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Reichrieglerhof

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Datei:Reichriegler Guntschaberg 1914 (2).jpg
Der Reichrieglerhof am Guntschnaberg oberhalb Gries-Bozen auf einer Ansichtskarte von 1914 (mit Blick auf die Rosengartengruppe)
Datei:BZN 1913 03 02 30 Guntschnaberg.png
Annonce des Reichrieglerhofs in den Bozner Nachrichten vom 2. März 1913
Datei:DOL 1952 02 09 10 Landesverslg SVP Reichrieglerhof.png
Ankündigung der SVP-Landesversammlung von 1952 im Reichrieglerhof

Der Reichrieglerhof (auch: Reichsrieglerhof; italienisch Castel Guncina) war ein Hotel am Guntschnaberg im Stadtteil Gries-Quirein in Bozen. Es wurde am 24. Dezember 1910 als Schmuckstück des damaligen Kurorts unter Anwesenheit von viel Adelsprominenz aus Deutschland, Österreich, Russland und Ungarn eingeweiht und zählte viele Jahrzehnte zu den ersten Adressen der Stadt Bozen und ihrer Umgebung. Am Reichrieglerhof endet die Guntschnapromenade, ehemals Erzherzog-Heinrichs-Promenade. Hier lag auch die Bergstation der Guntschnabahn.<ref>Bericht vom Bau der Bahn</ref> Die Südtiroler Volkspartei hielt hier in den 1950er-Jahren mehrere Jahreshauptversammlungen ab.

Der ursprüngliche Hotelbau entstand als Umbau eines vorgängigen mittelalterlichen Weinhofs, des seit dem 14. Jahrhundert bezeugten Riegler auf Guntschna. Dieser erschien erstmals im Jahr 1335 als „Rigel de Canczenaye“<ref>Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 1. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2005, ISBN 88-901870-0-X, S. 270, Nr. 511.</ref>, später auch als Igerer und Knütl, seit 1829 als Reichri(e)gler.<ref>Josef Tarneller: Die Burg-, Hof- und Flurnamen in der Marktgemeinde Gries bei Bozen (= Schlern-Schriften. Band 6). Innsbruck: Wagner 1924, S. 23, Nr. 51.</ref>

1913 führte das Hotel die Unternehmerin Elise Überbacher-Minatti,<ref>Nachgewiesen im Verzeichnis der Telephonämter und Abonnenten-Stationen für Tirol, Jänner 1913, S. 19 (Bozen).</ref> 1935–1938 Eugen und Toni Scheel, die im nunmehr Guntschnahof genannten Etablissement Kurkonzerte der Kapelle Lugert anboten.<ref>Vgl. die entsprechende Werbeschaltung in der Alpenzeitung vom 27. Februar 1938, S. 5 (Digitalisat).</ref>

Vor seiner Schließung 1996 wechselte das Hotel mehrmals seinen Besitzer und entsprechend auch die Führung. Beliebt waren Bälle und Galaveranstaltungen im Hotel aufgrund der hervorragenden Aussicht auf die Stadt. Am 15. Februar 1997 wurde in dem Hotel der Südtiroler Landtagsabgeordnete Christian Waldner ermordet. Nach mehreren aufsehenerregenden Prozessen wurde Waldners ehemaliger Freund und Parteikollege Peter Paul Rainer letztinstanzlich zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt.<ref>Andreas Förster: Ein mysteriöser Mord läßt die Verschwörungstheorien blühen. In: Berliner Zeitung. 29. Juni 1998, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. Juli 2015; abgerufen am 14. Juni 2015.</ref>

Das Hotel wurde 1998 fast zur Gänze abgerissen und später als herrschaftliches Wohnhaus neu erbaut.

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 46° 30′ 39,1″ N, 11° 20′ 20″ O

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