Spratzern
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| Basisdaten <ref name=KatGem>Magistrat der Stadt St. Pölten: Statistischer Jahresbericht 2015. </ref> | ||||||
| Fläche: | 14,4 km² | |||||
| Einwohner: | 6.540 (31. Dezember 2015) | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 454 Einwohner je km² | |||||
| Höhe: | 267 m ü. A. | |||||
| Postleitzahl: | 3106 | |||||
| Geografische Lage: | 48° 10′ N, 15° 37′ O
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| Katastralgemeinden | ||||||
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| Lage in St. Pölten | ||||||
| Datei:St.Pölten Karte Spratzern.svg | ||||||
Der Ort Spratzern liegt in Niederösterreich an der Traisen zwischen St. Georgen am Steinfelde im Süden, Harland und Stattersdorf im Osten, St. Pölten im Norden und Ober-Grafendorf im Westen und ist ein Stadtteil von St. Pölten. Spratzern wurde 1923<ref name="HistStadt"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Historische Stadtentwicklung auf st-poelten.gv.at ( des Vorlage:IconExternal vom 25. Oktober 2007 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>, Völtendorf, Schwadorf und Pummersdorf wurden 1939<ref name="HistStadt" /> eingemeindet.
Spratzern wird im allgemeinen Sprachgebrauch nur auf das Gebiet südlich der Westautobahn bezogen, tatsächlich erstreckt sich das Gebiet der Katastralgemeinde bis zur Strecke Franz-Jonas-Straße – Hacklgasse in den Norden. Der Ort ist in den letzten Jahrzehnten vollständig mit dem Stadtgebiet verwachsen, die Grenzen bestehen wesentlich nur mehr als Gebietseinheiten im Grundbuch.
Name
Der Name Spratzern wird auf zwei unterschiedliche Ursprünge zurückgeführt.
- spratz- von „spritzend“ oder „sprühend“ und wird auf die Stromschnellen der Traisen zurückgeführt<ref name="SpratzernMittelalter">Spratzern Einst und Jetzt, Kapitel Spratzern im Mittelalter, S. 29 ff.</ref>
- Siedler aus dem Spratztal, einem Zufluss der Rabnitz<ref name="SpratzernMittelalter" />, was als die wahrscheinlichere Variante gilt.
Geschichte
Die ersten bajuwarischen Siedler dürften sich im Gebiet um das Jahr 900 angesiedelt haben, erste urkundliche Erwähnungen finden sich ab dem 12. Jahrhundert.<ref name="SpratzernMittelalter" />
Die erste Etappe am Weg vom Bauerndorf zum Stadtteil vollzog sich 1850, als Spratzern eine Gemeinde wurde, zu der Teufelhof, Pummersdorf, Nadelbach, Hafing und Schwadorf gehörten. 1877 erfolgte die Anbindung an die Leobersdorfer Bahn.<ref name="SpratzernBauerndorf">Spratzern Einst und Jetzt, Kapitel Vom Bauerndorf zum Stadtteil, S. 35 ff.</ref>
Im Ersten Weltkrieg befand sich in Spratzern ein Kriegsgefangenenlager. In die Baracken zogen nach Auflösung des Lagers viele Eisenbahnarbeiter, die in den Werken Wörth arbeiteten. Dies änderte das Bevölkerungsprofil nachhaltig. Es wuchsen infrastrukturelle Einrichtungen wie Schule und Kirche, auch wurden mehr und mehr Geschäfte eröffnet.<ref name="SpratzernBauerndorf" />
Zu einem weiteren Wachstum führte die Eingemeindung im Jahr 1923<ref name="HistStadt" /> und die Traisenregulierung, die die Möglichkeit bot, die ehemaligen Überschwemmungsgebiete zu besiedeln.<ref name="SpratzernBauerndorf" /> In den Jahren von 1938 bis 1958 wurde im Bereich Spratzern die Westautobahn erbaut, bis 1945 fast ausschließlich durch die Arbeitskraft Kriegsgefangener.<ref name="SpratzernAutobahn">Spratzern Einst und Jetzt, Kapitel Vomon der Reichs-zur Westautobahn, S. 59 ff.</ref>
Die Traisenbrücke in Spratzern wurde im April 1945 von russischen Truppen gesprengt.<ref name="Spratzern1945">Spratzern Einst und Jetzt, Kapitel Quellen zum Jahr 1945, S. 47 ff.</ref>
Kriegsgefangenenlager
In Spratzern gab es in den beiden Weltkriegen Kriegsgefangenenlager.
