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Seriata

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Seriata

Veraltete systematische Gruppe

Das hier behandelte Taxon ist nicht Teil der in der deutschsprachigen Wikipedia dargestellten Systematik. Näheres hierzu findet sich im Artikeltext.

Datei:TurbellerianWynaad.jpg

Landplanarie

Systematik
ohne Rang: Bilateria
ohne Rang: Urmünder (Protostomia)
Stamm: Plattwürmer (Plathelminthes)
Klasse: Strudelwürmer (Turbellaria)
Polyphyletisches Taxon:
Ordnung: Seriata
Wissenschaftlicher Name
Seriata
Bresslau, 1928–1933
Enthaltene Taxa

Bei den Seriata handelt es sich um eine ehemalige Ordnung der Plattwürmer, die die Gruppen der Proseriata und der Tricladida in einem Taxon zusammenführte. Die Gruppe wurde von morphologisch arbeitenden Taxonomen wie Ulrich Ehlers und Beate Sopott-Ehlers aufgrund morphologischer Merkmale verteidigt, von anderen wie Klaus Rohde bestritten. Später haben genetische Analysen (Phylogenomik) klargemacht, dass beide Gruppen keine Schwestergruppen sind.

Merkmale

Die Seriata haben ihren Namen von den seriell angelegten Gonaden, durch die sie von den übrigen Strudelwürmern unterschieden wurden. Wie die meisten Plattwürmer haben sie einen abgeflachten Körperbau. Als mögliche Synapomorphien wurden angegeben: a) röhrenförmiger (tubiformer) Pharynx, der in Ruhestellung in einer Pharynxtasche im Körper verborgen ist, darin kraus eingefaltet ist und vorgestreckt werden kann („Pharynx plicatus“). Dieser ist gegen das Parenchym des Körperlumens nicht durch eine Basalmembran abgegrenzt. b) Besonderer Bau der Gonaden mit einzeln umhüllten Follikeln und Dotterdrüsen (Vitellarien).<ref>Marco Curini-Galletti: The Proseriata. Chapter 5 in D.T.J. Littlewood &, R.A. Bray (editors): Interrelationships of the Platyhelminthes. CRC Press, Boca Raton etc., 2001. ISBN 0-7484-0903-3, S. 44.</ref>

Systematik

Spätere morphologische Untersuchungen<ref>E.E. Kornakova (2013): Ultrastructural and Morphological Features of the Turbellarian Worm Bothrioplana semperi and Problem of Monophyly of Seriata (Platyhelminthes, Turbellaria). Journal of Evolutionary Biochemistry and Physiology 49 (2): 234—242.</ref> zeigten, dass die vermeintliche Zusammengehörigkeit der Gruppen anhand der morphologischen Merkmale vermutlich auf deren fehlerhafter Interpretation beruht. Vor allem aber zeigten Untersuchungen der Phylogenie auf der Basis des Vergleichs homologer DNA-Abschnitte keine Zusammengehörigkeit.<ref>J. Baguñà, S. Carranza, J. Paps, I. Ruiz-Trillo, M. Riutort: Molecular taxonomy and phylogeny of the Tricladida. Chapter 6 in D.T.J. Littlewood &, R.A. Bray (editors): Interrelationships of the Platyhelminthes. CRC Press, Boca Raton etc., 2001. ISBN 0-7484-0903-3</ref> Beide Gruppen gehören innerhalb der Platyhelminthes in das Subphylum Rhabditophora. Während aber die Proseriata darin relativ basal stehen, ergibt sich für die Tricladida eine abgeleitete Position, vermutlich als Schwestergruppe der Ordnung Prolecithophora.<ref>Marta Riutort, Marta Álvarez-Presas, Eva Lázaro, Eduard Solà, Jordi Paps (2012): Evolutionary history of the Tricladida and the Platyhelminthes: an up-to-date phylogenetic and systematic account. International Journal of Developmental Biology 56 (1-3): 5-17. doi:10.1387/ijdb.113441mr</ref> Ein Taxon Seriata existiert demgemäß nicht.

Literatur

  • Salvador Carranza, D. Timothy J. Littlewood, Karen A. Clough, Inaki Ruiz-Trillo, Jaume Baguna, Marta Riutort: A Robust Molecular Phylogeny of the Tricladida (Platyhelminthes: Seriata) with a Discussion on Morphological Synapomorphies. Proceedings: Biological Sciences, Vol. 265, No. 1396, S. 631–640, Royal Society of London, 7. April 1998

Einzelnachweise

<references />