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Ellen Tiedtke

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Datei:Bundesarchiv Bild 183-1988-0327-001, Gera, Fernseh-Lieblinge 1987.jpg
Ellen Tiedtke (rechts) bei der Wahl der „Fernsehlieblinge 1987“

Ellen Tiedtke (* 16. März 1930 in Bischofsburg, Kreis Rößel, Ostpreußen; † 1. Februar 2022 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin. Bekannt wurde Tiedtke vor allem durch die DDR-Kindersendung Ellentie (1983–1991).

Leben

Die im ostpreußischen Bischofsburg geborene Tiedtke musste bei Ende des Zweiten Weltkrieges mit ihrer Familie nach Schwerin flüchten.<ref name="NTV">Sophia-Caroline Kosel: DDR-Kinder-Liebling Ellen Tiedtke ist tot. In: n-tv.de. 2. Februar 2022, abgerufen am 3. Februar 2022.</ref>

Tiedtke studierte von 1949 bis 1952 an den Schauspielschulen Schwerin und Leipzig und war danach bis 1954 am Stadttheater Cottbus engagiert. Hier gehörte sie zusammen mit Ursula Wagner, Erhard Köster, Walter Niklaus und Edi Weeber-Fried zu den Gründungsmitgliedern des dortigen Kabarettensembles „Die Stichlinge“.<ref>Booklet der CD: Mit dem Schalk im Nacken – Ellen Tiedtke & Hans Rascher. Selbstironieverlag 2008</ref>

1956 trat sie mit einem Kabarettprogramm an der „Leipziger Pfeffermühle“ auf. Im Programm Rührt Euch kritisierte Tiedtke die Zustände in der DDR. Nachdem ein mit Funktionären besetztes Publikum bei ihrem Auftritt am 15. Dezember 1956 die Bühne gestürmt hatte, wurde das Programm abgesetzt.<ref name="NTV" /> Tiedtke ging nach Berlin, wo sie im Ensemble „Die Distel“ auftrat. Im Jahr 1961 erhielt sie den Kunstpreis der DDR sowie im Kollektiv des Kabaretts „Die Distel“ den Nationalpreis der DDR. Parallel folgten erste Auftritte in Filmproduktionen, so trat sie 1964 im Fernsehkrimi Doppelt oder nichts und in der DEFA-Komödie Ohne Paß in fremden Betten auf.

Nachdem sich Tiedtke 1964 auf einer Betriebsversammlung der „Distel“ kritisch über zwei Direktoren der Kabarett-Bühne geäußert hatte, wurde sie entlassen.<ref name="NTV" /> Anschließend war sie freiberuflich als Sängerin im Stil von Claire Waldoff tätig. Ihre Single Du bist ein feiner Mann/Fahr’ doch allein Karussell erschien 1964. Tiedtke trat auch in Heinz Quermanns Schlagerrevue auf. Als sie mit der von der Redaktion gewünschten „Lobhudelei der DDR“ nicht mehr auftreten wollte, blieben Engagements aus. Die Konzert- und Gastspieldirektion verbot den Kulturinstitutionen, Tiedtke zu engagieren.<ref name="NTV" />

Erst 1975 holte Wolfgang E. Struck Tiedtke an den Friedrichstadt-Palast, wo sie mit Kinderrevuen auftreten konnte.<ref>Der Star in den Kinderzimmern. In: LR Online. 16. März 2015, abgerufen am 3. Februar 2022.</ref> Zwischen 1978 und 1983 trat sie in verschiedenen Rollen in mehreren Kinder-Fernsehfilmen über den Clown Ferdinand auf. 1980 war sie im politischen Drama Die Verlobte zu sehen.

Bekannt wurde Tiedtke in der DDR vor allem durch die von 1983 bis 1991 im zweiten Programm des DDR-Fernsehens am Mittwoch ausgestrahlte Kindersendung Ellentie, die aus Filmbeiträgen, Spielen und Gesprächen mit Kindern bestand. Für diese Sendung wurde sie von den Lesern der DDR-Fernsehzeitschrift FF dabei zweimal zum Fernsehliebling gewählt.

Im Jahr 1985 veröffentlichte sie im DDR-Plattenlabel Litera eine Schallplatte mit dem Titel Ellen Tiedtke singt mit Herz und Schnauze (LP LITERA 8 65 375).

Sie war mit Hans Rascher verheiratet.<ref>DDR-Kabarettautor Hans Rascher ist tot. In: LR Online. 3. August 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. März 2016; abgerufen am 2. Februar 2022.</ref> Ellen Tiedtke starb Anfang Februar 2022 in einem Krankenhaus in Berlin im Alter von 91 Jahren.<ref>Franziska Fleischer: Als Ellentie bekannte Schauspielerin Ellen Tiedtke gestorben. In: web.de. 2. Februar 2022, abgerufen am 22. Februar 2022.</ref>

Filmografie (Auswahl)

  • 1960: Das Stacheltier – Vorbeugen ist besser als heulen (Kurzfilm)
  • 1961: Das Stacheltier – Die Moritat vom Balkongitter (Kurzfilm)
  • 1964: Doppelt oder nichts (TV-Zweiteiler)
  • 1965: Ohne Paß in fremden Betten
  • 1971: Ein Mann, der sterben muss (TV)
  • 1975: Unser Schmutzmoritz (Sprechrolle)
  • 1978: Ferdinand, was nun? (TV)
  • 1979: Ferdinand rettet die Sonne (TV)
  • 1980: Ferdinand wird Vater (TV)
  • 1980: Die Verlobte
  • 1981: Ferdinand sucht den Regenbogen (TV)
  • 1983: Ferdinand im Reich der Töne (TV)

Hörspiele

Diskografie

Alben

Singles

  • 1963: Er war kein schöner Mann / Die Zeit mit dir (Amiga 4 50 371)
  • 1964: Fahr’ doch allein Karussell (Split-Single mit Manfred Krug, Rose-Marie Heimerdinger, Steffen Reuter, Amiga 5 50 200)
  • 1964: Du bist ein feiner Mann / Fahr doch allein Karussell (Amiga 4 50 416)

Literatur

  • Gisela Winkler: Tiedtke, Ellen. In: Wer war wer in der DDR? 5. Auflage. Band 2. Ch. Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, S. Vorlage:VonBis (bundesstiftung-aufarbeitung.de).
  • Ellen Tiedtke: Mit etwas Fantasie... – Kurzgeschichten für Kinder und ihre Erwachsenen. Herausgegeben von Jürgen Klammer. Selbstironieverlag, Leipzig 2022, ISBN 978-3-9822902-7-0.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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