Alexander Borst
Alexander Borst (* 18. August 1957 in Bad Neustadt an der Saale) war Direktor der Abteilung Schaltkreise – Information – Modelle (2001–2025)<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Ehemalige Direktoren (MPIN, MPIO, MPIV, MPI-BI).] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 28. Januar 2026.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> am Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz, ehemals Max-Planck-Institut für Neurobiologie.<ref>Neues Max-Planck-Institut für biologische Intelligenz, in Gründung. Abgerufen am 19. April 2022.</ref>
Alexander Borst studierte Biologie an der Universität Würzburg, wo er 1984 mit einer Arbeit über Untersuchungen zur zentralnervösen Verarbeitung olfaktorischer Reize bei Drosophila melanogaster bei Martin Heisenberg promovierte. Als Postdoktorand arbeitete er am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen und leitete im Anschluss eine selbstständige Nachwuchsgruppe am Friedrich-Miescher-Labor der Max-Planck-Gesellschaft. Er hatte Professuren am Center for Computational Biology in Bozeman (USA), der Universität Tübingen und der University of California, Berkeley (USA) inne, bevor er 2001 zum Direktor am Max-Planck-Institut für Neurobiologie berufen wurde.
Alexander Borst ist Mitglied in der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina<ref>Mitgliedseintrag von Alexander Borst (mit Bild) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher LeopoldinaVorlage:Abrufdatum</ref>, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften<ref>Mitgliedseintrag von Alexander Borst (mit Bild) bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 3. Juli 2016.</ref> und der European Molecular Biology Organization (EMBO). Seine Arbeiten wurden unter anderem mit dem Forschungspreis der Federation of European Neuroscience Societies (FENS) 2014 und dem Valentino Braitenberg Award for Computational Neuroscience 2014 ausgezeichnet.
Wissenschaftliche Schwerpunkte
Während seiner Doktorarbeit beschäftigte sich Alexander Borst mit dem Geruchssinn von Drosophila melanogaster und entdeckte, dass eine bestimmte Gehirnstruktur, die sogenannten Pilzkörper, eine zentrale Rolle beim olfaktorischen Lernen der Fliegen spielen (Heisenberg, Borst, Wagner, Byers, J. Neurogenetics 1985).<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Seitdem konzentrieren sich seine Arbeiten auf die Frage, wie Nervenzellen Informationen verarbeiten und bestimmte Berechnungen durchführen. Als Beispiel für eine neuronale Verrechnung dient ihm hierbei das Bewegungssehen, also der Vorgang, mit dem Nervenzellen im Sehzentrum der Fliegen die Bewegungsrichtung eines Objekts errechnen.
Ziel der Arbeiten von Alexander Borst ist es, eine formale, mathematische Beschreibung der Prozesse mit den zugrundeliegenden biophysikalischen Eigenschaften der Nervenzellen zu verbinden. Durch eine Kombination theoretischer Ansätze und Computersimulationen mit verschiedenen experimentellen Untersuchungen machte er folgende Entdeckungen:
- Die Berechnung der Bewegungsrichtung folgt im Fliegengehirn formal weitgehend dem sogenannten Reichardt-Modell (Single & Borst, Science 1998).<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
- Ähnlich wie in der Netzhaut der Wirbeltiere wird diese Berechnung in zwei parallelen Bahnen, einem ON- und einem OFF-Kanal, durchgeführt (Jösch et al., Nature 2010).<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
- In jedem dieser Kanäle existieren vier Untergruppen von Neuronen (T4-Zellen im ON-, T5-Zellen im OFF-Kanal), die für je eine der vier orthogonalen Bewegungsrichtungen (rechts, links, aufwärts, abwärts) maximal empfindlich sind. Diese Zellen stehen in Verbindung mit vier getrennten Schichten von Nervengewebe, wo sie mit großen Kurssteuer-Neuronen verschaltet sind (Maisak et al., Nature 2013).<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
- Die im Reichardt-Modell postulierte Signal-Multiplikation beruht in T4-Zellen biophysikalisch auf einer Disinhibition (Groschner et al., Nature 2022).<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Borst, Alexander |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Neurobiologe |
| GEBURTSDATUM | 18. August 1957 |
| GEBURTSORT | Bad Neustadt an der Saale |
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- Neurobiologe
- Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert)
- Mitglied der European Molecular Biology Organization
- Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft
- Absolvent der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
- Deutscher
- Geboren 1957
- Mann