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Epirubicin

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Strukturformel
Datei:Epirubicin.svg
Allgemeines
Freiname Epirubicin
Andere Namen
  • (8R,10S)-10-[(2S,4S,5R,6S)-4-Amino-5-hydroxy-6-methyl-oxan-2-yl]oxy-6,11-dihydroxy-8-(2-hydroxyacetyl)-1-methoxy-8-methyl-9,10-dihydro-7H-tetracen-5,12-dion (IUPAC)
  • Epirubicini hydrochloridum
Summenformel
  • C27H29NO11 (Epirubicin)
  • C27H29NO11·HCl (Epirubicin·Hydrochlorid)
Kurzbeschreibung

orange-rote Kristalle (Epirubicin·Hydrochlorid) <ref name="hager">F. von Bruchhausen, S. Ebel, A. W. Frahm, E. Hackenthal: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. Band 8: Stoffe E–O. 5. Auflage. Birkhäuser, 1991, ISBN 978-3-540-52688-9, S. 49–51.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 41867
ChemSpider 38201
DrugBank DB00445
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

L01DB03

Wirkstoffklasse

Anthracycline

Wirkmechanismus

DNA-Interkalation, Topoisomerase-II-Hemmung

Eigenschaften
Molare Masse
  • 543,52 g·mol−1 (Epirubicin)
  • 579,98 g·mol−1 (Epirubicin)
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

185 °C (Zersetzung) (Epirubicin·Hydrochlorid)<ref name="hager" />

Löslichkeit

sehr schlecht in Wasser (93 mg·l−1)<ref name="chemid">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der ChemIDplus-Datenbank der United States National Library of Medicine (NLM)Vorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar)</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg Datei:GHS-pictogram-silhouete.svg

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302​‐​340​‐​350​‐​360
P: 201​‐​280​‐​301+312+330​‐​308+313<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten
  • 16,07 mg·kg−1 (LD50Mausi.v.)<ref name="toxapph">C. Bertazzoli, C. Rovero u. a.: Experimental systemic toxicology of 4′-epidoxorubicin, a new, less cardiotoxic anthracycline antitumor agent. In: Toxicology and Applied Pharmacology, 79, 1985, S. 412, doi:10.1016/0041-008X(85)90139-5.</ref><ref name="chemid" />
  • 14,27 mg·kg−1 (LD50Rattei.v.)<ref name="toxapph" /><ref name="chemid" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Epirubicin ist eine organische chemische Verbindung, die zu den Derivaten des Anthrachinons und den Glycosiden zählt. Die Verbindung ist ein Stereoisomer von Doxorubicin (auch Adriamycin) und zählt zur Stoffgruppe der Anthracycline.<ref>A. Paul Launchbury, Nassir Habboubi: Epirubicin and doxorubicin: a comparison of their characteristics, therapeutic activity and toxicity. In: Cancer Treatment Reviews. Band 19, Nr. 3, Juli 1993, S. 197–228, doi:10.1016/0305-7372(93)90036-Q (elsevier.com [abgerufen am 4. Juli 2020]).</ref> Das rot-orange, kristalline Pulver zersetzt sich durch Sonnenlicht und wird in Anwesenheit von Wasser hydrolysiert.<ref name="hager" />

Epirubicin ist ein zytotoxisches Antibiotikum, das seit vielen Jahren als Basismedikament in der Arzneimitteltherapie von Krebserkrankungen eingesetzt wird und heute wichtiger Bestandteil in der Kombinationschemotherapie bei verschiedenen bösartiger Tumoren ist. Epirubicin wird als Hydrochlorid (Handelsname: Farmorubicin (Pfizer) u. a.) als Zytostatikum eingesetzt. Epirubicinhydrochlorid ist seit den 1980er-Jahren im klinischen Einsatz und kommt zur intravenösen Anwendung bei der Chemotherapie von Brustkrebs (Mammakarzinom), Non-Hodgkin-Lymphomen, Sarkomen, Magenkarzinomen, Eierstockkrebs und anderen soliden Krebsarten. Zudem wird es auch zur Rezidivprophylaxe nach Blasenkrebs eingesetzt.

Epirubicin und Adriamycin wirken durch direkte Schädigung der DNA und Hemmung der DNA-Polymerase und der RNA-Polymerase cytotoxisch sowie mutagen. Die Cardiotoxizität des Epirubicin ist geringer als bei Daunorubicin.<ref name="hager" />

Das Nebenwirkungsspektrum gleicht dem der anderen Anthracycline. Es können auftreten: Allergien, Kardiomyopathie (dosisabhängig), Knochenmarkdepression (Blutbildverschlechterung), Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall und andere mehr.

Handelsnamen

Monopräparate
Axirubicin-e (D), Bendaepi (D), Ellence (USA), Epi-cell (D, A), Farmorubicin (D, A, CH), Riboepi (D), diverse Generika (D, A, CH)

Lieferengpässe

Im Januar 2020 berichtete Der Spiegel, dass es bei Epirubicin in Deutschland Lieferengpässe gebe. Ein Grund sei, dass eine Fabrik in der Ukraine in Folge des Krieges nicht liefern könne. Andere Anbieter verwiesen darauf, dass eine Produktion wirtschaftlich nicht auskömmlich sei.<ref>Martin U. Müller: Lieferprobleme bei Arzneimitteln: Jetzt ist auch ein Krebsmedikament betroffen. In: Der Spiegel. Nr. 5, 2020 (online).</ref><ref>Epirubicin – Lieferengpass. Abgerufen am 26. Januar 2020.</ref> In einer gemeinsamen Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Urologie, der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie und der Deutschen Gesellschaft für Senologie wurde empfohlen, im Falle von Lieferschwierigkeiten von Epirubicin Doxorubicin zu verwenden.<ref>Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V., der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie e. V. (DGHO) und der Deutschen Gesellschaft für Senologie e. V. (DGS) zu Epirubicin in der Therapie solider Tumoren. In: Senologie – Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie. Band 17, Nr. 02, Juni 2020, S. 78–80, doi:10.1055/a-1159-5257.</ref> Evidenz für die Austauschbarkeit ist der indirekte Vergleich der beiden Wirkstoffe, zur Behandlung von Brustkrebs und Weichteilsarkomen liegen Daten aus randomisierten Studien vor.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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