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Nakagin Capsule Tower

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Nakagin Capsule Tower
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Datei:Nakagin.jpg
Nakagin Capsule Tower
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Basisdaten
Ort: Tokio, Japan
Bauzeit: 1970–1972
Status: in Rückbau
Baustil: Metabolismus
Architekt: Kisho Kurokawa
Koordinaten: 35° 39′ 56,2″ N, 139° 45′ 48,2″ OKoordinaten: 35° 39′ 56,2″ N, 139° 45′ 48,2″ O
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colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Büros, Wohnungen
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Technische Daten
Höhe bis zur Spitze: 54 m
Etagen: 13
Nutzungsfläche: 3.091 m²
Baustoff: Stahlbeton
colspan="2" class="hintergrundfarbe5" style="border-top: 2px solid #Vorlage:Standardfarbe;" | Anschrift
Anschrift: 8 Chome-16-10 Ginza
Stadt: Tokio
Land: Japan

Der Nakagin Capsule Tower ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Nakagin Kapuseru Tawā; deutsch in etwa: „Kapsel-Turm auf der mittleren Ginza“) war ein Wohn- und Bürogebäude, das der japanische Architekt Kisho Kurokawa 1972 im Tokioter Stadtteil Ginza errichten ließ.

Architektur

Datei:Nakagin Capsule Tower - outside and inside views - 2018 12 16.webm
Außen und innen Nakagin Capsule Tower, 2018

Das Gebäude hatte 13 Stockwerke. In den ersten beiden Etagen wurden konventionelle Büroräume untergebracht, darüber waren auf 9 resp. 11 Stockwerken um zwei Erschließungskerne 140 Wohnmodule montiert. Die standardisierten Module sollten industriell vorgefertigt in großer Stückzahl auf den Markt kommen. Sie waren mit den zwei Hauptstützen nur mit vier Bolzen verbunden, wodurch sie leicht hätten abgetrennt werden können, um sie gegen aktuellere Modelle auszutauschen – von dieser Möglichkeit wurde aber kein Gebrauch gemacht. Zudem hätten sie zu größeren Einheiten zusammengefügt werden können.

Die vorfabrizierten Module oder Kapseln (englisch: modules oder capsules) maßen 2,3 m × 3,8 m × 2,1 m. Kurokawa wies darauf hin, dass diese Grundfläche den Dimensionen eines traditionellen Teehauses von vier Tatami entspricht.<ref name="Yamazaki" /> Sie fungierten als kleine Wohn- oder Büroeinheiten.

Geschichte

Mit dem Nakagin Capsule Tower beantwortete der Architekt Kurokawa eine der zentralen Forderungen des Metabolismus. Die in den Kern eingehängten, standardisierten Wohneinheiten sollten flexibel miteinander zu verbinden sein und als Konstruktionsprinzip für ganze Städte dienen. Diese Hoffnung erfüllte sich jedoch nicht.

Nach vierzig Jahren wies der Turm vor allem durch seine Asbestbelastung und Feuchtigkeitsschäden durch undichte Wasserleitungen einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Eine Sanierung erschien unwirtschaftlich; eine erforderliche Mehrheit von mehr als 80 % der Eigentümergemeinschaft stimmte 2007 für Abriss und Neubau. Durch die Auswirkungen der Finanzkrise ab 2007 waren diese Planungen zunächst aber nicht realisierbar.<ref name="japannews"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fate of iconic, deteriorating Ginza Capsule Tower up in air (Memento vom 3. März 2016 im Internet Archive). The Japan News, 21. Dezember 2015 (englisch).</ref>

