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Brentano

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Stammwappen derer von Brentano.
Stammwappen derer von Brentano.

Die Familie Brentano, dem lombardischen Uradel zugerechnet,<ref>Walter von Hueck et al.: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band II, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1974.</ref> lässt sich auf ein Bauerngeschlecht zurückführen, das im Weinbaugebiet um den Comer See beheimatet war. In Deutschland wird das Adelsgeschlecht zum jüngeren Briefadel gezählt. Brenta ist dort die Bezeichnung für eine Weinbutte, deren Abbild auf blauem Grund in rot-silber-bordiertem Schilde ins Familienwappen der „nobiles de Brenta, dicti de Brentanis“ eingefügt ist, eingerahmt vom Lombardischen Löwen und der Schlange der Visconti, der Herzöge der Lombardei. Im Schildhaupt erscheint der Reichsadler, das Ehrenzeichen der Ghibellinen.

Geschichte

Die Familie wurde am 25. April 1282 in Como mit Johannes de Brenta erstmals urkundlich erwähnt.<ref>Urkunde des Bischofs Avoccati von Como in der Bibliotheca Ambrosiana zu Mailand, gedruckt in Historiae Patriae Monumenta, Band XVI, S. 453.</ref> Die Stammreihe beginnt mit dem um 1330 geborenen Johannes de Brenta dictus de Brentanis.

Linien und Edle von Brentano

Im 14. Jahrhundert teilte sich die Familie in die verschiedenen Linien:

  • Das Haus Brentano-Cimaroli, aus dem u. a. drei hochdekorierte kaiserliche Generäle hervorgingen.
  • Das Haus Brentano-Gnosso, das 1857 in Österreich den Freiherrnstand erwarb.
  • Das Haus Brentano-Toccia. Es wurde in einem Zweige von Kaiser Karl IV. in den Grafenstand erhoben.
  • Das Haus Brentano-Tremezzo erwarb mit seinem inzwischen erloschenen bayrischen Zweig Brentano-Brentheim den Freigrafenstand.

Außerdem gibt es noch zwei weitere briefadlige Brentano-Familien:

  • Die von Brentano à Moretto; sie erhielten den Reichsritterstand mit „Edler von Brentano“ in München am 17. September 1790 für Balthasar Brentano à Moretto, kurfürstlich-pfalzbayerischer Medizinalrat und Leibhofapotheker.
  • Die von Brentano-Mezzegra: sie erhielten die Bayerische Adelsrenovation mit „Edler von Brentano“ am 7. März 1808 für den Buchhalter der von Gilardischen Drahtfabrik in Allersberg, Josef-Anton Brentano-Mezzegra.

Beide Geschlechter haben aber völlig andere Wappen als die uradligen von Brentano.

Datei:Brentano-Wappen.jpg
Schmuckwappen aus der Stammtafel der Brentanos

Wappen

Das Stammwappen der Brentanos: Blasonierung: „Innerhalb eines rot-silber gestückten Bordes in Blau eine goldene Butte (italienisch: brenta). Auf dem blau-golden bewulstetem Helm mit rot-silbernen auf blau-goldenen Decken ein wachsender gold-gekrönter rot-bezungter schwarzer Adler.“

Daneben gibt es noch das heutige (gemehrte) Wappen der nicht titulierten Linien, das (gemehrte) Wappen der Brentano aus den Hause Gnosso von 1857 und die Wappen der briefadeligen Brentano von Brentheim von 1745 und der Freiherren Brentano von Brentheim von 1787.

Das Wappenbuch der Bürgerschaft von Rapperswil zeigt eine Variante über dem Zusatz „vom Comersee 1699“: In Silber eine goldene Brente, rechts gehalten von einem einwärts gekehrten roten Löwen, links begleitet von einer aufgerichteten goldenen Schlange, golden-gekrönt. Auf dem gekrönten Bügelhelm mit rechts rot-silbernen und gold-silbernen, links rot-silbernen Decken ein goldener Adler.<ref>Wappen der löblichen Bürgerschaft von Rapperswil. Zürich 1855. (Digitalisat)</ref>

Die Linien der Brentanos in Deutschland

Alle Linien ließen sich im Laufe des 17. Jahrhunderts in Frankfurt am Main nieder, das damals ein Zentrum des Fernhandels zwischen Italien und Deutschland war. Die Brentanos handelten vor allem mit orientalischen und italienischen Weinen, Gewürzen und Spezereien, darunter den begehrten Zitrusfrüchten. 1649 ist als erstes Familienmitglied Martino Brentano aus der Linie Cimaroli nachweisbar, der sein Kontor zunächst im Schweizer Hof, später im Haus Stadt Antwerpen auf der Neuen Kräme führte. 1673 war Carlo Brentano (1644–1700) aus der Linie Gnosso im selben Haus ansässig. Sein Sohn Joseph wurde Teilhaber der Firma Bellini & Brentano, die sich unter seinen Nachkommen in die Firmen Joseph Brentano (bis 1827) in der Töngesgasse und Anton Maria Brentano & Sohn (bis 1794) in der Schnurgasse teilte. 1695 kam Antonio Brentano aus der Linie Toccia nach Frankfurt und gründete im Nürnberger Hof ein Handelshaus, das bis 1848 bestand.

Die später über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannt gewordenen Brentanos stammten jedoch aus der Linie Tremezzo. Stammvater der deutschen Linien war Magnifico Ser Stefano de Brentano di Tremezzo, der ebenso wie sein Sohn Magnifico Don Bernardino de Brentano di Tremezzo die Würde eines Konsuls in Tremezzo innehatte. Auch der Enkel Giovanni-Pietro d. Ä. bekleidete dieses Amt. Er hatte mit seiner zweiten Ehefrau Donna Lucretia de Stoppanis mehrere Kinder. Nobile Stefano war deren ältester Sohn. Er wurde am 5. Juni 1605 geboren.

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Immobilienbesitz der Brentanos

Sonstiges

Einzelnachweise

<references/>

Literatur

  • Christiane Reves: Vom Pomeranzengängler zum Großhändler? Netzwerke und Migrationsverhalten der Brentano-Familien im 17. und 18. Jahrhundert. Schöningh Verlag, Paderborn u. a. 2012, ISBN 3-5067-7107-8.
  • Konrad Feilchenfeldt, Luciano Zagari (Hrsg.): Die Brentano. Eine europäische Familie. In: Reihe der Villa Vigoni, 6, 1992. Reprint: de Gruyter, Berlin 2011. ISBN 978-3-4846-7006-8.
  • Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon. Band II, Band 58 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1974, ISSN 0435-2408, S. 97–99.
  • Alfred Engelmann: Die Brentano vom Comer See. Zu ihrer Soziallage- und entwicklung als Familie. In: Genealogia Boica. Band 2; Verlag Niklas Frhr. v. Schrenck u. Notzing-Rösslberg/Wielenbach-Selbstverlag, München (Milano) 1974. DNB 740818287, ISBN 3-8791-3072-8. (?) Online-Reprint: De Gruyter Brill.
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelige Häuser. B (Briefadel). Band I, Band 9 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1954, ISSN 0435-2408, S. 31–37. (Brentano di Tremezzo).
  • Paul Kluckhohn: Brentano. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 2. Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser. B (Briefadel). Band I, Band 7 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1954, ISSN 0435-2408, S. 40–41. (Brentano di Tremezzo).
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1942. Einundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 71–74. Siehe: FamilySearch/Google Books. (Letztausgabe GGT/A-H/B).
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (D.A.G.). Teil B (Ungerader Jahrgang Briefadel). 1941. Einundneunzigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 44. (Letztausgabe GGT/F/B).
  • Peter Anton von Brentano di Tremezzo: Stammreihen der Brentano mit Abriß der Familiengeschichte. Selbstverlag, Bad Reichenhall 1933.
  • Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1887. Zwölfter Jahrgang, Verlag Friedrich Irrgang, Brünn/Göttingen 1886, S. 45–60., ff. 1888. (Mit Stammreihen und älterer Genealogie).
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1859. Neunter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1858, S. 101–103. (Mit älterer Genealogie).

Weblinks

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