Rheingaukreis
| Wappen | Deutschlandkarte | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:Rheingaukreis Vektor.png |
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| Basisdaten (Stand 1976) | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(61100) 49° 59′ N, 7° 55′ O
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| Bestandszeitraum: | 1867–1976 | |||||
| Bundesland: | Hessen | |||||
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | |||||
| Verwaltungssitz: | Rüdesheim am Rhein | |||||
| Fläche: | 271,72 km² | |||||
| Einwohner: | 61.100 (30. Jun. 1976) | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 225 Einwohner je km² | |||||
| Kfz-Kennzeichen: | RÜD | |||||
| Kreisschlüssel: | 06 1 50 | |||||
| Kreisgliederung: | 16 Gemeinden | |||||
| Landrat: | Klaus Dinse (CDU) | |||||
| Lage vom Rheingaukreis in Hessen | ||||||
| <imagemap>
Bild:Map Rheingaukreis in Hesse 1968.svg|rahmenlos|300x375px|zentriert|Karte default Kreisreformen in Hessen desc bottom-right </imagemap> | ||||||
Der Rheingaukreis war bis zum 31. Dezember 1976 ein Landkreis in Hessen. Er war am 22. Februar 1867 im Regierungsbezirk Wiesbaden der preußischen Provinz Hessen-Nassau gegründet worden. Kreisstadt war Rüdesheim am Rhein.
Geographie
Lage
Der Rheingaukreis erstreckte sich ursprünglich über die Region am rechten Rheinufer zwischen Wiesbaden und Oberlahnstein. Nach der Kreisreform von 1886 verlief die Kreisgrenze im Süden in der Fahrrinne des Rheins von Wiesbaden über das Rheinknie am Binger Loch bis nach Lorchhausen und von dort durch den Taunus unter Einschluss von Ransel, Wollmerschied und Espenschied sowie des Hinterlandswaldes im Norden zum Hof Mappen und dann über die Höhen des Rheingaugebirges zum Walluftal, wo er wieder an die Stadtgrenze Wiesbadens stieß.
Die Landgrenze des Rheingaukreises folgte im Wesentlichen dem Verlauf des Rheingauer Gebücks, das dem Rheingau zur Zeit des Kurfürstentums Mainz im Mittelalter als Landwehr Schutz gab.
Nachbarkreise
Der Landkreis grenzte Ende 1976, im Nordwesten beginnend im Uhrzeigersinn, an den Untertaunuskreis und an die kreisfreie Stadt Wiesbaden in Hessen sowie an den Landkreis Mainz-Bingen und den Rhein-Lahn-Kreis in Rheinland-Pfalz.
Geschichte
Nach der Okkupation des Herzogtums Nassau durch Preußen im Deutschen Krieg (Juli 1866, Verkündung der Annexion am 4. August) wurde der neue Regierungsbezirk Wiesbaden (bestehend aus Nassau und der ebenfalls einverleibten Freien Stadt Frankfurt nebst einigen Hessen-Darmstädtischen Gebieten) in 12 Kreise eingeteilt.<ref>GenWiki: Regierungsbezirk Wiesbaden</ref> Die bisherigen nassauischen Ämter Rüdesheim, Eltville, St. Goarshausen und Braubach bildeten den Rheingaukreis. Sitz des Landratsamts wurde das in diesem Kreisgebiet zentral gelegene Rüdesheim am Rhein.<ref name="seufert">Karl Rolf Seufert, Arbeitskreis „1000 Jahre Rheingau“ (Hrsg.): … ist ein feins Ländlein. Eine Kulturgeschichte des Rheingaus von den Anfängen bis zur Gegenwart. Eltville am Rhein 1983, S. 136 ff.</ref>
