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Paukbrille

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Datei:Mensur.jpg
Paukant beim Anlegen der Paukbrille mit Nasenblech

Die Paukbrille gehört zur Schutzausrüstung des Paukanten bei der Mensur, dem akademischen Fechten mit scharfen Waffen. Sie schützt die Augen des Paukanten und verhindert tödliche Mensurunfälle. Die Brille besteht aus Stahl, der mit einer Gummidichtung auf die Haut aufgepresst und durch einen Lederriemen mit Schnalle am Hinterkopf befestigt wird. Zwei kurze Sichtröhren mit Schutzgitter ermöglichen dem Paukanten das Sehen.<ref>Friedberg: Gerichtsärztliche Praxis: Vierzig gerichtsärzteliche Gutachten. 1881, S. 234.</ref><ref>Fritz König: Aus zwei Jahrhunderten: Geschichte der Studentenschaft und des studentischen Korporationswesens auf der Universität Halle; nach urkundlichen Quellen. Verlag der Buchh. des Waisenhauses, 1894, S. 24 (259 S.).</ref><ref name=":0">Karol Sauerland: Heidelberg im Schnittpunkt intellektueller Kreise: Zur Topographie der „geistigen Geselligkeit“ eines „Weltdorfes“: 1850–1950. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-663-01112-5, S. 492 (563 S.).</ref><ref>Walter Bloem: Der krasse Fuchs: Roman. H. Fikentscher und Krethlein, 1906, S. 20, 304–306 (315 S.).</ref><ref name=":1">Akademiker: Die Vielfalt studentischer Verbindungen - Bilder & Fotos - WELT. Abgerufen am 26. Mai 2024.</ref>

Zwar begleitet beispielsweise in Tübingen seit 1832 stets ein Paukarzt die Partie, allerdings waren die Augen dennoch sehr gefährdet, da der Kopf nun die einzige Trefferfläche darstellte.<ref name=":2">Verein für Corpsstudentische Geschichtsforschung: Einst und jetzt. Hrsg.: Verein für Corpsstudentische Geschichtsforschung. Band 34. Aller-Druckerei, 1989, S. 59, 145.</ref>

So verloren zwei Heidelberger Schwaben 1857 auf Mensur ein Auge. Daraufhin ließ der Heidelberger Paukarzt Friedrich Immisch aus Leder und Blech eine Brille als Augenschutz herstellen. Da sie sich bewährte, wurde sie bald auf anderen Universitäten bekannt, so dass auch der Kösener SC-Verband sie empfahl und später allgemein einführte.<ref name=":2" /><ref>Academische Monatshefte I, S. 350.</ref>

Mit der Verbreitung der Paukbrille entfiel die Kopfbedeckung, die Paukmütze (zuvor auch Farbenkappe oder Zylinderhut).<ref name=":2" />

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Paukbrille an den meisten Universitätsorten im deutschsprachigen Raum durch ein Nasenblech, das dem Schutz der Nase dient, (außer in der Schweiz, in Graz und in Wien) erweitert.<ref name=":0" /><ref name=":1" />

In den Medien

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Paukbrille – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien