Geschlinge
Als Geschlinge bezeichnet man verschiedene Teile von Tieren. Andere Bezeichnungen sind Gericke, Graib, Gehänge, Gehenk, Gelünge, Gelinge, Gwaid und Gräusch.<ref>Definition Gelinge bei fleischwirtschaft.de</ref>
Im 15. Jahrhundert ist der Begriff im regionalen Wortschatz nachweisbar. Damit wurde Lunge, Herz und Gurgel von Schlachttieren bezeichnet. Es bildet offenbar ein Kollektivum zu Schlung, einer Nebenform von Schlund.<ref>Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Bearbeitet von Elmar Seebold. 24., durchgesehene und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin / New York 2002. ISBN 978-3-11-017473-1</ref> In der Deutschen Sprache versteht man gemäß Duden darunter Lunge, Herz und Leber bei Schlachttieren.<ref>Eintrag bei duden.de</ref>
In der Fleischwirtschaft Österreichs gehört das Geschlinge zu den Innereien und umfasst diese außer dem Hirn, wenn die Organe nicht getrennt werden. Beim Hausschwein gehört neben der Zunge, auch Magen, Milz, Niere und Schweinenetz dazu.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschlinge vom Schwein bei fleisch-teilstücke.at ( des Vorlage:IconExternal vom 1. Mai 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Beim Kalb das Bries.<ref>Geschlinge vom Kalb bei fleisch-teilstücke.at (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> Zum Geschlinge des Lamms zählt man Zunge, Herz, Niere und Leber.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschlinge vom Lamm bei fleisch-teilstücke.at ( des Vorlage:IconExternal vom 2. März 2013 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Die Bezeichnung für den Darm kann eine falsche Übertragung oder Erweiterung der ursprünglichen Bedeutung für „Eingeweide ohne Magen und Darm“ sein.<ref>„Sprachstand – Sprachenkontakt und Mehrsprachigkeit – Sprachverlust“ von Alfred Wildfeuer</ref>
Als Untersuchungsgut nach der Schlachtung und Schlachtnebenprodukt wird veterinärmedizinisch ebenso zum Geschlinge gezählt: Zunge, Kehlkopf, Speiseröhre, Luftröhre, Bronchien, Lunge und Lungenfell, Lymphknoten, Herz und Herzbeutel.<ref>Beispiel für einen Bericht über eine Fleischuntersuchung</ref>
In der Jägersprache wird mit Geschlinge bzw. Gescheide der Magen und das Gedärm von Wild bezeichnet.<ref>Eintrag bei brockhaus.de</ref> Ebenso wird es als Entsprechung zum „Kleinen Gescheide“ für das Gedärm mit Harn- und Geschlechtsorganen verwendet.<ref>Eintrag im Handbuch Jägersprache</ref>
Siehe auch
Einzelnachweise
<references/>