Am 1. April 1886 trat die neue Kreisordnung der Provinz Hessen-Nassau in Kraft. Es wurden neue, kleinere Kreise geschaffen. Auch der Rheingaukreis wurde geteilt:
- Die Ämter Rüdesheim und Eltville verblieben beim Rheingaukreis; Rüdesheim blieb Kreisstadt
- die Ämter St. Goarshausen und Braubach bildeten mit dem westlichen Teil des Amtes Nastätten (ehemals Unterlahnkreis) den neuen Kreis Sankt Goarshausen.<ref>Kreisordnung für die Provinz Hessen-Nassau 1886 (Digitalisat)</ref>
In diesen Grenzen war der Rheingaukreis identisch mit dem Rheingau zu kurmainzischer Zeit und hatte eine Fläche von 274,67 km².<ref>Staats- und Kommunal-Adreß-Handbuch für den Regierungsbezirk Wiesbaden für 192/13, Übersicht auf Seite 28</ref> In der Folgezeit gab es nur eine kleine Änderung des Gebietsstandes, und zwar offenbar im Zusammenhang mit der Zusammenlegung von Schlangenbad und Georgenborn im Jahr 1939. Bis dahin verlief die Grenze des Rheingaukreises am Warmen Bach entlang bis zur Walluf und damit mitten durch die heutige Ortslage von Schlangenbad. Um mit Georgenborn ein zusammenhängendes Gemeindegebiet zu schaffen, war es erforderlich, aus der Gemarkung Rauenthal einen Streifen im Nordosten abzutrennen und an Schlangenbad abzutreten. Seitdem wird die Fläche des Rheingaukreises mit 272 km² angegeben.
Das Staatliche Gesundheitsamt Rüdesheim, besonders dessen Leiter, setzte sich während der NS-Diktatur für die Zwangssterilisation von psychisch Kranken sowie Homosexuellen ein.<ref>Rüdesheim, Staatliches Gesundheitsamt. Topografie des Nationalsozialismus in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref> Vom Jugendamt des Kreises wurden 1935 sogenannte Rheinlandbastarde (Kinder, die einen schwarzafrikanischen Elternteil hatten) zur Sterilisation gezwungen.<ref>Rüdesheim, Jugendamt Kreis Rheingau. Topografie des Nationalsozialismus in Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
Nachdem 1939 Eibingen nach Rüdesheim eingemeindet worden war, umfasste der Rheingaukreis 24 Gemeinden, darunter die vier Städte Eltville, Geisenheim, Lorch und Rüdesheim.<ref name="demand" />
Der Rheingaukreis lag nach dem Zweiten Weltkrieg als westlichster Zipfel in der Amerikanischen Besatzungszone, verblieb beim Regierungsbezirk Wiesbaden und wurde somit Teil des Landes Hessen. 1968 wechselte er nach der Auflösung des Regierungsbezirks Wiesbaden in den Regierungsbezirk Darmstadt. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde die Zahl der Gemeinden des Landkreises durch eine Reihe von Zusammenschlüssen bis Ende 1976 auf 16 verringert.<ref name="lagis">Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).</ref>
Nach 110-jährigem Bestehen verlor der Rheingaukreis seine Selbstständigkeit und wurde am 1. Januar 1977 mit dem Untertaunuskreis zum Rheingau-Taunus-Kreis zusammengeschlossen.<ref></ref> Die Kreisstadt des bisherigen Untertaunuskreises Bad Schwalbach wurde Sitz der neuen Kreisverwaltung wegen ihrer zentralen Lage im Kreisgebiet. Gleichzeitig wurden am 1. Januar 1977 auch noch weitere Gemeinden zusammengeschlossen.
Einwohnerentwicklung
Durch die preußische Kreisreform von 1886 wurde der Rheingaukreis deutlich verkleinert.
