Strade Bianche
Strade Bianche (ehemals Monte Paschi Eroica) ist ein italienisches Eintagesrennen für Radrennfahrer. Die Besonderheit des Rennens sind die namensgebenden weißen Schotterstraßen der Toskana, die einen Teil der Streckenführung ausmachen. Während die Erstaustragung im Jahr 2007 im Herbst stattfand, wird das Rennen seither im Frühjahr Anfang März ausgetragen.<ref name=":0">Gregor Brown: www.cyclingnews.com presents the 2nd Monte Paschi Eroica. In: autobus.cyclingnews.com. März 2008, abgerufen am 25. Februar 2023.</ref>
Geschichte und Organisation
Als Vorläufer der Strade Bianche gilt die von Giancarlo Brocci gegründete L’Eroica, die erstmals im Oktober des Jahres 1997 ausgetragen wurde. Bei dieser Radtourenfahrt handelte es sich um ein Breitensportereignis, dessen Ziel es war den alten Geist des Radsports wiederzubeleben. In Anlehnung an die Duelle zwischen Fahrern wie Fausto Coppi und Gino Bartali befuhren die Teilnehmer Schotterstraßen auf historischen Fahrrädern. Bei der Erstaustragung starteten 92 Fahrer.<ref name=":2">Eroica - Ethos. The Heroic spirit. Abgerufen am 4. Februar 2023.</ref>
Am 9. Oktober 2007 wurde erstmals ein internationales Radrennen abgehalten, das den Namen Monte Paschi Eroica trug. Als namensgebender Sponsor diente die italienische Großbank Banca Monte dei Paschi di Siena (umgangssprachlich meist nur „Montepaschi“ genannt), während RCS Sport, die auch den Giro d’Italia ausrichtet, die Organisation übernahm.<ref>Rcs Sport. Abgerufen am 4. Februar 2023.</ref> Die Strecke führte von Gaiole in Chianti über 180 Kilometer nach Siena, wo sich das Ziel auf dem Piazza del Campo befand. Insgesamt mussten 60,7 Kilometer auf den sogenannten „sterrati“ (Schotterstraßen) zurückgelegt werden, die auf sieben Sektoren verteilt wurden. Mit einer Länge von drei bis 13 Kilometern führten die Schotterstraßen durch die hügelige Toskana und beinhalteten zahlreiche Anstiege und Abfahrten. Im Vorfeld der Veranstaltung hoffte die Organisation eine große Anzahl an Klassiker-Spezialisten für das Rennen zu begeistern, wobei letztendlich in erster Linie die einheimischen Stars wie Alessandro Ballan und Filippo Pozzato erschienen.<ref>www.cyclingnews.com - the world centre of cycling. In: autobus.cyclingnews.com. 11. September 2007, abgerufen am 25. Februar 2023.</ref> Bei der Erstaustragung gingen 116 Fahrer an den Start, von denen nur 42 das Ziel erreichten. Zum Premierensieger kürte sich der Russe Alexander Kolobnew, der sich auf dem vorletzten Sektor von der Konkurrenz absetzten hatte können.<ref>www.cyclingnews.com - the world centre of cycling. In: autobus.cyclingnews.com. Abgerufen am 25. Februar 2023.</ref>
Die zweite Austragung fand nicht mehr im Oktober statt und war somit zeitlich nicht mehr an L’Eroica gebunden. Stattdessen wählten die Organisatoren einen Termin im März, um die Attraktivität des Rennens für die Klassiker-Spezialisten zu erhöhen. Weiters änderte sich die Anordnung der Schotterstraßen geringfügig und es wurde der 2,4 Kilometer lange Sektor des Colle Pinzuto hinzugefügt, der rund 11 Kilometer vor dem Ziel passiert wurde.<ref name=":0" />
Mit der dritten und vierten Austragung distanzierte sich das Rennen weiter von L’Eroica und lief im Jahr 2009 als Montepaschi Strade Bianche – Eroica Toscana<ref>www.cyclingnews.com presents the 3rd Montepaschi Strade Bianche - Eroica Toscana. In: autobus.cyclingnews.com. Abgerufen am 25. Februar 2023.</ref>, ehe es 2010 den heutigen Namen Montepaschi Strade Bianche erhielt.<ref>Montepaschi Strade Bianche 2010: Results –. In: cyclingnews.com. 6. März 2010, abgerufen am 25. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mit dem Sektor Le Tolfe kam eine weitere kurze und steile Schotterrampe im Finale hinzu, die den leichteren Bergfahrern entgegenkam.<ref>www.cyclingnews.com presents the 3rd Montepaschi Strade Bianche - Eroica Toscana. Abgerufen am 4. Februar 2023.</ref> In den nachfolgenden Austragungen gewann das Rennen zusehends an Popularität und präsentierte ein immer stärkeres Fahrerfeld. Mit dem Italiener Moreno Moser war im Jahr 2013 erstmals ein einheimischer Fahrer erfolgreich, ehe das Rennen zwei Jahre später von der 1.1 Kategorie in die hors categorie aufstieg. Seit dem Jahr 2017 ist die Strade Bianche ein Teil der UCI WorldTour, der höchsten Serie im Straßenradsport.