Seitdem machte sich eine Gruppe von Bewohnern um Tatsuyuki Maeda für den Erhalt des Gebäudes stark. Das Nakagin Capsule Tower Preservation and Rehabilitation Project<ref>nakagincapsuletower.com – Website des Nakagin Capsule Tower Preservation and Rehabilitation Project, abgerufen am 16. Juli 2021 (japanisch).</ref> leistete Öffentlichkeitsarbeit und klärte über die Bedeutung des Gebäudes auf; zusätzlich entstand eine über crowdfunding finanzierte Publikation, die über den Turm und seine Bewohner informierte.<ref>Nakagin Capsule Tower Building Preservation and Restoration Project (Hrsg.): Nakagin Capsule Tower. Seigetsusha, Tokyo 2015, ISBN 978-4-8109-1288-3.</ref> Das Projekt bemühte sich zudem, zum Verkauf stehende Kapseln an architekturinteressierte Käufer zu vermitteln, um den für eine entscheidende Mitsprache notwendigen Eigentümeranteil von mindestens 20 % zu erreichen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Demolition or Survival? A Masterpiece of Experimental Architecture Battles for Its Life in the Heart of Downtown Tokyo (Memento vom 10. Juni 2016 im Internet Archive). Ignition.co (englisch, abgerufen am 23. Februar 2016).</ref> Im Dezember 2015 einigte sich die Eigentümerversammlung darauf, 2016 ein Gutachten über die Erdbebensicherheit des Gebäudes zu erstellen und auf der Grundlage dieser Erkenntnisse neu über Abriss oder Restaurierung zu diskutieren.<ref name="japannews" />

Ein Aufruf, den Nakagin Capsule Tower zu einem Welterbe zu machen und das Gebäude damit zu schützen, fand keinen großen Widerhall. Im März 2021 wurde auf einer Eigentümerversammlung beschlossen, dass die Eigentümer ihren Anteil am Gebäude an den Besitzer des Landstückes verkaufen sollen, auf dem der Turm gebaut wurde. Laut Nakagin Capsule Tower Preservation and Rehabilitation Project, das für den Erhalt des Turmes kämpft, sei ein Abriss im Sommer bis Herbst 2022 zu erwarten. Aktivisten wollten jedoch versuchen, die am Turm montierten Kapseln zu erhalten und andernorts als eigenständige Wohneinheiten zu nutzen. Einige der Kapseln sollten auch an verschiedene Museen gespendet werden.<ref>Nakagin Capsule Tower: Wie japanische Aktivisten den merkwürdigsten Wohnturm der Welt retten wollen. In: 1E9.community. 16. Juli 2021, abgerufen am 16. Juli 2021.</ref> Im April 2022 begannen die Abrissarbeiten, in deren Verlauf zunächst die Kapseln demontiert und dann die Betontürme der Tragstruktur abgerissen wurden. Der Vorgang sollte bis Ende 2022 abgeschlossen werden.<ref>Demolition of iconic Nakagin Capsule Tower begins in Tokyo. Dezeen, 12. April 2022.</ref>

Digitales 3D-Archiv

Der Abriss des Nakagin Capsule Tower Building begann am 12. April 2022. Während der Abriss des Gebäudes als Meisterwerk des Metabolismus von vielen Architekturfans und Forschern bedauert wird, hat ein Projektteam unter der Leitung von gluon ein digitales 3D-Archivierungsprojekt gestartet, um das gesamte Gebäude in 3D-Daten zu konservieren und so seinen architektonischen Wert zu erhalten. Bei diesem Projekt wurde das gesamte Gebäude mit einer Kombination aus Laserscandaten, die Entfernungen auf den Millimeter genau messen, und mehr als 20.000 von Kameras und Drohnen aufgenommenen Fotos gescannt. Augmented Reality des Nakagin Capsule Tower Building wurde ebenfalls durch ein digitales 3D-Archivierungsprojekt vorgestellt.

Im Film

Literatur

  • Andres Lepik: Wolkenkratzer. Prestel Verlag, München 2005, S. 88–89, ISBN 3-7913-3454-9.
  • Noritaka Minami: 1972. Nakagin Capsule Tower. Kehrer Verlag, Heidelberg und Berlin 2015, ISBN 978-3-86828-548-2
  • Nakagin Capsule Tower Building Preservation and Restoration Project (Hrsg.): Nakagin Capsule Tower. Seigetsusha, Tokyo 2015, ISBN 978-4-8109-1288-3

Weblinks

Commons: Nakagin Capsule Tower – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />