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Villa Pielenz

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Datei:Hn-wollhaus93-pielenz-web.jpg
Villa Pielenz in Heilbronn

Die Villa Pielenz ist ein großbürgerliches Wohnhaus an der Wollhausstraße 93 in Heilbronn, das 1905 von Hugo Eberhardt in der englischen Landhausarchitektur errichtet wurde und unter Denkmalschutz steht.<ref name="DT">Julius Fekete, Simon Haag, Adelheid Hanke, Daniela Naumann: Denkmaltopographie Baden-Württemberg. Band I.5 Stadtkreis Heilbronn. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1988-3. S. 140–141.</ref>

Geschichte

Datei:Hn-villapielenz-denkmaltag2.jpg
Großer Andrang beim Tag des offenen Denkmals im September 2009
Datei:Hn-villapielenz-name.jpg
Namensinschrift am Gartentorpfosten der Villa Pielenz

Die Villa wurde 1905 nach Plänen des Frankfurter Architekten Hugo Eberhardt für den Knorr-Generaldirektor Gustav Pielenz (1862–1944) erbaut.<ref> Bernhard Lattner mit Texten von Joachim J. Hennze: Stille Zeitzeugen. 500 Jahre Heilbronner Architektur. Edition Lattner, Heilbronn 2005, ISBN 3-9807729-6-9, S. 50</ref> Hugo Eberhardt errichtete in Heilbronn neben der Villa Pielenz auch die Villen Plappert und Berberich. Er führte mit seinen Heilbronner Villen die englische Landhausarchitektur in der Region ein.<ref name="DT"/>

1950 gehörte die Villa dem Arzt Julius Gutmann, der mit Gustav Pielenz' Tochter Gertrud (1896–1988) verheiratet war. Die beiden lebten in der Oststraße 79. Das Erdgeschoss der Villa Pielenz bewohnte 1950 der Versicherungsvertreter Richard Rümelin. Im ersten Stock befand sich die von Helene Hönig geführte Tabakwarenhandlung Paul Betsch. Außerdem waren noch drei Wohnungen vermietet.<ref>Stadt Heilbronn (Hrsg.): Adressbuch der Stadt Heilbronn 1950, Heilbronn 1950.</ref> 1961 hatte Paul Röser, der in der Gymnasiumstraße 35 lebte, die Villa erworben. Die Bewohner waren der Verkaufsleiter Dittrich Freiherr von Berlichingen, der Pfarrer Theodor Walter und der Steueramtmann Ernst Schütz.<ref>Stadt Heilbronn (Hrsg.): Adressbuch der Stadt Heilbronn 1961, Heilbronn 1961.</ref>

Beschreibung

„Mit einer Kombination von Bruchsteinmauerwerk im Erdgeschoss und verschindelten Obergeschossen, einer Fassade mit rustizierten Fenstergruppen und Fenster und Gaupen gelang Hugo Eberhardt ein Beispiel funktionstüchtiger Sachlichkeit in der Art des Baumeisters Hermann Muthesius.“

– <templatestyles src="Person/styles.css" />Bernhard Lattner<ref>Bernhard Lattner mit Texten von Joachim J. Hennze: Stille Zeitzeugen. 500 Jahre Heilbronner Architektur. Edition Lattner, Heilbronn 2005, ISBN 3-9807729-6-9, S. 117</ref>

Die von Vorbildern des Architekten Hermann Muthesius beeinflusste Formensprache ist an der Verwendung von Bruchsteinmauerwerk im Erdgeschoss und Schindeln im Ober- und Dachgeschoss erkennbar. Die Form des Daches ist typisch für das Schaffen von Hugo Eberhardt. Insbesondere die Innenarchitektur der Villa ist ganz den Prinzipien der Neuen Sachlichkeit gewidmet. Die Raumauffassung, Ausstattung, und Technik der Innenarchitektur entsprechen ganz dem Stil der 1920er Jahre.

Kunstgeschichtliche Bedeutung

Das Gebäude gehört zu der von Hermann Muthesius geprägten Moderne und wurde deswegen unter Denkmalschutz gestellt:

„Qualitätsvolles Dokument progressiver Villenarchitektur nach dem Vorbild englischer Landhäuser. Diese Architekturauffassung initiiert durch […] Hermann Muthesius ist […] ablesbar. Die mächtige, durchgegliederte Dachlandschaft ist ein Hauptleitmotiv sowohl des englischen Landhausstils als auch des Schaffens von Hugo Eberhardt.“

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Villa Pielenz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 8′ 19,7″ N, 9° 13′ 54,6″ O

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