Das Kriegsgefangenenlager im Ersten Weltkrieg wurde im September 1914 in Bau genommen. In Summe wurden acht Gruppen zu je sechzehn Baracken gebaut, darin wurden etwa 75.000 Gefangene inhaftiert. 1918 wurde das Lager aufgelöst und abgetragen.<ref name="SpratzernLager">Spratzern Einst und Jetzt, Kapitel Kriegsgefangenenlager Spratzern, S. 41 ff.</ref>
Im Zweiten Weltkrieg befand sich das Lager mit „Arbeitskommandos“ neben der Autobahnbaustelle. Das Lager wurde von der Roten Armee aufgelöst.<ref name="SpratzernAutobahnlager">Spratzern Einst und Jetzt, Kapitel Das Kriegsgefangenenlager neben der Autobahn, S. 65</ref>
Politik
Als Katastralgemeinde von St. Pölten hat Spratzern keinen eigenen Gemeinderat, die Bürgermeister vor 1922 finden sich in der Liste der Bürgermeister von St. Pölten.
Siehe auch: St. Pölten: Politik
Wirtschaft
Ansässige Unternehmen
In Spratzern befinden sich die Zentrallager von SPAR, REWE und ehemals Leiner. Weiters beherbergt der Stadtteil Häuser von Merkur, Media Markt, Bellaflora, Hornbach, Bauhaus, Nadlinger Hagebaumarkt<ref>Unternehmensgeschichte. In: Baumarkt Nadlinger. Abgerufen am 30. Dezember 2025.</ref> und diverse Autohändler. Auch das Wifi und sein Seminarzentrum, der Schwaighof, befinden sich im Stadtteil. Ebenfalls wird seit November 2025 ein Stützpunkt der Johanniter-Unfall Hilfe betrieben.
Öffentliche Einrichtungen
In Spratzern befinden sich zwei Volksschulen sowie vier Kindergärten.<ref name="Kindergärten">st-poelten.gv.at: Kindergärten: Senseng. Pestalozzistr. Eisenbahnerstr. Karl-Pfeffer Gasse</ref>
Bis zu ihrer Schließung befand sich die Kopal-Kaserne in Spratzern.
Die Polizeidienststelle übersiedelte im Jahre 2010 von der Aquilin-Hacker-Straße in die Rödlgasse.<ref name="Dienststellen">bmi.gv.at: Polizei Dienststellen</ref><ref name="Polizei">bmi.gv.at: Polizei neu Eröffnet</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Das VAZ St. Pölten ist ein Messe-, Kongress- und Veranstaltungszentrum, international bekannt als mehrjähriger Austragungsort des Frequency Musikfestivals.
Verkehr
Literatur
- Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten – Kulturverwaltung (Hrsg.): Spratzern einst und jetzt. = Aktivtage 2002. Magistrat der Landeshauptstadt St. Pölten, St. Pölten 2002.
Weblinks
- Spratzern in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
Einzelnachweise
<references />
Stadtteile (Gemeindegliederung): Harland | Ochsenburg | Pottenbrunn | Radlberg | Ratzersdorf | Spratzern | St. Georgen am Steinfelde | St. Pölten | Stattersdorf | Viehofen | Wagram
Katastralgemeinden und Ortschaften: Altmannsdorf | Dörfl (KG Dörfl bei Ochsenburg) | Eggendorf | Ganzendorf | Hafing | Harland | Hart | Kreisberg | Matzersdorf | Mühlgang | Nadelbach | Oberradlberg | Oberwagram | Ober-Zwischenbrunn (KG Oberzwischenbrunn) | Ochsenburg | Pengersdorf | Pottenbrunn | Pummersdorf | Ragelsdorf | Ratzersdorf an der Traisen | Reitzersdorf | Schwadorf | Spratzern | St. Georgen am Steinfelde | St. Pölten | Stattersdorf | Steinfeld | Teufelhof | Unterradlberg | Unterwagram | Unter-Zwischenbrunn (KG Unterzwischenbrunn) | Viehofen | Völtendorf | Waitzendorf | Wasserburg | Weitern | Wetzersdorf | Windpassing | Witzendorf | Wolfenberg | Wörth | Zwerndorf
Stadtteile (Siedlungskennzeichnung):
Am Pittnerberg •
Eisbergsiedlung •
Hubert Schnofl-Siedlung •
Kupferbrunn •
Oberwagram •
St. Pölten •
Spratzern •
Stattersdorf •
Teufelhof •
Unterwagram •
Viehofen •
Waldsiedlung
Dörfer:
Alt-Hart •
Altmannsdorf •
Eggendorf •
Ganzendorf •
Harland •
Mühlgang •
Nadelbach •
Oberradlberg •
Ober-Zwischenbrunn •
Ochsenburg •
Pengersdorf •
Pottenbrunn •
Pummersdorf •
Ragelsdorf •
Ratzersdorf an der Traisen •
Schwadorf •
St. Georgen am Steinfelde •
Steinfeld •
Unter-Zwischenbrunn •
Unterradlberg •
Völtendorf •
Waitzendorf •
Wasserburg •
Weitern •
Windpassing •
Witzendorf •
Zwerndorf |
Weiler:
Dörfl •
Hafing •
Kreisberg •
Mooshöfe •
Wetzersdorf •
Wolfenberg |
Rotten:
Matzersdorf •
Wörth |
Siedlungen:
Neu-Hart •
Bahnhofsiedlung |
Häusergruppe:
Freizeitgelände Ratzersdorf |
Sonstige Ortslagen:
Brauerei •
Feldmühle •
Schloss Ochsenburg •
Spanplattenwerk •
Regierungsviertel •
Reitzersdorf •
Prater •
Schloss Trauttmansdorff •
Traisenausiedlung •
Waschblausiedlung •
Waitzendorf-Siedlung •
Schloss Wasserburg
Zählbezirke/-sprengel: Altstadt | Zentr.Wohn-u.Erholungsgeb | Jüngere Wohngebiete I | Jüngere Wohngebiete II | Mischgeb.Wohn-sonst.Funkt: Eisberg-Siedlung • Werkstättensprengel • Schwaighof-Nord • Spratzern-Mitte • Spratzern-Ost-Harland • Daniel Gran-Schulsprengel • Glanzstoffsprengel • Viehofen • Schwaighof-Süd | Mischgeb.Wohn-sonst.Funkt: Kasernensprengel • Pernerstorferpl.-Teufelh. • Krankenhaussprengel | Überw.Siedlungsgebiete: Handel-Mazzetti-Straße • Oberwagram-Nord • Wagram-Ost • Hubert Schnofl-Siedlung • Traisenausiedlung • Kupferbrunn-Prater • Oberwagram-Süd • Unterwagram-Nordwest • Ertlstraße | Ländliche Randgebiete: Ober-und Unterradlberg • Ragelsdorf-Weitern • Waitzendorf-Witzendorf | Gemischte Randgebiete: Spratzern-West • Stattersdorf | Pottenbrunn: Pottenbrunn-Markt • Pottenbrunn-Umgebung | Ratzersdorf | St.Georgen am Steinfelde: St.Georgen-Zentralgebiet • Hart-Wörth • St.Georgen-Umgebung | Pummersdorf | Altmannsdorf
Ehemalige Gemeinden: Viehofen 1848–1922 | Spratzern 1850–1922 | Radlberg 1850–1939 | Stattersdorf 1850–1939 | Ratzersdorf 1850–1939, 1955–1971 | Ragelsdorf 1923–1969 | Pottenbrunn 1850–1971 | Sankt Georgen 1850–1971