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Dewar-Benzol

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von Dewar-Benzol
Allgemeines
Name Dewar-Benzol
Andere Namen
  • Bicyclo[2.2.0]hexa-2,5-dien
  • Dewar-Benzen
Summenformel C6H6
Kurzbeschreibung

bei Raumtemperatur farblose, extrem explosive Flüssigkeit<ref name="Griffith" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
PubChem 98808
ChemSpider 89242
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 78,11 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name="Griffith" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Dewar-Benzol (auch Dewar-Benzen) ist der Trivialname für die Verbindung Bicyclo[2.2.0]hexa-2,5-dien, ein Valenzisomer des Benzols. Der Name beschreibt die von James Dewar vorgeschlagene Formel für C6H6, die seiner Meinung nach aber nicht Benzol darstellte. Dewar selbst hielt die von August Kekulé vorgeschlagene Formel für richtig.

Datei:Historic Benzene Formula Dewar 1869 proposals (original).png
Die sieben von Dewar vorgeschlagenen Benzolstrukturen: Dewar-Benzol (2. Reihe rechts), korrekte Struktur (1. Reihe Mitte)

Geschichte und Eigenschaften

1962 konnte erstmals ein Derivat dieser Grundstruktur hergestellt werden, im Jahr darauf gelang die Synthese von reinem Dewar-Benzol. Es hat wegen der vieratomigen Ringe und der Doppelbindungen darin eine hohe Ringspannung und ist deshalb viel instabiler als Benzol. Außerdem ist es im Gegensatz zu Benzol nicht aromatisch und zeigt im NMR-Spektrum zwei anstatt eines Signals.

Dewar-Benzol ist bei Raumtemperatur eine farblose, extrem explosive Flüssigkeit, die aber routinemäßig als Feststoff bei 77 K oder als Niederdruckdampf (< 50 Torr) bei Raumtemperatur gehandhabt werden kann.<ref name="Griffith">David W. T. Griffith, Jay E. Kent, M. F. O’Dwyer: The electronic spectrum of Dewar benzene. In: Journal of Molecular Spectroscopy. Band 58, Nr. 3, 1975, S. 436–444, doi:10.1016/0022-2852(75)90223-4.</ref>

Unter Normalbedingungen isomerisiert es mit einer Halbwertszeit von 37 Stunden<ref>Eintrag zu Dewar-Benzol. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> zu Benzol. Die Umwandlung ist kinetisch gehemmt: für die konzertierte Ringöffnung verlangen die Woodward-Hoffmann-Regeln (Erhaltung der Orbitalsymmetrie) konrotatorischen Verlauf (gleicher Drehsinn der CH-Bindungen an der sich öffnenden, zentralen CC-Bindung). Dabei ist es unerheblich, ob 4 oder 6 Elektronen in die Betrachtung einbezogen werden:

Grenzorbitalanalyse zur elektocyclischen Ringöffnung von Dewar-Benzol unter Berücksichtigung von 4 bzw. 6 Elektronen

Eine konrotatorische Ringöffnung würde jedoch zu einer Benzol-Struktur mit einem endocyclischen Proton führen, was einer trans-Doppelbindung im Sechsring entspräche. Sie wird somit durch die sich aufbauende Ringspannung verhindert, woraus sich die vergleichsweise hohe Halbwertszeit des Dewar-Benzols erklärt.

Darstellung

Es wird durch Bestrahlung von cis-1,2-Dihydrophthalsäureanhydrid und anschließender Oxidation mit Blei(IV)-acetat gewonnen.<ref>E. E. van Tamelen, S. P. Pappas, K. L. Kirk: Valence bond isomers of aromatic systems. Bicyclo[2.2.0]hexa-2,5-dienes (Dewar benzenes). In: J. Am. Chem. Soc. Band 93, Nr. 23, 1971, S. 6092–6101, doi:10.1021/ja00752a021.</ref>

Synthese des Dewar-Benzols aus cis-1,2-Dihydrophthalsäureanhydrid

Einzelnachweise

<references/>