| Jahr | Einwohner | Quelle |
|---|---|---|
| 1871 | 55.951 | <ref>Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Hessen-Nassau und ihre Bevölkerung 1871</ref> |
| 1900 | 36.691 | <ref name="demand">Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref> |
| 1910 | 39.428 | <ref name="demand" /> |
| 1925 | 39.673 | <ref name="demand" /> |
| 1933 | 41.516 | <ref name="demand" /> |
| 1939 | 40.697 | <ref name="demand" /> |
| 1950 | 56.223 | <ref name="demand" /> |
| 1960 | 58.100 | <ref name="demand" /> |
| 1970 | 61.200 | <ref name="sjb72">Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972</ref> |
| 1976 | 61.100 | <ref>Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1977</ref> |
Politik
Landräte
- 1867–1884: Anton Fonck
- 1884–1891: Kurt von Dewitz
- 1891–1920: Alfred Wagner
- 1920–1933: Julius Mülhens
- 1933–1937: Josef Kremmer
- 1937–1945: Otto Thöne<ref>preußische Landräte</ref>
- 1945: Leopold Bausinger
- 1945–1946: Peter Paul Nahm (1901–1981), Landrat vom 18. Juni 1945 bis 30. Juni 1946 – später Staatssekretär im Bundesvertriebenenministerium
- 1946–1950: Hans Wagner, Landrat vom 1. Juli 1946 bis 1. November 1950 – vormals Bürgermeister von Johannisberg
- 1950–1965: Leopold Bausinger (1899–1973), Landrat vom 2. November 1950 bis 1. Juli 1965
- 1965–1976: Klaus Dinse (1912–1994), Landrat vom 2. Juli 1965 bis 31. Dezember 1976, zuvor Bürgermeister der Kreisstadt Rüdesheim<ref>Gesellschaft für Geschichte des Weines: Dinse, Klaus</ref>
Wappen
Im Dezember 1950 wurde dem Rheingaukreis durch das Hessische Staatsministerium das Recht zur Führung eines Wappens verliehen.<ref>Verleihung des Rechts zur Führung eines Kreiswappens an den Rheingaukreis, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 7. Dezember 1950. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1950 Nr. 51, S. 530, Punkt 972 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 945 kB]).</ref>
Gemeinden
Die folgende Liste enthält alle Gemeinden, die dem Rheingaukreis nach 1886 angehörten, sowie die Daten aller Eingemeindungen.<ref name="demand" /><ref name="lagis" />
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Kfz-Kennzeichen
Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen RÜD zugewiesen. Es leitet sich von der ehemaligen Kreisstadt Rüdesheim am Rhein ab. Es wird im Rheingau-Taunus-Kreis durchgängig bis heute ausgegeben.
Im Rheingau-Taunus-Kreis können sich Autofahrer seit Sommer 2013 zwischen einem Nummernschild mit RÜD oder SWA entscheiden.
Weblinks
Einzelnachweise
<references responsive />
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Die Landkreise im Regierungsbezirk Wiesbaden der preußischen Provinz Hessen-Nassau
Biedenkopf | Dillkreis | Limburg | Oberlahnkreis | Obertaunuskreis | Oberwesterwaldkreis | Rheingaukreis | Sankt Goarshausen | Unterlahnkreis | Untertaunuskreis | Unterwesterwaldkreis | Usingen | Wetzlar
1886 aufgelöst: Mainkreis; 1910 aufgelöst: Frankfurt; 1928 aufgelöst: Höchst | Königstein | Wiesbaden; 1933 aufgelöst: Westerburg
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang
1972 aufgelöst: Landkreis Alsfeld | Landkreis Büdingen | Kreis Erbach | Landkreis Friedberg | Landkreis Hersfeld | Landkreis Hofgeismar | Landkreis Hünfeld | Landkreis Lauterbach | Obertaunuskreis | Landkreis Rotenburg | Landkreis Usingen | Landkreis Wolfhagen. 1973 aufgelöst: Landkreis Eschwege | Landkreis Frankenberg | Landkreis Fritzlar-Homberg | Landkreis Melsungen | Landkreis Waldeck | Landkreis Witzenhausen | Landkreis Ziegenhain. 1974 aufgelöst: Kreis Biedenkopf | Landkreis Gelnhausen | Landkreis Hanau | Kreis Limburg | Landkreis Marburg | Oberlahnkreis | Landkreis Schlüchtern. 1976 aufgelöst: Kreis Darmstadt | Landkreis Dieburg | Dillkreis | Rheingaukreis | Untertaunuskreis | Landkreis Wetzlar.
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- Ehemaliger Landkreis in der Provinz Hessen-Nassau
- Ehemalige Verwaltungseinheit (Rheingau-Taunus-Kreis)
- Rheingau
- Verwaltungseinheitsgründung 1867
- Aufgelöst 1977