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Ventilatortod

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Datei:Korean fans.jpg
Zum Verkauf angebotene Ventilatoren (2003).

Der Ventilatortod ist ein aus Südkorea stammender Aberglaube bzw. eine moderne Sage. Er sagt aus, dass man durch einen über Nacht in einem geschlossenen Raum laufenden Ventilator sterben kann (durch Erstickung, Vergiftung oder Unterkühlung), wenn man sich in diesem Raum befindet. Seit etwa Anfang der 2010er Jahre ist dieser Aberglaube kaum noch verbreitet oder bekannt.

Vorgebliche Begründungen

Vertreter des Glaubens an den Ventilatorentod-Mythos bieten verschiedene Erklärungsansätze an, wie ein Ventilator tötet. Diese Erklärungen sind jedoch unlogisch und wissenschaftlich nicht haltbar. Nachfolgend werden typische Erklärungsversuche angeführt:

Wissenschaftliche Erklärungsversuche

  • Der Nocebo-Effekt (negativer Placebo-Effekt) könnte eine Erklärung für die im Sommer regelmäßig gemeldeten Ventilatortode sein.
  • Da Ventilatortode hauptsächlich im Sommer gemeldet werden, ist davon auszugehen, dass die Todesfälle auf Hitzeschäden zurückgehen.
  • Bei der letztgenannten These handelt es sich einfach um eine Koinzidenz, also wenn jemand im Winter an derselben wahren Ursache stirbt, läuft dabei einfach kein Ventilator und wird deshalb nicht als Ursache vermutet. Damit kommen neben dem Hitzeschaden auch alle anderen Todesursachen in Frage.

Regierungsposition Südkoreas

Das Korea Consumer Protection Board (KCPB), eine staatliche Stelle Südkoreas, gab 2006 eine Verbraucherwarnung aus, der zufolge „Atemstillstand durch elektrische Ventilatoren und Klimaanlagen“ den gesammelten Daten nach unter Südkoreas fünf häufigsten Sommerunfällen und -verletzungen sei.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Beware of Summer Hazards!] Korea Consumer Protection Board (KCPB), , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 1. September 2007.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Weiterhin fanden sich unter diesen fünf Gefährdungen Klimaanlagenexplosionen und Hygieneprobleme, die zu Lebensmittelvergiftungen führten, sowie opportunistische Erreger, die in Klimaanlagen nisteten.

Das KCPB schrieb:

„Wenn Menschen elektrischen Ventilatoren oder Klimaanlagen zu lang ausgesetzt sind, verursacht dies Wasserverlust und Hypothermie. In direktem Kontakt mit dem Luftstrom eines Ventilators kann dies zum Tod durch den Kohlenstoffdioxidanstieg und die Sauerstoffreduktion führen. Die Risiken sind für ältere und kranke Menschen mit Atemwegsproblemen höher. Im Zeitraum von 2003 bis 2005 sind 20 Fälle bekannt geworden, bei denen Atemnot, die durch beim Schlafen laufende elektrische Ventilatoren und Klimaanlagen verursacht wurde, eine Rolle spielte. Um Atemnot vorzubeugen, sollten Zeitschalter verwendet werden, die Windrichtung variiert werden und Türen offen gelassen werden.“

Die staatliche Korea Consumer Agency (KCA) hält diese Verbraucherwarnung unter dem Titel "Beware of Summer Hazards!"<ref>Office of Public Relations: Beware of Summer Hazards! Korea Consumer Agency, 8. August 2007, abgerufen am 7. Mai 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Office of Public Relations: Beware of Summer Hazards! Korea Consumer Agency, 8. August 2007, abgerufen am 29. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> mit dem Veröffentlichungsdatum vom 8. August 2007 weiterhin auf ihrer Webseite vor:

Doors should be left open when sleeping with the electric fan or air conditioner turned on
If bodies are exposed to electric fans or air conditioners for too long, it causes bodies to lose water and hypothermia. If directly in contact with a fan, this could lead to death from increase of carbon dioxide saturation concentration and decrease of oxygen concentration. The risks are higher for the elderly and patients with respiratory problems.
From 2003~2005, a total of 20 cases were reported through the CISS involving asphyxiations caused by leaving electric fans and air conditioners on while sleeping. To prevent asphyxiation, timers should be set, wind direction should be rotated and doors should be left open.“

Vorkommen in den Medien

Die Erklärungen, wie es zum Ventilatortod kommt, sind von vielen koreanischen Medizinern akzeptiert. Bis Mitte der 2000er Jahre wurden im Sommer in den Zeitungen Südkoreas regelmäßig Todesfälle durch Ventilatoren gemeldet.

Reale Risiken des Ventilatorbetriebs

Wenngleich in der öffentlichen Diskussion über Ventilatoren in Südkorea beständig ein kausaler Zusammenhang behauptet wird, gelten für den Betrieb eines elektrischen Ventilators nur die gleichen Restrisiken wie für den Betrieb eines jeden Elektrogeräts. Kurzschluss, Kabelbrand und brennende Plastikgehäuse können einen Menschen im Schlaf töten. Kleine Geräte mit für die Raumgröße ungenügender Luftumwälzung werden bei großer Hitze und/oder in stickigen Räumen oft auf höchster Leistungsstufe betrieben, was ggf. zu ihrer Überhitzung führen kann.

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

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