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Symbolics

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Firmenlogo

Symbolics Inc. war ein US-amerikanisches Computer-Unternehmen. Es war vor allem für die Entwicklung und den Vertrieb von Lisp-Maschinen – speziellen Computern zum Ausführen der Programmiersprache Lisp – in den 1980er- und 1990er-Jahren bekannt.

Nach der Insolvenz der Firma ist Symbolics ein Unternehmen im privaten Besitz, das das ehemalige Betriebsvermögen von Symbolics Inc. verwaltet. Symbolics bietet Wartungsverträge für noch betriebene Lisp-Maschinen an und Lizenzen für ihre Software, inklusive des Computeralgebrasystems Macsyma und einer Portierung der Lisp-Maschinen-Software Genera für Alpha-Prozessoren.

Geschichte

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Gründungsgeschichte

1979 gründete Russell Noftsker Symbolics Inc., nachdem er sich mit Richard Greenblatt überworfen hatte. Greenblatt und Tom Knight entwarfen 1973 am MIT AI Lab, an dem auch Noftsker arbeitete, einen ersten Prototyp für eine Lisp-Maschine. Zunächst planten Greenblatt und Noftsker eine gemeinsame Unternehmung, dies scheiterte jedoch an Streitigkeiten über das Geschäftsmodell. Greenblatt gründete kurz darauf Lisp Machines Inc. (kurz LMI).<ref name="hackers">Steven Levy: Hackers. Heroes of the Computer Revolution – 25th Anniversary Edition. 1. Auflage. O’Reilly, Sebastopol 2010, ISBN 978-1-4493-8839-3, S. 446.</ref>

Beide Firmen rekrutierten ihr Personal zunächst vor allem aus anderen Mitarbeitern des MIT AI Labs. Zunächst hatte Symbolics auch keine eigenen Räumlichkeiten und die Mitarbeiter arbeiteten im MIT AI Lab weiter. Das MIT ließ Symbolics gewähren, weil Symbolics im Gegenzug die Software dem MIT frei zur Verfügung stellte.<ref name="failureeng"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Symbolics, Inc: A failure in heterogeneous engineering (Memento vom 9. Mai 2013 im Internet Archive) (PDF; 130 kB)</ref> Dies führte dazu, dass das AI Lab quasi ausstarb. Dies verärgerte Richard Stallman, der am AI Lab arbeitete und durch die kommerziellen Interessen beider Firmen die Hacker-Kultur des AI Labs verloren sah. 1982 entschloss sich Symbolics, die Änderungen am Betriebssystem der Lisp-Maschinen, das sowohl LMI als auch Symbolics wegen der gemeinsamen Geschichte am AI Lab nutzten, nicht mehr frei zu veröffentlichen. Stallman, der die Schuld für den Niedergang des AI Labs vor allem bei Symbolics sah und Zugriff auf die Symbolics-Software und -Maschinen hatte, entschloss sich daraufhin, die Änderungen zu rekonstruieren und LMI zur Verfügung zu stellen<ref>Steven Levy: Hackers. Heroes of the Computer Revolution – 25th Anniversary Edition. 1. Auflage. O’Reilly, Sebastopol 2010, ISBN 978-1-4493-8839-3, S. 449.</ref> – obwohl auch LMIs Änderungen nicht frei waren.<ref>Dan Weinreb: Rebuttal to Stallman’s Story About The Formation of Symbolics and LMI. In: Weblog. 11. November 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. Dezember 2007; abgerufen am 7. Dezember 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Lisp-Maschinen-Software basierte auf dem Maclisp-Dialekt. Wegen der vielen Änderungen der Programmiersprache bezeichnete Symbolics ihren Dialekt später als ZetaLisp. ZetaLisp diente als Basis für den Entwurf von Common Lisp. Spätere Lisp-Maschinen-Software konnte auch mit Common Lisp umgehen. 1982 wurde die auf der MIT CADR basierende Lisp-Maschine LM-2 eingeführt, die nur eine Übergangslösung zur wesentlich überarbeiteten 3600er-Familie darstellen sollte.

