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Ludwig Frege

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Datei:Berlin-charlottenburg oberverwaltungsgericht 20050404 269.jpg
Der langjährige Amtssitz von Ludwig Frege. Das 1875 errichtete Gebäude in der Hardenbergstraße 31 (hinter dem Bahnhof Zoo) war ab 1907 Sitz des Preußischen Oberverwaltungsgerichtes in Berlin, nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1953 des Verwaltungsgerichts für den Britischen Sektor, und von 8. Juni 1953 bis August 2002 auch des Bundesverwaltungsgerichtes; heute ist es Sitz des OVG Berlin-Brandenburg

Wolfgang Christian Ludwig Frege (* 28. August 1884<ref>Taufregister der Ev. Luth. Nikolaikirche zu Berlin, auch Standesamt Berlin-Grunewald Trauungs-Register</ref> in Potsdam; † 25. März 1964 in Überlingen) war ein deutscher Jurist, erster Präsident des Verwaltungsgerichts Berlin sowie erster Präsident des Bundesverwaltungsgerichtes.

Leben

Freges Eltern waren Franz Friedrich Konrad Frege (* 26. Oktober 1843; † 1920 in Liegnitz), und Anna Maria Luisa geb. Christiani.<ref>Trauungsregister, Berlin-Grunewald, 5. August 1918 Zertifikat Nr. 28 für Wolfgang Ludwig Frege und Eva Gertrud Clara geb. Reitzenstein</ref> Als der Vater sich in erster Ehe am 6. Oktober 1873 in der Nikolaikirche zu Berlin mit Auguste Hedwig Agnes Nitsche (* 15. August 1846) verheiratete, war sein Beruf Königlicher Staatsanwalt-Gehilfe zu Angermünde. Franz Frege war ein Sohn des Theologen und Berlin-Schöneberger Pfarrers Ferdinand Ludwig Frege (* 6. Juli 1804 in Berlin; † 6. Juli 1883 in Schönberg), nach dem die Fregestraße im Berliner Ortsteil Friedenau benannt wurde. Urgroßvater Johann Christoph Frege (1750–1829) war Bürger und Schneidermeister zu Berlin.<ref>Trauungsregister der Nikolaikirche zu Berlin, 18. Dezember 1803</ref><ref>Gottlob Frege Leben-Werk-Zeit; Lothar Kreiser, Meiner Verlag, Hamburg, 2001</ref>

Nach seinem Abitur 1903 studierte Frege Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Heidelberg, Berlin und Breslau. In Heidelberg wurde er 1904 Mitglied des Corps Vandalia.<ref>Kösener Korps-Listen 1910, 122, 807</ref> 1908 promovierte er zum Dr. iur. Im Jahr 1912 trat er nach seinem 2. Staatsexamen in den preußischen Justizdienst ein. In dieser Laufbahn war er zuletzt ab 1932 beim Preußischen Oberverwaltungsgericht in Berlin tätig und stieg bis zum Oberverwaltungsgerichtsrat auf. 1942 wurde er in den Ruhestand versetzt. Daraufhin war er von 1942 bis 1945 als Rechtsgutachter bei der Deutschen Industriebank angestellt. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er ab 1945 zunächst Präsident des Bezirksverwaltungsgerichtes Berlin-Zehlendorf, ab 1951 der erste Präsident des im selben Jahr neu errichteten Verwaltungsgerichts Berlin. Am 13. März 1953 wählte ihn der Richterwahlausschuss zum ersten Präsidenten des durch Gesetz vom 23. September 1952 neu geschaffenen Bundesverwaltungsgerichtes. Er übte das Amt von der Eröffnung des Gerichts (zugleich seine Amtseinführung) am 8. Juni 1953 bis ins Jahr 1955 aus.<ref>Protokoll der 283. Kabinettssitzung der deutschen Bundesregierung am 20. März 1953, Bd. 6, Bundesarchiv</ref>

Frege heiratete am 5. August 1918<ref>Trauungsregister, Berlin-Grunewald, 5. August 1918 Zertifikat Nr. 28 für Wolfgang Ludwig Frege und Eva Gertrud Clara geb. Reitzenstein</ref> in Berlin-Grunewald Eva Gertrud Clara Reitzenstein (* 26. Oktober 1894 in Breslau), eine Tochter des Landesgerichtspräsidenten Hermann Reitzenstein und Hermina geb. Friedensburg.

Frege war seit 1956 Mitglied der Gesetzlosen Gesellschaft zu Berlin, in der zahlreiche Mitglieder der „gesellschaftlichen Elite“ Preußens zu finden waren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Chronologisches Mitgliederverzeichnis der Gesetzlosen Gesellschaft zu Berlin (Memento vom 23. Juni 2012 im Internet Archive)</ref> Auch Freges Sohn Joachim Frege schlug die Richterlaufbahn ein. Dessen Sohn Michael Frege wurde ebenfalls Rechtsanwalt, während sein jüngster Sohn Andreas Frege unter dem Künstlernamen Campino als Sänger der Rockgruppe Die Toten Hosen bekannt wurde.<ref>Rede von Dr. h. c. Eckart Hien, Präsident des Bundesverwaltungsgerichts a. D. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 1. November 2007.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bverwg.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Datei:Waldfriedhof Zehlendorf Ludwig Frege.jpg
Freges Grabstätte auf dem Waldfriedhof Zehlendorf

Ludwig Frege war Nachfahre von Joachim Frege<ref>Gottlob Frege Leben-Werk-Zeit; Lothar Kreiser, Meiner Verlag, Hamburg, 2001</ref> (* vor 1687 in Neuruppin; † 1747 ebenda), Bürger und Tuchmacher in Neuruppin, ein Bruder von Pfarrer Christian Frege (* 17. August 1682 in Neuruppin; † 22. November 1753 in Lampertswalde), Ahnherr der Linie Frege, der das Fregehaus in Leipzig gehörte.<ref>Leipziger Volkszeitung, 27. August 2003 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento vom 18. November 2007 im Internet Archive)).</ref>

Frege ist auf dem Waldfriedhof Zehlendorf bestattet.

Literatur

  • Internationales Biographisches Archiv 24/1964 vom 1. Juni 1964
  • Johanna Rakebrand: Der Rechtsmensch Ludwig Frege (1884–1964). Eine Biografie wissenschaftlich erzählt, Bielefeld: transcript 2019, ISBN 978-3-8376-4875-1.

Einzelnachweise

<references />

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Ludwig Frege (1953–1954) | Hans Egidi (1955–1958) | Fritz Werner (1958–1969) | Wolfgang Zeidler (1970–1975) | Walther Fürst (1976–1980) | Horst Sendler (1980–1991) | Everhardt Franßen (1991–2002) | Eckart Hien (2002–2007) | Marion Eckertz-Höfer (2007–2014) | Klaus Rennert (2014–2021) Andreas Korbmacher (seit 2022)

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