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Dresdner Marienaltar

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Datei:Jan van Eyck - Triptych of Mary and Child, St. Michael, and the Catherine - Google Art Project.jpg
Jan van Eyck, Muttergottes mit Kind und Heiligen, Stifter. Flügelaltar, Dresden, 1437.

Der Dresdner Marienaltar ist ein kleinformatiges Triptychon von Jan van Eyck. Das Werk aus dem Jahr 1437, gemalt mit Öl auf Eichenholz, befindet sich in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden. Es zeigt in geöffnetem Zustand eine Thronende Madonna und geschlossen eine Verkündigungsszene in sog. Grisaillemalerei.

Allgemeines

Datei:Jan van Eyck - Gemäldegalerie Alte Meister - Dresdner Flügelaltar - 1437.jpg
Die beschrifteten Rahmen sind im Original erhalten

Das Werk ist 33 cm hoch, die Flügel sind je 13,5 cm und das Mittelbild 27,5 cm breit. Aufgrund des kleinen Formats dürfte es sich um kein kirchlich genutztes Werk, sondern um ein privates Andachtsbild handeln. Dennoch gleicht das Triptychon seinen großen Vorbildern. Dies gilt auch für die bemalten Rückseiten der Seitenflügel, die mit Mariä Verkündigung ein Fastenmotiv zeigen.<ref name="Schwarz">Michael Viktor Schwarz: Visuelle Medien im christlichen Kult. Fallstudien aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Böhlau, Wien u. a. 2002, ISBN 3-205-99324-1, S. 108.</ref> Die beschrifteten Rahmen sind im Original erhalten.<ref name="Prochno">Renate Prochno: Konkurrenz und ihre Gesichter in der Kunst. Wettbewerb, Kreativität und ihre Wirkungen. Akademie Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-05-004230-3, S. 54, Fußnote 27.</ref> Die Inventarnummer der Staatlichen Kunstsammlungen zu Dresden ist Gal.-Nr. 799.<ref>skd-online-collection: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Flügelaltar. Eyck, Jan van (1390-1441) (Memento des Vorlage:IconExternal vom 25. Februar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/skd-online-collection.skd.museum, aufgerufen am 29. April 2017</ref>

Flügeltafel

Datei:Jan van Eyck - Small Triptych (outer panels) - WGA07615.jpg
Geschlossene Flügel mit Verkündigungsszene

Die drei Tafeln zeigen den frontalen Querschnitt eines dreischiffigen Kircheninnenraumes. In der Mitte sind Maria mit dem Jesuskind und links der kniende Stifter zusammen mit dem Erzengel Michael zu sehen. Die rechte Tafel zeigt die Heilige Katharina mit ihren Attributen, dem Rad, dem Schwert und dem Buch – den bedeutenden Gegenständen um ihre Legende.

Die Madonna thront inmitten einer dreischiffigen Basilika und ist in einen voluminösen roten Mantel gehüllt, mit dem Jesuskind auf dem Schoß. Ihr Thron steht an der Stelle, wo sich üblicherweise der Altar befindet. Den Fußboden bildet ein Mosaik, vor dem Thron ist ein Orientteppich ausgelegt. Farbige Marmorsäulen grenzen die Madonna von den anderen auf den Seitenflügeln dargestellten Figuren ab.<ref name="Prochno" /> Nach der mittelalterlichen Tradition stellt Van Eyck eine übergroße Madonna in ein Kirchenschiff. Eine seiner früheren derartigen Darstellungen ist Die Madonna in der Kirche (um 1425, Staatliche Museen zu Berlin).<ref>Günter Brucher: Geschichte der venezianischen Malerei. Band 1: Von den Mosaiken in San Marco bis zum 15. Jahrhundert. Böhlau, Wien u. a. 2007, ISBN 978-3-205-77622-2, S. 298.</ref>

Auf den Rückseiten der Flügel ist als Motiv aus der Fastenzeit<ref name="Schwarz" /> eine Verkündigungsszene in Grisaille gemalt. Es handelt sich um wie echte Statuen in einer Nische gemalte Trompe-l’œil Darstellungen, auf Podesten stehend, einer Engels- und einer Marienskulptur, die sich gegenüberstehen.

Zuschreibung

Bis 1696 galt das Werk, beschrieben in der Sammlung Jabach, Köln, als Arbeit seines Bruders Hubert van Eyck,<ref>Otto Pächt: Van Eyck. Die Begründer der niederländischen Malerei. 1989.</ref> danach (1754) im Dresdner Inventar Nr. II 39 sogar als Gemälde aus der Hand von Albrecht Dürer. Seit 1846 wird es nun richtigerweise Jan van Eyck zugeschrieben.

Literatur

  • Antje Maria Neuner: Das Triptychon in der frühen altniederländischen Malerei. Bildsprache und Aussagekraft einer Kompositionsform (= Europäische Hochschulschriften. Reihe 28: Kunstgeschichte. 242). Lang, Frankfurt am Main u. a. 1995, ISBN 3-631-49122-0, S. 175–189, (Zugleich: Saarbrücken, Universität, Dissertation, 1994).
  • Antje Maria Neuner: Das geopferte Kind. Ikonographie und Programmatik des Dresdner Marienaltars von Jan van Eyck. In: Jahrbuch der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Bd. 25, 1994/1995, ISSN 0419-733X, S. 31–43.
  • Otto Pächt: Van Eyck. Die Begründer der niederländischen Malerei. Herausgegeben von Maria Schmidt-Dengler. Prestel, München 1989, ISBN 3-7913-1033-X.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Dresdner Marienaltar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien