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Zwiebelknopffibel

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Datei:Monceau-le-Neuf Fibule Musée de Laon 101008.jpg
Seitenansicht einer Zwiebelknopffibel

Eine Zwiebelknopffibel ist eine Gewandnadel der Spätantike und des Frühmittelalters. Die Form entstand aus dem Vorgängertyp der Scharnierarmfibel in der 2. Hälfte des 3. Jahrhunderts. Die moderne deutschsprachige Bezeichnung geht auf die drei zwiebelförmigen Knöpfe an den Enden der Fibel zurück.

Datei:Fibule cruciforme gallo-romaine 01.JPG
Goldene Zwiebelknopffibel
Datei:Meister von San Vitale in Ravenna 003.jpg
Mosaik in San Vitale (Ravenna). Zu beiden Seiten des Kaisers Justinian Beamte in Amtstracht mit Zwiebelknopffibeln.

Zwiebelknopffibeln gehörten sowohl zur spätrömischen Soldatentracht wie zur Kleidung spätantiker Beamter. Die Fibel hielt den Mantel zusammen und wurde meist auf der rechten Schulter getragen. Da die Fibelform fast ausschließlich von diesen Personengruppen getragen wurde, war sie auch ein Standesabzeichen.<ref>Zabehlicky 1980, 1099–1111. – Steuer 2007, 616.</ref>

Zwiebelknopffibeln wurden aus unterschiedlichen Materialien angefertigt. Die meisten Exemplare bestehen aus Messing oder Bronze, davon sind einige vergoldet bzw. mit Niello oder Email verziert. Wenige Exemplare sind aus Silber oder Gold, die unterschiedlichen Materialien sind vermutlich auf Rangunterschiede der Träger zurückzuführen. Eine goldene Zwiebelknopffibel stammt aus dem Grab des fränkischen Königs Childerich I.

Eine weitere wurde im Jahre 1958 auf der Gemarkung Niederemmel der Gemeinde Piesport bei Ausschachtungsarbeiten gefunden. Diese datiert auf das Jahr 315/316 n. Chr. und wurde von den beiden Kaisern Konstantin I. und Licinius anlässlich des 10-jährigen Regierungsantritts an Servandus verliehen.<ref>Kaiserfibel. Rheinisches Landesmuseum Trier, abgerufen am 2. Dezember 2025.</ref><ref>www.uni-trier.de.</ref>

Die Zwiebelknopffibeln sind Gegenstand einer typologischen und soziokulturellen Studie, die vom Archäologen Cédric Cramatte durchgeführt wird und das gesamte Römische Reich umfasst. Das derzeit laufende Inventar verzeichnet bislang über 3.500 Exemplare.<ref>Cédric Cramatte (fr). people.unil.ch Universität Lausanne, abgerufen am 2. Dezember 2025.</ref>

Literatur

  • Heinrich Beck (Hrsg.): Fibel und Fibeltracht. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Band 8: Euhemerismus – Fichte. 2., völlig neu bearbeitete und stark erweiterte Auflage. de Gruyter, Berlin u. a. 1994, ISBN 3-11-013188-9, S. 411–607, (Separat als: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Studienausgabe. de Gruyter, Berlin u. a. 2000, ISBN 3-11-016858-8).
  • Philipp Mark Pröttel: Zur Chronologie der Zwiebelknopffibel. In: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz. Band 35, 1988, S. 347–372.
  • Heiko Steuer: Zwiebelknopffibel. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 34, Walter de Gruyter, Berlin / New York 2007, ISBN 978-3-11-018389-4, S. 605–623.
  • Heinrich Zabehlicky: Zwiebelknopffibel als Kennzeichen von römischen Soldaten auf spätrömischen Denkmälern. In: William S. Hanson, Lawrence J. F. Keppie (Hrsg.): Roman frontier studies 1979. Papers presented to the 12th International Congress of Roman Frontier Studies (= BAR. International Series. 71, 3). Band 3. B.A.R., Oxford 1980, ISBN 0-86054-080-4, S. 1099–1111.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>