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Hans Gerstinger

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Hans Gerstinger (* 23. Dezember 1885 in Großhaslau; † 2. Juli 1971 in Graz) war ein österreichischer Altphilologe und Hochschullehrer.

Leben

Hans Gerstinger war katholisch, besuchte das Stiftsgymnasium Melk<ref>Hans Gerstinger: Hans Gerstinger: Festgabe zum 80. Geburtstag, Akademische Druck- u. Verlag-Anstalt, 1966, S. 5.</ref> und studierte nach der Matura Klassische Philologie, Geschichte und Germanistik an der Universität Wien, wo er 1912 zum Dr. phil. promoviert wurde. Er legte 1913 die Lehramtsprüfung für Latein, Griechisch und Deutsch ab und arbeitete anschließend als Gymnasiallehrer in Wien. 1914 trat er in den Dienst der Wiener Hofbibliothek. Von 1914 bis 1918 leistete Gerstinger Kriegsdienst. Ab 1923 war er Abteilungsleiter der Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. Im Jahr 1928 habilitierte er sich für klassische Philologie, Byzantinistik und Papyruskunde. Sein Spezialgebiet waren griechische und byzantinische Papyri.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Stadt Wien (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wien.gv.at 80. Geburtstag von Hans Gerstinger, Rathauskorrespondenz 21. Dezember 1965.</ref> Von 1931 bis 1936 war er Vorstand der Handschriften- und Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek. 1934 wurde er außerordentlicher Professor an der Universität Wien. Er erhielt Rufe auf Professuren nach Prag und Innsbruck, die er aber ablehnte. Ab 1936 war er Mitglied der Prüfungskommission für das Mittelschullehramt in Wien bzw. Graz und ab 1945 deren Direktor. 1940 wurde er ordentlicher Professor an der Universität Graz, wo er 1946–1947 Dekan und 1947–1948 Rektor war.<ref>Einer seiner Schüler war der Indogermanist Hans Schmeja.</ref> Ebenfalls 1940 wurde er korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften; die wirkliche Mitgliedschaft erhielt er 1949. Ab 1948 war er Direktor der Bundesanstalt für Leibeserziehung in Graz, ab 1949 Mitglied des Österreichischen Archäologischen Instituts. Er war verheiratet mit Paula Gerstinger, geborene Soeding. Ihr gemeinsamer Sohn, der Dramaturg und Schriftsteller Heinz Gerstinger, wurde 1919 in Wien<ref>Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 372–373.</ref> geboren.

Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

  • Die griechische Buchmalerei, 2 Bände, 1926
  • Die Wiener Genesis, 1931
  • Das Statutenbuch des Ordens vom Goldenen Vlies, 2 Bände, 1934
  • Der Wiener Dioskurides. Codex Vindobonensis medicus graecus 1 [der Österreichischen Nationalbibliothek]. Hrsg. von Hans Gerstinger, Band I: Faksimile, Band II: Kommentarband. Graz 1970 (= Codices selecti, phototypice impressi. Band 12).

Literatur

  • DBE – Deutsche Biographische Enzyklopädie. Zweite, überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 3 Einstein – Görner. Hg. Rudolf Vierhaus. Saur, München 2006, S. 792.
  • Hans Georg Gundel: „In memoriam Hans Gerstinger (1885–1971)“. In: Archiv für Papyrusforschung und verwandte Gebiete. Band 22/23 (1974), S. 397–399.
  • Alois Kernbauer: „Hans Gerstinger.“ In: Das Fach Klassische Philologie an der Universität Graz vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Mit Beiträgen von Herbert H. Egglmaier, Walter Höflechner, Alois Kernbauer, Walter Primig, Peter G. Tropper, Franz-Anton Wallisch. In: Beiträge und Materialien zur Geschichte der Wissenschaften in Österreich. Hrsg. Walter Höflechner (= Publikationen aus dem Archiv der Universität Graz 11), Graz 1981, S. 249–257.
  • Robert Teichl: Österreicher der Gegenwart. Lexikon schöpferischer und schaffender Zeitgenossen. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1951, S. 78.

Weblinks

Einzelnachweise

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Erster Lehrstuhl: Albert Muchar (1827–1849) | Karlmann Tangl (1850–1863) | Karl Schenkl (1863–1875) | Otto Keller (1875–1881) | Alois Goldbacher (1882–1908) | Josef Mesk (1909–1914) | Richard Meister (1918–1920) | Karl Mras (1921–1933) | Otmar Schissel von Fleschenberg (1926–1943) | Carl Koch (1943–1945) | Endre von Ivánka (1947–1961) | Karl Vretska (1961–1971) | Eugen Dönt (1971–1981) | Walter Pötscher (1982–1997) | Eveline Krummen (1999–2021)

Zweiter Lehrstuhl: Emanuel Hoffmann (1850–1856) | Max Theodor von Karajan (1857–1904) | Richard Cornelius Kukula (1905–1919) | Karl Prinz (1919–1939) | Hans Gerstinger (1940–1960) | Franz Stoessl (1961–1981) | Franz Ferdinand Schwarz (1982–1996) | Ursula Gärtner (seit 2016)

Dritter Lehrstuhl: Wilhelm Kergel (1871–1891) | Heinrich Schenkl (1892–1917) | Josef Mesk (1917–1940) Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

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Josef Karabacek (1899–1904, Direktor der Hofbibliothek) | Karl Wessely (1904–1922, Kustos „extra statum“) | Theodor Seif (1923–1930, Orientalische Abteilung) | Hans Gerstinger (1923–1936, bis 1931 Griechische Abteilung, danach Gesamtleitung) | Walter Till (1936–1942 und 1948–1951) | Franz Unterkircher (1951–1956, dienstrechtlicher Vorstand, eigentlich Direktor der Handschriftensammlung) | Herbert Hunger (1956–1962) | Helene Loebenstein (1962–1984) | Hermann Harrauer (1984–2005) | Cornelia Römer (2005–2009) | Bernhard Palme (seit 2009)

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