Herbert Reyer
Herbert Reyer (* 18. Juni 1949 in Witzenhausen;<ref>Vademekum der Geschichtswissenschaften 2006/2007. Band 7. Verlag Franz Steiner, Stuttgart, ISBN 978-3-515-08809-1, S. 562.</ref> † 24. März 2026<ref name=":0">Sven Abromeit: Ehemaliger Leiter des Stadtarchivs und der Bibliothek Herbert Reyer ist tot. In: hildesheimer-allgemeine.de. 4. April 2026, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. April 2026.</ref> in Hildesheim) war ein deutscher Archivar, bis 2014 leitender Archivdirektor und Leiter des Fachbereichs Archiv und Bibliotheken der Stadt Hildesheim sowie Honorarprofessor an der Universität Hildesheim.
Beruflicher Werdegang
Reyer erwarb das Abitur an der Rhenanus-Schule in Bad Sooden-Allendorf. Nach einem Studium der Fächer Geschichte, Mathematik, Kunstdidaktik, Politikwissenschaft und Historische Hilfswissenschaften an der Universität Göttingen legte er 1975 die Prüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen und 1981 die für das Lehramt an Gymnasien ab. Von 1977 bis 1982 war er wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen und arbeitete dort unter anderem am Forschungsprojekt Germania Judaica mit. 1982 wurde er von Hans Patze zum Dr. phil. promoviert. Von 1983 bis 1985 war Reyer Archivreferendar im niedersächsischen Archivdienst und absolvierte eine Ausbildung zum wissenschaftlichen Archivar am Staatsarchiv Osnabrück, am Bundesarchiv in Koblenz und am Institut für Archivwissenschaft in Marburg. Die archivarische Staatsprüfung legte er im April 1985 ab und wurde anschließend Archivassessor bzw. Archivrat und stellvertretender Archivleiter am Niedersächsischen Staatsarchiv in Aurich. 1991 stieg er dort zum Archivoberrat auf. Im Februar 1992 wurde er stellvertretender Archivleiter am Niedersächsischen Staatsarchiv Osnabrück und im September desselben Jahres Archivdirektor und Leiter des Stadtarchivs<ref>Archivare. Stadtarchiv Hildesheim, abgerufen am 6. April 2026.</ref> und der Stadtbibliothek Hildesheim. Vom Wintersemester 2001/2002 bis zum Wintersemester 2002/2003 war er Lehrbeauftragter am Institut für Restaurierung der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen und seit dem Wintersemester 1995/96 Lehrbeauftragter an der Universität Hildesheim. Leitender Archivdirektor und Leiter des Fachbereichs Archiv und Bibliotheken der Stadt Hildesheim wurde er 2002. Am 17. Dezember 2003 erfolgte seine Bestellung zum Honorarprofessor an der dortigen Universität.
Reyer war Herausgeber der Zeitschrift Hildesheimer Jahrbuch für Stadt und Stift Hildesheim.<ref>Michael Gehler: Nachruf auf Professor Dr. Herbert Reyer (1949–2026). Universität Hildesheim, Institut für Geschichte, April 2026, abgerufen am 23. April 2026.</ref>
Privates
Herbert Reyer war verheiratet und hatte zwei Kinder. Er war Mitglied des Nerother Wandervogels<ref>Prof. Dr. Herbert Reyer. Traueranzeige. Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 11. April 2026, abgerufen am 20. April 2026.</ref> und verfasste mehrere Lieder, die in Liederbüchern Verbreitung fanden.<ref>Hubertus Schendel: Works by "Herbert Reyer" (1949-). Deutsches Lied, abgerufen am 21. April 2026.</ref> Im März 2026 starb er im Alter von 76 Jahren.<ref name=":0" />
Ämter und Mitgliedschaften
- 1986 bis 1992 Leiter des Arbeitskreises „Geschichte der jüdischen Gemeinden Ostfrieslands“ bei der Ostfriesischen Landschaft.<ref>Michaela Ölsner: Der Arbeitskreis „Geschichte der jüdischen Gemeinden Ostfrieslands“ an der Ostfriesischen Landschaft als wichtiger Initiator zur Aufarbeitung der jüdischen Geschichte. (PDF; 7,7 MB) Dokumentation zum Kooperationsprojekt. In: Land der Entdeckungen: Reise ins jüdische Ostfriesland. Herausgegeben von der Kulturagentur der Ostfriesischen Landschaft, 2014, S. 26–29, abgerufen am 12. April 2026.</ref>
- seit 1989 Berufenes Mitglied und seit 1997 Schriftführer des Arbeitskreises „Geschichte der Juden“ der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen.
