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Abfallbeauftragter

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Basisdaten
Titel: Verordnung über Betriebsbeauftragte für Abfall
Kurztitel: Abfallbeauftragtenverordnung
Abkürzung: AbfBeauftrV
Art: Bundesrechtsverordnung
Geltungsbereich: Bundesrepublik Deutschland
Rechtsmaterie: Besonderes Verwaltungsrecht, Umweltrecht
Fundstellennachweis: 2129-56-4
Erlassen am: 2. Dezember 2016
(BGBl. I S. 2770)
Inkrafttreten am: 1. Juni 2017
Letzte Änderung durch: Art. 9 Abs. 2 G vom 30. September 2025
(BGBl. 2025 I Nr. 233 vom 6. Oktober 2025)
Inkrafttreten der
letzten Änderung:
7. Oktober 2025
(Art. 11 Abs. 1 G vom 30. September 2025)
Bitte den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung beachten.

Ein Abfallbeauftragter oder Betriebsbeauftragter für Abfall berät den Unternehmer oder Betreiber einer Anlage und die Betriebsangehörigen in Angelegenheiten, die für die Kreislaufwirtschaft und die Abfallbeseitigung bedeutsam sein können. Er gehört zu einer Reihe von „Betriebsbeauftragten des Unternehmens“, wie sie in Deutschland für verschiedene Unternehmungen und Zwecke geregelt sind; seine Bestellung, seine Aufgaben und die persönlichen Anforderungen an ihn sind durch Gesetz und Verordnung bestimmt.

Aufgaben

Der Abfallbeauftragte wirkt als Berater in Angelegenheiten der Kreislaufwirtschaft, insbesondere der Abfallvermeidung und -verwertung, sowie der Abfallbeseitigung. Er ist sach- und fachkundig, was Abfallkunde, Beseitigungsmöglichkeiten, Gefahrenkunde und Rechtslagen angeht. Er ist ein Instrument der innerbetrieblichen Selbstüberwachung und hat keine unmittelbaren Pflichten gegenüber einer Aufsichtsbehörde. Abfallbeauftragte können Angestellte des jeweiligen Unternehmens (Betriebsangehöriger Abfallbeauftragter) sein oder ausnahmsweise<ref>auf Antrag nach Gestattung durch die zuständige Überwachungsbehörde, § 5 AbfBeauftrV</ref> extern bestellt werden. Abfallerzeuger und -besitzer sowie Anlagenbetreiber entledigen sich durch Bestellung eines Beauftragten jedoch nicht ihrer eigenen Verantwortung zum ordnungsgemäßen Umgang mit Abfällen.<ref>C. Stephan: Der Betriebsbeauftragte für Abfall nach dem KrWG, in: Bilitewski, Quicker, Schnurer, Zeschmar-Lahl (Hrsg.): Müllhandbuch, Erich-Schmidt-Verlag, Berlin, KZ 1590, Lfg. 3/2013</ref>

Rechtliche Grundlagen

Basis sind § 59 und § 60 Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG); § 59 bestimmt den Kreis derer, die einen bestellen müssen, und § 60, wofür er bestellt wird, also seine Aufgaben.

Die Verpflichteten und die Anforderungen an die, die sie bestellen müssen und können, regelt das durch das KrWG ermächtigte Bundesministerium mit der Verordnung über Betriebsbeauftragte für Abfall (Abfallbeauftragtenverordnung – AbfBeauftrV)<ref>Abfallmanager Medizin: Der Abfallbeauftragte, 29. März 2017. Ermächtigung in § 59 Abs. 1 S. 2 und 60 Abs. 3 S. 2 KrWG</ref>. Sie beschreibt in Abschnitt 2 die Anforderungen an den Abfallbeauftragten, nämlich insbesondere Zuverlässigkeit (§ 8) und Fachkunde (§ 9). Daneben finden sich auch in § 55 des Bundesimmissionsschutzgesetzes Regelungen.

Die Vollzugshilfe zur Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) formuliert die Notwendigkeit, den Betriebsbeauftragten für Abfall sorgfältig auszuwählen<ref>LAGA M18</ref>.

Pflicht zur Bestellung

§ 59 KrWG bestimmt in Verbindung mit § 2 Absatz 1 Abfallbeauftragtenverordnung diejenigen Betreiber von Abfallanlagen, insbesondere von immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftigen (gefährlichen) Anlagen und von Anlagen, in denen mit gefährlichen Abfällen umgegangen wird, sowie Betreiber von Rücknahmesystemen und -stellen (im Rahmen der Produktverantwortung, ab § 23 KrWG), die einen Abfallbeauftragten zu bestellen haben. Dabei sind Art der Abfälle, Mengen und Branche des Unternehmens ausschlaggebend.

Gegen die verpflichtete Person, also d. Geschäftsführer(in) und ggf. die juristische Person, die die Bestellung -auch fahrlässig- unterlassen, sind Bußgelder zu verhängen<ref>§ 69 Abs. 2 Ziff. 14 KrWG</ref>.

Persönliche Anforderungen

Abfallbeauftragte müssen zuverlässig im Sinne der AbfBeauftrV sein. In § 8 Absatz 2 finden sich entsprechende Ausschlusskriterien. Weiterhin müssen sie die Anforderungen an die Fachkunde laut § 9 Absatz 1 der AbfBeauftrV erfüllen. Berufliche Qualifikation, Berufserfahrung und Teilnahme an Lehrgängen sind hier die Grundvoraussetzung.<ref>Abfallmanager Medizin: Anforderungen an Abfallbeauftragte ab 1. Juni 2017, 31. März 2017.</ref> Zudem besteht für Abfallbeauftragte eine kontinuierliche Fortbildungspflicht. Mindestens alle zwei Jahre ist ein behördlich anerkannter Lehrgang zu besuchen. Laut Anlage 1 zu § 9 der AbfBeauftrV sollen darin Kenntnisse des Abfallrechts und der Abfalltechnik (u. a. Recht, Arbeitsschutz, Haftung, Entsorgung) sowie Kenntnisse über die Position des Abfallbeauftragten (Rechte, Pflichten, Bestellung) vermittelt werden.

Weblinks

Wiktionary: Abfallbeauftragter – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

Literatur

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