Mit der Strade Bianche femminile wird seit dem Jahr 2015 auch ein Frauenrennen ausgetragen.
Im Jahr 2020 wurde die Strade Bianche vom 7. März auf den 2. August verschoben und bildete somit den Auftakt des alternativen Kalenders, der aufgrund der zahlreichen Absagen während der COVID-19-Pandemie umgesetzt wurde.<ref>Strade Bianche 2020 gallery: a scorching return for WorldTour racing. Abgerufen am 4. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Nachdem im Jahr 2024 die Distanz des Rennens auf 215 Kilometer erhöht wurde, fällt die Ausgabe 2026 wieder kürzer aus. Auch die Länge der Schotterabschnitte ist verringert worden.<ref>Tour Magazin: Weniger Gravel, kürzere Strecken, Artikel vom 5. März 2026, abgerufen am 6. März 2026.</ref>
Streckenführung
Seit der Erstaustragung im Jahr 2007 sind die Schotterstraßen Sektoren ein fixer Bestandteil des Rennens. Die Streckenführung der Strade Bianche hat sich über die Jahre nur geringfügig verändert. Bis ins Jahr 2013 diente Gaiole in Chianti als Startort, ehe mit San Gimignano (2014 und 2015) ein neuer Ausgangspunkt gewählt wurde. Seit dem Jahr 2016 dient Siena sowohl als Start- als auch Zielort. Auf der ersten Rennhälfte führt das Rennen Richtung Süden und passiert dabei kürzere Schotterstraßenabschnitte. Bei Montalcino dreht die Fahrtrichtung gen Norden, ehe die entscheidenden Segmente befahren werden. Die Zielankunft findet traditionell auf dem Piazza del Campo statt. Dieser wird über die steile und enge Via Santa Caterina erreicht, die auf einer Länge von rund 500 Meter Steigungsprozente von bis zu 16 % aufweist.
Von den etwa 180 Kilometern führt die Strecke über mehr als 50 Kilometer Schotterwege, die auf Italienisch strade sterrate (unbefestigte Straßen, von „sterri“ Erdarbeiten) oder strade bianche (weiße Straßen, nach der Färbung des am häufigsten benutzten Kiesschotters) genannt werden.<ref name="cyclingnews1">cyclingnews.com: Eroica's status grows with new springtime date abgerufen am 4. August 2014</ref><ref name="cyclingnews2">cyclingnews.com: A young classic with epic potential abgerufen am 4. August 2014</ref> Der wohl bekannteste Schottersektor ist jener von Monte Sante Marie (11,5 Kilometer), der seit der Erstaustragung Teil der Strade Bianche ist und meist das Finale des Klassikers einläutet. Der Abschnitt trägt den Namen des Schweizers Fabian Cancellara, der als erster Fahrer dreimal bei dem Rennen triumphierte.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Strade Bianche: il Monte Sante Marie è stato dedicato a Cancellara.] Cyclinside.it, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Neben maximalen Steigungen von bis zu 15 % umfasst dieser Sektor auch steile und technische Abfahrten, die das Peloton in die Länge ziehen.<ref name=":3">Francesco Cilione: Focus on the 3 key gravel sectors: San Martino in Grania, Monte Sante Marie and Le Tolfe. In: Gran Fondo Strade Bianche. 28. Februar 2022, abgerufen am 4. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Im Finale der Strade Bianche werden seit dem Jahr 2014 die drei kurzen Schotteranstiege des Monteaperti (1,5 km), Colle Pinzuto (2,4 km) und Le Tolfe (1,1 km) befahren.<ref>Stage profiles Strade Bianche 2014 One day race. Abgerufen am 4. Februar 2023.</ref> Diese werden innerhalb von rund 10 Kilometern absolviert, ehe die letzten 12 Kilometer auf asphaltierten Straßen zum Ziel führen. Der abschließende Sektor (Le Tolfe) verläuft zunächst abschüssig, ehe er in einen Anstieg führt, der Rampen von bis zu 18 % aufweist.<ref name=":3" /> Ursprünglich fand das Finale auf dem längeren und flacheren Sektor von Catignano (7 km) statt, der jedoch bereits bei der zweiten Austragung durch den Abfahrtssektor des Montechiaro (3,3 km) und den Schotteranstieg des Colle Pinzuto ersetzt wurde.<ref>www.cyclingnews.com news and analysis. Abgerufen am 4. Februar 2023.</ref><ref name=":0" /> Nachdem die Schotterpassage von Le Tolfe im Jahr 2009 hinzugefügt wurde, strich die Organisation im Jahr 2014 den Abfahrtssektor und ersetzte ihn durch den Schotteranstieg des Monteaperti.<ref>www.cyclingnews.com presents the 3rd Montepaschi Strade Bianche - Eroica Toscana. Abgerufen am 4. Februar 2023.</ref> Der Sektor von Colle Pinzuto wurde 2026 nach Tadej Pogačar benannt, nachdem dieser zuvor ebenfalls dreimal das Rennen gewonnen hatte.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Tadej Pogacar inaugure un secteur à son nom sur les Strade Bianche : « J'espère que cette pierre va rester là pour toujours ».] L’Équipe, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Palmarès
Fabian Cancellara vor Alessandro Ballan
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| # | Name | Siege | Zweiter | Dritter | Siegjahre |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Datei:Flag of Slovenia.svg Tadej Pogačar | 4 | 0 | 0 | 2022, 2024, 2025, 2026 |
| 2 | Datei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Fabian Cancellara | 3 | 0 | 0 | 2008, 2012, 2016 |
| 3 | Datei:Flag of Poland.svg Michał Kwiatkowski | 2 | 0 | 0 | 2014, 2017 |
Stand: 7. März 2026
Gran Fondo und L’Eroica
Einen Tag nach den Radrennen findet mit dem Strade Bianche Granfondo seit dem Jahr 2016 eine Jedermann-Veranstaltung statt. Bei dieser können die Teilnehmer zwischen zwei unterschiedlichen Strecken wählen, die über die berüchtigten Schottersektoren führen.<ref>Gran Fondo Strade Bianche - Ride into the legend. Abgerufen am 4. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ebenfalls auf den Schotterstrecken der Region wird die L’Eroica veranstaltet, die auf historischen Rennrädern bestritten wird.<ref>L'Eroica Gaiole in Chianti. Abgerufen am 4. Februar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Literatur
- L’Eroica. In: RennRad Oktober 2008, München, S. 92–96
Weblinks
- Offizielle Website (italienisch, englisch)
- [[[:Vorlage:ProCyclingStats/URL]]/race/strade-bianche Strade Bianche] in der Datenbank von ProCyclingStats.com (englisch)
Einzelnachweise
<references responsive />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Tour Down Under • Cadel Evans Great Ocean Road Race • Omloop Het Nieuwsblad • UAE Tour • Strade Bianche • Paris–Nizza • Tirreno–Adriatico • Mailand–Sanremo • Ronde van Brugge • E3 Harelbeke • Katalonien-Rundfahrt • Gent–Wevelgem • Dwars door Vlaanderen • Flandern-Rundfahrt • Baskenland-Rundfahrt • Paris–Roubaix • Amstel Gold Race • La Flèche Wallonne • Lüttich–Bastogne–Lüttich • Tour de Romandie • Eschborn–Frankfurt • Giro d’Italia • Critérium du Dauphiné • Tour de Suisse • Copenhagen Sprint • Tour de France • Clásica San Sebastián • Polen-Rundfahrt • Renewi Tour • Vuelta a España • Cyclassics Hamburg • Bretagne Classic Ouest-France • GP de Québec • GP de Montréal • Lombardei-Rundfahrt • Tour of Guangxi
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