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Papiertextilie

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Papiertextilien sind vorwiegend gewebte Stoffe, die aus Papiergarn bestehen. Papiergarn wird aus in Streifen geschnittenem oder gerissenem Papier als Rohstoff gesponnen (verdreht).

Unter Papiertextilien kann man auch direkt aus Papier hergestellte Kleidungsstücke verstehen, zum Beispiel Kamiko (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), kami – {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) = Papier, koromo – {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) = Kleid, Gewand, Mönchsgewand)<templatestyles src="FN/styles.css" /> a, ein buddhistisches Mönchsgewand des alten Japans.<ref name="kamiko_01">紙衣. In: kotobank.jp. Abgerufen am 11. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="kamiko_02">紙衣. In: jisho.org. Abgerufen am 11. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="kimonokitai">紙の博物館・企画展 ~白石の紙布と紙衣~ – Papiermuseum – Wechselausstellung – Shiroishi Kimiko und Shifu („Shiroishi-Papiertextilien und -Papierbekleidung“). In: kimono-kitai.info. Abgerufen am 11. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geschichte

Asien (Japan)

Papierbekleidung ist in Japan seit zirka 1000 Jahren bekannt. Shifu (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), shi – {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) = Papier; fu – {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) = Tuch, Gewebe)<templatestyles src="FN/styles.css" /> a<ref name="kimonokitai" /><ref name="shifu_01">紙布. In: kotobank.jp. Abgerufen am 11. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="shifu_02">About Shifu. In: shifu.co.jp. Abgerufen am 11. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name="Shifu_03">紙布という布の魅力「紙布作家 桜井貞子」 – Die Ausstrahlung der Papiertextilien (Kimikos) – Kamikomacherin 桜井貞子 (?„Sazako Sakurai“?). In: nihonmono.jp. Abgerufen am 11. November 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> ist ein Stoff, der wahrscheinlich ab dem 16. Jahrhundert hergestellt wurde. Er besteht aus gewebtem Japanpapier. Es wurden Papierblätter, unter anderem Seiten alter Rechnungsbücher (fukocho) zu endlosen Streifen geschnitten, manuell oder an einem Spinnrad zu Fäden gedreht und verwebt. Ursprünglich entstanden diese Materialien bei der Landbevölkerung in Ermangelung höherwertiger Textilrohstoffe. Später wurden die Verfahren verfeinert und zum Beispiel auch für Samuraitrachten verarbeitet. Das Schulterkleid (kamishimo) konnte aus feinem Shifu bestehen, welches aus mit religiösen Texten beschrieben Papieren hergestellt wurde. 1955 wurden Shifu und Kamiko mit dem Titel „japanisches Kulturerbe“ ausgezeichnet, was eine staatliche Förderung der Erhaltung dieser Techniken ermöglichte.<ref>Shifu. In: materialarchiv.ch. Abgerufen am 7. Januar 2025.</ref>

Europa/Nordamerika

Datei:Papercord.JPG
Papierschnur auf Rolle, Detail: aufgedröselt

In Europa und Nordamerika wurden Papiertextilien seit Ende des 19. Jahrhunderts vorwiegend als billiger Ersatzstoff verwendet:

1. Aus Papier

  • Hemdkragen, Krawatten, Manschetten oder Vorhemden (das Brustteil bedeckend, sog. Serviteurs)
  • Sterbewäsche

2. Papiergarne und -gewebe

  • Papierschnüre (zum Beispiel für die Landwirtschaft als Schnüre für Getreidegarben)
  • Puppenwagen, Möbel (als Surrogat für Korb, siehe auch: Lloyd Loom)
  • Taschen, Handtaschen, Hüte, Möbelbezugsstoffe
  • Unterwäsche, Futterstoffe, Uniformen

Diese Gebrauchsgegenstände wurden von Beginn an industriell hergestellt. Papier aus Endlosrollen wurde in maschinellen Schneidevorrichtungen und Spinnmaschinen verarbeitet. Größere Verbreitung fanden diese Materialien vor allem während des Ersten und Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegszeiten.

Als Teile der Bekleidung waren Papiergewebe unelastisch und hart, waren schlecht zu reinigen, hatten einen relativ geringen Tragekomfort und waren deshalb auch unbeliebt.

Die in der DDR aus Vliesett hergestellten Bekleidungsstücke wurden fälschlicherweise wegen der papiernen Anmutung als „Papierkleider“ bezeichnet. Das Material bestand aus Viskose-, Polyamid- und Polyesterfaser.

Gegenwart

Gegenwärtig werden Papiergewebe vorwiegend künstlerisch verarbeitet, zum Beispiel als Schmuck, für Taschen, Lampenschirme oder Tischdeckchen, da es eine wirtschaftliche Notwendigkeit zum Ersetzen anderer Faserstoffe nicht gibt.<ref>Susanna Cianfarini: PHILOSOPHIE – Papiertextilien als Kunst. In: susannacianfarini.de. Abgerufen am 11. November 2020.</ref> Aus ökologischer Perspektive kann der Umstand, dass Papiertextilien aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden und auch wiederverwertbar sind, an Bedeutung gewinnen. Auch als ökologisch anmutendes Werbemittel können Papiertextilien aufmerksamkeitserzeugend verwendet werden.

Als Papiergarne finden sich Anwendungen in der Kombination mit Textilgewebe (z. B. Möbelbezüge), als Strukturmaterial bei Tapeten, sowie auch Filterabdeckungen und Telefonkabelisolationen.<ref>Die dünnsten Papiergarne der Welt. In: garntec.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 11. November 2020.</ref> Kordelstärke finden sich weitere Anwendungen z. B. Füllgarn bzw. Blindader, als Dekorationsmaterial und Papiertragetaschengriffe.<ref>Papierkordeln. In: garntec.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 11. November 2020.</ref>

Literatur

  • Christina Leitner: Papiertextilien. Geschichte – Materialien – Experimente. Haupt, Bern u. a., 2005, ISBN 3-258-06767-8.
  • Wilhelm Heinke: Handbuch der Papiergarnspinnerei und -weberei, Berlin : Berg & Schoch, 1917. OCLC 250054513 3. Auflage, 1919.
  • Gustav Rohn: Papiergarn, seine Herstellung und Verarbeitung, Martin, Leipzig 1918, OCLC 27460386.
  • Neue Faserstoffe: Zeitschrift für die Industrie der Papiergarne, Zellstoffgarne, Zellstoffmischgarne und ähnlicher Ersatzspinnstoffe, für Kunstseide und Stapelfaser sowie für Anbau und Verwertung heimischer Faserpflanzen, Lehmann, München 1919.
  • Paul Drexler: Papiergarnindustrie und Kriegswirtschaft, Memminger, Würzburg 1919 (Diss. Heidelberg), auf archive.org.

Anmerkung

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Einzelnachweise

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