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Gelbe Wiesenraute

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Gelbe Wiesenraute
Datei:Illustration Thalictrum flavum0.jpg

Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum), Illustration

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Isopyroideae
Gattung: Wiesenrauten (Thalictrum)
Art: Gelbe Wiesenraute
Wissenschaftlicher Name
Thalictrum flavum
L.

Die Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum) ist eine Pflanzenart, die zur Unterfamilie der Isopyroideae innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächsen (Ranunculaceae) gehört.

Beschreibung

Die Gelbe Wiesenraute ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von (60 bis) 70 bis 110 (bis 200) cm<ref name="Hand" /> erreicht. Unterirdische Ausläufer sind immer vorhanden. Die Stängel sind kahl und leicht kantig bis rinnig.<ref name="Hand" /> Die zusammengesetzten Laubblätter sind doppelt bis dreifach gefiedert. Die grünen, höchstens wenig bereiften<ref name="Rothmaler" /> Fiederblättchen sind überwiegend drei- oder fünflappig oder -spaltig. Die unteren Fiederblättchen besitzen meist kleine, häutige Nebenblättchen (Stipellen).<ref name="Rothmaler" />

Datei:Thalictrum flavum1.jpg
Stängel und Blätter
Datei:Thalictrum flavum inflorescence.jpg
Blütenstand
Verbreitung der Gelben Wiesenraute nach Meldungen im Portal GBIF.org und bei floraweb.de (blaue Kreise, Stand 10/2025; GBIF Occurrence Download https://doi.org/10.15468/dl.bne6t6); Hintergrundkarte: Bundeslandgrenzen und Relief.
Verbreitung der Gelben Wiesenraute in Deutschland nach Meldungen im Portal GBIF.org und bei floraweb.de (blaue Kreise, Stand 10/2025; GBIF Occurrence Download https://doi.org/10.15468/dl.bne6t6); Hintergrundkarte: Bundeslandgrenzen und Relief.

Sie blüht von Juni bis August. Viele duftende Blüten stehen in einem rispigen Blütenstand zusammen, der einen schmal länglichen Umriss besitzt.<ref name="Rothmaler" /> Die 2,3 bis 3,1 mm langen<ref name="Rothmaler" /> Nüsschen weisen sechs Längsrippen auf.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 84<ref name="Hand" />; die Art ist dodekaploid.

Ökologie

Die Gelbe Wiesenraute ist ein Hemikryptophyt und eine Kriechpionierpflanze. Ihr Blütenduft weist darauf hin, dass sie nicht nur vom Wind, sondern auch von Insekten bestäubt wird (Pollenblume). Die Früchte sind einsamige Nüsschen und sie verbreiten sich als Flügelflieger und Schwimmfrüchte.<ref name="Düll" />

Inhaltsstoffe

Die Wurzeln enthalten das gelb gefärbte Alkaloid Berberin und andere basische Substanzen und eignen sich zum Färben von Wolle.

Datei:Kollane ängelhein.JPG
Gelbe Wiesenraute

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet dieser häufig verwechselten Stromtalpflanze reicht von Irland, Westfrankreich und dem Baskenland im Westen bis zum Einzugsgebiet des Ob jenseits des Urals. An der Nordgrenze endet die Verbreitung am Beginn der arktischen Klimazone, im Süden reicht das geschlossene Verbreitungsgebiet bis zu den Rhone- und Donauauen; südlich davon gibt es nur sehr sporadische Vorkommen. Angegebene Vorkommen aus Sibirien konnten nicht bestätigt werden.<ref name="Hand" />

Die Gelbe Wiesenraute bevorzugt feuchte, nährstoffarme Böden wie an Gräben und Flachmoore. Da heute die Wiesen stärker gedüngt werden, ist sie nicht mehr so oft anzutreffen. Nach Ellenberg ist sie eine Halblichtpflanze, intermediär-kontinental wachsend und eine Verbandscharakterart der Mädesüß-Uferfluren (Filipendulion ulmariae), kommt aber auch in Gesellschaften der Verbände Molinion oder Senecion fluviatilis vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental), Salztoleranz 1 = tolerant.<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Gelbe Wiesenraute (im Mittelalter auch als armala und piganum bzw., von griechisch πήγανον, peganum<ref>Vgl. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 438 (zu piganum/peganum: im Circa instans: „ruta silvestris ... piganum dicitur“) und 447 (zu raute: Weinraute, synonym piganum).</ref> bezeichnet<ref>Claudia Erbar, Karin Zimmermann: Der Codex Palatinus germanicus 539 – eine Pflanzenliste aus dem 15. Jahrhundert. 2009 (Digitalisat), S. 52 (zu milt ruta).</ref>) wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.<ref name="SpPl" /><ref name="Hand" /> Ein wichtiges Synonym ist Thalictrum morisonii <templatestyles src="Person/styles.css" />C.C. Gmel. Früher als Unterarten von Thalictrum flavum angesehene Taxa werden heute zu Thalictrum simplex subsp. simplex (Syn. Thalictrum flavum subsp. costae <templatestyles src="Person/styles.css" />(Timb.-Lagr. ex Debeaux) Rouy & Foucaud) oder zu Thalictrum speciosissimum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. (Syn. Thalictrum flavum subsp. glaucum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Desf.) Batt.) gestellt.<ref name="Hand" />

Quellen

Literatur

  • Oskar Sebald: Wegweiser durch die Natur. Wildpflanzen Mitteleuropas. ADAC Verlag, München 1989, ISBN 3-87003-352-5.
  • Margot Spohn, Marianne Golte-Bechtle: Was blüht denn da? Die Enzyklopädie: über 1000 Blütenpflanzen Mitteleuropas. Kosmos, Stuttgart 2005, ISBN 3-440-10326-9.
  • Siegfried Schlosser, Lutz Reichhoff, Peter Hanelt: Wildpflanzen Mitteleuropas. Nutzung und Schutz. Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1991, ISBN 3-331-00301-8.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Düll"></ref> <ref name="SpPl">Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 546, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D546%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D</ref> <ref name="Hand">Ralf Hand: Revision der in Europa vorkommenden Arten von Thalictrum subsectio Thalictrum (Ranunculaceae). In: Botanik und Naturschutz Hessen, Beiheft. Band 9, 2001, S. 1–358 (Dissertation an der Freien Universität Berlin; insbesondere S. 244–254), <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />online (Memento des Vorlage:IconExternal vom 20. Januar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bvnh.de.</ref> <ref name="Rothmaler">Ralf Hand: Thalictrum. In: </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="InfoFlora"> Thalictrum flavum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Bilder: [1] [2] [3] [4]