Rüstungsindustrie. AV Verlag, 1996, ISBN 978-3-925274-28-2.

Weblinks

Commons: Renk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende

Vorlage:Hinweisbaustein Koordinaten: 48° 21′ 9,6″ N, 10° 53′ 10,5″ O

 {{#coordinates:48,35267|10,88625|primary
   |dim=
   |globe=
   |name=
   |region=DE-BY
   |type=landmark
  }}