Untergang von Symbolics

Durch die immer größere Leistung allgemeiner Mikroprozessoren und den sogenannten KI-Winter am Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre geriet das Geschäft mit den Lisp-Maschinen in eine große Krise, was zum Ende vieler Hersteller von Lisp-Maschinen führte. Besonders hart betroffen wurde Symbolics durch das Ende des SDI-Projekts, bei dem die DARPA viele Projekte – vor allem im Bereich der Expertensysteme – finanziert hatte, die auf Maschinen und Software von Symbolics gesetzt hatten.<ref name="failureeng" />

Ein weiteres Problem war, dass die auf Lisp-Maschinen entworfene Software nur auf Lisp-Maschinen lief. Die Kunden von Software, die für Lisp-Maschinen entworfen waren, mussten so ebenfalls teure Lisp-Maschinen kaufen, auf der wiederum nur die spezielle Software lief. Symbolics versuchte dem Problem entgegenzutreten, indem ein Lisp-System CLOE für IBM PC-Hardware entworfen werden sollte, das nur zur Ausführung von auf Lisp-Maschinen entworfener Software dienen sollte.<ref name="dweinreb2">Dan Weinreb: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Why Did Symbolics Fail (Memento vom 13. Dezember 2007 im Internet Archive), 16. November 2007</ref>

Interne Streitigkeiten sorgten dafür, dass das Management ausgewechselt wurde. In der Annahme von weiterem Wachstum wurden neue Büros und eine neue Fabrik gekauft, was sich wegen der Entwicklung auf dem Markt aber als fatale Fehlinvestition erwies.<ref name="dweinreb2" />

Symbolics Inc. musste 1993 Insolvenz anmelden. Symbolics Technology Inc. wurde als Nachfolger gegründet, der die Wartung noch im Einsatz befindlicher Systeme, den Verkauf der letzten noch vorrätigen Systeme und die Lizenzierung der Symbolics-Software übernahm.

2005 starb der Besitzer von Symbolics Technology Inc., Andrew Topping. Seitdem versuchen einige ehemalige Symbolics-Mitarbeiter den Quellcode von Genera unter einer freien Lizenz zu veröffentlichen.<ref>http://www.unlambda.com/cadr/cadr_faq.html</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Free Genera! (Diskussion) (Memento vom 22. Oktober 2007 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />OS-Genera (2003) (Memento vom 20. September 2007 im Internet Archive)</ref> Das US-Verteidigungsministerium zahlt derzeit (Stand 2013) immer noch für Wartungsarbeiten von Symbolics.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Prime Award Spending Data. Recipient: Symbolics.] US Government, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 13. März 2013.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.usaspending.govVorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Lisp-Maschinen von Symbolics

LM-2

Die 1981 herausgebrachte LM-2 war eine MIT-CADR-Lisp-Maschine mit kleineren Verbesserungen, wie Fortran-77-Unterstützung, farbiger Grafik und einem LGP-1-Laserdrucker.<ref name="symtechsum">Symbolic Inc. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Symbolics Technical Summary (Memento vom 1. November 2012 im Internet Archive), 1985</ref>

Die LM-2 kostete 70.000 US$ und rund 100 Stück wurden produziert, obwohl sie möglichst schnell durch die 3600er-Familie ersetzt werden sollte.

3600er-Familie

Datei:Symbolics3640 Modified.JPG
Symbolics-3640-Lisp-Maschine

Die 3600er-Familie von Symbolic-Lisp-Maschinen war im Gegensatz zur LM-2, die nur eine umverpackte MIT CADR darstellte, wesentlich überarbeitet worden. Die Maschinenwortbreite wurden auf 36 Bit erhöht (32 Bit Daten und 4 Bit Tag) und der Adressraum auf 28 Bit, was bis zu 1 GB virtuellen Speicher ermöglichte. Außerdem wurde spezielle Hardware für einige Instruktionen eingeführt, die in der CADR emuliert worden waren. Die Konsole wurde um einen größeren hochauflösenden Bildschirm und 16-Bit-Audio ergänzt. An neuer Software wurden ein Pascal-Toolkit, das CAS Macsyma, diverse Grafik-Programme und ein Prolog-Compiler eingeführt. Die 3600er-Maschinen wurden firmenintern l-machine und ab der 3650 g-machine genannt.

Maschinen der 3600er Familie<ref name="symtechsum" />
Name Erscheinungsjahr
3600 1982
3670 1984
3640 1984
3675 1985
3645 1985

Ivory

Ivory war ein VLSI-Mikroprozessor zur Ausführung von Lisp-Microcode, der als Basis für neuere Lisp-Maschinen diente, aber auch als Board für Workstations von Sun Microsystems (UX) und Apple Macintoshs (MacIvory) verfügbar war.

Ivory arbeitete mit 40 Bit großen Datenwörtern, wobei 8 Bit als Tag benutzt wurden und 32 Bit für Daten oder Adressen. Da nur ganze Wörter adressiert werden konnten, waren somit 4 Gigawords bzw. 16 GB virtueller Speicher möglich. Die Chips wurden von Hewlett-Packard produziert.

Mit Sunstone sollte ein RISC-basierter Nachfolger entworfen werden, ähnlich der von LMI geplanten K-Machine. Das Projekt wurde jedoch eingestellt.

Ivory basierte Lisp-Maschinen

1988:

  • Macivory I
  • XL400

1989:

  • MacIvory II
  • UX400

1990:

  • XL1200
  • UX1200

1991:

  • MacIvory III
  • Zora

1992:

Open Genera

Das Lisp-Maschinen-Betriebssystem Genera wurde 1992 für DEC Tru64 UNIX/Alpha-Systeme portiert.<ref name="ptwithy-vlm">http://pt.withy.org/publications/VLM.html</ref> Open Genera war auf Alpha-Prozessoren wesentlich schneller als auf den letzten speziellen Lisp-Maschinen<ref>http://www.b9.com/blog/archives/2003/12/opengenera_benc.html</ref>. Eine Lizenz kann immer noch von Symbolics erworben werden. Es existiert eine inoffizielle Portierung für Linux/x86_64.<ref>VLM on Linux im CLiki</ref>

Open Genera besteht aus ungefähr 1,5 Millionen Zeilen Code und ist in diversen Lisp-Dialekten geschrieben. Daher wurde bei der Portierung ein Lisp-Maschinen-Emulator entwickelt, da eine Portierung auf einen einzigen Dialekt massive Änderungen am Code erfordert hätte.<ref name="ptwithy-vlm" />

Symbolics Graphics Division

Die Symbolics Graphics Division wurde 1985 gegründet<ref name="cg-hist">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig An Historical Timeline of Computer Graphics and Animations.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. Januar 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>, um die grafischen Fähigkeiten der Lisp-Maschinen für Computeranimation zu nutzen. Unter anderem war die 3600 die erste Workstation mit HDTV-Funktionalität<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Symbolics 3620.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. Januar 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>. Symbolics Lisp-Maschinen wurden unter anderem in Star Trek III: Auf der Suche nach Mr. Spock verwendet, um die Bildschirme auf der Brücke anzusteuern;<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig March 15, 1985: Dot-Com Revolution Starts With a Whimper.] Wired, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. Januar 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> unter anderem, weil die Bildschirmfrequenz mit den Kameras synchronisiert werden konnte.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Kalman Reti, the Last Symbolics Developer, Speaks of Lisp Machines.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. Januar 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Symbolics veröffentlichte mehrere computeranimierte Kurzfilme, darunter Stanley and Stella in: Breaking the Ice (1987). Die Graphics Division wurde 1991 an Nichimen Graphics verkauft. Aber 1993 wurde eine Symbolics benutzt, um den Schwertwal in Free Willy – Ruf der Freiheit zu modellieren.<ref name="cg-hist" /> Die Symbolics Grafiksoftware (S-Graphics Software Suite) wurde bei Nichimen für den PC portiert und wird bis heute unter dem Namen Mirai verkauft.

Trivia

Die Firmen-Domain symbolics.com gilt als älteste registrierte .com-Domain des Internets. Sie wurde am 15. März 1985 registriert und 2009 an einen Domainhändler verkauft.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Symbolics.com – The first and oldest .com on the Internet.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. Januar 2013.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Weblinks

Quellen

<references />