Guillaume Paoli
Guillaume Paoli (* 1959) ist ein deutschschreibender französischer Schriftsteller. Er lebt seit 1992 in Berlin.
Leben, Werk
Vorlage:Hinweisbaustein Ende der 1990er errang Paoli einen gewissen Grad an Bekanntheit als Theoretiker der „Glücklichen Arbeitslosen“<ref>Das Manifest der Glücklichen Arbeitslosen</ref> und Mitherausgeber ihrer Zeitschrift „müßiggangster“. 2003 machte er sich als „Demotivationstrainer“ selbständig. Die Ergebnisse seiner Forschung werden in dem Buch Demotivational training (2013) gesammelt<ref>Guillaume Paoli: Demotivational Training. In: archive.org. 1. Januar 2013, abgerufen am 6. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Von 2008 bis 2013 war er im Leipziger Centraltheater als „bundes- und vielleicht weltweit erster Hausphilosoph“ eingestellt. Dort leitete er die „Prüfgesellschaft für Sinn und Zweck“ und betrieb eine rege besuchte „philosophische Praxis“. 2014 bis 2017 unterhielt er im Roten Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz die Diskussionsreihe Im Zentrum des Übels. 2015 rief er zum Widerstand gegen die Ernennung des Kurators Chris Dercon als Intendant der Volksbühne auf.<ref>Guillaume Paoli: Wegkuratieren des Widerspenstigen. In: Berliner Gazette. 21. Juli 2015, abgerufen am 6. August 2019.</ref> Dabei scheiterte Paolis Versuch, eine neue „Volksbühnenbewegung“ zu gründen.<ref>Guillaume Paoli: Auruf zur Gründung einer neuen Volksbühnenbewegung. In: nachtkritik.de. 28. September 2016, abgerufen am 6. August 2019.</ref> 2016 war er am „Kapitalismustribunal“ in Wien beteiligt.<ref>Guillaume Paoli: Verteidigung ist die beste Anklage. In: Haus Bartleby (Hrsg.): Das Kapitalismustribunal, Zur Revolution der ökonomischen Rechte. Hrsg. von Alix Faßmann, Anselm Lenz und Hendrik Sodenkamp. Passagen Verlag 2016, S. 49–53. ISBN 978-3-7092-0220-3</ref> Er ist ein Kritiker des Kapitalismus<ref>Beate Lammer: Diskussion: "Zum Arbeiten hab ich keine Zeit". In: diepresse.com. 21. April 2018, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref> und kritisiert insbesondere (Lohn)Arbeit unter kapitalistischen Verhältnissen.<ref>Den Sinn von Arbeit hinterfragen - Guillaume Paoli über Glückliche Arbeitslose und unglückliche Arbeitnehmer*innen. In: chronikle.org. 30. März 2011, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref><ref>Anne Seck: Zeitwohlstand statt Arbeitsfetisch. In: ndaktuell.de. 19. April 2024, abgerufen am 20. Februar 2026.</ref>
In den Jahren 2018 und 2019 engagierte er sich publizistisch für die französische Gelbwestenbewegung, daraus entstand das Buch Soziale Gelbsucht.
Auszeichnungen
Werke
Bücher
- Etwas Besseres als der Optimismus. Matthes & Seitz, Berlin 2025, ISBN 978-3-7518-3020-1.
- Geist und Müll. Von Denkweisen in postnormalen Zeiten. Matthes & Seitz, Berlin 2023, ISBN 978-3-7518-0355-7.
- Soziale Gelbsucht. Matthes & Seitz, Berlin 2019, ISBN 978-3-95757-828-0<ref>https://www.matthes-seitz-berlin.de/buch/soziale-gelbsucht-ebook.html </ref>
- Die lange Nacht der Metamorphose. Über die Gentrifizierung der Kultur. Matthes & Seitz, Berlin 2017, ISBN 978-3-95757-474-9.
- Mao siegt – Sieg dem Narzissmus-Nihilismus. Matthes & Seitz, Berlin 2013, ISBN 978-3-88221-065-1.
- Eloge de la démotivation. Lignes, Paris 2008, ISBN 978-2-35526-007-0.<ref>https://de.scribd.com/document/179213660/Eloge-de-la-demotivation-Guillaume-Paoli online</ref>
- Du bist nicht allein, Sklave! SuKuLTuR, 2008, ISBN 978-3-937737-85-0.
- als Herausgeber: Mehr Zuckerbrot, weniger Peitsche. Aufrufe, Manifeste und Faulheitspapiere der glücklichen Arbeitslosen Bittermann Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-89320-062-2.
- mit Anne Hahn: Sklavenmarkt – Utopie und Verlust. Lukas Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-931836-58-4.
Hörspiel
. Nervositäten. Vorahnung und Überdruss: Die Dämmerung zum Ersten Weltkrieg, Deutschlandfunk Kultur, 2014<ref>Guillaume Paoli: Erster Weltkrieg - Die herbeigesehnte Katastrophe. In: deutschlandfunkkultur.de. 23. Februar 2014, abgerufen am 17. Februar 2024.</ref>
Aufsätze (Auswahl)
- Von Verklemmungen und Bewegungen in: Rotary Magazin, Dezember 2018. online
- Wegkuratieren des Widerspenstigen, Berliner Gazette, 2015 online
- Wider den Ernst des Lebens. In: Paul Lafargue: Das Recht auf Faulheit. Matthes & Seitz, Berlin 2013, ISBN 978-3-88221-035-4.
- Wozu Denkmale? In: Leipziger Blätter. Ausgabe 60, Frühjahr 2012.
- Gesamtkunstwerk Gaddafi. In: Edit. # 56, Leipzig 2011.
- Wider das Projekt. In: Barbara Gronau, Alice Lagaay (Hrsg.): Ökonomien der Zurückhaltung. Transcript, 2010.
- Willkommen in Bobocity. In: scheinschlag – berliner stadtzeitung. Ausgabe 06/2007. online
- Technik der Zombifikation. In: Reinigungsgesellschaft, The social engine, exploring flexibility. SoYAA, Budapest / Weimar 2007.
- Wir sind die Verbrecher. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. November 2006. online
- Kann uns der Staat von der Arbeit retten? In: Der Freitag. 27. Januar 2006. online
- Entlasst die Experten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 19. April 2005. online
- Das Winner-Loser-Verhältnis. In: Schritte zur Flucht von der Arbeit zum Tun. Walther König, Köln 2004, ISBN 3-88375-817-5.
- Die Hinterbliebenen. In: Rudolf Maresch, Florian Rötzer (Hrsg.): Renaissance der Utopie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-12360-2.
- Lasst euch nicht gehen. In: Carl Hegemann (Hrsg.): Erniedrigung genießen. Alexander Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89581-065-7.
- Wird die Menschheit dümmer als Maschinen? In: Frank Schirrmacher (Hrsg.): Die Darwin AG. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2001, ISBN 3-462-03008-6.
Weblinks
- Literatur von und über Guillaume Paoli im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Blog von Guillaume Paoli
- Man muss Widersprüche zulassen. Interview mit Tim Turiak, Tonhalle Düsseldorf, 2018
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Paoli, Guillaume |
| KURZBESCHREIBUNG | französisch-deutscher Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 1959 |