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Bleipikrat

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Strukturformel
Struktur des Pb2+-Ions   2 Struktur des Pikrat-Ions
Allgemeines
Name Bleipikrat
Andere Namen

2,4,6-Trinitrophenolblei

Summenformel Pb(C6H2N3O7)2
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer (Listennummer) 684-862-9
ECHA-InfoCard 100.210.303
PubChem 3045289
ChemSpider 2308056
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 663,41 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

explodiert bei ca. 270 °C<ref>Makoto Matsukawa, Takehiro Matsunaga, Tadahiko Iwasaki, Masatake Yoshida, Shuzo Fujiwara: Synthesis and properties of lead picrates. In: Science and Technology of Energetic Materials. Band 65, Nr. 1, 2004, S. 7–13.</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.788">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter die Gruppeneinträge zu Vorlage:Linktext-Check und Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 200​‐​331​‐​311​‐​301​‐​360Df​‐​373​‐​410
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Bleipikrat ist der Trivialname von Blei(II)-2,4,6-trinitrophenolat. Es ist das Bleisalz der Pikrinsäure und fand früher und zum Teil noch heute Anwendung in Sprengkapseln und Anzündhütchen.

Eigenschaften

Bleipikrat liegt in Form von gelben bis orangefarbenen Kristallnadeln vor. Es ist nahezu unlöslich in Wasser und etwas löslich in Aceton und Ethanol. Bleipikrat existiert in vielen Formen. Es gibt Formen, die Kristallwasser enthalten, jedoch durch Erhitzen in die wasserfreie Form überführt werden können. Daneben existieren verschiedene andere Formen wie zum Beispiel basisches Bleipikrat.

Die Verbindung ist extrem schlagempfindlich. Eine Probe explodiert bereits, wenn ein 2 kg Gewicht aus nur 2 cm Höhe auf diese fällt.<ref>T. Urbanski: Chemistry and Technology of Explosives. Vol. 1, Pergamon Press – PWN Polish Scientific Publishers, 1964, S. 525.</ref> Dies entspricht einer Schlagenergie von 0,4 J. Damit ist es sogar noch empfindlicher als Quecksilberfulminat. Es ist somit möglich, dass eine kleine Menge bereits unter dem Einfluss des Eigengewichtes explodiert. Kommt Bleipikrat in Kontakt mit einer Flamme, so verpufft es unter Entwicklung von feinem Bleistaub. Die Verbindung ist recht toxisch, was zum einen auf den Trinitrophenolatrest zurückzuführen ist, aber zum anderen auch von den Blei(II)-Ionen kommt.

Darstellung

Bleipikrat wird heute kaum noch produziert. Allerdings produzierten es die Deutschen im Zweiten Weltkrieg in größeren Mengen. Dabei wurde ein gut wasserlösliches Bleisalz (z. B. Bleinitrat) entweder direkt mit Pikrinsäure versetzt, worauf das schwerlösliche Bleipikrat ausfiel, oder es wurde eine Lösung von einem gut wasserlöslichen Bleisalz mit einer Lösung eines ebenfalls gut wasserlöslichen Pikrates vermischt, worauf ebenfalls Bleipikrat ausfiel.

Sicherheitshinweise

Es sei darauf hingewiesen, dass die Bildung von Schwermetallpikraten, vor allem Bleipikrat, grundsätzlich zu vermeiden ist. Diese entstehen oft ungewollt, wenn Pikrinsäure in Kontakt mit Metallen, deren Oxiden, Carbonaten, Hydroxiden etc. kommt. Zahlreiche Unfälle haben in der Vergangenheit gezeigt, dass diese Verbindungen äußerst gefährlich und instabil sind. In Deutschland unterliegt der Besitz, Umgang, die Lagerung etc. außerdem dem Sprengstoffgesetz (SprengG).

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Tadeusz Urbanski: Chemie und Technologie der Explosivstoffe. Band III, Leipzig 1964.
  • Rudolf Meyer: Explosivstoffe. 6. Auflage. VCH Verlagsgesellschaft, 1985, ISBN 3-527-26297-0.