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Alsfeld-Hattendorf

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Hattendorf
Stadt Alsfeld
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Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(485)&title=Hattendorf 50° 48′ N, 9° 19′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(485) 50° 47′ 38″ N, 9° 18′ 37″ O
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Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 4,49 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 485 (31. Dez. 2021)<ref name="DF">Hattendorf. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im März 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 108 Einwohner/km²
Postleitzahl: 36304
Vorwahl: 06639
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Hattendorf ist ein Stadtteil von Alsfeld im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Es liegt ca. 8 km vom Stadtkern entfernt, im Tal der Berf. Die Weiler Afterode und Krausenberg liegen in der Gemarkung von Hattendorf. Die gesamte Gemarkung ist von großen Waldgebieten umgeben. Die auf einer Anhöhe stehende Kirche wurde 1857 erbaut und bildet den Mittelpunkt von Hattendorf.

Geschichte

Ortsgeschichte

Das Gebiet um Hattendorf wurde schon früh von Menschen aufgesucht und später besiedelt. Hinterlassenschaften früherer Kulturen, besonders Steinbeile, wurden bei Feldarbeiten oft gefunden.

Nach dem Namen fällt die Gründung des Orts in die fränkische Siedlungsperiode vom 6. bis 9. Jahrhundert. Die Zeit der Völkerwanderung war vorüber, und um Einzelgehöfte als grundherrlicher Wohnsitz bildete sich eine Siedlung. Wahrscheinlich hieß der Gründer Hatto und war ein fränkischer Freier. Die älteste bekannte und gesicherte Erwähnung Hattendorf's erfolgte 1248 unter dem Namen Hatthendorf.<ref name="lagis-A" />

Der älteste Teil, Alt-Hattendorf, liegt auf dem rechten Ufer der Berfa und gehörte zum Einflussbereich des Klosters Immichenhain. Von 1427 stammt die älteste erhaltene Erwähnung von Neu-Hattendorf auf dem linken Ufer der Berfa.

Zwischen Hattendorf und Alsfeld-Elbenrod lag der später wüst gefallene Ort Ingebrechterode. In einer Urkunde von 1501 wird dieser Ort als Wüstung bezeichnet.<ref>StAM, Urkunde 14, 4919.</ref>

Nach den hessischen Landesteilungen des 16. und 17. Jahrhunderts gelangte der Ort 1648 mit dem Westfälischen Frieden zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, die ihn 1708 an die Landgrafschaft Hessen-Kassel abtrat.<ref>L. Ewald: Beiträge zur Landeskunde. In: Grossherzogliche Centralstelle für die Landes-Statistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Grossherzogthums Hessen. Jonghaus, Darmstadt 1862, S. 52. </ref>

1928 erfolgte die Eingemeindung von Teilen des in diesem Jahre aufgelösten Gutsbezirks Forst Immichenhain (mit dem Berfhof und der Berfmühle) nach Althattendorf. Am 1. Oktober 1937 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Alt-Hattendorf und Neu-Hattendorf zur Gemeinde Hattendorf zusammengeschlossen.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hattendorf im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Alsfeld eingegliedert.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach (GVBl. II 330-12) vom 1. August 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 215, § 2 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für Hattendorf, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 208 kB) § 8. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im Februar 2012.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Hattendorf und seine Vorgängerorte angehört(en).

Alt-Hattendorf

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Alt-Hattendorf angehört(e):<ref name="lagis-A" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Neu-Hattendorf

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Neu-Hattendorf angehört(e):<ref name="lagis-N" />

Hattendorf

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten, denen Hattendorf ab 1937 angehört(e):<ref name="lagis" />

