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Fishbowl (Diskussionsmethode)

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Datei:Fishbowl diagram 172.png
Fishbowl-Methode

Fishbowl (auch Innen-/Außenkreis-Methode) ist eine Methode der Diskussionsführung in großen Gruppen mit dem Ziel, möglichst viele Teilnehmer aktiv zu beteiligen und somit eine Vielzahl unterschiedlicher Ideen und Perspektiven berücksichtigen zu können. Die Methode hat ihren Namen in Anlehnung an die runde Sitzordnung: Sie gleicht einem Goldfischglas, um das die Teilnehmer im Kreis herumsitzen.<ref name=":0">Methoden und Techniken: Fish Bowl. Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung, 2026, abgerufen am 26. April 2026.</ref>

Voraussetzungen

Da ca. 15 bis 25 Personen teilnehmen, sollte der Raum Konferenzraumgröße haben und genügend Stühle für alle Personen vorhanden sein. Für das Fixieren von Ideen für das anschließende Plenum benötigt man Stifte und Papier sowie einen erfahrenen Moderator, der die Regeln verständlich erklären und sicher durch den Prozess führen kann. Ein zusätzlicher Protokollant ist hilfreich. Der Zeitbedarf (ohne etwaige Raumvorbereitung) ist ca. 20 Minuten für Erklärungen und Einstimmen auf das Thema, 45 Minuten Diskussionszeit und 60 Minuten für die Plenumsphase.<ref name=":0" />

Ablauf eines Fishbowls

Bei der Fishbowl-Methode diskutiert eine kleine Gruppe von Teilnehmern im Innenkreis (im „Goldfisch-Glas“) das Thema, während die übrigen Teilnehmer in einem Außenkreis die Diskussion beobachten und Ideen der Personen des Innenkreises notieren.<ref name=":0" />

Möchte ein Teilnehmer aus dem Außenkreis zur Diskussion beitragen, setzt er sich auf den „Gast-Stuhl“, der im Innenkreis als freier Stuhl zur Verfügung steht. Der Teilnehmer aus dem Außenkreis kann darauf Platz nehmen und mitdiskutieren, bis er alles gesagt hat oder bis ein weiterer Teilnehmer aus dem Außenkreis auf dem Gast-Stuhl Platz nehmen will.<ref name=":0" />

In einer anderen Form der Methode dürfen Teilnehmer aus dem Außenkreis ein Mitglied des Innenkreises „abklopfen“. Dieses kann noch den Satz beenden und macht dann Platz für den Teilnehmer aus dem Außenkreis. Diese Form erfordert eine hohe Achtsamkeit und soziale Kompetenz der Teilnehmer bzw. des Moderators.<ref name=":1">Andrea Windolpf: Fishbowl Methode: Die Diskussionsmethode für große Gruppen. In: Projekte leicht gemacht. 13. Juli 2023, abgerufen am 26. April 2026.</ref>

Die Arbeit des Innenkreises sollte am Ende in der gesamten Gruppe besprochen werden, damit die bis dahin gefundenen Ideen reflektiert, gebündelt und priorisiert werden können.<ref name=":0" />

Regeln

  • Der freie Stuhl im Diskussionskreis darf von jedem Teilnehmer solange besetzt werden, bis er seinen Beitrag geleistet hat oder ein anderer Teilnehmer einen Beitrag leisten möchte.<ref name=":1" />
  • Seitengespräche sind zu vermeiden.<ref name=":0" />
  • Es spricht nur eine Person gleichzeitig.<ref name=":0" />

Neben diesen beispielhaften Regeln kann man auch weitere für die Organisation oder Gruppe hilfreiche Regeln ausmachen.

Vorteile gegenüber Plenumsdiskussionen

Die Diskussionsrunde ist überschaubar, da immer nur eine kleine Anzahl von Teilnehmern gleichzeitig diskutieren kann. Themen werden dadurch fokussierter und dichter.<ref name=":0" />

Alle Mitglieder kommen zu Wort, da sie fast jederzeit in den Innenkreis wechseln, ihre Meinung äußern und aktiv mitdiskutieren können.<ref name=":1" /> Dadurch und durch die Sitzordnung im Kreis entsteht eine hohe Identifikation aller Teilnehmer mit der Arbeit am Thema. Ein Teilnehmer, der nicht mehr aktiv mitdiskutieren will, kann relativ einfach von außen zuhören. Dadurch bleibt die Diskussion aktiv.<ref name=":2">Fishbowl: Diskussionsmethode einfach erklärt. In: Projektmagazin. Berleb Media GmbH, 31. Mai 2020, abgerufen am 26. April 2026.</ref>

Die Methode bietet unterschiedlich starken Teilnehmern ausgeglichenere Chancen, ihre Erfahrungen und Ideen einzubringen. Förderliche und hinderliche Dominanzverhältnisse werden durch den Ablauf der Platzwechsel sichtbar und im besten Fall verändert.<ref name=":2" />

Die Methode kann sehr gut gruppendynamische Prozesse sichtbar machen und als Spiegel dienen. Sprachliche Mittel wie Missionswillen bezüglich einer Idee oder Techniken der Rhetorik können sichtbar gemacht werden.<ref>Fishbowl – Politische Basisbildung. In: Politische Basisbildung. Datenbank der österreichischen Gesellschaft für politische Bildung, 2026, abgerufen am 26. April 2026.</ref>

Weblinks

  • Susanne Ulrich, Tamir Sinai: „Fishbowl“-Diskussionsmethode. In: Forschungsgruppe Jugend und Europa, Centrum für angewandte Politikforschung (C-A-P), Ludwig-Maximilians-Universität (Hrsg.): Demokratie – Just do it?! Motivation zu demokratischem Handeln im Alltag. Ein Seminarkonzept. Eigenverlag, München 2003, S. 13–16 (vielfalt-mediathek.de [PDF; abgerufen am 2. Mai 2023]).

Einzelnachweise

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