Otto Gumpinger
Otto Gumpinger (* 24. April 1956 in Sankt Willibald) ist ein ehemaliger österreichischer Politiker (ÖVP) und Unternehmer.
Ausbildung
Otto Gumpinger absolvierte an der HTBLA II (heute LiTEC) eine technische Grundausbildung in der Fachrichtung Elektrotechnik. Es folgte ein Studium der Sozialwissenschaften an der Universität Linz, welches er mit dem Titel Magister abschloss. Seinen Grundwehrdienst leistete er bei der Militärmusik Oberösterreich ab.
Politische Tätigkeit
Seine politische Karriere begann 1977 bei der Jungen ÖVP Oberösterreich. Von 1985 bis 1986 war er Mitglied des Linzer Gemeinderats.
Er war von 1985 bis 2007 Landtagsabgeordneter in Oberösterreich. Weiters war er Präsident des oberösterreichischen Familienbundes und von "Eine Welt – Oberösterreichische Landlerhilfe".
Otto Gumpinger ist ein Verfechter des „gleichen Wahlrechts für alle Staatsbürger von Geburt an“. Noch nicht wahlberechtigte Kinder sollen bei Wahlen Stimmrecht erhalten, das dann vertretungsweise von den Eltern wahrgenommen werden kann.<ref>Otto Gumpinger: Gleiches Wahlrecht für alle Staatsbürger von Geburt an. ots.at</ref>
Schlepperaffäre
Nachdem gegen ihn ein Strafantrag betreffend Menschenschmuggel und Veruntreuung eingebracht wurde, stellte er im Juni 2007 sein Landtagsmandat ruhend. Seine politische Immunität wurde bereits im Herbst 2006 vom oberösterreichischen Landtag auf seinen Vorschlag hin aufgehoben. Ihm wurde zur Last gelegt, 27 Moldawiern zur illegalen Einreise in den Schengen-Raum verholfen zu haben. Er soll pro Geschlepptem 450 Euro bekommen und darüber hinaus noch mehr als 17.000 Euro veruntreut haben. Gumpinger bestritt alle Vorwürfe mit dem Argument, seine Organisation fördere nur touristische Gruppenreisen von Osteuropäern nach Westeuropa, er sei getäuscht und missbraucht worden. Am 11. September 2007 wurde er am Landesgericht Linz der Schlepperei mit bedingtem Vorsatz und Veruntreuung schuldig gesprochen und zu 2 Jahren unbedingter Haft verurteilt. Gumpinger legte Berufung ein. Am 13. September 2007 beantrage der ÖVP-Landtagsklub beim Landesrechnungshof eine Prüfung sämtlicher Vereine, die durch Otto Gumpinger geleitet wurden.<ref>Schlepperei: Gumpinger unter Verdacht. ORF. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. Strafantrag gegen Landtagsabgeordneten. ORF (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2022. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. ÖVP-Politiker in Schlepperprozess verurteilt. Die Presse, 11. September 2007. Linz: Zwei Jahre Haft für VP-Politiker wegen Schlepperei. Die Presse, 11. September 2007. Landler-Affäre. theaustrianbankerspiderweb.blogspot.com</ref> In der Berufungsverhandlung am 16. Juni 2008 wurde das Verfahren wieder an die erste Instanz zurückgegeben und das Ersturteil aufgehoben. In der Verhandlung vom 9. September 2011 am Landesgericht Linz wurde seitens der Staatsanwaltschaft die Verlesung der schriftlich vorliegenden Aussagen der 9 moldawischen Zeugen, die Gumpinger entlasteten, zugestimmt und die Beantragung einer weiteren Rechtshilfe bei der Republik Moldau nicht mehr vorgenommen.
In einem parallel laufenden Verfahren gegen einen Linzer Rechtsanwalt und einen Dolmetscher, die beide ebenfalls Gumpinger entlasteten, erfolgte bereits ein Freispruch durch das Landesgericht Linz. Dagegen hat die Staatsanwaltschaft Linz Berufung eingelegt, aber der Freispruch wurde bestätigt. Am 14. Oktober 2011 erging nach über vierjähriger Verfahrensdauer ein erstinstanzliches Urteil im zweiten Rechtsgang: Gumpinger wurde zu 14 Monaten Haft verurteilt, davon vier Monate unbedingt.<ref>Urteil gegen Otto Gumpinger bestätigt. ooe.orf.at, 14. Oktober 2011; abgerufen am 28. Oktober 2011.</ref> Das Urteil wurde Gumpinger im Februar 2012 zugestellt und wurde von diesem bekämpft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Runde 4 im Prozess gegen Ex-ÖVP Mann. ( vom 23. Juni 2015 im Internet Archive; PDF; 246 kB) lrh-ooe.at, 4. Februar 2012; abgerufen am 1. August 2012.</ref> Nach einer neuerlichen Berufung wurde Gumpinger am 26. November 2012 von einem Richtersenat am Oberlandesgericht Linz zu 16 Monaten unbedingter Haft wegen Schlepperei und Veruntreuung verurteilt.<ref>ooe.orf.at 26. November 2012; abgerufen am 26. November 2012.</ref> Der Richtersenat begründete das strenge Urteil mit der Generalprävention, die eine bedingte Nachsicht ausschließe.<ref>Gumpinger muss 16 Monate ins Gefängnis. ooe.orf.at, 26. November 2012; abgerufen am 26. November 2012</ref>
Diverses
Gumpinger ist geschäftsführender Gesellschafter und 33 % Eigentümer der MSV Multicall GmbH mit Sitz in Linz.<ref>Firmenbuch Republik Österreich unter der Firmenbuchnummer FN 252026 b, abgerufen am 26. Dezember 2019</ref>
Der „Bundesverband der Siebenbürger Sachsen in Österreich“ verlieh Gumpinger das Goldene Ehrenzeichen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Siebenbürger verleihen Goldenes Ehrenzeichen. ( vom 3. August 2012 im Internet Archive) landlerhilfe.at</ref>
Otto Gumpinger ist verheiratet, hat drei Kinder.
Weblinks
- Biografie zu Otto Gumpinger auf dem Server des Bundeslandes Oberösterreich.
- MSV Multicall GmbH – Website
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gumpinger, Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Politiker (ÖVP), Landtagsabgeordneter |
| GEBURTSDATUM | 24. April 1956 |
| GEBURTSORT | Sankt Willibald, Österreich |