Rino Gaetano
Salvatore Antonio „Rino“ Gaetano (* 29. Oktober 1950 in Crotone, Kalabrien; † 2. Juni 1981 in Rom) war ein italienischer Cantautore (Liedermacher).
Während seiner kurzen Karriere, die er 1973 in Rom begann, wurde Gaetano durch seinen besonders sarkastischen und surrealistischen Stil bekannt, mit eigenwilligen und oft respektlosen Texten, einem speziellen Gesangsstil und ausgefallenen Performances. Er entwickelte sich zu einem ironischen Kommentator der italienischen Gesellschaft der 1970er-Jahre. Den Höhepunkt seines Erfolges erreichte Rino Gaetano mit dem Lied Gianna, das er beim Sanremo-Festival 1978 präsentierte. Auch nach seinem frühen Tod war seine Popularität ungebrochen und er erlangte Kultstatus in der italienischen Musikszene.
Leben und Karriere
Gaetano verbrachte seine ersten zehn Lebensjahre im kalabrischen Crotone, bevor seine Familie nach Rom (in den Bezirk Monte Sacro) zog. Sein Vater arbeitete als Portier, er selbst besuchte eine Schule für Vermessungstechniker.<ref>Yuri Selvetella: Rino Gaetano. 22003, S. 6.</ref> Neben der Schule begann er, Erfahrungen im Theater und mit der Gitarre zu sammeln. Seine musikalischen Darbietungen im bekannten römischen Künstlertreff Folkstudio erregten das Interesse von Vincenzo Micocci von der Plattenfirma It und 1973 konnte er seine erste Single I love you Marianna / Jaqueline veröffentlichen, noch unter dem Pseudonym Kammamuri’s (fiktionaler Held aus den Abenteuerromanen von Emilio Salgari). 1974 erschien schließlich sein Debütalbum Ingresso libero, das jedoch weitestgehend unbeachtet blieb.
Im Jahr darauf meldete er sich mit der Single Ma il cielo è sempre più blu zurück, die Gaetano erstmals mehr Aufmerksamkeit verschaffte. Das zweite Album Mio fratello è figlio unico (1976) enthielt neben dem Titelsong auch das bekannte Berta filava. Mit weiteren Veröffentlichungen gelang es Gaetano in diesen Jahren, sich einen Namen zu machen als origineller Künstler, der ernste Themen auf unterhaltsame Art zu vermitteln weiß. 1977 erschien das Album Aida, 1978 schaffte der Musiker hingegen endgültig den Durchbruch, als er mit dem Lied Gianna beim Sanremo-Festival 1978 den dritten Platz erreichte. Die Single erreichte die Spitze der italienischen Charts (Wolfgang Petry gelang mit der deutschsprachigen Coverversion Gianna (Liebe im Auto) auch ein Charterfolg in Deutschland<ref>Wolfgang Petry – Gianna (Liebe im Auto). In: Offizielle deutsche Charts. GfK Entertainment, abgerufen am 30. Mai 2020.</ref>). Im Anschluss an die Sanremo-Teilnahme erschien das Album Nuntereggaepiù.
Nach diesem Erfolg wechselte Rino Gaetano zum Label RCA und veröffentlichte das Album Resta vile maschio dove vai. Mit dem Sommerhit Ahi Maria und den anschließenden Tourneen stieg seine Popularität in ganz Italien weiter. Doch nach der Veröffentlichung des nächsten Albums E io ci sto (1980) landete er in einer künstlerischen Krise. Nur ein Jahr später kam der Musiker 30-jährig bei einem Verkehrsunfall auf der Via Nomentana in Rom ums Leben und wurde auf dem Campo di Verano begraben.<ref>Yuri Selvetella: Rino Gaetano. 22003, S. 45.</ref>
Nachwirkung
Trotz seiner kurzen und unvermittelt beendeten Karriere, war Rino Gaetano postum eine große Wirkung gegönnt und er erlangte regelrechten Kultstatus.<ref>La riscoperta di Rino Gaetano. In: Repubblica.it. 14. Februar 2004, abgerufen am 30. Mai 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Nach seinem Tod erschien eine Vielzahl von Büchern über den Musiker, aber auch eine Reihe von Kompilationen und Tributealben. Vielen dieser Veröffentlichungen gelangen beachtliche Charterfolge. Auch Tributebands wurden gegründet und viele seiner Lieder wurden von anderen Musikern gecovert.<ref>Andrea Laffranchi: Rino Gaetano, un fenomeno da hit parade. In: Corriere della Sera. 5. August 2003, S. 37 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />corriere.it ( vom 14. September 2014 im Internet Archive)).</ref>
