Zum Inhalt springen

Lautlehre

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 4. September 2023 um 15:31 Uhr durch imported>Aka (Tippfehler entfernt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Lautlehre<ref>„die lehre von den grammatischen [sic!] lauten.“ Jacob Grimm, Wilhelm Grimm, Moritz Heyne (Bearb.): Deutsches Wörterbuch. Hirzel, Leipzig 1885 (Fotomechanischer Nachdruck).</ref> ist ein historischer sprachwissenschaftlicher Begriff,<ref name="Brockhaus">Brockhaus’ Konversations=Lexikon. 14., vollständig neubearbeitete Auflage. Band 10. F. A. Brockhaus, Leipzig/Berlin/Wien 1895, S. 1018.</ref> der heute teilweise mit Phonematik gleichgesetzt wird. Je nach der Natur der betrachteten Lauteinheiten (Phoneme bzw. Phone) unterscheidet Nikolai Sergejewitsch Trubetzkoy in seinem Werk<ref name="Trubetzkoy">Nikolai Sergejewitsch Trubetzkoy: Grundzüge der Phonologie. 5. Auflage. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1971, S. 7.</ref> zwei Teilgebiete:

  • Die Phonologie oder Phonemik („Sprachgebilde-Lautlehre“<ref name="Trubetzkoy" />) untersucht Systeme von Phonemen, den kleinsten bedeutungsunterscheidenden Elementen von Sprachen.
  • Die Phonetik („Sprechakt-Lautlehre“<ref name="Trubetzkoy" />), befasst sich mit der Beschreibung der vom menschlichen Sprechapparat erzeugbaren Laute (Phone).

Lautlehre bezeichnet also nach obiger Definition (und auch heute noch ohne ausdrücklichen Bezug auf Trubetzkoy) die Gesamtheit der Teilgebiete Phonetik und Phonologie. Historisch wird der Begriff Lautlehre<ref>Vgl. etwa auch Gerhard Eis: Historische Laut- und Formenlehre des Mittelhochdeutschen. Heidelberg 1950.</ref> mit der griechischen Wortneubildung Phonologie<ref name="Brockhaus" /> identifiziert. Aktuell<ref>Helmut Glück (Hrsg.): Metzler Lexikon Sprache. 2. Auflage. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000.</ref> wird Lautlehre mit Phonetik gleichgesetzt. Aufgrund dieser Begriffsunschärfe kann es zu Missverständnissen kommen, sodass individuelle Definitionen genau beachtet werden sollten.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein