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Armenhaus

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Datei:Kückeshaus Hilden 2016 02.jpg
Kückeshaus 1766, ehemaliges Armenhaus in Hilden
Datei:Uetersen Werk- und Armenhaus 1866.jpg
Werk- und Armenhaus Uetersen 1866, heute ein Altenheim
Datei:Vorsfelde Oberes Tor Armenhaus.jpg
Ehemaliges Armenhaus Vorsfelde
Datei:Alters- & Pflegeheim Bürgerspital - Rapperswil Fischmarktplatz 2012-07-30 12-10-21 ShiftN.jpg
Das ehemalige Armenhaus in Rapperswil, heute ein Altersheim

Das Armenhaus, früher auch Ptochodochium (zu gr. ptōchós „Bettler“ und gr. dochḗ „Aufnahme“),<ref>Ptochiater. In: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1856, Band 4, S. 632.</ref> (engl.: Almshouse) entwickelte sich in der Frühen Neuzeit aus dem mittelalterlichen Hospitium und Spital. Es war oft gekoppelt mit einem Waisenhaus, einem Gefängnis, einem Krankenhaus oder einem Arbeitshaus.

Der Ausdruck Armenhaus wird in nichthistorischen Kontexten praktisch nur noch im übertragenen Sinne benutzt, beispielsweise indem ein besonders armes Land als das „Armenhaus des Kontinents“ charakterisiert wird.

Beschreibung

In Armenhäusern lebten vor allem ältere Menschen, die nicht mehr selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen konnten. Sie erhielten dort einen Wohnplatz und tägliche Verpflegung. Die Armenhäuser gehörten früher zum Stadtbild und nahmen nur verarmte Bewohner aus der eigenen Stadt auf. In fast jedem Dorf gab es ein eigenes Armenhaus.<ref>Augsburger Allgemeine: Früher gab es in jedem Dorf ein Armenhaus. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 16. Februar 2021.@1@2Vorlage:Toter Link/www.augsburger-allgemeine.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Fremden wurde diese Altersversorgung nicht zuteil.<ref>Vgl. die Dresdener Hausordnung von 1888 in Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867 bis 1914, II. Abteilung: Von der Kaiserlichen Sozialbotschaft bis zu den Februarerlassen Wilhelms II. (1881–1890), 7. Band: Kommunale Armenpflege, bearbeitet von Wilfried Rudloff, Darmstadt 2015, Nr. 106.</ref> Im Gegensatz zu den Arbeitshäusern waren die Armenhäuser in der Regel keine geschlossenen Anstalten und die Aufnahme war – zumindest formal – freiwillig.<ref>Allerdings wurde die freiwillige und zwangsweise Anstaltungsunterbringung nicht selten in derselben Anstalt vollzogen, vgl. Wolfgang Ayaß: Das Arbeitshaus Breitenau. Bettler, Landstreicher, Prostituierte, Zuhälter und Fürsorgeempfänger in der Korrektions- und Landarmenanstalt Breitenau (1874–1949)., Kassel 1992.</ref>

Finanziert wurden Armenhäuser in der Regel durch Zuwendungen wohlhabender Bürger sowie durch Zuschüsse von Stadt und Kirche. Auf dem Land wurde die Armenversorgung teilweise auch aus dem gemeinschaftlichen Gut (Allmende) beglichen.

In der Schweiz wurden noch bis in die 1970er-Jahre mittellose Menschen in Armenhäuser zwangseingewiesen. Die fürsorgerische Unterbringung sowie die prekären Lebensbedingungen in diesen Anstalten zählen zu den dunklen Kapiteln der Schweizer Sozialgeschichte.<ref>Fünf Tage im Armenhaus In Kontext auf Schweizer Radio und Fernsehen vom 1. April 2025</ref><ref> Zwangseinweisungen - Der schändliche Umgang der Schweiz mit ihren Ärmsten In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 1. April 2025</ref>

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Wiktionary: Armenhaus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Commons: Armenhäuser in Deutschland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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