1982 wurde zu Ehren Gaetanos der Musikpreis Premio Rino Gaetano initiiert.<ref>Matteo Speroni: Nuove voci da ascoltare. In: Corriere della Sera. 16. Mai 1993, S. 43 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />corriere.it ( vom 14. September 2014 im Internet Archive)).</ref> 2007 strahlte Rai 1 den Fernseh-Zweiteiler Rino Gaetano – Ma il cielo è sempre più blu unter der Regie von Marco Turco aus; der Musiker wurde dort von Claudio Santamaria gespielt.<ref>Rino Gaetano – Ma il cielo è sempre più blu. In: Internet Movie Database. Abgerufen am 30. Mai 2020.</ref> 2008 ließ man in seiner Heimatgemeinde Crotone eine Bronzestatue des Künstlers aufstellen, nahe seinem Geburtshaus.<ref>Frac, cilindro, jeans e ‘ukulele’, Rino sorride ironico. In: Calabria Notizie. 25. Mai 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Mai 2015; abgerufen am 30. Mai 2020.</ref> Außerdem wurden in ganz Italien Straßen und Plätze nach ihm benannt. Vom 16. Februar 2024 bis 28. April 2024 fand im Museo di Roma in Trastevere eine Rino Gaetano-Ausstellung statt.<ref>Siehe dazu die Besprechung von Pascal Oswald: Das „Einzelkind“ unter den Cantautori: zur Ausstellung über Rino Gaetano im Museo di Roma in Trastevere. In: ausstellungskritik.blog, 15. April 2024 (abgerufen am 15. April 2024).</ref>
Diskografie
Alben
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Kompilationen
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Weitere Kompilationen
- 1990: Gianna e le altre… (BMG Ariola)
- 1993: Aida ’93 (BMG Ariola)
- 1996: Superbest (BMG Ricordi)
- 2008: The Essential Rino Gaetano (RCA Italiana)
- 2014: Solo con io (RCA Italiana)
Singles
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Weitere Singles
- 1973: I Love You Maryanna / Jaqueline (It ZT 7047)
- 1974: Tu, forse non essenzialmente tu (It ZT 7057)
- 1975: Ma il cielo è sempre più blu (It ZT 7060)
- 1976: Mio fratello è figlio unico / Sfiorivano le viole (It ZT 7062, IT: Vorlage:Schallplatte)
- 1976: Berta filava / Mio fratello è figlio unico (It ZT 7064)
- 1976: Sfiorivano le viole (IT: Vorlage:Schallplatte)
- 1977: Aida / Escluso il cane (It ZBT 7078)
- 1977: Aida / Spendi spandi effendi (It ZBT 7081)
- 1978: Gianna / Visto che mi vuoi lasciare (It ZBT 7086)
- 1978: Nuntereggae più / E cantava le canzoni (It ZBT 7091)
- 1979: Resta vile maschio, dove vai? / Ahi Maria (RCA Italiana PB 6343, IT: Vorlage:Schallplatte)
- 1980: E io ci sto / Metà Africa metà Europa (RCA Italiana PB 6487)
Literatur
- Peppe Casa, Dario Marigliano: Rino Gaetano. La vita, le canzoni, le poesie e l’ironia di un grande artista. Rom, 1999.
- Emanuele Di Marco: Rino Gaetano live. Nuovi Equilibri, Viterbo 2001, ISBN 978-88-7226-625-0.
- Yari Selvetella: Rino Gaetano. Bastogi Editrice Italiana, Foggia 2001, ISBN 88-8185-349-3.
- Alfredo del Curatolo: Se mai qualcuno capirà Rino Gaetano. Selene, Mailand 2004, ISBN 88-86267-65-7.
- Massimo Cotto (Hrsg.): Rino Gaetano – Ma il cielo è sempre più blu. Pensieri, racconti e canzoni inedite. Mondadori, Mailand 2004, ISBN 88-04-52794-3.
- Silvia D’Ortenzi: Rare tracce: ironie e canzoni di Rino Gaetano. Arcana, Rom 2007, ISBN 88-7966-444-1.
- Bruno Mautone: Rino Gaetano. La tragica scomparsa di un eroe. L’ArgoLibro, Grisignano 2012, ISBN 978-88-98558-00-1.
- Enrico Gregori: Quando il cielo era sempre più blu. Rino Gaetano raccontato da un amico. Historica, Cesena 2015, ISBN 978-88-96656-54-9.
- Bruno Mautone: Chi ha ucciso Rino Gaetano? Il coraggio di raccontare: un’indagine tra massoneria, servizi segreti e poteri economici. Revoluzione o, 2016, ISBN 978-88-99760-01-4.
- Matteo Persica: Rino Gaetano. Essenzialmente tu. Odoya, Bologna 2017, ISBN 978-88-6288-429-7.
Weblinks
- Rino Gaetano bei Rockol.it (italienisch)
- Gaetano, Rino in Enciclopedia Treccani (italienisch)
- Rino Gaetano bei AllMusic (englisch)Vorlage:Abrufdatum
- Rino Gaetano bei Discogs
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gaetano, Rino |
| ALTERNATIVNAMEN | Gaetano, Salvatore Antonio |
| KURZBESCHREIBUNG | italienischer Cantautore (Liedermacher) |
| GEBURTSDATUM | 29. Oktober 1950 |
| GEBURTSORT | Crotone, Kalabrien |
| STERBEDATUM | 2. Juni 1981 |
| STERBEORT | Rom |