Scharfkraut
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| Scharfkraut | ||||||||||||
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| Datei:Asperugo procumbens1.JPG
Scharfkraut (Asperugo procumbens) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Gattung | ||||||||||||
| Asperugo | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name der Art | ||||||||||||
| Asperugo procumbens | ||||||||||||
| L. |
Das Scharfkraut (Asperugo procumbens), auch Niederliegendes Scharfkraut oder Schlangenäuglein<ref name="FloraWeb" /> genannt, ist die einzige Art der Pflanzengattung Asperugo innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Scharfkraut wächst als kletternde bis niederliegende einjährige krautige Pflanze. Die oberirdischen Pflanzenteile sind rau behaart. Der bis zu 90 Zentimeter lange, meist unverzweigte Stängel ist hohl und besitzt fünf bis sechs Kanten. Die Kanten tragen starre, rückwärts gebogene Zahnhaare.<ref name="Hegi1966" />
Von den am Stängel verteilt angeordneten, einfachen Laubblättern stehen die unteren wechselständig, nach oben hin werden die Laubblätter kleiner und fast gegenständig. Die Blattspreite ist elliptisch-spatelig, in einen deutlichen Stiel verschmälert und auf beiden Seiten locker abstehend rau behaart.<ref name="Hegi1966" /> Der Blattrand ist glatt oder fein gezähnt.
Generative Merkmale
Die Blüten stehen einzeln oder zu mehreren in den Blattachseln. Es kann ein kurzer Blütenstiel vorhanden sein.
Die relativ kleinen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die fünf Kelchblätter sind bis unterhalb ihrer Mitte verwachsen. Der etwa 1,6 Millimeter breite Kelch ist etwa regelmäßig fünfzipfelig und vergrößert sich stark auf bis zu 8 Millimeter bis zur Fruchtreife, wobei die Kelchzipfel zweizähnig enden. Die fünf meist blauen bis violetten, selten weißen Kronblätter sind röhrig verwachsen. Die Kronlappen sind etwas ungleich. Die fünf Schlundschuppen sind höckerig. Die fünf Staubblätter ragen wie der meist nicht aus der Kronröhre hervor. Die Staubfäden sind sehr kurz und die Staubbeutel sind mit 0,6 Millimeter relativ kurz, länglich. Der 0,8 Millimeter lange Griffel überragt die Kronröhre nicht und endet in einer kopfigen Narbe.
Die Klausenfrucht zerfällt in vier Teilfrüchte (Klausen). Die aufrechten Klausen sind bei einer Länge von etwa 3 Millimetern schmal-eiförmig, fast flach und beidseitig abgeflacht.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 48.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie und Phänologie
Beim Scharfkraut handelt es sich um einen mesomorphen Therophyten.<ref name="FloraWeb" /> Die Blütenzeit und Fruchtreife reicht in Mitteleuropa von Mai bis August, teilweise von April bis November.<ref name="Fischer2008"/> Es erfolgt Selbstbestäubung und Klettausbreitung.<ref name="FloraWeb" />
Vorkommen
Asperugo procumbens ist in Eurasien und Nordafrika weitverbreitet. Sie ist in manchen Gebieten der Erde, beispielsweise in den USA ein Neophyt. Im deutschsprachigen Raum ist das Scharfkraut möglicherweise nur in Österreich heimisch.<ref name="Euro+Med"/> 1839 und 1980 wurde es in Deutschland nur im NSG Max Schultze Steig nachgewiesen.
In Österreich tritt das Scharfkraut im pannonischen Gebiet zerstreut, sonst selten auf; die Vorkommen erstrecken sich auf alle Bundesländer, in Oberösterreich sind nur unbeständige Vorkommen bekannt. Im Gebiet der Alpen und im nördlichen Alpenvorland gilt das Scharfkraut als gefährdet.<ref name="Fischer2008"/> Es kommt in der Schweiz im Münstertal am Piz Terza bis in eine Höhenlage von 2080 Meter und im Kanton Wallis am Grand Chavalard bis in eine Höhenlage von 2110 Meter vor.<ref name="Hegi1966" />
Das Scharfkraut wächst in Mitteleuropa in Lägergesellschaften unter überhängenden Felsen, an Wegen und Mauern auf sommerwarmen, mäßig trockenen, nährstoffreichen und basenreichen, meist kalkhaltigen, milden, oft humusarmen, lockeren steinigen Ton- und Lehmböden. Es ist ein Stickstoffzeiger. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Sisymbrio-Asperuginetum aus dem Sisymbrion-Verband, kommt aber auch in anderen Pflanzengesellschaften dieses Verbands oder in denen des Verbands Onopordion vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 5 (sehr nährstoffreich bis überdüngt), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die gültige Erstveröffentlichung des Gattungsnamens Asperugo erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 138 mit der einzigen Art Asperugo procumbens <templatestyles src="Person/styles.css" />L.<ref name="Euro+Med" /> Synonyme für Asperugo procumbens <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Asperugo alba <templatestyles src="Person/styles.css" />Mazziari, Asperugo erecta <templatestyles src="Person/styles.css" />I.Pop, Asperugo vulgaris <templatestyles src="Person/styles.css" />Dum.Cours., Asperugo vulgaris <templatestyles src="Person/styles.css" />Bubani.
Die Gattung Asperugo gehört zur Tribus Asperugeaeae in der Unterfamilie Boraginoideae innerhalb der Familie der Boraginaceae.
Trivialnamen
Im deutschsprachigen Raum werden oder wurden für diese Pflanzenart, zum Teil nur regional, auch die weiteren Trivialnamen Deutscher Berufswart (Tübingen), Schlangenäuglein (Ostpreußen) und Teufelsleiter (Hessen) verwandt.<ref name="Pritzel1882" />
Quellen
Literatur
- Gelin Zhu, Harald Riedl, Rudolf V. Kamelin: Boraginaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9. Asperugo, S. 414 - textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung, Verbreitung und Systematik)
- Yasin J. Nasir: Boraginaceae. in Flora of Pakistan: Asperugo - Online. (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung)
Einzelnachweise
<references> <ref name="FloraWeb"> Asperugo procumbens L., Schlangenäuglein. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Asperugo procumbens L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Fischer2008"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés, 2011: Boraginaceae. Datenblatt Asperugo procumbens In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 47, eingescannt. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2136–2138. </ref> </references>