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. In Ziegenhain wurde der Kreis Ziegenhain für die Verwaltung eingerichtet und das Justizamt Neukirchen war als Gericht in erster Instanz für (Alt- und Neu-) Hattendorf zuständig.<ref name="NK" /> Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Neukirchen.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10509837~SZ%3D237~doppelseitig%3D~LT%3DPr.%20JMBl.%20S.%20221%E2%80%93224~PUR%3D)</ref> Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. Das Amtsgericht Neukirchen wurde in den Jahren 1940 und 1941 zeitweise von Assessoren, 1943 bis zu seiner Umwandlung in eine Zweigstelle des Amtsgerichts Treysa vom Gladenbacher Amtsgerichtsrat mit verwaltet. 1947 wurde es wieder Vollgericht. Zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Neukirchen und die Zuordnung seines Bezirks zum Bezirk des Amtsgerichts Treysa, das 1970 in Amtsgericht Schwalmstadt umbenannt wurde.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hattendorf 549 Einwohner. Darunter waren 12 (2,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 99 Einwohner unter 18 Jahren, 237 zwischen 18 und 49, 84 zwischen 50 und 64 und 126 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 210 Haushalten. Davon waren 42 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 81 Paare mit Kindern, sowie 27 Alleinerziehende und 93 Wohngemeinschaften. In 51 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 126 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Belegte Einwohnerzahlen sind:<ref name="lagis" /><ref name="lagis-A" /><ref name="lagis-N" />

Alt-Hattendorf
1502: 6 Männer
1585: 22 Hausgesesse
1639: 10 Männer, 3 Witwen
1681: 16 Hausgesesse, 1 Ausschuss, 1 Junggeselle.
1777: 24 Wohnhäuser mit 172 Einwohnern. Erwerbspersonen: zwei Schmiede, ein Wagner, vier Schneider, ein Leineweber, ein Maurer, ein Branntweinbrenner, ein Müller, ein Lohnschäfer, eine Tagelöhnerin.
1838: Familien: 20 Ackerbau, 4 Gewerbe, 17 Tagelohnen.
1861: 309 evangelisch-reformierte Einwohner.
1885: 291 evangelische (= 100 %) Einwohner
Neu-Hattendorf
1577: 5 Hausgesesse.
1747: 11 Hausgesesse.
1838: Familien: 14 Ackerbau, 1 Gewerbe, 6 Tagelöhner.
1861: 86 evangelisch-reformierte, 54 evangelisch-lutherische Einwohner.
Hattendorf
1961: 504 evangelische, 48 römisch-katholische Einwohner.
Erwerbspersonen: 182 Land- und Forstwirtschaft, 59 produzierendes Gewerbe, 24 Handel und Verkehr, 16 Dienstleistungen und Sonstiges.
Alt- und Neu-Hattendof: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020
Jahr  Einwohner
1834
  
397
1840
  
402
1846
  
420
1852
  
444
1858
  
443
1864
  
468
1871
  
442
1875
  
398
1885
  
417
1895
  
464
1905
  
478
1910
  
473
1925
  
509
1939
  
512
1946
  
724
1950
  
716
1956
  
601
1961
  
553
1967
  
569
1970
  
593
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2006
  
574
2011
  
549
2015
  
500
2020
  
484
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" />; 2006;<ref>Stadtteil Hattendorf im Webauftritt der Stadt Alsfeld, abgerufen im May 2019.</ref>, 2015:<ref>Haushaltsplan 2017, Vorbericht.</ref>, 2020<ref>Einwohner 2020.</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Politik

Für Hattendorf besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Hattendorf) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 70,29 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Hattendorf“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Hattendorf. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Norbert Hahn zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im September 2023.</ref>

Kulturdenkmäler

Siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Hattendorf (Alsfeld)

Persönlichkeiten

  • Louis Scheffer (1799–1865), Gutsbesitzer und Mitglied der kurhessischen Ständeversammlung

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Hattendorf, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 28. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="lagis-A">Alt-Hattendorf, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 2. Juli 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="lagis-N">Neu-Hattendorf, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 28. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 34 und 74, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 84 f. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>

Literatur

Weblinks

Commons: Hattendorf (Alsfeld) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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