Sevenload
| Sprachen | 8 Landesportale in 12 Sprachen
(Stand: 26. Juni 2010) |
|---|---|
| Betreiber | sevenload GmbH |
| Redaktion | Ibrahim Evsan, Thomas Bachem, Axel Schmiegelow |
| Registrierung | optional |
| Online | 26. Apr. 2006 – 4. Apr. 2014 |
| http://www.sevenload.com/ | |
Sevenload [<templatestyles src="IPA/styles.css" />] war ein Videoportal, das am 4. April 2014 eingestellt worden ist. Auf Sevenload konnten Videos und Bilder hochgeladen, indiziert, geschützt, kommentiert, in Alben organisiert und mit Anderen geteilt und ausgetauscht werden. Neben dem User-Generated-Content bot Sevenload den Nutzern in Zusammenarbeit mit zahlreichen Produktionsfirmen und Plattenlabels TV-Inhalte und eine Vielzahl an Musikvideos. Im TV-Bereich kooperierte Sevenload z. B. mit National Geographic<ref>Hein, David: National Geographic startet Branded Channel bei Sevenload. 7. April 2009, abgerufen am 19. September 2010.</ref>, der Deutschen Welle<ref>Gabler, Tanja: Deutsche Welle bekommt eigenen Kanal auf sevenload. 15. Juli 2009, abgerufen am 19. September 2010.</ref> und DMAX.<ref>Netzwelt: DMAX startet bei Internet-Plattform Sevenload. In: InfoSat. 11. März 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. April 2017; abgerufen am 19. September 2010. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Universal Music<ref>Schmidt, Holger: Die Antwort auf Youtube: Universal-Musikvideos jetzt auf Sevenload. 2. April 2009, abgerufen am 19. September 2010.</ref> und Sony Music<ref>Sony Music bespielt Sevenload. In: kressreport. 20. August 2009, abgerufen am 19. September 2010.</ref> zeigten in ihren Channels aktuelle und ältere Musikclips. Zuletzt gab es 22 lokalisierte Landesportale in insgesamt 12 Sprachen.
Unternehmen
Gegründet wurde die sevenload GmbH im April 2006 in Köln von Ibrahim Evsan, Thomas Bachem und der Beteiligungsgesellschaft von Axel Schmiegelow (dw capital GmbH).<ref name="sevenload.com">Schnoor, Mike: sevenload erweitert Management und gibt neue Gesellschafterstruktur bekannt. 10. September 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 13. September 2010; abgerufen am 19. September 2010.</ref> Ibrahim Evsan und Thomas Bachem hatten seit Herbst 2005 die Technologie für einen Videoplayer im Internet entwickelt. Axel Schmiegelow wurde im Sommer 2006 zum Geschäftsführer ernannt. Ibrahim Evsan und Thomas Bachem zeichneten ebenfalls als Geschäftsführer. In 2007 kam Andreas Heyden als weiterer Geschäftsführer dazu, der als Inhouse-Gründer bei RTL den Sevenload-Wettbewerber Clipfish gegründet hatte. Er übernahm die Verantwortung für die Lizenzierung professioneller TV Inhalte.<ref>Sevenload verstärkt Geschäftsführung durch Andreas Heyden. In: Kontakter. 1. Oktober 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. März 2014; abgerufen am 19. September 2010.</ref>
Die beiden Mitgründer Ibrahim Evsan und Thomas Bachem verließen im September 2009 die Firma, um ein neues Unternehmen zu gründen.<ref>Kaczmarek, Joel: Sevenload-Gründer bald in neuen Gefilden – vermutlich Games. 25. September 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Dezember 2010; abgerufen am 19. September 2010.</ref> Die Geschäftsführer der Gesellschaft waren seitdem Axel Schmiegelow und Andreas Heyden.<ref>sevenload: Sevenload Presseinfos - Management. 19. September 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. September 2010; abgerufen am 19. September 2010.</ref> Beteiligt an Sevenload waren T-Online Venture Fund, DLD Ventures, Martin Varsavsky, Media Ventures GmbH, dw capital GmbH sowie über Managementbeteiligungsgesellschaften Axel Schmiegelow, Andreas Heyden, Jodok Batlogg, Richard Cooperstein und eine Mitarbeiterbeteiligungsgesellschaft.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref><ref name="sevenload.com" />
Am 15. Dezember 2010 wurde durch einen Bericht im Handelsblatt bekannt,<ref>Postinett, Axel: Burda übernimmt Videoplattform Sevenload. 15. Dezember 2010, abgerufen am 22. Dezember 2010.</ref> dass der Burda-Konzern über seine Beteiligungsgesellschaft DLD Ventures die Mehrheit am Unternehmen durch den Kauf der Anteile des T-Online Venture Funds zum 17. Dezember 2010 übernommen hatte. Im Zuge dessen wechselte der Mitgründer und bisheriger Geschäftsführer Axel Schmiegelow in den Aufsichtsrat des Unternehmens, während Andreas Heyden die alleinige Geschäftsführung übernahm.<ref>Pellikan, Leif: Burda übernimmt Sevenload. 15. Dezember 2010, abgerufen am 22. Dezember 2010.</ref> Der neue Aufsichtsrat wurde demzufolge durch Marcel Reichart, Jörg Lübcke und Axel Schmiegelow gebildet.<ref>Schnoor, Mike: sevenload erhält neue Gesellschaftsstruktur und Wachstumsfinanzierung. 15. Dezember 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Dezember 2010; abgerufen am 22. Dezember 2010.</ref> Laut Medienberichten lag die Vermutung nahe, dass aufgrund der Zusammensetzung des Aufsichtsrats auch die Media Ventures GmbH (Dirk Ströer) und Privatinvestoren wie Martin Varsavsky ihre Anteile abgegeben hatten, und nur DLD Ventures und dw capital als Investoren weiter am Unternehmen beteiligt waren.<ref>Gabler, Tanja: Burda übernimmt Sevenload: Heyden ersetzt Schmiegelow. 15. Dezember 2010, abgerufen am 22. Dezember 2010.</ref> Die weiteren Beteiligungsverhältnisse an Sevenload durch weitere Investoren oder Minderheitsbeteiligungen waren seitdem unklar.
Am 4. April 2014 wurde Sevenload eingestellt.<ref>Wirminghaus, Niklas: Burda will Sevenload verkaufen. 4. April 2014, abgerufen am 21. April 2014.</ref>
Benutzerfunktionen
Unregistrierte Nutzer konnten die bei Sevenload veröffentlichten Inhalte ansehen. Registrierte Nutzer hatten zudem die Möglichkeit, eigene Inhalte hochzuladen und aktiv die Community mitzugestalten. Die User hatten bei ihren selbst erstellten Werken die Möglichkeit, die Nutzungsrechte über die Creative-Commons-Lizenz zu verwalten. Über RSS-Web-Feeds konnten sich die Nutzer individuell über Aktualisierungen der Bilder und Videos oder spezielle Schlüsselwörter informieren lassen. Mit zahlreichen Widgets oder dem Embedded-Flashplayer konnten auf Sevenload gehostete Fotos und Videos in privaten Websites, Foren oder Blogs der Mitglieder integriert werden.
Inhalte
Neben dem Prinzip des User-generated content bot Sevenload seinen Nutzern nach verschiedenen Kategorien strukturierte Kanäle an.<ref>sevenload: sevenload Presseinfos. 19. September 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. September 2010; abgerufen am 19. September 2010.</ref> Das Unternehmen verstand sich in diesem Bereich selbst als Anbieter für sogenannte „Premium-TV-Inhalte“, die über verschiedene Content-Partner bereitgestellt wurden.<ref>sevenload verdreifacht sein vermarktbares Videoinventar im Premium-TV-Segment. In: Digitalproduction. 2. November 2009, abgerufen am 17. Dezember 2010.</ref> In diesen Kanälen wurden regelmäßig über 1.800 WebTV-Formate mit eigenen Moderatoren und Schauspielern in Form von Eigenproduktionen, Shows, Reportagen und Dokumentationen präsentiert (unter anderem die Mindtime Show). Dabei wurden die Inhalte durch eine eigene Redaktion in den Kanälen selbst zusammengestellt, so dass eine Mischung aus professionellen Themen wie die Videos von Focus Online, aber auch von semiprofessionellen bis amateurhaften Inhalten, die vielmehr dem User-Generated-Content zuzuordnen sind, entstand.
So waren die achte und neunte Staffel von Big Brother als eigenes Format zentral in der Website integriert.<ref>Big Brother geht Sevenload und Endemol ins Netz. In: W&V. 24. Oktober 2008, abgerufen am 19. September 2010.</ref> Seit August 2008 war die erste Staffel (1995) von Verbotene Liebe abrufbar.<ref>Voß, Jochen: „Verbotene Liebe“ künftig auch bei Sevenload. 20. August 2008, abgerufen am 19. September 2010.</ref> Im September 2009 startete Sevenload mit dem eigenen Musikportal sevenload Music TV<ref>Pfister, Ralph-Bernhard: Sevenload stellt Musik-Plattform und Video-Shopping vor. 24. September 2009, abgerufen am 17. Dezember 2010.</ref>. Seit August 2009 war bei Sevenload ein deutsch- und französischsprachiger Kanal für World Wrestling Entertainment zu finden.<ref>Lückerath, Thomas: Offensive: Sevenload mit Wrestling- und BBC-Channel. 19. August 2009, abgerufen am 19. September 2010.</ref> Im Februar 2010 folgte die türkischsprachige Website<ref>Schnoor, Mike: WWE startet offizielle türkische Webseite mit sevenload. 1. Februar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Februar 2010; abgerufen am 17. Dezember 2010.</ref> und im Oktober 2010 die polnischsprachige Website für World Wrestling Entertainment.
Technik
Die Videos wurden bei Sevenload im Flash-Video-Format gespeichert und konnten online als Stream im Webbrowser abgespielt werden. Zum Betrachten der Videos im Webbrowser war die Installation des Adobe-Flash-Plugins erforderlich. Videos konnten bis zu einer Größe von 1,5 GB in den gängigsten Formaten (z. B. AVI, MPEG, WMV oder QuickTime) hochgeladen werden. Vor der Weiterverbreitung wurden sie von Sevenload in das Flash-Video-Format konvertiert. Die Nutzer konnten Bilder bis zu einer Größe von zehn MB hochladen; erlaubt waren die Formate JPG, GIF, PNG, BMP, TIF, JP2, PSD, WMF und EPS.
Neben den klassischen Werbebannern bot Sevenload auch Videoadvertisement<ref>Sevenload bietet nun auch Video-Anzeigen. In: W&V. 16. Juli 2007, abgerufen am 19. September 2010.</ref>, was mit einer Erlösbeteiligung für die Nutzer einherging.<ref>Ihlenfeld, Jens: Sevenload verspricht Beteiligung an Werbeeinnahmen. 13. Juli 2007, abgerufen am 19. September 2010.</ref> Jedes Video begann mit einer max. 30-sekündigen Werbung, bis man den eigentlichen Inhalt zu sehen bekam.
Ende März 2008 wurde das Portal komplett überarbeitet und trug den Namen „sevenload 3.0“. Neben dem Design wurde auch der Videoplayer neu entworfen und bot eine bessere Bildqualität. Die Benutzer konnten in der neuen Version Gruppen erstellen, was bereits von anderen sozialen Netzwerken, wie etwa Facebook oder StudiVZ, bekannt war.
Seit Februar 2009 konnten Videos in High-Definition-Qualität hochgeladen werden, dafür wurde das Größenlimit von 200 Megabyte auf 1,5 Gigabyte heraufgesetzt.<ref>Hagedorn, Günther: Sevenload bringt 720p-Videos und führt neuen Flash-Videoplayer ein. 3. Februar 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. September 2010. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Später waren einige der Videos von Sevenload mit ca. 100 Channeln auch auf neuen TV-Geräten von Philips Net TV, Sony BRAVIA, TechniSat und Loewe sowie auf Set-Top-Boxen und Digitalreceivern mit T-Home Entertain und Videoweb verfügbar.<ref>Ross, Linda: Sevenload-Inhalte vom Fernsehsessel aus. 3. September 2010, abgerufen am 19. September 2010.</ref><ref>Sony baut Bravia Flat-TVs mit Videoclips von Sevenload aus. In: Sat+Kabel. 10. August 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. September 2010. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Kritik
- Urheberrechtsverletzungen
Trotz Verbot kam es auch immer wieder zur Verbreitung von urheberrechtlich geschütztem Material auf Sevenload. Laut einem Testbericht aus dem Jahr 2007 von der Zeitschrift Computer Bild<ref>Sevenload in der ComputerBild. In: Computerbild. 18. August 2007, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 24. September 2010; abgerufen am 19. September 2010.</ref> wurde dieses aber schnell nach dem Eingang einer Meldung gelöscht. In einem Urteil vom 29. September 2010 des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg wurde die Videoplattform Sevenload im Rahmen einer Berufungsklage eines Musikverlags von den Vorwürfen entlastet, sich urheberrechtlich geschütztes Material zu Eigen zu machen und musste sich daher nicht als Täter einer Urheberrechtsverletzung verantworten.<ref>Postinett, Axel: Musikbranche verliert gegen Videoplattform, erschienen am 16. November im Handelsblatt (Print). 15. November 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. November 2010; abgerufen am 17. November 2010.</ref> Dieses Urteil scheint für die deutsche Medienbranche richtungsweisend zu sein, zumal das Landgericht Hamburg erst im August einen Eilantrag der GEMA auf eine Einstweilige Verfügung gegen das Konkurrenzportal YouTube ablehnte.<ref>Henz, Christian: Gerichtsurteil: Sevenload verletzt keine Urheberrechte. 16. November 2010, abgerufen am 17. November 2010.</ref>
- Inhalte
Das Portal bot im Vergleich zur Konkurrenz weniger Videos an. Neben ca. 1.800 Channels fand man den für Videoplattformen bekannten Inhalt aus kurzen Clips, Mitschnitten, Aufnahmen und lustigen Videos.
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ehemalige Website von Sevenload ( vom 15. März 2014 im Internet Archive)
Einzelnachweise
<references />