Hundestaupevirus
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| Hundestaupevirus | ||||||||||||||||||||||
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| Datei:Canine Distemper Virus Cytoplasmic Inclusion Body (Blood smear, Wright's stain).jpg
Zytoplasmatischer Einschlusskörper des Hundestaupevirus (Blutausstrich, Wright-Färbung) | ||||||||||||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||||||||||||
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| Taxonomische Merkmale | ||||||||||||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||||||||||||
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| Kurzbezeichnung | ||||||||||||||||||||||
| CDV | ||||||||||||||||||||||
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Das Hundestaupevirus oder Canine Staupevirus (englisch Canine distemper virus, CDV; Spezies Morbillivirus canis, früher Canine morbillivirus) ist ein behülltes Virus aus der Familie Paramyxoviridae.<ref name="ICTV_Tax">ICTV: Taxonomy Browser.</ref><ref name="ICTV_VMR">ICTV: Virus Metadata Resource (VMR).</ref> Es ist der Erreger der Staupe, einer hochansteckende Infektion bei Hundeartigen (Canoidea). Infektionen bei Großkatzen (Pantherinae) wurden gelegentlich beschrieben. Das CDV verursacht eine multisystemische, sehr variable Erkrankung über eine an Leukozyten gebundene Virämie. Eine Beteiligung des ZNS ist häufig.
Struktur
Das CDV wurde erstmals 1905 von Henri Carré isoliert.<ref>H. Carré: Sur la maladie des jeunes chiens. In: Comptes rendus de l'académie des sciences [III]. Band 140, 1905, S. 689–690 und 1489–1491</ref> Es ist eng verwandt mit dem Masernvirus und dem Rinderpestvirus (gleiche Gattung). Die Virionen (Viruspartikel) des CDV sind unregelmäßig geformt und etwa 150–250 nm groß; filamentöse Partikel mit einer Länge von mehreren Hundert Nanometern sind ebenfalls möglich. Das gefaltete, helikale Kapsid ist 18 nm im Durchmesser groß und 600–800 nm lang. Es enthält einen linearen RNA-Strang mit negativer Polarität, der etwa 15,9 kb lang ist. Das CDV besitzt anders als andere Paramyxoviren als Mitglied der Gattung Morbillivirus keine Neuraminidase, es zeigt auch keine Hämagglutinin-Aktivität.
Epidemien bei Großkatzen
Das Hundestaupevirus wurde in neuerer Zeit mehrfach als Verursacher von schwerwiegenden Epidemien unter wildlebenden Großkatzen nachgewiesen. Dies ist von Bedeutung, da es sich hierbei häufig um bedrohte Tierarten handelt. Im Jahr 1994 verstarben etwa ein Drittel der ungefähr 3000 Löwen im Serengeti-Nationalpark an einer Infektion, die durch ein dem Hundestaupevirus eng verwandtes Morbillivirus verursacht war. Das verursachte Krankheitsbild war durch grand mal-Anfälle mit Myoklonien, Enzephalitis und Pneumonie gekennzeichnet.<ref></ref> Im September 2018 waren die Asiatischen Löwen im Gir-Nationalpark von einer ähnlichen Epidemie betroffen.<ref></ref>
Krankheitsbeteiligung beim Menschen
Einzelne Publikationen vermuteten eine Beteiligung des CDV bei der Ätiologie der Osteodystrophia deformans des Menschen.<ref name="PMID1910961">M. T. Gordon, D. C. Anderson, P. T. Sharpe: Canine distemper virus localised in bone cells of patients with Paget's disease. In: Bone. Band 12, 1991, S. 195–201. PMID 1910961 (englisch).</ref><ref name="PMID12711070">J. A. Hoyland, J. A. Dixon, J. L. Berry, M. Davies, P. L. Selby, A. P. Mee: A comparison of in situ hybridisation, reverse transcriptase-polymerase chain reaction (RT-PCR) and in situ-RT-PCR for the detection of canine distemper virus RNA in Paget's disease. In: J. Virol. Methods. Band 109, 2003, S. 253–259. PMID 12711070 (englisch).</ref>
Quellen
Literatur
- B. Liess, O.-R. Kaaden (Hrsg.): Virusinfektionen bei Nutz- und Haustieren. 2. Auflage. Hannover 2003.
- T. T. Brunt et al.: Family Paramyxoviridae. In: C. M. Fauquet, M. A. Mayo et al.: Eighth Report of the International Committee on Taxonomy of Viruses. London/San Diego, 2004
Weblinks
- Spezies Hundestaupevirus (NCBI)
- Referenzsequenz des CDV
- Ricardo Constante Grøndahl-Rosado: Rastreio virológico de carnívoros errantes e caracterização genética viral. Thesis für: Integrated Masters in Veterinary Medicine. Oslo University Hospital, Oktober 2009. Abb. 3 − Structure of canine distemper virus (a) and its genome (b).
Einzelnachweise
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