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Eikthyrnir

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Eikthyrnir ist ein Hirsch der nordischen Mythologie. Er steht auf dem Dach Walhalls und nagt an den Zweigen des Baumes Lärad. In der Lieder- wie der Prosa-Edda heißt es: „Von seinem Horngeweih tropft es nach Hvergelmir. Davon stammen alle Ströme.“<ref>Lieder-Edda: Grimnismál 26; Prosa-Edda: Gylfaginning 39. Übersetzung nach: Karl Joseph Simrock: Die Edda. 1851.</ref>

Deutung

Lärad gilt als Synonym für den Weltenbaum Yggdrasil. Hvergelmir ist der Brunnen des Urwerdens, die Schöpfungsquelle. Nach der Prosa-Edda-Textvariante T steht der Hirsch nicht auf dem Dach, sondern in Walhall. Das tropfende Geweih deutet Rudolf Simek als Anklang an andere mythische Urwesen wie die Ziege Heidrun oder die Urkuh Audumla.<ref name=":0">Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie (= Kröners Taschenausgabe. Band 368). 3., völlig überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X, (Stichwort: Eikthyrnir).</ref>

Etymologie

Der Name Eikthyrnir, altnordisch Eikþyrnir, setzt sich zusammen aus altnordisch eikEiche, (großer) Baum‘ und einem zweiten Bestandteil, der meist im Zusammenhang mit altnordisch þornDorn‘ gesehen wird.<ref>Gerhard Köbler: Altnordisches Wörterbuch. 2. Auflage, 2003. Stichwörter: eik, þorn, þyrna und þyrnir. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. April 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/homepage.uibk.ac.at. − Walter Baetke: Wörterbuch der altnordischen Prosaliteratur. 1. & 2. Auflage. Digitale Fassung, Greifswald 2006, Stichwörter: eik, þorn. – Nach dem altnordischen Wörterbuch von Gerhard Köbler gibt es das Wort þyrnir ‚Dornbusch‘, das von altnordisch þyrna ‚sich verteidigen, von Dornensträuchern umgeben‘ abstammt, einer Ableitung von altnordisch þorn ‚Dorn, Nadel‘. Im Wörterbuch von Walter Baetke wird davon nur þorn erwähnt.</ref> Gedeutet wird der Name als ‚Eichdorn‘<ref>Arthur Häny: Die Edda (Übersetzung). 3. Auflage. Manesse Verlag, Zürich, 1989, ISBN 3-7175-1731-7.</ref>, ‚eichendornig‘<ref>Andy Orchard: Dictionary of Norse Myth and Legend. London 1998, ISBN 0304-35134-2.</ref>, ‚Eichdornbusch‘<ref>Gerhard Köbler: Altnordisches Wörterbuch. 2. Auflage, 2003.</ref> oder ‚der mit eichenartigem Geweih‘.<ref name=":0" />

Literatur

Einzelnachweise

<references />