- ab 1989 Berufenes Mitglied der Gesellschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden e.V. (GEGJ).<ref>Reyer, Prof. Dr. Herbert. In: Mitglieder. Gesellschaft zur Erforschung der Geschichte der Juden e.V., archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Dezember 2015.</ref>
- ab 1991 Mitglied im Landesprüfungsausschuss für den gehobenen Archivdienst bei der Niedersächsischen Staatskanzlei.
- ab 2002 Archivreferent im Kuratorium der Stiftung Jugendburg Ludwigstein und Archiv der deutschen Jugendbewegung, Witzenhausen.
- von 2010 bis 2017 Vorsitzender des Trägervereins der Musikschule Hildesheim e.V.,<ref>Die Historie der Musikschule Hildesheim e.V. Musikschule Hildesheim e.V., abgerufen am 14. April 2026 (mit Dokumentation Umbau Musikschulgebäude 2005 und 2015, PDF; 24 MB).</ref> langjährig auch Vorsitzender der Leester-Musikschul-Stiftung und Gründungsvorsitzender des Kuratoriums des Musikschule Hildesheim e.V.<ref>Achim Löhr: Prof. Dr. Herbert Reyer. (PDF; 105 kB) Traueranzeige. Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 4. April 2026, abgerufen am 21. April 2026.</ref>
Auszeichnungen
- Upstalsboom-Taler der Ostfriesischen Landschaft für besondere Verdienste um die Erforschung der Geschichte Ostfrieslands<ref>Auszeichnungen und Ehrungen der Ostfriesischen Landschaft. (PDF; 87 kB) Kulturagentur Ostfriesische Landschaft, 10. Mai 2025, S. 1, abgerufen am 13. April 2026: „Upstalsboom-Siegel (Totius-Frisiae-Siegel) in Bronze; 2001“.</ref>
Veröffentlichungen
- Die Dorfgemeinde im nördlichen Hessen. Untersuchungen zur hessischen Dorfverfassung im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit (= Schriften des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde. Band 38). N. G. Elwert, Marburg 1982, ISBN 978-3-7708-0748-2 (Inhaltsverzeichnis).
- Die ältesten Abbildungen der Stadt Witzenhausen. In: Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde. Band 90. Kassel 1985, S. 155–167 (vhghessen.de [PDF; 4,2 MB]). Auch erschienen (mit einem Exkurs: Ortschaften und Burgen des Werratals auf einer Karte des 16. Jahrhunderts). In: Schriften des Werratalvereins Witzenhausen. Nr. 15, 1986, S. 5–19.
- mit Hans-Georg Stephan: Witzenhausen im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit: Archäologische, wirtschafts- und sozialgeschichtliche Aspekte. In: Schriften des Werratalvereins Witzenhausen. Nr. 13, Juni 1985 (mgh-bibliothek.de [PDF; 27,3 MB]).
- Am Kinderkreuz. Ein alter Flurname westlich von Witzenhausen. In: Das Werraland. Band 39, Nr. 1, 1987, S. 6–7 (suehnekreuz.de).
- Kleine Geschichte der Stadt Hildesheim. D. Lax, Hildesheim 2. Auflage 2002, ISBN 978-3-8269-6300-1 (Inhaltsverzeichnis).
- Von der verarmten Landstadt zum „Nürnberg des Nordens“. Aspekte der Stadtentwicklung und der Stadtbildpflege Hildesheims in hannoverscher Zeit. In: Danny Borchert, Christien Lamschus (Hrsg.): Der Stadt zur Zierde. De Sulte 20. Edition Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-7675-3083-6.
Eine umfangreichere Liste der Veröffentlichtlichungen ist auf der ehemaligen Homepage von Herbert Reyer zu finden.<ref>Homepage von Prof. Reyer. Institut für Geschichte der Universität Hildesheim, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Januar 2026.</ref>
Weblinks
- Literatur von und über Herbert Reyer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Homepage von Prof. Reyer. Institut für Geschichte der Universität Hildesheim, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Januar 2026 (zugleich grundlegende Quelle).
- Honorarprofessur für Dr. Herbert Reyer. Pressemeldung. Universität Hildesheim, 22. Juli 2004.
- Herbert Reyer. Traueranzeigen. Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 4. April 2026.
Einzelnachweise
<references/>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Reyer, Herbert |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Archivar |
| GEBURTSDATUM | 18. Juni 1949 |
| GEBURTSORT | Witzenhausen |
| STERBEDATUM | 24. März 2026 |